Sie sollte um die Jahrtausendwende stillgelegt werden: die Nebenbahnstrecke zwischen Engstingen und Schelklingen. Doch die Schwäbische Alb-Bahn hatte nun schon ihr 125. Jubiläum.
Dass es die Schienentrasse über die Münsinger Alb überhaupt noch gibt, ist enthusiastischen Eisenbahnfreunden zu verdanken. Die gründeten vor 15 Jahren den Verein "Schwäbische Alb-Bahn", aus dem fünf Jahre später die Betriebsgesellschaft gleichen Namens hervorging.
Und so konnte der Bahnverkehr aufrechterhalten werden. Um das 125. Jubiläum gehörig zu feiern, kam auch eine der originalen Dampfzahnrad-Loks, die "97 501", hoch auf die Alb geschnauft. Und zwar über die Geislinger Steige, da die Schienen an der Honauer Steige 1970 rausgerissen wurden. Ein mächtiger Umweg für die fast 100-jährige Lok. Der Film dokumentiert die spannende Fahrt der "97 501" und die Geschichte der Schwäbischen Alb-Bahn.
Auf die Rigi, den Schweizer Berg, führen zwei Zahnradbahnen. Die Vitznau-Rigi-Bahn an der Südseite fährt zum Gipfel mit Blick auf den Vierwaldstätter See.
Die roten Triebwagen transportieren Personen und Güter auf die autofreie Rigi. Die blauen Triebwagen der Arth-Rigi-Bahn fahren an der Nordseite vorbei an steilen Felswänden und Wasserfällen ebenfalls zum Gipfel.
Neben den roten und blauen Zügen fahren historisch wertvolle und seit 2022 auch moderne in Weiß-Bronze. Triebwagen Nr. 6 der Arth-Rigi-Bahn ist das älteste funktionstüchtige Zahnradbahn-Elektrofahrzeug der Welt und das farbliche Vorbild für die neuen Gelenktriebwagen. Zu besonderen Anlässen fahren alle historischen Züge den Berg hinauf, allen voran die Lok 7, die einzige fahrtüchtige Zahnrad-Dampflok mit Stehkessel. Für die Mitarbeiter der Rigi-Bahnen eine technische und logistische Herausforderung, der sie sich mit Herzblut stellen.
Inmitten von 28 Viertausendern thront erhaben einer der bekanntesten Berge der Welt - das Matterhorn: 4478 Meter hoch, einer der höchsten Berge der Alpen.
Das Bergdorf Zermatt ist untrennbar mit dem Matterhorn verbunden. Mitte des 19. Jahrhunderts lösten Engländer einen Run auf die Alpen aus, Erstbesteigungen waren in Mode gekommen. Edward Whymper war am 14. Juli 1865 der erste Mensch auf dem Matterhorn.
Das war eine Sensation, die Zermatt weltberühmt machte. Seit 1898 fährt von Zermatt eine Zahnradbahn auf den mehr als 3000 Meter hohen Gornergrat. Dort offenbart sich ein atemberaubender Blick auf die größte Touristenattraktion der Schweiz - das Matterhorn. Ohne Gornergratbahn wäre die Entwicklung Zermatts vom Kuhdorf zum internationalen Alpen-Hotspot nicht möglich gewesen.
Eine einzigartige Bahnfahrt durch die hochalpine Bergwelt im Sommer und Winter - mit Murmeltieren und Steinböcken in ihrem natürlichen Lebensraum.
Eine faszinierende Eisenbahnreise in die tief verschneite Welt des höchsten Berges des europäischen Kontinents, so kann man die Reise mit dem "Mont-Blanc Express" kurz beschreiben.
Ausgangspunkt ist das Städtchen Martigny im schweizerischen Wallis. Die internationale Verbindung führt über Chamonix bis St. Gervais-Le Fayet, rund 55 Kilometer durch das schweizerisch-französische Grenzgebiet.
Kurz hinter Martigny beginnt der Aufstieg in die Trient-Schlucht. Nur dank des Zahnradantriebes ist die schwindelerregende Kletterei über herrliche Gebirgsketten und vorbei an stattlichen Alpendörfern wie Salvan, Les Marecottes und Finhaut möglich.
Weiter geht die Fahrt im "Mont-Blanc Express" bis zur Haltestelle Le Châtelard-Frontière an der Grenze zu Frankreich. Auf der Fahrt nach Chamonix, dem Austragungsort der ersten Olympischen Winterspiele 1924, schiebt sich immer wieder der überwältigende Blick auf den Mont Blanc ins Bild. Das Filmteam wechselt den Zug und besucht den Mer de Glace, den mit sieben Kilometern Länge längsten Gletscher Frankreichs. Dort trieb einst Frankenstein sein Unwesen.
Von Chamonix aus erreicht man auch die gut 3800 Meter hohe Aiguille Du Midi. Dort beginnt die längste Skiabfahrt der Alpen, die "Vallée Blanche", das Highlight für Skifahrer. Danach steht der Besuch der 200 Jahre alten Thermen in Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet auf dem Programm. Bevor das Team mit der höchsten Zahnradbahn Frankreichs, der "Tramway du Mont Blanc", ein weiteres Mal dem Mont Blanc ganz nah kommt.
Schmalspurbahnen haben vor über 120 Jahren auch in Frankreich in abgelegenen Gegenden für wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. So entstand ein über 200 Kilometer langes Bahnnetz.
Die Strecke verlief zwischen Tournon-sur-Rhône, Le Cheylard, Le Puy-en-Velay und Dunières. Kurz nach der Stilllegung 1968 nahmen zwei Vereine den Museumsbetrieb wieder auf. Seit 1970 verkehrt zwischen Raucoules und Saint-Agrève der Velay-Express.
