ARTE
ARTE Fr. 26.11.
Doku

Die Seelen der Toten - Mingshui III

Qi Luji schildert die damalige Versorgungslage für die Arbeiter in den chinesischen Umerziehungslagern. Um nicht zu verhungern, mussten die Menschen zu barbarischen Mitteln greifen ... bis hin zu Kannibalismus. ARTE France
Cao Zhonghua beschreibt den grausamen Alltag in den ehemaligen Umerziehungslagern der Volksrepublik China. Auch er gehörte zu den Rechtsabweichlern. ARTE France
Die 97-jährige Gao Guifang: ""Wer tot ist, muss nicht mehr leiden."" Regisseur Wang Bing gelingt es, ein Gesamtbild über das Ausmaß des Verbrechens zu schaffen, das Mitte des 20. Jahrhunderts in China seinen Lauf nahm. ARTE France
Chen Zonghai wurde im April 1958 in das Arbeitslager Jiabiangou geschickt. Damit hatte Chen seine Freiheit verloren. ARTE France

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Dokumentarfilm RC, F 2014, 175′

Kurzbeschreibung

In der Wüste Gobi in der nordwestchinesischen Provinz Gansu liegen die Gebeine unzähliger Gefangener, die vor über 60 Jahren den Hungertod starben. Sie gehörten zu den Menschen, die 1957 im Zuge der sogenannten Rechtsabweichler-Kampagne der chinesischen Regierung in den Umerziehungslagern von Jiabiangou und Mingshui interniert worden waren. Im Film vermitteln Schilderungen Überlebender eine Ahnung vom Schicksal dieser unbekannten Toten und dem ihnen zugefügten Leid. Gleichzeitig bringt er Licht ins Dunkel eines Kapitels der jüngeren chinesischen Geschichte.

Inhalt

Im Bemühen, ein düsteres Kapitel der chinesischen Geschichte aufzuklären, leistet Wang Bings Film bemerkenswerte Erinnerungsarbeit und bringt Licht ins Dunkel der Ereignisse von 1957. Im Zuge einer breit angelegten Kampagne wurde damals als "Rechtsabweichler" gebrandmarkten Unangepassten, unter ihnen viele Intellektuelle und Ingenieure, unvorstellbares Leid zugefügt: In sogenannten Laogai, wo sie durch Zwangsarbeit umerzogen werden sollten, wurden sie so sehr ausgehungert, dass viele starben und es zu Kannibalismus kam. Dies erklärt die unzähligen Gebeine von Gefangenen in der Gobi-Wüste. Die reichlich acht Stunden umfassende Produktion wurde in drei Kapitel unterteilt. Erläuternden Passagen folgen unveröffentlichte Opferberichte, aus denen allmählich das Gesamtbild eines großangelegten Verbrechens entsteht. Der Erzähler schürft nach den Namen und den Schicksalen jener, die nicht überlebten, denen jegliche Menschlichkeit abgesprochen wurde und denen man den Tod als einzigen Ausweg ließ. Wang Bings Film, der sich als Hommage an diese Menschen versteht, hallt in der Gegenwart schrill wider.

Sendungsinfos

Regie: Wang Bing Untertitel
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