Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. Die aktuelle Folge führt Arnaud auf die Liparischen Inseln mit seinem berühmtesten Vulkan - dem Stromboli.
(1): Das wundersame Schweden der Selma Lagerlöf
(2): Tunesien: Die Traditionen der Amazigh
(3): Griechenland: Spyros Kabeljau-Ragout
(4): Paris: Pro und Kontra Todesstrafe
Nach dem Tod seiner Frau hat Erwan einen Job als Minenräumer in der Bretagne angenommen, um genügend Zeit zu haben, sich um seine damals neunjährige Tochter Juliette zu kümmern. Nun ist Juliette 21 Jahre alt und hochschwanger. Da es in seiner Familie eine Vorgeschichte mit genetisch übertragbaren Krankheiten gibt, begleitet Erwan seine Tochter zum Arzt, um sich selbst testen zu lassen. Das Ergebnis ist zunächst erleichternd: Die Krankheiten auf Erwans väterlicher Seite stellen für Juliettes Kind keine Gefahr dar. Erwan ist mit seinem geliebten Vater gar nicht verwandt!
Nach einem kurzen Moment der Erschütterung begibt Erwan sich auf Vatersuche. Er beauftragt eine Privatdetektivin, die ihm bald Joseph als möglichen Erzeuger präsentiert. Dieser war früher Anarchist und könnte ein flüchtiges Verhältnis mit Erwans Mutter gehabt haben. Zudem wohnt er nicht weit entfernt. Erwan nimmt Kontakt zu ihm auf und versucht, sich dem Unbekannten langsam zu nähern.
Parallel dazu hat er andere Probleme: Juliette weigert sich, ihm den Namen des Vaters ihres ungeborenen Kindes zu verraten. Und sie hat, da sie keinem etwas abschlagen kann, einen unfähigen Praktikanten in Erwans Minenräumkommando eingeschleust ...
Es ist die Begegnung mit Anna, einer temperamentvollen Ärztin, nachts auf einer Straße nach einem Wildunfall, die Erwan auf eine positive Wendung in seinem Leben hoffen lässt. Doch bei einem seiner nun regelmäßigen Besuche bei Joseph entdeckt er, dass Anna dessen Tochter ist. Aus dieser Farce sucht Erwan einen Ausweg.
Mit François Damiens, Cécile de France, Guy Marchand, André Wilms, Alice de Lencquesaing, Estéban, Lyes Salem, Brigitte Roüan
Auf der Reise mit dem Nachtzug von Berlin nach Stockholm ziehen magische Ostseelandschaften und verborgene Inseln im ersten Morgenlicht vorbei. Schweinswale im Öresund sind zu beobachten, Nachtfalter und Freiwasserschwimmer an der nördlichsten Spitze Dänemarks. Dazu feiern die Reisenden den Mittsommer und lernen uralte Bräuche, Blumenrituale und Tänze kennen. Zuallerletzt führt eine Einhandseglerin in ihr Zuhause: den Stockholmer Schärengarten, ein Labyrinth aus 20.000 Inseln.
Die Route des Nachtzugs von Budapest nach Zürich führt zunächst durch savannenartige Schilflandschaften, in denen Graurinder und Wildpferde weiden. Nahe Wien erstreckt sich an einem der dunkelsten Orte Österreichs ein faszinierender Sternenhimmel, bevor über den Alpen die Sonne aufgeht und im Tiroler Karwendel der Arbeitstag beginnt. In Vorarlberg steht die Feier zur Sommersonnenwende im Fokus und die Entdeckung moderner Himmelsarchitektur. Und in der Schweiz wird schließlich erklärt, wie die Alpen entstanden sind, gefolgt von einem Besuch eines ehemaligen Bergwerks.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Zwischen Pfannkuchen und Kompott: Polens Milchbars sind für viele Menschen mehr als nur günstige Kantinen mit traditionellen Gerichten - sie sind sozialistischer Kult und Kindheitserinnerung. Und angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten bieten Milchbars Zuflucht für eine Gesellschaft, in der Armut sichtbarer wird.
Mrs. Wilberforce ahnt nicht, wer sich bei ihr einnistet, als sie Professor Marcus zwei Zimmer in ihrem Haus vermietet: Der Professor empfängt dort regelmäßig seine vier Freunde; bei den fünf Männern handelt es sich um ausgekochte Halunken. Die nette alte Dame merkt auch nicht, wie die Bande sie für ihre Zwecke missbraucht. Erst als die Kriminellen sich mit der Beute aus einem Geldraub absetzen wollen, begreift Mrs. Wilberforce, was hier wirklich gespielt wird, und das hat ungeahnte Folgen. Der charmante Film ist stimmig bis ins letzte Detail, lässt jede Figur auf ihre Kosten kommen und überrascht durch unvorhergesehene Wendungen. Hier vermengen sich witzige Dialoge mit aberwitzigen Taten.
