Das Digitalzeitalter hat längst das öffentliche und private Leben erreicht, eine Welt ohne E-Mail, TikTok, Web und KI scheint unvorstellbar. Doch die Technik hängt am seidenen Faden: Was, wenn der Strom für Rechenzentren knapp wird, Unterseekabel sabotiert und Grafikchips sanktioniert werden? In Forschung, Industrie und Militär sucht man nach Lösungen gegen den digitalen Blackout.
Lange Zeit haben wir das Vergessen als eine Schwäche des menschlichen Verstandes angesehen. Aber was, wenn das Vergessen kein Fehler des Gehirns ist? Im Gegensatz zum pathologischen Vergessen, dem Vergessen, das sich mit zunehmendem Alter und bei Krankheit verschlimmert, ist das normale Vergessen vielleicht ein genialer Einfall unseres Gehirns. Nur so können wir mit der Überflutung durch Informationen und emotional belastenden Erfahrungen klarkommen. Aber wie viel Vergessen ist gut und wann wird es zur Qual?
Das weltberühmte Loire-Schloss Chambord - Sakralbau und Jagdsitz, mittelalterliche Festung und Renaissancepalast zugleich - birgt auch heute noch viele Geheimnisse. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von fachkundigen Arbeitern des Loiretals errichtet, stand es architektonisch stark unter italienischem Einfluss. Der Name des Baumeisters blieb jedoch unbekannt, und keine Bauzeichnung des ursprünglichen Projekts wurde je wiedergefunden. Rätselhaft sind auch die Gründe, die 1519 den jungen König Franz I. dazu bewogen, dieses gigantische Bauvorhaben mitten in einem Sumpfgebiet anzugehen. Kurz vor dem 500. Jahrestag seiner Krönung machen es sich Wissenschaftler und Historiker im Rahmen eines interdisziplinären Programms zur Wahrung des Kulturerbes zur Aufgabe, den prunkvollen Bau mit Hilfe neuester Forschungsmethoden zu betrachten. Archäologische Ausgrabungen, 3D-Modelle, geophysikalische Bodenuntersuchungen und die Auswertung handschriftlicher Dokumente damaliger Akteure und Zeitzeugen liefern wichtige Aufschlüsse. Der Dokumentarfilm begleitet die akribische Suche nach dem Original-Bauplan, was auf die Spuren von Leonardo da Vinci, von Florenz nach Romorantin, führt. Ausgehend von der ursprünglichen architektonischen Vision beleuchtet der Film den zeitgeschichtlichen Hintergrund, vor dem das grandiose Loire-Schloss errichtet wurde, und das damit verbundene Schicksal seines Bauherrn Franz I.
Kaum hat die Elbe die tschechisch-deutsche Grenze hinter sich gelassen, durchläuft sie eine ganz besondere Landschaft: das Elbsandsteingebirge. Bizarre Felsformationen, Buchenwälder und Wildbäche prägen hier die Sächsische Schweiz. Für die Bewohner ist dabei der Lebensraum Elbe ein Naturparadies, das sie schützen und bewahren; etwa indem sie Feuersalamander retten oder auf Nachhaltigkeit achten.
Diese Reise führt vom sächsischen Pirna bis nach Dessau in Sachsen-Anhalt und bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte. Historische Bauten wie Schloss Pillnitz und die Meißener Albrechtsburg, prachtvolle Städte wie Dresden und die Lutherstadt Wittenberg, naturbelassene Auen und Kulturlandschaften wie das UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz säumen das Elbufer.
Den Lauf der Mittelelbe prägt eine nahezu märchenhafte Landschaft. Vom Teichlebermoos bis zur Steileiche, vom Heldbock-Käfer bis zum Elbebiber. Mit ihrer Fülle an Leben gelten Auenlandschaften als die Urwälder Europas, hier gibt es sie noch. Und heute entdeckt der Mensch die naturnahe Flusslandschaft wieder neu. Als Arche Noah der Artenvielfalt, als CO2-Speicher und Schutz vor zunehmenden Hochwassern.
Ab Hamburg bestimmt der Rhythmus der Nordsee die Elbe. Von Hafengeschehen und Gezeiten beeinflusst, prägen Containerschiffe, aber auch fruchtbares Marschland, seltene Süßwasserwatten und traumhafte Inseln und Strände den Fluss. Ob beim Fischen, dem Inselauftrieb der Galloway-Rinder oder der Rettung der Seehunde, das Leben an der Unterelbe fasziniert mit einer Vielfalt, die es zu entdecken gilt.