Wobei "Express" ein wenig übertrieben klingt. Zuckelt doch der Dampfzug mit rund 30 Kilometern pro Stunde über die 1000 Millimeter breiten Gleise. Die Männer und Frauen vom Verein "Voies Ferrées Du Velay" kümmern sich um Erhalt und Betrieb der Fahrzeuge und der Strecke. Und es gibt dort sogar eine ganze Familie, die sich über drei Generationen dem "Leben auf der Schiene" verschrieben hat - zumindest in der Freizeit.
Neben einer Mallet-Dampflok und liebevoll restaurierten Holzwagen kommen auch Dieseltriebwagen zum Einsatz. Diese sind vom Hersteller Billard aus den 1930er-Jahren. Uriges Design und knatternde Motoren sind Garantie für ein besonderes Fahrerlebnis. An den Endbahnhöfen gibt es Drehscheiben, sodass die Dampflok immer mit der Rauchkammer voraus auf die Strecke geht. Überhaupt sind alle Bahnhöfe und Nebenanlagen wie Wassertürme und Lokschuppen noch original erhalten. In den 1950er- und 60er-Jahren wurde angesichts der drohenden Stilllegung kein Geld mehr ausgegeben. Also wurde nicht modernisiert, aber auch nichts abgerissen. Ein Glücksfall für die Museumsbahn.
Entlang der Strecke gibt es viel zu erleben. Immer ist irgendwo ein Wochenmarkt mit kulinarischen Spezialitäten und Handwerkskunst aus der Region. Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten, und wer sich über traditionelle Rinderzucht informieren möchte, fragt einfach einen der vielen Landwirte. Manchmal etwas abseits, aber immer einen Ausflug wert, sind kleine Restaurants auf dem Land. Eines davon ist zugleich auch Bücherstube und Weinhandlung.
Le Chambon-sur-Lignon, ein kleines Städtchen an der Strecke mit typischen Häusern aus grauem Gestein, ist weltweit bekannt. Zur Zeit der deutschen Besetzung in den 1940er-Jahren fanden hier, und in den umliegenden Dörfern, Tausende jüdische Kinder und Familien Zuflucht und Hilfe. Organisiert von evangelischen Pfarrern entstand eine Gemeinschaft der Helfenden. Die meisten Flüchtenden kamen mit dem Zug, erhielten am Bahnhof zu essen und zu trinken, und es wurden für sie Verstecke organisiert.
"Eisenbahn-Romantik" reist durch ein in Deutschland kaum bekanntes Italien. Etwa auf halbem Wege zwischen Rom und Pescara befindet sich am Fuß des Majella-Massivs das Städtchen Sulmona.
Es ist der Geburtsort des Dichters Ovid. Sulmona ist aber auch der Ausgangspunkt einer der landschaftlich reizvollsten Eisenbahnstrecken Italiens. Als "Ferrovia dei Parchi" ist die Bahnlinie durch die Abruzzen, die in Richtung Neapel führt, eher unbekannt.
Seit ihrer Reaktivierung im Jahr 2014 ist die Gebirgsbahn besser bekannt unter ihrem Spitznamen "Transiberiana d'Italia" - "Transsibirische Eisenbahn Italiens". Ein Journalist hatte die Strecke wegen ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie der unterschiedlichen Temperatur- und Klimazonen so genannt. Die Fahrt war für ihn wie eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn im Kleinen. Die Strecke führt bis auf den zweithöchsten Normalspurbahnhof Italiens Rivisondoli auf 1268 Meter über dem Meer - nur der Brenner in Norditalien ist höher.
Das sagenumwobene Transsilvanien, bekannt durch die Romanfigur des blutdurstigen Graf Dracula, gehört zu den landschaftlich schönsten Flecken ganz Europas.
Transsilvanien, inmitten der bis zu 2000 Meter hohen Gipfel der rumänischen Karpaten, heißt wortwörtlich übersetzt "Hinter den Bergen". Das Filmteam erkundet diese rumänische Bergwelt, die einsamen Dörfer und deren traditionell lebenden Einwohner.
Es erlebt märchenhafte Kulissen von jahrhundertealten Schlössern, lernt die transsilvanische Gastfreundschaft kennen, besucht einen der letzten Urwälder Europas, lässt sich von Einheimischen die alten, schaurigen Sagen und Legenden erzählen und besucht zu guter Letzt die als Dracula-Schloss bekannte Burg Bran.
Als "Hightech auf dem Schwarzen Kontinent" wird die 2017 eröffnete Magistrale bezeichnet. Sie verbindet Mombasa, die wichtigste Hafenstadt Ostafrikas, mit Kenias Hauptstadt Nairobi.
Für eine Bahnfahrt, für die man früher acht Stunden brauchte, benötigt man heute weniger als fünf Stunden. Der Bau der Bahnstrecke war allerdings von Anfang an umstritten, auch weil Kenias Präsident Uhuru Kenyatta Bauaufträge ohne Ausschreibung vergab.
Die mindestens 3,5 Milliarden Dollar teure Bahn wurde zu 90 Prozent durch chinesische Kredite finanziert - eine neue Form von Kolonialismus, wie Kritiker meinen.
Die Neubaustrecke quert auch einen Nationalpark. Es wurde zwar an Wildkorridore beispielsweise für Elefanten gedacht, die Korridore sind aber oft zu klein und am falschen Ort. Zudem liegen die neuen Bahnhöfe oft außerhalb der Städte. Nairobi Terminus zum Beispiel, der moderne Bahnhof der Hauptstadt, befindet sich etwa 15 Kilometer außerhalb des Zentrums. Das Bahnhofsgebäude soll zwei Züge symbolisieren, die durch eine Brücke verbunden sind - ein Sinnbild für die Freundschaft zwischen Kenia und China.
