SWR
SWR Fr. 17.02.
Show

Nachtcafé

Logo SWR
Logo SWR
Nachtcafé Logo SWR
Prof. Jochen Oltmer. SWR/Alexander Kluge
v.li.: Prof. Jochen Oltmer, Jochen Blaich, Meriem Lebdiri, Michael Steinbrecher. SWR/Alexander Kluge
v.li.: Prof. Jochen Oltmer, Jochen Blaich, Meriem Lebdiri, Susanne Benz, Michael Steinbrecher, David Karner, Birgit Plechinger, Mina Ahadi, Michael Schmidt-Salomon. SWR/Alexander Kluge
v.li.: Meriem Lebdiri, Michael Steinbrecher, Birgit Plechinger, Mina Ahadi, Michael Schmidt-Salomon. SWR/Alexander Kluge
Am Tisch: David Karner und Susanne Benz. SWR/Alexander Kluge

Talkshow 90′ - mit Birgit Plechinger, Dr. Michael Schmidt-Salomon, Meriem Lebdiri, Jochen Blaich, Mina Ahadi, Prof. Dr. Jochen Oltmer, David Karner

Kurzbeschreibung

Gäste bei Michael Steinbrecher

Inhalt

Kein Schweineschnitzel in Kantinen, Frauen mit Kopftüchern und bodenlangen Mänteln, Islamkunde als Schulfach - der Glaube gilt zwar als Privatsache, dennoch ist er im Alltag nicht zu übersehen und nimmt Einfluss auf unsere Lebensgewohnheiten. Die einen sprechen von einer Überfremdungswahrnehmung, die anderen von Toleranz. So manchen überkommt das ungute Gefühl, dass sich in Zukunft der Glaube viel zu dominant in unserem Alltagsleben verankern könnte. Was aber macht am gelebten Islam im Alltag solche Angst? Was ist Bereicherung, was Beeinträchtigung und was Bedrohung? Wie viel Religion darf in einem säkularen Staat wie unserem überhaupt sein? Darüber diskutiert Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Der Islam in unserem Alltag - wo ist das Problem?", zu sehen am Freitag, 17. Februar, 22 Uhr im SWR Fernsehen. Mehr als 4,7 Millionen Menschen muslimischen Glaubens leben mit uns. So mancher fühlt sich geradezu provoziert. Denn nicht nur am Burkini im Schwimmbad oder dem Minarett in der Nachbarschaft entzünden sich immer neue Konflikte. Einige Islamverbände rufen nach mehr Anerkennung, fordern gesetzliche islamische Feiertage. Hingegen fürchten Frauenverbände und Homosexuelle um ihre Rechte, die sie sich über Jahrzehnte hart erkämpft haben. Die Gäste im "Nachtcafé": Birgit Plechinger, ist Rektorin an einer Mittelschule mit vielen muslimischen Schülern Birgit Plechinger ist Rektorin einer bayerischen Mittelschule, mehr als die Hälfte ihrer Schüler sind Muslime. Ob im Schwimmunterricht oder beim Kantinenessen - immer steht sie vor der Frage: Wie viel Entgegenkommen ist berechtigt, welche Sonderregelungen gehen eindeutig zu weit? Auch die ungleiche Erziehung von Mädchen und Jungs macht sich in der Schule deutlich bemerkbar: "Oft lassen die Eltern ihren Söhnen alles durchgehen, den Töchtern wird wenig erlaubt." Dr. Michael Schmidt-Salomon, für den Atheisten gehört Religion nur ins Privatleben Für Dr. Michael Schmidt-Salomon sind die Grenzen der Toleranz schon längst erreicht: "Der Glaube nimmt in unserem Land einen viel zu großen Einfluss auf unseren Alltag und die Politik. Ob katholisch, evangelisch oder muslimisch - Religion sollte Privatsache bleiben", so der Atheist. Für den Religionskritiker ist die Idee einer Multi-Kulti-Gesellschaft längst gescheitert. Meriem Lebdiri, die Designer kombiniert europäische Mode mit islamischer Tradition "Jeder soll doch ungestört und offen seinen Glauben ausleben", sagt Meriem Lebdiri. Die junge Designerin entwirft Mode für Frauen, die ihren Körper selbst- und modebewusst bedecken möchten. Das Kopftuch gehört für die praktizierende Muslima, die mit fünf Jahren aus Algerien in die Pfalz kam, zu ihrer Identität: "Ich kombiniere europäische Mode mit islamischer Tradition und will damit Brücken bauen." Jochen Blaich, der Krankenpfleger berichtet über seinen Alltag mit muslimischen Patienten Was es bedeutet, wenn der muslimische Glaube mit dem deutschen Klinikalltag kollidiert, das erfährt Krankenpfleger Jochen Blaich täglich. Als Stationsleiter bekommt er immer wieder mit, dass weiblichem Krankenhauspersonal wenig Respekt entgegengebracht wird. Auch sorgen Krankenbesuche ganzer Großfamilien, die sich ums Bett eines Angehörigen versammeln, häufig für Ärger: "Unsere Bitte um Rücksichtnahme wird leider häufig ignoriert." Mina Ahadi, die gebürtige Iranerin erlebte drakonische Strafen im Namen des Islam "Der Islam hat in Europa überhaupt nichts zu suchen", davon ist Mina Ahadi überzeugt. Bereits als Neunjährige musste die gebürtige Iranerin Tschador tragen, durfte in der Öffentlichkeit weder reden noch lachen. Im engsten Familienkreis hat sie erlebt, welch drakonische Strafen im Namen des Islam verhängt werden: Ihr Mann wurde wegen seiner politischen Arbeit hingerichtet. Dem Islam hat die Gründerin des Zentralrats der Ex-Muslime gänzlich abgeschworen. Prof. Dr. Jochen Oltmer, der Migrationsforscher steht der Zukunft positiv gegenüber Prof. Dr. Jochen Oltmer forscht seit über 20 Jahren zur Geschichte der Migration. Und blickt mit diesem Hintergrundwissen optimistisch in unsere Zukunft. Der Historiker ist guter Dinge, dass sich die grassierende Angst vor Überfremdung auf lange Sicht hin auflösen wird: "Religion hat enorm an Bedeutung verloren. Die Probleme, die es zweifelsohne bei der Integration gibt, haben mit Religion sowieso wenig zu tun", so der Migrationsforscher. Gäste im Publikum: David Karner, stellt sich die Frage, wie homophob der Islam ist Wie homophob ist der Islam? Diese Frage stellte sich David Karner, nachdem er mit einem Freund

