In den Bergen des Schweizer Jura dringt ein schriller Schrei durch den winterlichen Nebel. Ein Eurasischer Luchs streift majestätisch zwischen Buchen und Tannen umher und ruft nach seinem Weibchen. Das Paar findet zusammen und gründet eine Familie.
Das Leben der Luchse folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten: Die Jungen kommen zur Welt und erlernen die Jagd; sie müssen sich ein eigenes Revier erobern und so manche Gefahr bestehen.
Die größte Raubkatze Europas lebt in einer Welt, die der menschlichen Zivilisation nah ist und dennoch fremd erscheint. Ein natürliches Umfeld, das der Luchs mit Gämsen, Wanderfalken, Füchsen und Hermelinen teilt. Luchse sind für das Gleichgewicht des Ökosystems Wald unverzichtbar, doch durch das Eingreifen des Menschen in die Natur ist die Art nach wie vor stark bedroht.
Der Fotograf und Filmemacher Laurent Geslin kennt Luchse im Schweizer Jura wie kein anderer. Neun Jahre lang hat er unzählige Tage und Nächte damit verbracht, den Spuren des scheuen Jägers zu folgen und ihn zu beobachten. Luchssichtungen in freier Wildbahn sind äußerst selten, was diese Dokumentation über das Leben der Raubkatze besonders wertvoll macht.
Naturkatastrophen: Wie Tiere und Pflanzen überleben
F 2021
52'
Im Laufe von Millionen von Jahren bewiesen zahlreiche Lebewesen angesichts tiefgreifender geologischer Vorgänge und Extremwetterereignisse beeindruckende Anpassungsfähigkeiten. Feuersbrünste, Überschwemmungen und Unwetter zwangen die Tiere dazu, Überlebensstrategien zu entwickeln und sogar Vorteile daraus zu ziehen. Angesichts einer ungewissen Zukunft und der Schnelligkeit der Veränderungen zeigt sich die Wissenschaft besorgt. Es lässt sich unmöglich voraussagen, ob die Tiere in der Lage sein werden, sich wirksam den Veränderungen der nächsten Jahrzehnte anzupassen.
(1): Max Havelaar - oder wie ein Roman Indonesiens Schicksal veränderte
(2): Der Jura: Königreich der Luchse
(3): Österreich: Andreas Kalbsrouladen
(4): Kanada: Unterwegs mit dem Toboggan
(1): Irland: Edna O'Briens junge Rebellinnen
(2): Die Chivas, kunterbunte Ikonen der kolumbianischen Anden
(3): Frankreich: Thomas' Jakobsmuschel-Spieße
(4): Die Färöer-Inseln: ein Arzt, der polarisiert
Als Mircos Eltern morgens nach ihrem Sohn schauen, ist er nicht da. Offenbar ist er vom Sport am Vorabend nicht nach Hause gekommen. Die alarmierte Polizei beginnt mit der Suche nach dem Jungen. Spätestens als seine Kleidungsstücke weit verstreut aufgefunden werden, droht aus der Befürchtung, dass er tot ist, Gewissheit zu werden.
Der Leiter der eingesetzten Sonderkommission, Ingo Thiel, verspricht der Familie, dass er das Kind zurückbringen wird. Eine langwierige und zermürbende Suche beginnt, bei der die Soko jede Spur und jeden Hinweis aus der Bevölkerung verfolgt, mit Tornados der Luftwaffe das Terrain scannt, Tausende Kombis auf mögliche Tatspuren untersucht.
Immer mit Unterstützung der Familie des Opfers, die bei aller Verzweiflung in ihrem tiefen Glauben an Gott Halt findet. Dann, als schon kaum jemand mehr an einen Fahndungserfolg glaubt und bereits laut über die Auflösung der Soko nachgedacht wird, fügen sich verschiedene Beweisstücke zusammen und der Täter kann gefasst werden. Er führt die Polizei zur Leiche des Kindes. Endlich - nach über 140 Tagen - kann Ingo Thiel sein Versprechen gegenüber der Familie einlösen.