Kamerun gilt mit seiner vielfältigen Kultur und seiner abwechslungsreichen Landschaft als eine Art "Afrika en miniature". Eine filmische Reise durch Kamerun mit der Eisenbahn.
Schon der Kauf des Zugtickets ist für Europäer spannend: Kurz vor Abfahrt des Zuges verknappen die Eisenbahner die Fahrkarten künstlich, um sie auf eigene Rechnung an Schwarzhändler verkaufen zu können.
Ganz im Osten von Baden-Württemberg hat die Härtsfeld-Museumsbahn ihren Heimatbahnhof. Neresheim ist ihr Ausgangsbahnhof, die Strecke führt durchs idyllische Egautal bis zur Sägmühle.
Am 1. August 2021 konnte der zweite Streckenabschnitt eröffnet werden: von der Sägmühle bis zum Bahnhof Katzenstein am Härtsfeldsee. Streckenlänge: 5,7 Kilometer.
"Unmöglich" war 1985 noch die mildeste Bemerkung, als der Verein "Härtsfeld Museumsbahn" den Plan fasste, die "Schättere" wieder aufleben zu lassen - als Museumsbahnzug auf neuen Gleisen.
Teamgeist und Freundschaft sind die Pfeiler, um solch ein Bahnprojekt über Jahrzehnte hinweg motiviert aufrechtzuerhalten. Originallokomotiven und Wagen der ehemaligen Härtsfeldbahn haben die Vereinsmitglieder in einen stattlichen Museumsbahnzug verwandelt. An der Zukunft wird ebenfalls gearbeitet: Die Strecke soll bis zum Bahnhof Dischingen verlängert werden. Wichtig ist dabei die Unterstützung der Kommunal- und Landespolitik. Dann wäre die Strecke acht Kilometer lang.
Beim Verein "Härtsfeld Museumsbahn" scheint nichts unmöglich zu sein, das haben die Vereinsmitglieder bereits bewiesen.
Der Doppelbahnhof Klostermansfeld-Benndorf liegt in Sachsen-Anhalt an der Strecke von Magdeburg nach Erfurt. Eine Bahnwerkstatt und eine Bergwerksbahn sind dort zu Hause.
Alle zwei Stunden fährt ein Regionalzug auf der "Kanonenbahn". Sie wurde aus militärstrategischen Gründen gebaut, um nach dem Deutsch-Französischen Krieg Metz und damit das neu eroberte Elsass-Lothringen an die Reichshauptstadt Berlin anzuschließen.
Das Bahnhofsgebäude gehört inzwischen dem Verein der Mansfelder Bergwerksbahn, der sich in der Tradition des Kupferschieferbergbaus und Hüttenwesens sieht. Sein Zug startet direkt hinter dem Normalspurbahnhof Klostermansfeld am Schmalspurbahnhof Benndorf und transportiert nicht mehr Kupferschiefer, sondern Eisenbahnfans.
Im Sommerhalbjahr fährt an den Wochenenden zusätzlich die "Wipperliese" der Kreisbahn Mansfelder Land. Mit modernisierten Esslinger Triebwagen geht es entlang der Wipper bis nach Wippra.
Dass Bergwerksbahn und "Wipperliese" auf instand gesetzte Fahrzeuge zurückgreifen können, ist der "MaLoWa Bahnwerkstatt" zu verdanken, einem Spezialwerk für historische Schienenfahrzeuge, das ebenfalls seinen Sitz am Doppelbahnhof hat. Wie all dieses Eisenbahn-Fachwissen ineinandergreift und sich befruchtet, erzählt dieser Film.
Porto ist berühmt für Portwein, aber auch für seine nostalgischen Straßenbahnen. Die beliebteste ist die Linie 1, die "Infante", benannt nach dem Entdecker Heinrich dem Seefahrer.
In Porto beginnt auch eine ganz besondere Bahnstrecke, die "Linha do Douro". Die Strecke führt entlang des Flusses Douro mitten in das von der UNESCO geadelte Weinanbaugebiet - nur dort dürfen die Trauben für den beliebten Portwein wachsen.
Schon seit Jahrzehnten zählt Mallorca zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. Das Angebot an Aktivitäten und Attraktionen ist vielfältig.
Neben Sonne, Strand und Ballermann hat die größte der Baleareninseln noch einiges mehr zu bieten: traditionsreiche Handwerkskünste, historische Bauten, malerische Landschaften - und eine wunderbare Eisenbahn.
Vom unterirdischen Bahnhof, inmitten von Palma gelegen, kann man mit der Metro in die kleinen Dörfer hinter der Inselhauptstadt fahren oder mit modernen Regional-Zügen in den Norden der Insel - mitten hinein in die fruchtbare Ebene "Pla de Mallorca". Ebenfalls in Palma startet der historische "Tren de Sóller", Mallorcas größte Attraktion. Er wird auch "Roter Blitz" genannt oder wegen der vielen Orangenplantagen, die er durchfährt, "Orangen-Express". In Sóller verspricht eine Anschlussfahrt mit einer historischen Straßenbahn, die direkt ans Meer führt, großen Spaß.
Borneo verheißt Dschungelabenteuer, wilde Tiere, exotische Pflanzen und weiße Sandstrände. Nur wenige wissen, dass es auf der drittgrößten Insel der Welt auch eine Eisenbahn gibt.
Gebaut wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts von der Handelsgesellschaft "British North Borneo Company", um Bodenschätze und Tabak aus Nordborneo zu den Häfen zu transportieren. Eine filmische Entdeckungsreise, nicht nur für die Liebhaber der Schiene.