Themen


Der Islam in unserem Alltag - wo liegt das Problem?: Kein Schweineschnitzel in Kantinen, Frauen mit Kopftüchern und bodenlangen Mänteln, Islamkunde als Schulfach - der Glaube gilt zwar als Privatsache, dennoch ist er im Alltag nicht zu übersehen und nimmt Einfluss auf unsere Lebensgewohnheiten. Die einen sprechen von einer Überfremdungswahrnehmung, die anderen von Toleranz. So manchen überkommt das ungute Gefühl, dass sich in Zukunft der Glaube viel zu dominant in unserem Alltagsleben verankern könnte. Was aber macht am gelebten Islam im Alltag solche Angst? Was ist Bereicherung, was Beeinträchtigung und was Bedrohung? Wie viel Religion darf in einem säkularen Staat wie unserem überhaupt sein? Darüber diskutiert Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Der Islam in unserem Alltag - wo ist das Problem?", zu sehen am Freitag, 17. Februar, 22 Uhr im SWR Fernsehen. Mehr als 4,7 Millionen Menschen muslimischen Glaubens leben mit uns. So mancher fühlt sich geradezu provoziert. Denn nicht nur am Burkini im Schwimmbad oder dem Minarett in der Nachbarschaft entzünden sich immer neue Konflikte. Einige Islamverbände rufen nach mehr Anerkennung, fordern gesetzliche islamische Feiertage. Hingegen fürchten Frauenverbände und Homosexuelle um ihre Rechte, die sie sich über Jahrzehnte hart erkämpft haben. Die Gäste im "Nachtcafé": Birgit Plechinger, ist Rektorin an einer Mittelschule mit vielen muslim

Der Islam in unserem Alltag - wo liegt das Problem?: Kein Schweineschnitzel in Kantinen, Frauen mit Kopftüchern und bodenlangen Mänteln, Islamkunde als Schulfach - der Glaube gilt zwar als Privatsache, dennoch ist er im Alltag nicht zu übersehen und nimmt Einfluss auf unsere Lebensgewohnheiten. Die einen sprechen von einer Überfremdungswahrnehmung, die anderen von Toleranz. So manchen überkommt das ungute Gefühl, dass sich in Zukunft der Glaube viel zu dominant in unserem Alltagsleben verankern könnte. Was aber macht am gelebten Islam im Alltag solche Angst? Was ist Bereicherung, was Beeinträchtigung und was Bedrohung? Wie viel Religion darf in einem säkularen Staat wie unserem überhaupt sein? Darüber diskutiert Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Der Islam in unserem Alltag - wo ist das Problem?", zu sehen am Freitag, 17. Februar, 22 Uhr im SWR Fernsehen. Mehr als 4,7 Millionen Menschen muslimischen Glaubens leben mit uns. So mancher fühlt sich geradezu provoziert. Denn nicht nur am Burkini im Schwimmbad oder dem Minarett in der Nachbarschaft entzünden sich immer neue Konflikte. Einige Islamverbände rufen nach mehr Anerkennung, fordern gesetzliche islamische Feiertage. Hingegen fürchten Frauenverbände und Homosexuelle um ihre Rechte, die sie sich über Jahrzehnte hart erkämpft haben. Die Gäste im "Nachtcafé": Birgit Plechinger, ist Rektorin an einer Mittelschule mit vielen muslim

