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ZDFinfo Fr. 09.11.
Doku

Exodus?

Christopher Clark mit Sabine Benzaquen, deren Mann Benjamin und Tochter Rivkaléa in Paris. Die Familie möchte nach Israel auswandern. ZDF/Gero von Boehm
Christopher Clark diskutiert mit der Pariser Rabbinerin Delphine Horvilleur über die Ursachen des Antisemitismus in Frankreich. ZDF/Alexander Hein
Der Cambridge-Historiker Sir Christopher Clark an der Klagemauer in Jerusalem bei Dreharbeiten für die zweiteilige Dokumentation über die Geschichte der Juden. ZDF/Noam Sharon
Christopher Clark (r.) mit Regisseur Gero von Boehm (l.) vor dem Reichstagsgebäude in Berlin: Antisemitismus geht in einem demokratischen Land alle an. ZDF/Juliane Eirich
Christopher Clark (l.) mit dem Berliner Restaurant-Besitzer Yorai Feinberg (r.), der immer wieder antisemitischen Angriffen ausgesetzt ist. ZDF/Juliane Eirich
Christopher Clark mit Prof. Monika Schwarz-Friesel, die über den zunehmenden Antisemitismus im Internet forscht. ZDF/Alexander Hein
Regisseur Gero von Boehm (l.) mit Christopher Clark (r.) auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. ZDF/Juliane Eirich

Antisemitismus in Europa

Dokumentation D 2018, 45′

Inhalt

In diesem Teil der Doku-Reihe "Exodus?" spürt Christopher Clark den Ursachen für den zunehmenden Antisemitismus in Europa nach, spricht mit Betroffenen und besucht Brennpunkte. Auf seiner Spurensuche spannt der Historiker den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart. Die Geschichte der Juden ist nicht nur eine der Verfolgung. Die Doku zeigt, welche Werte und Errungenschaften das Judentum in Wissenschaft und Kultur Europas hinterlassen hat. Dabei stößt Christopher Clark zunächst auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte: Nach Jahrhunderten der Ächtung und Ausgrenzung schienen Juden, gerade im deutschen Kaiserreich, erstmals in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der wirtschaftliche Aufschwung der Gründerjahre Ende des 19. Jahrhunderts brachte auch für jüdische Kaufleute, Verleger oder Industrielle Anerkennung und Aufstieg mit sich. Jüdische Soldaten kämpften im Ersten Weltkrieg für ihre Vaterländer und auch für die ihnen stets verwehrte Gleichberechtigung. Fünf von neun Nobelpreisen für Deutschland gingen an jüdische Forscher. Das nationalsozialistische Gewaltregime vernichtete jeden Ansatz zum gedeihlichen Zusammenleben auf unabsehbare Zeit und endete im perfidesten Massenmord der Menschheitsgeschichte. Für Überlebende des Völkermords wurde Israel zum einzigen Zufluchtsort, an dem sie effektiv vor Verfolgung und Anfeindungen geschützt leben können. Christopher Clark beschreibt die Geschichte jüdischer Integration wie auch ihre fortwährende Bedrohung durch Hass und Hetze - bis heute, in Zeiten von Migration und Anonymität des Internets. In Gesprächen mit der Kognitionswissenschaftlerin Prof. Monika Schwarz-Friesel, die jüngst eine Studie über zunehmenden Antisemitismus im Internet veröffentlicht hat, mit Historiker Prof. Andreas Nachama oder der Pariser Rabbinerin Delphine Horvilleur geht er der Frage nach, welcher Gefahr der gesellschaftliche Frieden ausgesetzt ist und welche Wege es gibt, dem grassierenden Antisemitismus wirksam zu begegnen.

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