Wie vor über 100 Jahren verläuft die meterspurige Eisenbahnlinie auch heute noch entlang der Ostküste des malaysischen Bundesstaates Sabah. Im Süden schlängelt sie sich abenteuerlich durch das Flusstal des Padas ins Landesinnere. Für dieses Bahnabenteuer stehen je nach Etappe eine historische Dampflok, Dieselloks und Triebwagen zur Verfügung - Reisen im kolonialen Stil, im schaukelnden Regionalzug oder auf bloßen Planken im Güterwaggon.
Neben der Eisenbahn kann man in den Mangrovenwäldern Nordborneos noch auf große Gruppen von Nasenaffen treffen, in den Regenwäldern sind es die
"Waldmenschen", wie die Orang-Utans in der Landessprache heißen. Beides sind geschützte Spezies, deren ursprüngliche Lebensräume immer mehr von den profitversprechenden Ölpalm-Plantagen verdrängt werden.
Musikalische Unterhaltung auf echt malaysische Art bieten ein traditioneller Instrumentenbauer und ein junges modernes Orchester mit ihren Bambusinstrumenten.
"Khlong" ist der klangvolle Name der Kanäle, die Thailand durchziehen. Die Züge überqueren viel Wasser und fahren auch über die Brücke am Kwai, die ein Spielfilm weltbekannt machte.
Die Reise beginnt in Mae Klong am Golf von Thailand, wo die Eisenbahn durch den "Schirm-Klapp-Weg"-Markt fährt. In Sekundenschnelle räumen die Verkäufer ihre Stände zusammen. Es geht abwechselnd durch karge Salzfelder und tropisch üppige Natur.
Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen das Meerwasser zur Salzgewinnung. Zwischen den Palmen fühlen sich die Affen wohl.
Von Bangkok fährt ein Zug in den Nordwesten auf die Strecke der sogenannten Todeseisenbahn. Die japanische Armee ließ sie im Zweiten Weltkrieg von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern bauen. Weniger als ein Drittel ist noch intakt, und so wird die Reise zur Spurensuche. Neben der Gedenkstätte am Hellfire Pass kümmern sich Streckenforscher und ein buddhistischer Abt darum, dass die bewegende Weltgeschichte nicht in Vergessenheit gerät.
Japan ist ein Land der Gegensätze. Diese zeigen sich auch im Bahnverkehr in der alten japanischen Kaiserstadt Kioto - Hochgeschwindigkeit und Bimmelbahn, beides gibt es dort zu entdecken.
Kioto ist auch ein Brennpunkt des Schienenverkehrs. Das architektonisch kühne Bahnhofsgebäude setzte in den 1990er-Jahren Maßstäbe. In der Stadt der vielen Tempel ist der Bahnhof geradezu selbst zu einem Tempel des Verkehrs geworden.
Der Verkehrsknoten der Millionenmetropole zeigt die ungeheure Vielfalt der japanischen Eisenbahn. Und im großen Eisenbahnmuseum wird die Geschichte des legendären Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszuges erklärt. Doch in der pulsierenden Metropole gibt es auch ein fast abgeschiedenes Tal mit einer der populärsten Freizeitbahnen Japans.
Die Zeit der Kirschblüte ist für Japaner die schönste im Jahr. An der Westküste Japans gibt es rund um die Städte Kanazawa und Toyama Strecken und Bahnhöfe, die von Kirschen gesäumt sind.
Kanazawa ist eine der wenigen Städte Japans mit einer erhaltenen Altstadt. Dort besucht das Filmteam eine Geisha und den Kenroko-Park, einen der berühmtesten in Japan. Die Noto-Railway führt nach Nanao mit seinem spektakulären Straßenfest.
Zwölf Meter hohe Festwagen werden von Hunderten Menschen durch die Gassen gezogen. Von Toyama aus erkundet das Team die Strecke entlang der Toyama Bay. Die Bucht ist 1000 Meter tief und die Heimat eines Leuchttintenfisches - er leuchtet neonblau und ist eine Delikatesse.
In den 3000 Meter hohen Bergen liegt zwischen Nationalparks das Welterbe-Dorf Gokayama. Der Film zeigt die Kontraste zwischen Metropolen und Land, zwischen Tradition und Moderne.
Hokkaido, die nördliche Hauptinsel Japans, ist vor allem geprägt durch Nationalparks mit Vulkanen und Seen. Die Reise beginnt ganz im Süden, in der Hafenstadt Hakodate.
Die Stadt ist das Tor zu Hokkaido und beliebt bei Eisenbahnfans. Das JR-Hotel der Japan Rail Hotel Group ist nicht nur mit Eisenbahn-Memorabilia dekoriert, es gibt auch ein Zimmer mit einem Original-Lehrführerstand, auf dem man sich als Lokführer versuchen kann.
Bevor es nach Sapporo geht, nimmt das Filmteam einen Ausflugszug nach Kikonai. Die Strecke führt fast immer am Meer entlang. Das Besondere: An Bahnhöfen unterwegs servieren Einheimische lokale Spezialitäten - ganz nach dem Motto "Futtern bis zum Umfallen".
Mit dem Diesel-Express-Zug geht es schließlich nach Sapporo. Auf dem Weg liegt der Onuma-Quasi-Nationalpark mit seinen Seen, über weite Teile fährt auch dieser Zug am Meer entlang, bevor er die 1,9 Millionen Metropole Sapporo erreicht.
In der Millionen-Metropole Sapporo beginnt die Reise quer durch die nördliche Hauptinsel Japans Hokkaido. Die Stadt ist das Zentrum des Schienenverkehrs auf der Insel.
Die Fahrt geht zuerst in die Hafenstadt Otaru, in der es ein ungewöhnliches Eisenbahnmuseum gibt. Es hat eine der größten Sammlungen von Schneepflügen - Hokkaido ist eines der Schneereichsten Gebiete Japans.
