ARTE
ARTE Mi. 13.02.
Film

Winterdieb

Der zwölfjährige Simon (Kacey Mottet Klein) stiehlt reichen Touristen Skier und Ausrüstung, um sie in seinem Wohnblock weiterzuverkaufen. ARTE France
Enttäuscht von der Arbeit und wütend auf die Männer, hat Louise (Léa Seydoux) beschlossen, auszusteigen und nur noch in den Tag hinein zu leben. © Roger Arpajou Foto: ARTE France
Enttäuscht von der Arbeit und wütend auf die Männer, hat Louise (Léa Seydoux) beschlossen, auszusteigen und nur noch in den Tag hinein zu leben. ARTE France
Die Engländerin Kristin Jansen (Gillian Anderson) auf der Piste mit dem jungen Simon (Kacey Mottet Klein), der seinen Lebensunterhalt als Dieb bestreitet ARTE France
Louise (Léa Seydoux) hat vor kurzem ihre Stelle verloren -und wird nun immer abhängiger vom jungen Simon (Kacey Mottet Klein), der sich mit dem Diebstahl von Skiausrüstung über Wasser hält. ARTE France
Während Simon (Kacey Mottet Klein) sich bemüht, wieder nach oben zu kommen, wird Louise (Léa Seydoux) immer mehr nach unten gezogen. ARTE France

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Drama F, CH 2011, 95′ - mit Léa Seydoux, Kacey Mottet-Klein, Martin Compston, Jean-François Stevenin,

Kurzbeschreibung

Der zwölfjährige Simon fährt im Winter mit der Seilbahn vom Industriegebiet im Tal, wo er allein mit seiner Schwester Louise lebt, in das stark frequentierte Skigebiet. Dort stiehlt er reichen Touristen Skier und Ausrüstung, um sie in seinem Wohnblock weiterzuverkaufen. Er erzielt damit ein bescheidenes, aber regelmäßiges Einkommen. Simons Machenschaften nehmen mit der Zeit immer größere Ausmaße an. Louise, die vor kurzem ihre Stelle verloren hat, profitiert davon und wird immer abhängiger von Simon ...

Inhalt

Während die Welt unten trostlos, schmutzig und neblig ist - sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinn - gibt es oben alles im paradiesischen Überfluss: Sonne und reinen weißen Schnee, Geld und Glamour. Simon fühlt sich dort oben bedeutender, wo er sich hinter den dunklen Gläsern seiner gestohlenen Skibrille verstecken kann. Es ist, als ob er auf einer Theaterbühne stünde, ein erfundenes Leben mit reichen Eltern verkörpert, im Rampenlicht und in einem Kostüm. Unten hat er eine miese Rolle inne, die er ohne zu murren akzeptiert - wohl wissend, dass es besser ist, eine unwichtige Rolle bei Louise zu spielen als gar keine. Simon fühlt sich zwischen oben und unten hin- und hergerissen. Seine zahlreichen Fahrten mit der Seilbahn verbinden das Tal mit seiner Industrie und das Skigebiet. Der Punkt, an dem sich das Oben und das Unten treffen, die Seilbahn und die Bundesstraße, ist Simons Schließfach am Fuß der Seilbahn. Dieses Schließfach ist Simons Garderobe, wo er sich umziehen und verwandeln kann: entweder wieder zurück in den Jungen von unten oder in das Kind von oben, höflich, zuvorkommend in seinem Mittelklasse-Outfit, aber ein kleiner Dieb.Während Simon einigen Erfolg in dem Versuch hat, nach oben zu kommen, wird Louise nach unten gezogen. Sie ist enttäuscht von der Arbeit und wütend auf die Männer; das Leben scheint es nicht gut mit ihr zu meinen. Anstatt zu kämpfen, hat Louise sich dafür entschieden, auszusteigen, sich gehen zu lassen und nur noch in den Tag hinein zu leben.

Hintergrund

"Winterdieb" feierte seine Premiere auf der 62. Berlinale 2012, wo er einen Silbernen Bären als Sonderpreis gewann. Nachdem die Regisseurin Ursula Meier den "horizontalen" Film "Home" gedreht hatte, der an einer Autobahn spielt, wollte sie einen "vertikalen" Film machen, der beständig zwischen unten und oben oszilliert, zwischen dem industriellen Tal und der Freizeitindustrie an der Bergstation. Genau wie in "Home" ist die Geschichte unauflöslich mit dem Drehort verbunden, der nicht nur den Hintergrund bildet, sondern als Filmfigur die Geschichte mit erzählt.

Sendungsinfos

Darsteller: Léa Seydoux, Kacey Mottet-Klein, Martin Compston, Jean-François Stevenin Regie: Ursula Meier Stereo
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