Der Film "Ein Kind wird gesucht" basiert auf wahren Begebenheiten. Er zeigt, was sonst eher selten der Fall ist, die mühselige und oft frustrierende Ermittlungsarbeit der Polizei.
Mit Heino Ferch, Silke Bodenbender, Johann von Bülow
Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quelle außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuß der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge führt Arnaud seine Reise zum jüngsten, aber auch gefährlichsten Vulkan Guatemalas, dem Santiaguito.
Im äußersten Nordosten Kolumbiens verläuft die karibische Hauptstraße - vorbei an lebendigen Städten, dem höchsten Küstengebirge der Welt, durch Regenwald und Salzminen in die Wüste der Guajira. Die Straße hat ihre Tücken - sie wird vom Meer überspült, von Wind und Sand verblasen. Die Gegend ist die Heimat vier indigener Völker. Ihnen ist die Straße ein Dorn im Auge.
Im Herzen von Guinea fahren die Menschen auf Straßen, die die Bezeichnung nicht verdienen. Die Wege führen entlang bergiger Regionen und durch endloses Buschland. Vor allem in der Regenzeit zwischen Mai und September sind Straßen und Pisten nur mit großer Mühe zu bereisen. Die Einheimischen müssen aber auch in diesen Monaten von Ort zu Ort, von Markt zu Markt.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Bei der Schmiede-WM im italienischen Stia messen sich die besten Nachwuchsschmiede der Zunft. Auch zwei Lehrlinge aus Hamburg wollen sich im Wettkampf gegen 250 Konkurrenten aus ganz Europa behaupten. Sie treten nicht nur für den Sieg, sondern auch für den Erhalt ihres Handwerks an.
Das Dienstmädchen Célestine aus Paris tritt eine neue Stelle in der französischen Provinz an. Sowohl bei der bürgerlichen Herrschaft als auch bei den Hausangestellten trifft sie auf Verkommenheit und Sittenverfall. Als sich zwischen alltäglichem Gezänk und Bösartigkeit plötzlich ein Mord ereignet, schöpft Célestine Verdacht. Bitterböse Satire (1964) von Luis Buñuel.
Mit Jeanne Moreau, Michel Piccoli, Georges Géret, Daniel Ivernel, Françoise Lugagne, Muni, Jean Ozenne, Gilberte Géniat, Dominique Sauvage
In einer abgeschiedenen Mennoniten-Gemeinschaft diskutieren Frauen ihr Schicksal und die Wahl, die sie treffen: Ob sie bleiben und schweigen, kämpfen oder fliehen - tief bewegt von der Entdeckung brutaler Gewaltverbrechen durch die Männer ihres Dorfs. Oscarnominiertes Drama von Sarah Polley (2022) mit herausragendem Ensemble.
Mit Rooney Mara, Claire Foy, Jessie Buckley, Judith Ivey, Sheila McCarthy, Michelle McLeod, Kate Hallett, Liv McNeil, August Winter, Ben Whishaw, Frances McDormand, Emily Mitchell
Die sexuelle Provokation - Magnus Hirschfeld und die Geschlechter
D, F, USA 2025
53'
Wer zurzeit die Debatte um Transgeschlechtlichkeit verfolgt, könnte vermuten, dass Transpersonen eine neuartige Erfindung seien. Dabei gibt es bereits vor über 100 Jahren eine frühe Trans-Bewegung. Darunter sind auch die ersten Transpersonen, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterziehen. Daran ist ein wichtiger Unterstützer beteiligt: der Sexualpionier und Aktivist Magnus Hirschfeld. Er setzt sich für die Anerkennung queerer Menschen ein und gründet dafür 1919 in Berlin das erste Institut für Sexualwissenschaft weltweit. Sein Motto: Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit.
Ruth Beckermann lädt zu einem Casting für einen Film ein, der einen bekannten pornografischen Text zur Grundlage hat. Der Film konfrontiert hundert Männer mit Auszügen aus dem Roman "Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne", in einer Zeit, in der Sex mehr denn je allgegenwärtig ist, aber gleichzeitig auf ein moralisch hochgradig aufgerüstetes Umfeld trifft.
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.