Mit dem Lavendel-Express fährt das Filmteam zu den Blumenfeldern Furanos. Der Zug ist nur in den Sommermonaten während der Blütezeit des Lavendels unterwegs. Weiter geht es ins Landesinnere, die Region ist dünn besiedelt, die Wälder scheinen fast undurchdringlich. Künstliche Tunnel schützen die Strecke vor Schneeverwehungen.
In den abgelegenen Gebieten sind fast nur noch Nahverkehrszüge eingesetzt, mit denen es über traumhafte Strecken am Meer entlang in den Fischerort Akkeshi im Osten Hokkaidos geht.
Ein Filmteam erkundet eins der am dünnsten besiedelten Länder Europas mit der Eisenbahn und erlebt dabei Natur und Kultur des ehemals russischen und deutsch geprägten Landes.
Gerade zur Mittsommerzeit tauen dort Land und Leute im wahrsten Sinne des Wortes auf. Die Reise führt von der Hafenstadt Paldiski im Nordwesten über die Hauptstadt Tallinn Richtung Osten bis zur russischen Grenze nach Narwa.
Weiter Richtung Süden erlebt das Team die ehemalige europäische Kulturhauptstadt Tartu und landet schließlich in Valga an der Grenze zu Lettland.
Es besucht die von der UNESCO geadelte Altstadt Tallinns, berühmt für die gut erhaltenen Bauten aus der Hansezeit. Weiter Richtung Osten wird der Zug sicher von der ersten Lokführerin Estlands gesteuert. Im endlosen Grün Estlands fühlen sich viele Tiere wohl - im Nationalpark Alutaguse leben vor allem viele Braunbären. In Narwa, der östlichsten Stadt Estlands, erfahren die Filmemacher, dass dort die Mehrheit der Einwohner russischstämmig ist.
Traumhafte Strände, verwunschene Ausgrabungsstätten und mystische Cenoten - die mexikanische Halbinsel Yucatán bietet von allem etwas.
Künftig dürften noch mehr Menschen in den Genuss dieser Region kommen. Grund dafür ist der "Tren Maya", der Maya-Zug. Mit ihm ist erstmals eine Bahnfahrt von San Francisco de Campeche am Golf von Mexiko nach Cancún und weiter an der Riviera Maya möglich.
Es ist eine einzigartige Entdeckungsreise durch den Regenwald auf den Spuren der Maya. Im Dezember 2023 wurde ein Teil der insgesamt 1500 Kilometer langen Strecke eröffnet. Die Halbinsel Yucatán lässt sich damit erstmals mit einem Zug auf eine angenehme und bequeme Art entdecken. Die meisten Sehenswürdigkeiten wie die Karnevalshochburg Mérida und die Maya-Tempel von Chichén Itzá können dank der Bahn schnell und praktisch erreicht werden. Die Bahnlinie soll der ärmsten Region Mexikos Wohlstand bringen.
Die Costa Blanca hat drei Bahnstrecken zu bieten. Für Lokführer ist es ein Privileg, sie zu befahren. Lara Ruiz mag die Strecke zwischen Alicante und Benidorm, die an Stränden entlangführt.
Juan Santos fährt gern weiter nach Dénia, wegen der spektakulären Brücken und Ausblicke. Schon als Jugendlicher hat er die Züge auf den spektakulären Brücken fotografiert, wie den Limón-Express, den ersten Nostalgiezug Spaniens.
Er begeistert sich für die Eisenbahngeschichte genauso wie für die fantastischen Ausblicke, die nicht nur Lokführer genießen können.
Alejandro Orts liebt die Strecke über Elche nach Alicante nicht nur wegen der Dieseltriebzüge namens "Kamel", die dort seit der Fußball-WM 1982 verkehren. Sie geht über Torrellano, wo er bereits als Kind Loks bei der Gartenbahn in fünf Zoll steuern durfte.
Die schöne und verwöhnte Iris Carr reist mit dem Zug durch den Balkan und trifft auf die eigenartige, aber vor allem freundliche englische Dame Miss Froy.
Nachdem Iris von einem Schlaf erwacht, trifft sie der Schock: Miss Froy ist spurlos verschwunden. Die Mitreisenden behaupten, Miss Froy habe niemals existiert. Für Iris beginnt eine lebensbedrohliche Spurensuche, die sie in eine düstere Intrige hineinzieht.
Charmante Neuauflage des gleichnamigen Hitchcock-Klassikers.
Mit Tuppence Middleton, Tom Hughes, Keeley Hawes, Charles Aitken, Emerald Fennell, Gemma Jones
Der Drachen ist das Wahrzeichen der Waliser. Die kohlevertilgende Dampfeisenbahn wird gern mit ihm verglichen. Für den Eisenbahn-Enthusiasten Christian Rogers ist das ein gefundenes Fressen.
Reisen mit Meerblick und Direktanschluss an Museumsbahnen in allen Größen, das ermöglicht die "Cambrian Line" in Wales. Die blauen und silbernen Dieseltriebwagen von "Transport for Wales" starten in Pwllheli.
Gemütlich bewegt sich die Bahn über die Holzbrücke von Barmouth und direkt an der Meereskante entlang, um dann an zahlreichen Bedarfshaltestellen in der eindrucksvollen Küstenlandschaft zu stoppen.
Drei permanente Haltestellen sind für Dampflok- und Schmalspurbahn-Liebhaber ein Muss: Porthmadog, Fairbourne und Tywyn. Nach einem Ausflug mit der "Welsh Highland Railway" nach Beddgelert geht es mit der "Fairbourne Railway" hinter der Düne entlang und schließlich mit der "Talylynn Railway" in die Berge.
Der Film begleitet Christian Rogers, der per "Driver Experience" die Schmalspur-Dampfloks an der Strecke ausprobieren will. In Oswestry bei der "Cambrian Heritage Railway", historisch gesehen der "Wiege" der "Cambrian Line", wird er zu guter Letzt seine geliebte Modellbahn-Normalspur-Dampflok "Andrew Barclay 0-4-0ST" im Original erleben.