Die junge, spießige und leicht verklemmte Roberta Glass ist mit dem Badewannenverkäufer Gary verheiratet und führt in ihrer Luxusvilla in New Jersey ein langweiliges Hausfrauenleben. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest sie Kontaktanzeigen. Dabei entdeckt und verfolgt sie die Korrespondenz von Susan und Jim, die sich in New York verabreden. Roberta beschließt, bei diesem Treffen dabei zu sein, und beobachtet die beiden aus sicherer Distanz.
Von der extrovertierten, punkigen Susan fasziniert, folgt Roberta ihr eine Weile und ersteht die Jacke, die Susan in einem Laden gegen ein Paar Stiefel getauscht hat. Dann wird Roberta in einen Unfall verwickelt und verliert vorübergehend ihr Gedächtnis. Aufgrund der Jacke, die sie trägt, wird sie von anderen für Susan gehalten, und da Roberta sich an nichts erinnern kann, geht sie auch selbst davon aus ...
Nun taucht sie tief in Susans aufregendes Leben ein und wird in undurchsichtige, bedrohliche Machenschaften verstrickt. Eine Verfolgungsjagd durch die US-Metropole New York und bis nach Atlantic City nimmt ihren Lauf - inklusive Romantik und Flair der 80er Jahre.
Mit Madonna, Rosanna Arquette, Aidan Quinn, Mark Blum, Laurie Metcalf, Robert Joy, Anna Levine, Will Patton, Peter Maloney
Der Minotaurus, das bin ich! Picasso und die Stiere
D 2022
52'
Sie waren Picassos große Leidenschaft: die Stiere. Er malte und zeichnete sie, modellierte sie zu Skulpturen. Er besuchte Stierkämpfe, sein Leben lang. Ihre mächtigen Hörner wurden zu einem wiederkehrenden Motiv in seinem Werk. Die Dokumentation folgt Picassos Stier-Spuren: von seiner Geburtsstadt Málaga über Paris bis nach Nîmes und Arles.
Im Salzburger Mozarteum erklingt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Idomeneo". Die amerikanische Sopranistin Emily Pogorelc wird vom Mozarteumorchester Salzburg unter Dirigent Roberto González-Monjas begleitet. Ergänzt werden diese Evergreens durch die Schauspielmusik zum früh in Vergessenheit geratenen Theaterstück "Thamos, König in Ägypten" des Dramatikers Tobias Philipp Gebler.
Pintxos heißen die Leckerbissen "en miniature" in San Sebastián. Die kleinen kulinarischen Kunstwerke sind Markenzeichen der baskischen Küstenstadt. Nicht nur die Bars wetteifern untereinander, wer den besten Pintxo zubereitet. Auch Mari Arocena und Raúl Calvo wollen sich in einem Wettbewerb messen.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Auf der indonesischen Insel Sulawesi hat sich eine uralte Kultur erhalten, in der es fünf Geschlechter gibt: Männer, Frauen, Transmänner, Transfrauen und die geschlechtsübergreifenden Bissu. Die Bissu haben im Volk der Bugis Jahrhunderte lang eine spirituell leitende Position eingenommen. Doch ein Großteil der Bevölkerung wird intoleranter gegenüber LGBTQI+-Personen.
"Studio 54" erzählt die Geschichte des fiktiven 19-jährigen Shane O'Shea, der Ende der 1970er Jahre in den glamourösen New Yorker Club gelangt. Dort "entdeckt" ihn Clubbesitzer Steve Rubell und gibt ihm einen Job. Shane steigt in der Hierarchie der von Drogen, Sex und Exzessen geprägten Szene schnell auf. Ein auf wahren Begebenheiten basierendes Drama von Mark Christopher.
Das "Studio 54" schrieb Geschichte: Steve Rubell und Ian Schrager eröffneten 1977 in Manhattan den Club, der bald zum angesagtesten Ort der Stadt wurde. Die Reichen und Schönen New Yorks feierten dort zu Disco-Musik Partys, bei denen reichlich Alkohol und Drogen konsumiert wurden. Und wirklich jeder wollte dabei sein. Auch Shane, ein gut aussehender 19-Jähriger aus der Vorstadt, wollte Teil dieser Szene werden.