Mrs. Wilberforce ist eine liebenswürdige, verschrobene alte Dame, die mit ihren Papageien in einem Häuschen am Londoner Bahnhof King's Cross wohnt. Professor Marcus ist sehr angetan von der Lage des Hauses und mietet bei Mrs. Wilberforce zwei Zimmer. Unter dem Vorwand, gemeinsam zu musizieren, trifft sich Professor Marcus fortan mit seinen Freunden Major Courtney, Harry, Louis und "Pfannkuchen" in Mrs. Wilberforces Haus. So kommt die liebenswerte alte Dame ausgiebig in den Genuss klassischer Streichmusik und staunt, wie schön der Professor und seine Freunde spielen können. Dass sie in Wirklichkeit einer Bande von Halunken aufgesessen ist, die ihr mit Hilfe eines Plattenspielers etwas vormachen, um in Ruhe einen raffinierten Geldraub vorzubereiten, ahnt Mrs. Wilberforce nicht. Erst als "Pfannkuchen" beim eiligen Abzug mit der Beute ein Missgeschick passiert, geht Mrs. Wilberforce ein Licht auf. Das könnte schlimme Konsequenzen für sie haben, doch zum Glück wird sich die Bande partout nicht einig, wer die schrullige alte Dame aus dem Weg räumen soll.
Einfallsreich und originell erzählt Alexander Mackendrick die Geschichte von fünf Gangstern, einer komischer als der andere, die sich zwar hartgesotten geben, aber von der munteren, gesprächigen und ständig Tee servierenden Mrs. Wilberforce ganz schön überfordert sind. Umso größer dann die Herausforderung, wer denn nun die alte Dame beseitigen soll.
"Ladykillers" ist eine klassische, zeitlose Komödie, die an schwarzem Humor und makabrem Witz nichts auslässt - und schließlich ist das vermutlich beliebteste britische Exportgut der Humor. Ein wahrer Meilenstein des britischen Unterhaltungsfilms.
Mit Alec Guinness, Peter Sellers, Herbert Lom, Cecil Parker, Danny Green, Jack Warner, Katie Johnson, Philip Stainton
Dezember 1952. Ganz London versinkt in einem dichten, toxischen Nebel, der in Wohn- und Schlafzimmer eindringt und 12.000 Menschen tötet. In knapp fünf Tagen lernt die Welt, dass es eine neue tödliche Gefahr gibt: die Luftverschmutzung.
Die große Smog-Katastrophe in London schärfte mit einem Schlag das Umweltbewusstsein in den Industrieländern, die umgehend damit begannen, Gesetze über die Luftreinhaltung zu verabschieden.
Rosa von Praunheim, der Wegbereiter des deutschen Queer-Films, adaptiert in diesem Dokudrama die Memoiren der Domina Tina; der Film ist auch ein Zeitzeugnis der 80er und 90er Jahre in West-Berlin. Praunheims vorletzter Film (2024) ist das Porträt eines ungewöhnlichen und doch aufrichtigen Lebens. ARTE strahlt das Werk zum Anlass des Todes des avantgardistischen Regisseurs mit 83 Jahren aus.
Die lebenslustige Tina ist Berlinerin und wird bald 65 Jahre alt. Fast ihr ganzes Leben hat sie in der Prostitution zugebracht, hauptsächlich als Domina in ihrem eigenen Studio. Tina erzählt ihre Geschichte vor verschiedenen Hintergründen, in diversen Lokalitäten und trifft Wegbegleiter und Freunde. Szenen aus ihrer Jugend und aus ihrem Erfahrungsschatz als Domina werden von Schauspielern und Schauspielerinnen dargestellt. In einigen Spielszenen kann die echte Tina eingreifen und das Geschehen mitgestalten, so wie Regisseur Rosa von Praunheim es in seinem Film über Charlotte von Mahlsdorf ("Ich bin meine eigene Frau", 1992) bereits gemacht hatte.
Das Dokudrama erzählt ohne künstlerisch untermalte Tragik den Weg einer emanzipierten Frau in der Berliner Szene, der von Spielsucht, konfliktreichen Begegnungen, aber vor allem Menschenliebe geprägt ist. In ihrer ehrlichen Selbsterzählung vermittelt Tina die gelernten Lektionen eines Lebens außerhalb der Norm und die Hintergründe einer Sexualität, die ihrer eigenen nie entsprach. Das Nachsinnen über Kontrolle, Gewalt und Verantwortung im Beruf der Sexarbeiterin, gelenkt von den Fragestellungen des Gehilfen Praunheim, liefert ein tiefgründiges menschliches Porträt.
Mit Lady MacLaine, Katja Inga Baldowski, León Schröder, Katrin Katz Köbbert, Hisham Alnamer
Ein visionärer Horrorfilm: Anna lebt mit ihrer Kleinfamilie im Schatten der Berliner Mauer. Sie verhält sich in letzter Zeit merkwürdig, denn ein außerirdisches Monster übernimmt allmählich die Kontrolle über ihren Verstand. Während die junge Frau immer aggressiver wird, suchen ihre beiden Verehrer nach der Ursache des Verhaltenswandels. Vor der fast schon surreal anmutenden Kulisse West-Berlins zeigt Regisseur Andrzej Zulawski in kafkaesken Szenen, wie absurd und aggressiv unsere Sicht auf unsere Mitmenschen sein kann.
Mit Isabelle Adjani, Sam Neill, Heinz Bennent, Michael Hogben, Margit Carstensen, Johanna Hofer, Carl Duering, Shaun Lawton
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Albert Camus.