Die Inselbahn Wangerooge ist die einzige von der Deutschen Bahn betriebene Schmalspurbahn. Sie zuckelt auf einer Strecke von knapp sechs Kilometern über die östlichste ostfriesische Insel.
Die Meterspurbahn ist neben dem Fahrrad das einzige Verkehrsmittel auf der autofreien Insel - ohne Bahn läuft dort nichts. Güter, Personen, sogar Müll werden dort auf der Schiene transportiert - ein Paradies nicht nur für Eisenbahnfreunde.
Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Die Bahn dient hauptsächlich dem Zubringerverkehr zwischen dem Inselhafen und dem Ort Wangerooge. Für die 3,4 Kilometer lange Strecke entlang des Wattenmeeres braucht sie 15 Minuten und führt dabei durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Nur die Bahn darf den Nationalpark durchqueren. Personenverkehr gibt es dort nur, wenn für Passagierschiffe genug Wasser unter dem Kiel ist. Die Inselbahn ist damit tideabhängig.
Eine gebirgige Halbinsel wie den Peloponnes mit einer Bahn zu umrunden, oft direkt am Meer entlang, ist ein mutiges Unterfangen. Der Film folgt den Spuren der alten Bahn.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Arbeiten abgeschlossen waren, war mit über 700 Kilometer Länge das größte Schmalspurnetz Europas entstanden. Doch dieses innovative Mobilitätskonzept zahlte sich für die Geldgeber schon damals nicht aus.
Heute hat die griechische Staatsbahn Teile in ihr Normalspurnetz integriert. Viele Strecken wurden aber auch stillgelegt.
Die filmische Reise startet in Piräus. Von dort geht es in modernen, elektrischen Gelenktriebwagen zum Athener Hauptbahnhof, dann über den Kanal von Korinth bis nach Kiato. Dort endet die Oberleitung. Weiter geht es mit einem dieselelektrischen Triebwagen noch bis Egio, bis die Reise vor einem unfertigen Tunnel endet.
Beeindruckend ist die fast fertige Trasse bis Patras, die nach dem Tunnel beginnt. Wann der Schienenanschluss kommt, weiß keiner. Immerhin, in der drittgrößten Stadt des Landes gibt es auch eine S-Bahn. Es geht 40 Kilometer auf Schmalspur - dieselelektrisch. Sogar ein voll ausgestattetes Bahnbetriebswerk gibt es noch.
Die letzte Bahninsel wartet in Olympia. Auch diese Linie, vom Kreuzfahrthafen Kathakolo zu den antiken Stätten, funktioniert heute wieder fahrplanmäßig. Danach, auf der Reise über Kalamata, Tripolis und zurück nach Korinth, gibt es keine rollenden Züge mehr, nur noch zugewachsene Strecken, verfallende Bahnhöfe und verrostende Lokomotiven. Eisenbahn-Romantik pur?
Vandalismus ist ein großes Problem. Nicht nur bei den alten Zügen. Auffällig ist, dass es fast keinen modernen Zug gibt, der nicht mit Graffiti besprüht ist. Nicht alle sind dadurch unansehnlich geworden. Von einem, der quasi als Koryphäe bei den Athener Sprayern gilt, will das Filmteam wissen: Was ist Kunst, was ist seine Motivation?
Im Film kommt auch die konventionelle Kunst zum Zug: in Athen die Akropolis, in Patras das neue archäologische Museum, Olympia und Mykene nicht zu vergessen. Bei Diakopto geht es mit der neuen Zahnradbahn nach oben. Dort dampft es sogar.
Die schöne und verwöhnte Iris Carr reist mit dem Zug durch den Balkan und trifft auf die eigenartige, aber vor allem freundliche englische Dame Miss Froy.
Nachdem Iris von einem Schlaf erwacht, trifft sie der Schock: Miss Froy ist spurlos verschwunden. Die Mitreisenden behaupten, Miss Froy habe niemals existiert. Für Iris beginnt eine lebensbedrohliche Spurensuche, die sie in eine düstere Intrige hineinzieht.
Charmante Neuauflage des gleichnamigen Hitchcock-Klassikers.
Mit Tuppence Middleton, Tom Hughes, Keeley Hawes, Charles Aitken, Emerald Fennell, Gemma Jones
Auf landschaftlich schönen Strecken geht es mit der Rittnerbahn, der Vinschgaubahn, der Nonstal- und Iseobahn zu namhaften Orten wie Meran, Mals und Bozen, Iseo, Brescia und Trient.
Meran ist ein idealer Ausgangspunkt für die Zugfahrt ins 31 Kilometer entfernte Bozen entlang der Etsch. In Bozen führt die Seilbahn auf das Hochplateau Ritten. Das Paradies für Sommerfrischler wurde einst mit der Rittnerbahn erschlossen.
Eine Teilstrecke existiert noch heute. Das Panorama der Dolomiten ist eine Pracht. Schon Sigmund Freud fuhr mit der Bahn dort hinauf und ließ sich von der Ruhe und Schönheit der Natur inspirieren. Eine kleine Schmalspurbahn fährt noch bis Klobenstein, nahe den berühmten Erdpyramiden. Für die Entwicklung der Kurstadt Meran war die 1881 eröffnete Bahnstrecke Bozen - Meran von zentraler Bedeutung. Kaiserin Elisabeth oder auch der russische Hochadel kamen mit der Bahn. Nach dem Ersten Weltkrieg ist die Strecke heute Teil des italienischen Eisenbahnnetzes, es verkehren Züge der Trenitalia sowie landeseigene Züge der Südtirol Bahn und der Vinschgaubahn.