Als Shane total gestylt Einlass begehrt, wird er vom Türsteher aufgefordert, sein Hemd auszuziehen. Er kommt dem nach und zeigt her, was eine Frau, die er später abschleppt, als den Körper von Michelangelos David mit einem Botticelli-Gesicht beschreibt. Shane bekommt einen Job als Hilfskellner und steigt schnell zum Barkeeper auf. Nachdem er seinen sexuellen Marktwert entdeckt hat, wird er zu einem Star des Clubs. Ebenso kometenhaft wie sein Aufstieg und der des "Studio 54" erfolgt der Fall.
Mit Salma Hayek, Ryan Phillippe, Mike Myers, Neve Campbell, Sela Ward, Breckin Meyer
Studio 54 - Hinter den Pforten des legendären Clubs
USA 2018
95'
Das "Studio 54" verkörperte im New York der 1970er Jahre den Zeitgeist einer ganzen Epoche. Als Ort der Freiheit, des Exzesses und der kreativen Energie war der sagenumwobene Club ein Treffpunkt für viele bekannte Stars. Die Dokumentation blickt auf die Entstehungsgeschichte der einzigartigen Location und lässt einen ihrer Gründer zu Wort kommen.
Die Pianistin Yuja Wang trifft auf die Kunst von David Hockney: Inspiriert durch Projektionen von Hockneys Gemälden spielt sie ein fulminantes Programm mit Musik vom Barock bis zur Gegenwart. Die außergewöhnliche Performance wurde an mehreren Abenden im August 2024 im Londoner Lightroom aufgezeichnet. In einem Interview spricht Wang außerdem über ihre Beziehung zu Hockney's Kunst.
Fünf Menschen unterschiedlicher Nationalitäten teilen sich über Car Sharing eine Fahrt von Berlin nach Paris. Sie alle haben nur eine Erwartung an die Reise: entspannt und günstig an ihr Ziel zu gelangen. Als sich herausstellt, dass ein Passagier ein ernstes Problem mit seinem Aufenthaltsstatus hat, wird die gemeinsame Fahrt zu einem Spießrutenlauf zwischen Polizei- und Grenzkontrollen; und die heterogene Zufallsgemeinschaft muss sich fragen, wie weit ihre Solidarität untereinander geht.
Patrick, der gerade in Berlin ist, will schnellstmöglich zu seiner hochschwangeren Freundin nach Paris. Um Kosten zu sparen, bietet er vier Personen eine Mitfahrgelegenheit an: George, DJ in Berlin ohne gültigen Aufenthaltstitel; Sophia, Griechin, die vor ihrem aufbrausenden Gatten zur gemeinsamen Tochter nach Paris flüchtet; Chris, der gern leicht benebelt durch die Welt zieht, und Julia, die gerade realisiert, dass ihr lässiger junger Arbeitgeber sie klassisch altmodisch ausbeutet. Schnell wird zwischen immer gleichen Autobahnabschnitten klar, dass die fünf Menschen der Zufallsfahrgemeinschaft wenig bis gar nichts verbindet. Als eine Polizeistreife den Wagen kontrollieren will, verschwindet George. Die Polizisten schöpfen Verdacht, können aber nichts Belastendes finden. Als Patrick den Wagen wenig später wieder auf die Autobahn steuern will, ist George plötzlich zurück. Sein fehlender Aufenthaltstitel wird zum gemeinsamen Problem und es stellt sich die Frage, wie solidarisch die vier anderen Reisenden mit einem sympathischen, aber auch etwas undurchsichtigen Mitfahrer sind.
Der Mikrokosmos Auto, die babylonischen Sprachverwirrungen, die unterschiedlichen Temperamente und Sorgen - dem Zuschauer wird in "More than Strangers" schnell klar, dass es sich um eine Versuchsanordnung zum Zusammenleben im modernen Europa handelt. Die Mitfahrer kennen sich kaum, müssen immer wieder ins Englische wechseln, um sich verständlich zu machen; von den Sorgen und Nöten der anderen kriegen sie deutlich mehr mit, als ihnen lieb ist.
Mit Cyril Gueï, Smaragda Karydi, Julie Kieffer, Samuel Schneider, Léo Daudin, Wolfram Koch, Samuel Finzi, Mehdi Nebbou
Auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und interessanten Begegnungen bereisen Reporter die Welt. Ob Großstadt oder ländliche Gegend, Europa, Asien oder Afrika - kein Weg ist dabei zu weit.