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WDR Fr. 21.04.
Doku

Konrad Adenauer - seine fünf Leben

Menschen 45′

Inhalt

"Der Alte ist tot" - Diese Nachricht verbreitete sich vor 50 Jahren, am 19. April 1967, wie ein Lauffeuer. Zwar war Konrad Adenauer bei seinem Tod bereits 91 Jahre alt und doch erschien er so manchem Zeitgenossen unsterblich. Als junger Mann überlebte Adenauer schwer verletzt einen Verkehrsunfall, später entkam er den Fängen der Nazis und noch später einem Bombenattentat israelischer Protestgruppen. Aus jedem neuen Leben sog er neue Kraft. Noch mit 73 Jahren ließ er sich zum ersten deutschen Bundeskanzler wählen und lenkte vierzehn Jahre lang die noch junge Republik. Erst dann setzte er sich zur Ruhe - wenn auch nur zögerlich. Als er mit 91 Jahren in seinem Haus in Rhöndorf am Rhein an den Folgen einer Lungenentzündung stirbt, hat er bereits fünf Jahrzehnte politisches Strippenziehen hinter sich. Kaum älter als Dreißig macht er in der Kölner Stadtverwaltung eine rasante Karriere. Als Krisenmanager für Lebensmittelversorgung gewinnt er während des ersten Weltkriegs die Mägen und Herzen der Kölner. Noch heute verkaufen einige Bäcker - obgleich mit abgewandelter Rezeptur - das "Adenauer-Brot", das er damals erfand. 1917 wird Adenauer jüngster Oberbürgermeister von Köln. Er drückt der Stadt seinen Stempel auf. Allein mit dem Grüngürtel hat sich Adenauer ein Denkmal gesetzt, für das ihn die Kölner noch heute lieben. Nach der Machtergreifung geht es mit seiner Karriere bergab. Von den Nazis wird er aus dem Rathaus gejagt und seines Amtes als Oberbürgermeister enthoben. Mehrmals wechselt er den Aufenthaltsort und lässt sich schließlich in Rhöndorf bei Bonn nieder. Adenauer versucht sich still zu verhalten. Trotzdem verhaftet ihn die Gestapo zweimal. Adenauer fürchtet um sein Leben. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs beginnt Adenauers zweite Karriere. Er wird der erste Bundeskanzler Deutschlands und führt das geächtete Land in 14-jähriger Regentschaft zurück in die internationale Gemeinschaft, schafft die Aussöhnung mit Frankreich und Israel ebenso wie die Anbindung an die westliche Verteidigungsgemeinschaft. Als sein größter Verdienst gilt die Heimholung der letzten 10.000 Kriegsgefangenen aus russischen Lagern - zehn Jahre nach Kriegsende. Die Doku schaut auf Adenauers Leben als Familienmensch und als Politiker. Und sie fragt, was von ihm heute noch geblieben ist. Erst kürzlich sorgten angeblich neu entdeckte Tagebücher für Schlagzeilen. Wie erinnert sich die Familie an den berühmten Vorfahren? Und spielt er für junge Leute heute noch eine Rolle?

Sendungsinfos

Von: Lothar Schröder Redaktion: Katrin Niemann, Barbara Schmitz Untertitel, Hörfilm
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