Die Vinschgaubahn ist eine Südtiroler Erfolgsgeschichte. Unterhalb des Reschenpasses, im Dreiländereck Schweiz, Österreich und Italien, nimmt die Bahn in Mals ihre Fahrt nach Meran auf. 60 Kilometer geht es entlang der Etsch hinab ins mediterrane Flair der Kurstadt Meran. Die Vinschgaubahn ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Politik mehr Verkehr auf die Schiene bringen kann - wenn sie will.
Neben der wechselvollen Geschichte der Bahnstrecke erzählt der Film auch von einem Marmorbruch in Laas, wo eine der wertvollsten Marmorarten weltweit abgebaut wird. Und natürlich wird auch über die Apfelbauern berichtet, die früher gar nicht von der Bahn begeistert waren. Und wer weiß schon, dass im Vinschgau eine der ersten Schreibmaschinen erfunden wurde?
Während sich in Meran und am Gardasee die Touristen die Füße platt stehen, findet man im nahen Nonstal, dem Val di Non, eine herrliche Alpenwelt in entsprechender Ruhe. Ganz nachhaltig führt dort seit über 110 Jahren die schmalspurige Nonstalbahn in die Berge. Ausgangspunkt ist Trento. Am Domplatz mischen sich Flair der K.-u.-k.-Zeit mit italienischem Dolce Vita. Von der Hauptstadt der autonomen Provinz Trentino-Südtirol führt die Bahn 66 Kilometer hinauf nach Mezzana unterhalb des Tonalepasses. Dabei überquert der Zug die Etsch und schlängelt sich von dort an immer entlang des Flusses Noce 700 Höhenmeter hinauf.
Vorbei am UNESCO-Welterbe der Brentadolomiten bieten sich immer wieder atemberaubende Aussichten. Die Eisenbahnwelt ist dort noch in Ordnung. Während anderswo Strecken stillgelegt werden, wurde die Nonstalbahn seit 2003 um elf Kilometer verlängert.
Einen Geheimtipp in Sachen Bahn gibt es in der Lombardei. Dort führt die Iseobahn auf rund einhundert Kilometern von Brescia, am Iseosee entlang, durch die berühmte Weingegend Franciacorta, hinauf in die Berge nach Edolo am Fuße des Apricapasses.
Dazwischen liegt das Valcamonica, ein 70 Kilometer langes Tal. Es ist berühmt für seine prähistorischen Felsritzungen - ein UNESCO-Weltkulturerbe. Bekannt wurde der Iseosee 2016 durch den Verpackungskünstler Christo, der dort seine "floating piers", seine schwimmenden Stege, hinüber zur Monte Isola installierte.
Nur ein Gleis führt nach Churchill an die Hudson Bay. Im Herbst, wenn die Gewässer anfangen, einzufrieren, versammeln sich dort die Eisbären, und das Polarlicht funkelt in der Nacht.
Wer auf dem Landweg reisen will, ist auf den Zug angewiesen. Die Reise beginnt in Winnipeg, der multikulturellen Hauptstadt der Provinz Manitoba, geprägt durch die indigene Bevölkerung Kanadas und Einwanderer aus aller Welt.
Kaum hat der Zug die Stadt verlassen, öffnet sich die weitläufige Prärie. Wo früher Bisons grasten, wächst heute Getreide.
Weiter nördlich folgen sumpfige Nadelwälder. Dort leben First-Nation-Gemeinschaften, die ihre Reservate nur mit dem Zug erreichen können. Sie haben Anteile der Strecke gekauft und saniert, als 2017 die Gleise ausgewaschen waren und der Bahnbetrieb still lag.
Zu guter Letzt kommt die baumlose arktische Tundra. Insgesamt sind es 1700 Kilometer und 45 Stunden in der Eisenbahn: eine Reise zum Relaxen, Runterkommen und Rausgucken in eine faszinierend wilde Natur.
Eine faszinierende Eisenbahnreise in die tief verschneite Welt des höchsten Berges des europäischen Kontinents, so kann man die Reise mit dem "Mont-Blanc Express" kurz beschreiben.
Ausgangspunkt ist das Städtchen Martigny im schweizerischen Wallis. Die internationale Verbindung führt über Chamonix bis St. Gervais-Le Fayet, rund 55 Kilometer durch das schweizerisch-französische Grenzgebiet.
Kurz hinter Martigny beginnt der Aufstieg in die Trient-Schlucht. Nur dank des Zahnradantriebes ist die schwindelerregende Kletterei über herrliche Gebirgsketten und vorbei an stattlichen Alpendörfern wie Salvan, Les Marecottes und Finhaut möglich.
Weiter geht die Fahrt im "Mont-Blanc Express" bis zur Haltestelle Le Châtelard-Frontière an der Grenze zu Frankreich. Auf der Fahrt nach Chamonix, dem Austragungsort der ersten Olympischen Winterspiele 1924, schiebt sich immer wieder der überwältigende Blick auf den Mont Blanc ins Bild. Das Filmteam wechselt den Zug und besucht den Mer de Glace, den mit sieben Kilometern Länge längsten Gletscher Frankreichs. Dort trieb einst Frankenstein sein Unwesen.
Von Chamonix aus erreicht man auch die gut 3800 Meter hohe Aiguille Du Midi. Dort beginnt die längste Skiabfahrt der Alpen, die "Vallée Blanche", das Highlight für Skifahrer. Danach steht der Besuch der 200 Jahre alten Thermen in Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet auf dem Programm. Bevor das Team mit der höchsten Zahnradbahn Frankreichs, der "Tramway du Mont Blanc", ein weiteres Mal dem Mont Blanc ganz nah kommt.