Sendungsinfos

Mitwirkende: Birgit Plechinger, Dr. Michael Schmidt-Salomon, Meriem Lebdiri, Jochen Blaich, Mina Ahadi, Prof. Dr. Jochen Oltmer, David Karner, Susanne Benz Moderator: Michael Steinbrecher Untertitel, Stereo, Dolby

Programmhinweis

Sender Zeit Zeit Titel
3SAT Show
02.03.
02.03.
Nachtcafé TALKSHOW
Menschen, die unschuldig im Gefängnis sitzen. Geschädigte, die gegen große Konzerne kämpfen, das Recht aber nicht auf ihrer Seite haben. Wie gerecht geht es an deutschen Gerichten zu? Das fragt Michael Steinbrecher Anja Darsow, deren Mann im Gefängnis sitzt, André Sommer, Opfer eines Pharmaskandals, Anwalt Markus Schollmeyer, Bundesrichter Thomas Fischer, Klägerin Inge Lohmann und die "Polit-Putze "Irmela Mensah-Schramm. Täglich entscheiden Richter "Im Namen des Volkes" über Recht und Unrecht. Doch zwischen der formal richtigen Anwendung des Rechts und einer gefühlten Gerechtigkeit liegen oft Welten. Nicht selten bleibt das Gefühl zurück, dass ein gut betuchter Angeklagter mit einem Großaufgebot an Staranwälten den Prozessausgang beeinflussen kann. Dass eine Strafe milder ausfällt, wenn ein Prominenter auf der Anklagebank sitzt. Oder dass Urteile nicht zu Gunsten eines Geschädigten ausfallen, sondern so, dass größere Klagen ausbleiben. Ganz zu schweigen von Justizirrtümern, die unschuldige Menschen ins Gefängnis bringen. "Mein Mann ist kein Mörder", davon ist Anja Darsow überzeugt. Seit seiner Verhaftung vor sechs Jahren kämpft sie unermüdlich für die Freilassung ihres Mannes. Der wurde wegen zweifachen Mordes an den Nachbarn zu lebenslanger Haft verurteilt. Klare Beweise, so Darsow, fehlen bis heute. André Sommer kämpft seit Jahren für Gerechtigkeit. Der körperbehinderte Allgäuer ist Opfer eines der größten Pharmaskandale nach Contergan. Bisherige Klagen scheiterten jedoch an Verjährungsfristen. "Diese formale Hürde verstehe ich bis heute nicht. Das ist eine Unverschämtheit", sagt Sommer wütend. Er will, dass der betroffene Pharmakonzern endlich zu seiner Verantwortung steht. Markus Schollmeyer ist ein scharfer Kritiker vieler Entscheidungen an deutschen Gerichten. "Mit Gerechtigkeit hat unsere Rechtsprechung nicht viel zu tun", sagt der Anwalt. Persönliche Befindlichkeiten, finanzielle Möglichkeiten und anwaltliche Manipulationen beeinflussten den Ausgang vieler Verfahren. Die objektive Wahrheitssuche trete zu oft in den Hintergrund, so Schollmeyer. Für Thomas Fischer ist die Suche nach der Wahrheit die wichtigste Aufgabe eines deutschen Gerichts. Der Vorsitzende Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe ist überzeugt davon, dass er und seine Kollegen dieser auch nachkommen: "Unsere Rechtskultur ist im Grundsatz in hohem Maße geeignet, das zu verwirklichen, was wir heutzutage unter Gerechtigkeit verstehen". Inge Lohmann kämpfte sechs Jahre lang erfolglos vor deutschen Gerichten für ihr Recht. Sie möchte erfahren, wer ihr Vater ist, den sie für ihr verpfuschtes Leben verantwortlich macht. Jetzt reichte sie Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. "Ich habe ein Recht darauf, zu erfahren, woher ich komme", sagt Lohmann. Irmela Mensah-Schramm hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Hassbotschaften im öffentlichen Raum zu beseitigen. Mehr als 130 000 Graffitis hat sie bereits entfernt und ist dafür sogar ausgezeichnet worden. Dass sie nun wegen Sachbeschädigung belangt wird, animiert sie zum Weitermachen. "Notfalls gehe ich auch ins Gefängnis", gibt sich die "Polit-Putze" kämpferisch.
SWR Show
03.03.
03.03.
Nachtcafé TALKSHOW
Gäste bei Michael Steinbrecher
SWR Show
03.03.
03.03.
Nachtcafé TALKSHOW
Gäste bei Michael Steinbrecher
Seite merken

Lesezeichen für tvheute.at erstellen:
Jetzt in der Symbolleiste auf klicken.

Gelesen
Sender navigieren
links | rechts
WISCHEN