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Talkshow 90′ - mit Dagmar Berghoff, Bernd Mann, Prof. Dr. Hartmut Remmers, Brigitte Luft, Armin Rieger, Margarete Werle, Christel Kreß

Kurzbeschreibung

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter. Etwa drei Viertel aller auf Pflege Angewiesenen werden zu Hause versorgt, die meisten davon allein von Angehörigen. Was, wenn jemand aus der eigenen Familie plötzlich auf Hilfe angewiesen ist? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen.

Inhalt

Pflegebedürftig kann jeder werden. Die eigenen Eltern, die plötzlich nicht mehr für sich selbst sorgen können. Der Partner, der aufgrund eines Schlaganfalls ans Bett gefesselt ist oder das eigene Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt. In solchen Fällen steht man unweigerlich vor der Frage: Kann ich die Pflege leisten und will ich das überhaupt? Hingebungsvolle Pflege zuhause - ist das überhaupt möglich? Für viele Angehörige wird diese Entscheidung zur Gewissensfrage: Opfere ich mich für einen lieben Menschen auf und stelle mein eigenes Leben und meine Bedürfnisse hintenan oder entscheide ich mich schweren Herzens dazu, die Pflege abzugeben? Und ist mein Angehöriger in einem Pflegeheim auch wirklich gut aufgehoben? Die häusliche Pflege wird schnell zur Gratwanderung an der persönlichen Belastungsgrenze: finanzielle Probleme, psychische und physische Erschöpfung, keine Zeit mehr für den Freundeskreis. Wie viel können wir uns also zumuten? Die Gäste im "Nachtcafé": Dagmar Berghoff kann sich nicht vorstellen, in einem Pflegeheim zu leben Dagmar Berghoff plant nicht gerne im Voraus und liebt ihre Unabhängigkeit. Deshalb kann es sich die Ex-Miss Tagesschau" nicht vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu leben. Ihren Mann, der vor 16 Jahren verstorben ist, hätte sie aber gepflegt, wäre das nötig geworden: "Das hat etwas mit Liebe zu tun. Jemand anderen, zu dem ich kein Verhältnis habe, den könnte ich nicht pflegen." Bernd Mann nahm einen schwerbehinderten Jugendlichen auf und pflegt ihn seit 20 Jahren Vor 20 Jahren lernte Bernd Mann bei seinem Zivildienst den schwer körperlich behinderten Christian Kenk kennen und freundete sich mit ihm an. Christian lebte damals perspektivlos in einem Internat für pflegebedürftige Jugendliche. Bernd Mann ließ das Schicksal des 15-Jährigen nicht los und fragte sich: "Nehme ich ihn zu mir oder nicht? Und kann ich damit leben, wenn ich es nicht tue?" - Er nahm ihn bei sich zuhause auf und pflegt Christian seither aufopferungsvoll. Prof. Dr. Hartmut Remmers erforscht die Belastungen in der häuslichen Pflege Prof. Dr. Hartmut Remmers ist Leiter des Fachbereichs Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück. Der Soziologe betrachtet die Bedürfnisse und Belastungen von Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen. "Die Belastungen in der häuslichen Pflege gehen bis hin zu manifesten Depressionen aufgrund dieses enormen Verpflichtungsgefühls, etwas leisten zu müssen, was man möglicherweise gar nicht mehr wirklich leisten kann." Brigitte Luft pflegte ihren Ehemann viele Jahre selbst Nach einem Herzstillstand war der Ehemann von Brigitte Luft von heute auf morgen auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Ohne eine Sekunde des Zögerns übernahm sie seine Pflege hingebungsvoll zu Hause. Nach neun Jahren Doppelbelastung zwischen Pflege und Beruf brach die Lehrerin dann selbst zusammen. Der einzige Ausweg: Ein Pflegeheim. "Es tut mir unendlich weh, ihn da so zu sehen. Aber ich war körperlich und seelisch völlig ausgelaugt." Armin Rieger sieht große Missstände in der professionellen Pflege Armin Rieger ist seit fast 20 Jahren Leiter eines Pflegeheims und prangert die Missstände in der eigenen Branche an. Das Personal, so sagt er, betreibe durch Überarbeitung schlechte Pflege: "Die Pflegenden sind Opfer und Täter zugleich." Damit stützen sie ein System, das Armin Rieger für kriminell hält und das seiner Meinung nach perfiderweise umso mehr Geld umsetzt, je schlechter die Pflege ist. Margarete Werle entschied sich freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim Margarete Werle entschied sich vor einem Jahr ganz freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim. Die 93-Jährige lebte bis ins hohe Alter fit und selbstständig. Als sie bemerkte, dass sie ein bisschen Unterstützung braucht, war für sie sofort klar: Ihren Kindern möchte sie nicht zur Last fallen. So löste sie ihren Haushalt auf und zog ins Seniorenheim. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut: "Es gibt für mich keinerlei Nachteile, gar keine. Ich bin restlos zufrieden." Christel Kreß pflegt ihre schwerstbehinderte Tochter Für Christel Kreß stellte sich nie die Frage, Emma in ein Heim zu geben. Seit 13 Jahren pflegt sie ihre schwerstbehinderte Tochter, die durch eine Gehirnfehlbildung 24 Stunden am Tag Hilfe benötigt. Die zweifache Mutter ist alleinerziehend und musste ihren Beruf aufgeben. Solange sie kann, will Christel Kreß ihre Tochter trotzdem weiter zuhause versorgen: "Für mich ist klar, es ist mein Kind und ich habe dafür Verantwortung zu übernehmen."