Eine gebirgige Halbinsel wie den Peloponnes mit einer Bahn zu umrunden, oft direkt am Meer entlang, ist ein mutiges Unterfangen. Der Film folgt den Spuren der alten Bahn.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Arbeiten abgeschlossen waren, war mit über 700 Kilometer Länge das größte Schmalspurnetz Europas entstanden. Doch dieses innovative Mobilitätskonzept zahlte sich für die Geldgeber schon damals nicht aus.
Heute hat die griechische Staatsbahn Teile in ihr Normalspurnetz integriert. Viele Strecken wurden aber auch stillgelegt.
Die filmische Reise startet in Piräus. Von dort geht es in modernen, elektrischen Gelenktriebwagen zum Athener Hauptbahnhof, dann über den Kanal von Korinth bis nach Kiato. Dort endet die Oberleitung. Weiter geht es mit einem dieselelektrischen Triebwagen noch bis Egio, bis die Reise vor einem unfertigen Tunnel endet.
Beeindruckend ist die fast fertige Trasse bis Patras, die nach dem Tunnel beginnt. Wann der Schienenanschluss kommt, weiß keiner. Immerhin, in der drittgrößten Stadt des Landes gibt es auch eine S-Bahn. Es geht 40 Kilometer auf Schmalspur - dieselelektrisch. Sogar ein voll ausgestattetes Bahnbetriebswerk gibt es noch.
Die letzte Bahninsel wartet in Olympia. Auch diese Linie, vom Kreuzfahrthafen Kathakolo zu den antiken Stätten, funktioniert heute wieder fahrplanmäßig. Danach, auf der Reise über Kalamata, Tripolis und zurück nach Korinth, gibt es keine rollenden Züge mehr, nur noch zugewachsene Strecken, verfallende Bahnhöfe und verrostende Lokomotiven. Eisenbahn-Romantik pur?
Vandalismus ist ein großes Problem. Nicht nur bei den alten Zügen. Auffällig ist, dass es fast keinen modernen Zug gibt, der nicht mit Graffiti besprüht ist. Nicht alle sind dadurch unansehnlich geworden. Von einem, der quasi als Koryphäe bei den Athener Sprayern gilt, will das Filmteam wissen: Was ist Kunst, was ist seine Motivation?
Im Film kommt auch die konventionelle Kunst zum Zug: in Athen die Akropolis, in Patras das neue archäologische Museum, Olympia und Mykene nicht zu vergessen. Bei Diakopto geht es mit der neuen Zahnradbahn nach oben. Dort dampft es sogar.
Kamerun gilt mit seiner vielfältigen Kultur und seiner abwechslungsreichen Landschaft als eine Art "Afrika en miniature". Eine filmische Reise durch Kamerun mit der Eisenbahn.
Schon der Kauf des Zugtickets ist für Europäer spannend: Kurz vor Abfahrt des Zuges verknappen die Eisenbahner die Fahrkarten künstlich, um sie auf eigene Rechnung an Schwarzhändler verkaufen zu können.
Als "Hightech auf dem Schwarzen Kontinent" wird die 2017 eröffnete Magistrale bezeichnet. Sie verbindet Mombasa, die wichtigste Hafenstadt Ostafrikas, mit Kenias Hauptstadt Nairobi.
Für eine Bahnfahrt, für die man früher acht Stunden brauchte, benötigt man heute weniger als fünf Stunden. Der Bau der Bahnstrecke war allerdings von Anfang an umstritten, auch weil Kenias Präsident Uhuru Kenyatta Bauaufträge ohne Ausschreibung vergab.
Die mindestens 3,5 Milliarden Dollar teure Bahn wurde zu 90 Prozent durch chinesische Kredite finanziert - eine neue Form von Kolonialismus, wie Kritiker meinen.
Die Neubaustrecke quert auch einen Nationalpark. Es wurde zwar an Wildkorridore beispielsweise für Elefanten gedacht, die Korridore sind aber oft zu klein und am falschen Ort. Zudem liegen die neuen Bahnhöfe oft außerhalb der Städte. Nairobi Terminus zum Beispiel, der moderne Bahnhof der Hauptstadt, befindet sich etwa 15 Kilometer außerhalb des Zentrums. Das Bahnhofsgebäude soll zwei Züge symbolisieren, die durch eine Brücke verbunden sind - ein Sinnbild für die Freundschaft zwischen Kenia und China.
Borneo verheißt Dschungelabenteuer, wilde Tiere, exotische Pflanzen und weiße Sandstrände. Nur wenige wissen, dass es auf der drittgrößten Insel der Welt auch eine Eisenbahn gibt.
Gebaut wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts von der Handelsgesellschaft "British North Borneo Company", um Bodenschätze und Tabak aus Nordborneo zu den Häfen zu transportieren. Eine filmische Entdeckungsreise, nicht nur für die Liebhaber der Schiene.
Wie vor über 100 Jahren verläuft die meterspurige Eisenbahnlinie auch heute noch entlang der Ostküste des malaysischen Bundesstaates Sabah. Im Süden schlängelt sie sich abenteuerlich durch das Flusstal des Padas ins Landesinnere. Für dieses Bahnabenteuer stehen je nach Etappe eine historische Dampflok, Dieselloks und Triebwagen zur Verfügung - Reisen im kolonialen Stil, im schaukelnden Regionalzug oder auf bloßen Planken im Güterwaggon.
Neben der Eisenbahn kann man in den Mangrovenwäldern Nordborneos noch auf große Gruppen von Nasenaffen treffen, in den Regenwäldern sind es die
"Waldmenschen", wie die Orang-Utans in der Landessprache heißen. Beides sind geschützte Spezies, deren ursprüngliche Lebensräume immer mehr von den profitversprechenden Ölpalm-Plantagen verdrängt werden.
Musikalische Unterhaltung auf echt malaysische Art bieten ein traditioneller Instrumentenbauer und ein junges modernes Orchester mit ihren Bambusinstrumenten.