3SAT
3SAT Mi. 17.04.
Film

Aurora Borealis - Nordlicht

Maria (Franciska Töröcsik) fürchtet sich vor allen sowjetischen Soldaten, auch vor dem Verlobten ihrer Freundin Edith. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Allein gelassen: Maria (Franciska Töröcsik) schaut dem sowjetischen Armeefahrzeug nach, in dem die Soldaten Robert wegfahren. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Maria (Franciska Töröcsik) ist eine ungarische Kunststudentin, die sich frisch verliebt hat. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Robert (Jákob Ladányi) ist bei der Flucht über die Grenze von einer Kugel getroffen worden. Maria (Franciska Töröcsik) versucht, ihm zu helfen. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Maria (Franciska Töröcsik) zeichnet ihren im Parkteich schwimmenden Geliebten. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Die sanfte Maria (Franciska Töröcsik) und der impulsive Robert (Jákob Ladányi) haben sich schnell ineinander verliebt. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Olga (Ildikó Tóth) hat ihren getrennt lebenden Mann Antonio (Antonio de la Torre) um Hilfe gebeten, und immerhin ist er gekommen. Doch Olga zweifelt schon wieder daran, ob er für sie wirklich eine Hilfe sein wird. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Die alte Maria (Mari Töröcsik) blickt über Jahrzehnte zurück in ihre Vergangenheit. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Olga (Ildikó Tóth, r.) ist glücklich, dass ihre Mutter Maria (Mari Töröcsik, l.) aus dem Koma erwacht ist. Der Doktor (Erno Fekete, M.) überprüft ihre Reaktionen. ZDF/Piotr Sobocinski jun.
Die schwangere Maria (Franciska Töröcsik) steht ihrer Freundin Edith (Eva-Maria Prosek) bei deren Entbindung bei. ZDF/Piotr Sobocinski jun.

Drama H 2017, 101′ - mit Mari Töröcsik, Ildikó Tóth, Franciska Töröcsik, József Wunderlich, Eva-Maria Prosek, Antonio de la Torre, Jákob Ladányi

Kurzbeschreibung

Eine Wiener Anwältin mit ungarischen Wurzeln stößt auf jahrzehntelang gehütete Familiengeheimnisse, als ihre Mutter in Ungarn unerwartet ins Koma fällt.

Inhalt

Olga ist als erfolgreiche Anwältin viel unterwegs und sieht Antonio, ihren Partner und Vater ihres heranwachsenden Sohnes, nur selten. Beide sind zu eingespannt in ihren Berufen, er in Barcelona, sie in Wien. Als Olga zu ihrer kranken Mutter Maria nach Ungarn fährt, kommen die drei für kurze Zeit wieder zusammen. Olga hat sich entschlossen, ihre Karriere zu unterbrechen und sich um Maria zu kümmern. Die beiden Frauen haben nie viel miteinander gesprochen, doch erst jetzt wird spürbar, dass Maria Geheimnisse vor ihrer Tochter hatte. Angeregt durch einen rätselhaften Brief aus Moskau, beginnt Olga nachzuforschen: Zu wem gehören die unbekannten Namen und Gesichter, die plötzlich auftauchen? So beginnt - im Film auf zwei Zeitebenen erzählt - eine Reise in die Zeit der sowjetischen Besatzung Österreichs und Ungarns nach dem Zweiten Weltkrieg. Olga findet heraus, dass die Geschichte ihrer Familie neu geschrieben werden muss.

Hintergrund

Die Mutter war nach dem Krieg schwanger von Ungarn nach Österreich geflüchtet. - Das Familiendrama der Ungarin Márta Mészáros lief 2018 im Wettbewerb von "goEast", dem Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden, dessen Medienpartner 3sat ist. Márta Mészáros' großes, multiperspektivisches Generationen-Drama, herausragend fotografiert von Piotr Sobocinski jun., verbindet scheinbar mühelos und Jahrzehnte überbrückend die persönliche Geschichte einer Familie mit der europäischen Zeitgeschichte zweier Länder, Österreich und Ungarn. Ausgezeichnet sind auch die Schauspieler: Franciska Töröcsik als die sanfte junge Maria, Ildikó Tóth, ihre starke, aber verunsicherte Tochter Olga, vor allem aber Mari Töröcsik, die große Dame des ungarischen Kinos, die unter anderem 1976 in Cannes den Darstellerpreis gewann. Sie spielt grandios die seelischen Erschütterungen der alten Maria, nicht mit den wenigen Worten ihrer Rolle, sondern mit der Mimik ihres ausdrucksstarken Gesichts. "Aurora Borealis: Nordlicht" gewann beim "Chicago International Film Festival" 2017 den Publikumspreis für den besten fremdsprachigen Spielfilm. Zum historischen Hintergrund: Zwischen 1945 und 1956 wurden in Österreich "sowjetische Kinder der Besatzung" geboren, einige nach freiwilligen sexuellen Beziehungen zwischen Frauen vor Ort und Soldaten der Roten Armee, andere als Ergebnis von Vergewaltigungen. Sie wurden von vielen als "Kinder des Feindes" angesehen und mussten verschiedene Arten der Diskriminierung und Stigmatisierung hinnehmen. Die Regisseurin Márta Mészáros wurde 1934 in Budapest geboren und lebte zwischen 1935 und 1946 in der Sowjetunion. Ihr Vater László, ein Bildhauer, wurde Opfer der stalinistischen Säuberungen. Mészáros drehte 1968 als erste Frau ihres Landes einen Spielfilm. Sie hat die ungarische Filmgeschichte mitgestaltet, indem sie in ihren vielen, teilweise autobiografischen Arbeiten immer wieder europäische Zeitgeschichte verarbeitete, darunter "Adoption" (Goldener Bär, Berlinale 1975) und "Tagebuch für meine Kinder", (Spezialpreis der Jury, Cannes 1984). 2017 widmete das Filmfestival "goEast" Márta Mészáros eine Hommage. Redaktionshinweis: 3sat zeigt "Aurora Borealis - Nordlicht" als Erstausstrahlung im Rahmen seiner langjährigen Medienpartnerschaft mit "goEast", dem Festival des mittel- und osteuropäischen Films (10.-16.4.2019).

Sendungsinfos

Darsteller: Mari Töröcsik, Ildikó Tóth, Franciska Töröcsik, József Wunderlich, Eva-Maria Prosek, Antonio de la Torre, Jákob Ladányi, Leslaw Zurek Regie: Márta Mészáros Stereo
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