Themen


Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl: Pflegebedürftig kann jeder werden. Die eigenen Eltern, die plötzlich nicht mehr für sich selbst sorgen können. Der Partner, der aufgrund eines Schlaganfalls ans Bett gefesselt ist oder das eigene Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt. In solchen Fällen steht man unweigerlich vor der Frage: Kann ich die Pflege leisten und will ich das überhaupt? Hingebungsvolle Pflege zuhause - ist das überhaupt möglich? Für viele Angehörige wird diese Entscheidung zur Gewissensfrage: Opfere ich mich für einen lieben Menschen auf und stelle mein eigenes Leben und meine Bedürfnisse hintenan oder entscheide ich mich schweren Herzens dazu, die Pflege abzugeben? Und ist mein Angehöriger in einem Pflegeheim auch wirklich gut aufgehoben? Die häusliche Pflege wird schnell zur Gratwanderung an der persönlichen Belastungsgrenze: finanzielle Probleme, psychische und physische Erschöpfung, keine Zeit mehr für den Freundeskreis. Wie viel können wir uns also zumuten? Die Gäste im "Nachtcafé": Dagmar Berghoff kann sich nicht vorstellen, in einem Pflegeheim zu leben Dagmar Berghoff plant nicht gerne im Voraus und liebt ihre Unabhängigkeit. Deshalb kann es sich die Ex-Miss Tagesschau" nicht vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu leben. Ihren Mann, der vor 16 Jahren verstorben ist, hätte sie aber gepflegt, wäre das nötig geworden: "Das hat etwas mit Liebe zu

Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl: Pflegebedürftig kann jeder werden. Die eigenen Eltern, die plötzlich nicht mehr für sich selbst sorgen können. Der Partner, der aufgrund eines Schlaganfalls ans Bett gefesselt ist oder das eigene Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt. In solchen Fällen steht man unweigerlich vor der Frage: Kann ich die Pflege leisten und will ich das überhaupt? Hingebungsvolle Pflege zuhause - ist das überhaupt möglich? Für viele Angehörige wird diese Entscheidung zur Gewissensfrage: Opfere ich mich für einen lieben Menschen auf und stelle mein eigenes Leben und meine Bedürfnisse hintenan oder entscheide ich mich schweren Herzens dazu, die Pflege abzugeben? Und ist mein Angehöriger in einem Pflegeheim auch wirklich gut aufgehoben? Die häusliche Pflege wird schnell zur Gratwanderung an der persönlichen Belastungsgrenze: finanzielle Probleme, psychische und physische Erschöpfung, keine Zeit mehr für den Freundeskreis. Wie viel können wir uns also zumuten? Die Gäste im "Nachtcafé": Dagmar Berghoff kann sich nicht vorstellen, in einem Pflegeheim zu leben Dagmar Berghoff plant nicht gerne im Voraus und liebt ihre Unabhängigkeit. Deshalb kann es sich die Ex-Miss Tagesschau" nicht vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu leben. Ihren Mann, der vor 16 Jahren verstorben ist, hätte sie aber gepflegt, wäre das nötig geworden: "Das hat etwas mit Liebe zu

