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ATV2 Do. 17.05.
Film

Back in the Game

Was er kann? Als Scout hat Gus Lobel (Clint Eastwood, l.) im Baseball so ziemlich jeden Pitcher gefunden, der es zu etwas gebracht hat. Was er nicht kann? Das ist Familie! Nach dem Tod seiner Frau hat er seine sechsjährige Tochter zuerst zur Tante und dann ins Internat abgeschoben. Das kann ihm Mick © 2012 Warner Bros. Entertainment Inc.
Auch Johnny Flanagan (Justin Timberlake, r.) ist Talentscout, allerdings unterwegs für ein konkurrierendes Team. Er wurde vor Jahren selbst von Gus als zukünftiger Baseballstar entdeckt - und interessiert sich jetzt sehr für dessen Tochter Mickey (Amy Adams, l.) ... © 2012 Warner Bros. Entertainment Inc.
Weil ihn sein Augenlicht zu verlassen beginnt, will der alte, permanent griesgrämige Baseball-Talentscout Gus Lobel (Clint Eastwood, r.) ein letztes Mal auf Scouting-Tour gehen. Doch dann wird ihm seine entfremdete Tochter (Amy Adams, l.) zur Seite gestellt ... © 2012 Warner Bros. Entertainment Inc.
Als ein Kollege und Freund ihres Vaters sie bittet, Gus (Clint Eastwood, r.) auf der Scouting-Tour zu begleiten, passt das der taffen Anwältin Mickey (Amy Adams, l.) zunächst überhaupt nicht in den Kram. Doch dann erfährt sie, dass ihr Vater schon bald erblinden wird ... © 2012 Warner Bros. Entertainment Inc.

ATV2 ist der zweite Sender des österreichischen Privatsenders ATV mit den Schwerpunkten Unterhaltung und Information, österreichische Eigenproduktionen, Spielfilmen und Serien in Kinoqualität, sowie großen Kulturereignissen.

Drama USA 2012, 102′ - mit Clint Eastwood, Amy Adams, Justin Timberlake, John Goodman, Scott Eastwood, Chelcie Ross, Ray Anthony Thomas

Kurzbeschreibung

Spielfilmregiedebüt von Clint Eastwoods langjährigem Produzentenpartner Robert Lorenz: Amy Adams ("The Fighter"), Justin Timberlake ("The Social Network") und Eastwood selbst spielen die Hauptrollen in der Geschichte über sportliche Höhenflüge, das Älterwerden und eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung.

Inhalt

Gus Lobel zählt seit Jahrzehnten zu den besten Baseball-Talentsuchern – allein anhand des Schlägergeräuschs kann er die Qualität eines Schlags beurteilen. Sein Alter lässt sich mittlerweile allerdings nicht mehr verleugnen – und auch wenn er sich partout nicht auf die Reservebank abschieben lassen will, hat er gar keine Wahl: Die Verhandlungen um den phänomenalsten Nachwuchs-Schlagmann der USA stehen an, und die Teamleitung der Atlanta Braves wundert sich zunehmend über seine Entscheidungen.

Helfen könnte in dieser Situation nur die einzige Person, die Gus niemals bitten würde – seine Tochter Mickey: Die dynamische und ehrgeizige Anwältin steht kurz davor, in ihrer hochkarätigen Kanzlei zur Partnerin aufzusteigen. Mickey hat sich mit ihrem Vater nie verstanden, denn nach dem Tod seiner Frau hat er als alleinerziehender Vater kläglich versagt. Selbst jetzt, bei ihren seltenen Treffen, lässt er sich ständig ablenken – und Mickey glaubt den Grund zu kennen: Baseball geht ihm eben über alles.

Obwohl Mickey es eigentlich besser wissen sollte und Gus natürlich protestiert, begleitet sie ihn auf seiner neuen Talentsuche nach North Carolina. Dabei geht sie ein großes Risiko ein – denn sie setzt ihre eigene Laufbahn aufs Spiel, um seine zu retten. Nach vielen Jahren verbringen sie notgedrungen erstmals wieder viel Zeit miteinander – und staunen nicht schlecht, denn es gelingt ihnen tatsächlich, ihre festgefahrenen Ansichten aufzuarbeiten und einen neuen Anfang zu wagen...

Kritik

Trotz starkem Ensemble nicht ganz überzeugend

Wer sich von "Back in the Game" ein Sportdrama wie den thematisch vermeintlich ähnlich gearteten Baseball-Film "Die Kunst zu gewinnen – Moneyball" erwartet hat, sei gewarnt: Obwohl sich des Amerikaners liebste Ballsportart als roter Faden durch die Geschichte zieht, spielt diese in "Back in the Game" letztlich doch eher eine Nebenrolle – geht es in Robert Lorenz' Regiedebüt doch in erster Linie um einen klassischen Vater-Tochter-Konflikt.Wichtiger als der Inhalt scheint aber ohnehin das prominent besetzte Darsteller-Ensemble zu sein – allen voran Hollywood-Größe Clint Eastwood, der seinen Abschied von der Schauspielerei ja eigentlich bereits 2008 mit "Gran Torino" begangen hatte und in "Back in the Game" sein überraschendes Comeback feierte.

Ihm scheint die Rolle des ebenso kauzigen und mürrischen wie sturen alten Mannes auf den Leib geschrieben, auch wenn er diesen Typus in "Gran Torino" bereits wesentlich pointierter und überzeugender verkörpert hatte; nichtsdestotrotz sind es vor allem die darstellerischen Leistungen von Eastwood und seinen Schauspielkollegen, die zu den Stärken der nicht ganz überzeugenden Inszenierung zählen. Insbesondere der stimmigen Chemie zwischen Eastwood und Amy Adams ist es zu verdanken, dass die schwierige Vater-Tochter-Beziehung, die im Filmmittelpunkt steht, einigermaßen glaubwürdig daherkommt – denn rein inhaltlich wirkt deren Darstellung allzu konstruiert und klischeehaft.

Überhaupt entpuppt sich die Story über weite Strecken als dramaturgisch etwas unausgegorene Angelegenheit – was wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass sich Drehbuchautor Randy Brown und Regisseur Robert Lorenz zu vieler Handlungsebenen auf einmal angenommen haben: Neben dem zentralen Familienkonflikt, den Schwierigkeiten des Älterwerdens und der Sportthematik wurden schließlich auch eine Romanze und gescheiterte Karrierepläne in den Plot eingebaut – mit der Konsequenz, dass die Inszenierung insgesamt recht oberflächlich und unfokussiert bleibt. Ob sich Eastwood selbst einen Gefallen getan hat, für "Back in the Game" in die Schauspielerei zurückzukehren, bleibt jedenfalls fraglich.

Sendungsinfos

Darsteller: Clint Eastwood, Amy Adams, Justin Timberlake, John Goodman, Scott Eastwood, Chelcie Ross, Ray Anthony Thomas, Ed Lauter, Clifton Guterman Regie: Robert Lorenz Musik: Tom Stern Kamera: Tom Stern Autor: Randy Brown Dolby
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