NDR
NDR Mo. 20.03.
Doku

45 Min

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Steuern? Tricksen wie die Großen!

Dokumentation 45′

Inhalt

Der Mittelstand ist zu Recht verärgert. Während Großkonzerne wie Starbucks, Google oder Apple trickreich Milliardengewinne in ferne Steuerparadiese verschieben und ihren Steuersatz auf null drücken, trägt der ehrliche Mittelständler bald die ganze deutsche Steuerlast allein. Allerhöchste Zeit, ein Experiment zu wagen: Können es die kleinen Firmen nicht einfach auch so machen wie die großen Unternehmen? Mit dieser Dokumentation liefern Gesine Enwaldt und Malte Heynen einen tiefen Einblick in die Welt der "Steuervermeider". Nach dem Vorbild der internationalen Konzerne versuchen sie, für ihre kleine mittelständische Produktionsfirma ein Steuerschlupfloch zu buddeln. Die Wege der Global Player ins Steuerparadies sind hochkomplex, und die Autoren sammeln für ihren Versuch jede Menge Sachverstand und Informationen. Sie treffen ehemalige Steuerfahnder, Whistleblower, Finanzexperten und entwirren so die dreisten Methoden der Konzerne. Und ganz nebenbei lernen sie einiges über die Macht der Finanzlobby und finden Antworten auf die Frage, warum eigentlich die Politik die Steuerschlupflöcher nicht schließt. Der Weg ins Steuerparadies ist für Gesine Enwaldt und Malte Heynen voller Hindernisse: Bekommen die finanzschwachen Journalisten überhaupt einen Beratungstermin bei den Steuerexperten der sogenannten "Big Four", den einflussreichsten Unternehmensberatungsfirmen der Welt? Wie kann es gelingen, auf eigene Faust in Amsterdam eine Briefkastenfirma aufzumachen und dann noch eine Niederlassung in einem Null-Prozent-Steuerparadies in der Südsee? Was muss getan werden, damit das Finanzamt die für Mittelständler ungewöhnliche Gewinnverschiebung mitmacht? Der Selbstversuch zeigt nachvollziehbar, mit welcher Dreistigkeit sich Großunternehmen ihrer Steuerpflicht entziehen. Der Film liefert Antworten auf die Frage, warum für große Unternehmen möglich ist, was den kleinen verwehrt bleibt. Wie konnte es zu dieser "Riesenplattform der Tricks und Schliche" kommen, auf dem sich nur die Superreichen tummeln und nach ihren eigenen Gesetzen spielen?

Sendungsinfos

Von: Gesine Enwaldt, Malte Heynen Redaktion: Barbara Denz Untertitel, Stereo

Programmhinweis

Sender Zeit Zeit Titel
NDR Doku
Video
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44:59
45 Min DOKUMENTATION Steuern? Tricksen wie die Großen!
Steuern von drei, zwei oder nur einem Prozent? Bei Großkonzernen keine Seltenheit. Wie machen Apple, SAP, Ikea und Co. das? Ein Experiment samt Briefkastenfirma und Steueroase.
NDR Doku
27.03.
27.03.
45 Min DOKUMENTATION Frisch auf den Tisch? - Die Wahrheit über Restaurants
Tüte auf, alles in den Topf hinein, auf dem Teller hübsch angerichtet, ein paar Kräuter dazu: fertig. Das ist Kochen im Restaurant. "45 Min" zeigt, wie Fertigprodukte die deutschen Restaurantküchen erobern, so genanntes Convenience-Food. In 80 bis 90 Prozent der deutschen Restaurants wird es eingesetzt, schätzen Experten. "45 Min" blickt hinter die Kulissen der ConvenienceIndustrie und deckt auf, wie deren Produkte fast überall genutzt werden, auch in der Spitzengastronomie. Für die Gäste ist das meist nicht zu erkennen, aus gutem Grund: Sie erwarten frisch zubereitete Speisen. Convenience-Produkte werden immer hochwertiger, sind von selbst gemachten Speisen kaum zu unterscheiden. Besonders beliebt sind Kartoffelprodukte, vom Gratin bis zu Bratkartoffeln, alles ist fertig zubereitet im Großhandel zu haben. Aber auch Kaiserschmarrn, Schnitzel, Spiegelei. Ein ganz besonderer Klassiker ist die Sauce hollandaise. Traditionell wird sie mit Butter gemacht, mittlerweile kommt sie in den meisten Restaurants aber aus dem Tetrapak, ohne Verwendung von Butter. Auf der Speisekarte müsste das eigentlich vermerkt sein. Doch die meisten Köche verschweigen es ihren Gästen. Hauptsache, es schmeckt, sagen sie. Kaum ein Koch geht offen damit um, dass er Fertigprodukte in seiner Küche verwendet. Die Convenience-Industrie macht es ihm leicht: Die meisten Produkte sind bewusst so konzipiert, dass sie unauffällig sind und wie hausgemacht aussehen. Häufig müssen auch Aromen oder Verdickungsmittel gar nicht erst deklariert werden, weil das Lebensmittelinformationsgesetz lückenhaft ist. Und so werden die deutschen Köche immer mehr zu Organisatoren, die nur noch vorproduziertes Essen zusammenstellen, anstatt die Speisen selbst zuzubereiten. Der Einsatz von Convenience ist schnell, personalsparend, günstig. Für viele Gerichte braucht es gar keinen Koch mehr. "45 Min" spricht mit Auszubildenden, die sich beschweren, dass sie nur noch Tüten aufreißen. Wie man kocht, lernen sie nicht mehr. "45 Min" berichtet über den Niedergang der Kochkultur in deutschen Restaurants.
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