Sendungsinfos

Mitwirkende: Dagmar Berghoff, Bernd Mann, Prof. Dr. Hartmut Remmers, Brigitte Luft, Armin Rieger, Margarete Werle, Christel Kreß Moderator: Michael Steinbrecher Untertitel, Stereo, Dolby

Programmhinweis

Sender Zeit Zeit Titel
SWR Show
Video
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89:42
Nachtcafé TALKSHOW Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter. Etwa drei Viertel aller auf Pflege Angewiesenen werden zu Hause versorgt, die meisten davon allein von Angehörigen. Was, wenn jemand aus der eigenen Familie plötzlich auf Hilfe angewiesen ist?
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28.04.
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Nachtcafé TALKSHOW
Gäste bei Michael Steinbrecher
SWR Show
28.04.
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Nachtcafé TALKSHOW
Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Mario Basler, der sich viele Jahre nach der Scheidung wieder in seine Ex-Frau verliebte Frisch verliebt! Dieses wundervolle Gefühl löst bei uns nicht nur die berühmten Schmetterlinge im Bauch aus, wir fühlen uns wie im Rausch - und sind manchmal auch blind vor Liebe. Michael Steinbrecher spricht mit seinen Gästen über Trennungsgründe, erneut entfachte Gefühle und Partnerschaften, die für immer beendet sind. Zu sehen in "Nachtcafé: Verliebt, verkracht, verzweifelt - wenn die Liebe kriselt" am Freitag, 28. April, 22 Uhr, im SWR Fernsehen. Der Wind innerhalb einer Liebesbeziehung kann sich schnell drehen - wenn im ungefilterten Tageslicht der geliebte Partner plötzlich gar nicht mehr so grandios und einzigartig erscheint, stattdessen aber ungeheuer nervig und kleinkariert. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich Großzügigkeit als pure Verschwendungssucht oder vermeintliche Fürsorge als ein kaum auszuhaltender Kontrollwahn. Frust und Enttäuschung entladen sich und kein Tag vergeht mehr ohne heftige Auseinandersetzungen. Bis schließlich heftige Geschütze aufgefahren werden für den Rosenkrieg - und die Schlammschlacht um Hab, Gut und Gefühle beginnt. Unter anderem begrüßt Michael Steinbrecher diese Gäste im "Nachtcafé": Mario Basler verliebte sich viele Jahre nach der Scheidung wieder in seine Ex-Frau Elf Jahre lang war Mario Basler in zweiter Ehe mit Iris verheiratet. Doch die Liebe endete vor dem Scheidungsrichter. Beide fanden wieder neue Partner. Nun sind acht Jahre vergangen - und alte Gefühle neu erwacht. Durch den gemeinsamen Sohn war der Kontakt zueinander nie abgebrochen: "Dieses Liebescomeback hat selbst mich überrascht", so der Ex-Fußballprofi, der trotz Versöhnung weiterhin großen Wert auf eine eigene Wohnung legt. Bärbel und Peter Pejot sind seit 53 Jahren verheiratet Das Kontrastprogramm dazu leben Bärbel und Peter Pejot. Die beiden kennen sich seit ihrem fünften Lebensjahr, sind nun 53 Jahre verheiratet. Auch beruflich waren sie ein eingespieltes Team - er war Modefotograf, sie Stylistin. Meist waren sie rund um die Uhr zusammen und rund um den Globus unterwegs. Das verbindet - bis heute. Ihr Beziehungsgeheimnis: "Einander vertrauen und zusammenstehen, auch wenn's mal schwierig wird." Dr. Mathias Jung beschäftigt sich als Paartherapeut mit Beziehungskrisen Liebesverträge und Beziehungsgespräche - das sind zwei von Dr. Mathias Jungs Geheimwaffen für das Gelingen einer Partnerschaft. Der Paartherapeut ist erfahren darin, welche Paar-Konstellation schon von vornherein Potential für Konflikte hat und wie Beziehungskrisen gelöst werden: "Die Partnerschaft ist wie ein kleines Unternehmen. Da müssen zwischendurch auch mal kleine Inventuren gemacht werden."
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29.04.
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Nachtcafé (Wh.) TALKSHOW
Gäste bei Michael Steinbrecher
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