Der Dokumentarfilm setzt ein wie eine spontane Jamsession: Er begleitet John Coltrane durch das New York der 1950er Jahre, zeigt seinen Kampf gegen die Drogensucht, die sein Talent zu zerstören droht, und wie Musik für ihn zur Suche nach Erlösung wird. In "John Coltrane - Der Atem des Jazz" kommen Zeitzeugen wie Sonny Rollins und Carlos Santana zu Wort. Auch unerwartete Bewunderer - etwa der Philosoph Cornel West oder Ex-Präsident Bill Clinton - erzählen, was Coltranes Musik und der Jazz für sie bedeutet.
Da es keine Filmaufnahmen von Interviews mit Coltrane gibt, stützt sich der Film auf seine schriftlichen Aufzeichnungen. Kombiniert mit seltenen Aufnahmen aus dem Familienarchiv entsteht so ein intimes Porträt: Coltrane wollte nicht nur Musik machen, sondern "den Klang der Menschheit" einfangen.
Die Reise beginnt in einer Kirche in North Carolina während der Rassentrennung und führt bis an die Spitze der Jazz-Avantgarde. Sie zeigt, wie Coltrane an der Seite von Miles Davis seinen Stil findet - wo Davis' Stille auf Coltranes "sheets of sound" trifft. Ein Wendepunkt folgt, als er seine Sucht überwindet und sich spirituellen Fragen zuwendet. Sein Studioalbum "A Love Supreme" wird zum Höhepunkt dieser Entwicklung und gilt bis heute als sein Meisterwerk.
Für Coltrane war Jazz mehr als ein Musikgenre: Er war ein Weg zur spirituellen Erfahrung. Seine Klänge sollten nicht nur unterhalten, sondern heilen. "Manche spielen Jazz, andere Blues. Coltrane spielte das Leben", sagt Carlos Santana.
Coltranes Musik bleibt ein Spiegel der Seele. Er durchschritt die Dunkelheit, um ein Licht zu finden, das er unterschiedslos mit allen teilen wollte. Noch heute reißt sein spiritueller Elan mit - und zeigt, dass Kunst die kürzeste Verbindung zwischen zwei Herzen ist.
Stanford, das ist kalifornischer Lebensstil gepaart mit dem Willen, immer ganz vorne dabei zu sein. 1939 wurde das Silicon Valley in einer Garage geboren. Zwei Stanford-Studenten gründeten Hewlett-Packard. Seitdem kann die Stanford University als schlagendes Herz, als Inkubator, der das kalifornische Wirtschaftswunder erst möglich machte, verstanden werden.
"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!
Neuengland im Jahr 1954: Einer schriftlichen Einladung folgend landen sechs Gäste auf einer Dinnerparty in einem abgelegenen Landhaus. Hier werden sie von einem Butler und einer Haushälterin empfangen. Butler Wadsworth besteht darauf, dass die Gäste sich mit Decknamen ansprechen und ihre Identität nicht offenbaren. Schnell stellt die Runde fest, dass sie etwas gemeinsam haben: Alle Anwesenden leben in Washington oder arbeiten für die Regierung. Alle außer Mr. Boddy, der etwas später hinzukommt.
Als kein Gastgeber erscheint, übernimmt Butler Wadsworth die Aufklärung: Auch er habe einen Brief bekommen. Der enthalte nicht nur die Geheimnisse der Gäste, sondern auch die Beweise, die es braucht, um sie zu überführen. Die Gäste werden mit ihren Geheimnissen erpresst - und der Erpresser befindet sich mit ihnen im Raum: Mr Boddy.
Wadsworth erklärt, dass die Polizei auf dem Weg sei, und drängt die Gäste zum Geständnis. Dann käme alles wieder in Ordnung. Doch Mr. Boddy hat für jeden Gast ein kleines Geschenk dabei: die möglichen Tatwaffen aus dem Spiel Cluedo. In der Nacht wird Mr. Boddy ermordet. Wer war der Täter, und wo und mit welcher Waffe wurde der Mord verübt?
Regisseur Jonathan Lynn ist für seine Komödien bekannt. "Alle Mörder sind schon da" ist sein Filmdebüt, von dem er drei verschiedene Versionen vorlegte. Es gab sogar eine vierte, die er jedoch verwarf. Lynn wurde mehrfach ausgezeichnet für das Drehbuch zur Serie "Yes, Premierminister" (1986-1988) und seinen Spielfilm "Ein ehrenwerter Gentleman" (1992) mit Eddie Murphy.
Mit Eileen Brennan, Tim Curry, Madeline Kahn, Lee Ving, Christopher Lloyd, Michael McKean, Lesley Ann Warren
Im 4. Jahrhundert verlagerte Kaiser Konstantin das Zentrum der römischen Welt in den Osten. Am Bosporus entstand auf dem Gebiet der griechischen Stadt Byzantion nach und nach Konstantinopel - und mit der neuen Hauptstadt eine Zivilisation, die römisches Erbe, griechische Kultur und christlichen Glauben miteinander verband.
Anlässlich der Eröffnung einer neuen Abteilung für byzantinische und ostchristliche Kunst im Pariser Louvre begibt sich der Dokumentarfilm auf Spurensuche in Istanbul, auf dem Sinai, in Italien, Griechenland und Serbien. Anhand von Handschriften, Mosaiken, Ikonen und archäologischen Zeugnissen zeichnet er das Porträt eines multikulturellen Reiches, das von Austausch und Handel ebenso geprägt war wie von religiösen und politischen Konflikten.
Im 6. Jahrhundert wurde Byzanz unter Justinian zu einer Hochburg von Bau- und Bildkunst. Die Hagia Sophia und die Mosaiken von Ravenna zeugen von einem Herrschaftsanspruch, der sich als universal und gottgegeben verstand.
Im 7. Jahrhundert führten arabische Eroberungen zu tiefgreifenden Gebietsverlusten und im 8. und 9. Jahrhundert erschütterte der Bilderstreit Byzanz. Hinter der Debatte um die Verehrung von Bildern stand zugleich ein politischer Konflikt um Macht und religiöse Hoheit. 1204 markierte die Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer einen entscheidenden Wendepunkt.
Doch Byzanz blieb noch jahrhundertelang über seine Grenzen hinaus prägend. Seine Künstler und Gelehrten beeinflussten die italienische Renaissance und die europäische Kulturgeschichte nachhaltig. Bis zu seinem Untergang im Jahr 1453 gab das Reich seine Bilder, sein Wissen und einen wesentlichen Teil seiner Vorstellungswelt an die europäischen Kulturen weiter.
Das Werk des Malers Paul Cézanne ist eng mit seiner Heimat Aix-en-Provence verwoben. Im Landhaus seiner Familie, der Bastide du Jas de Bouffan, suchte er nach einem neuen Ausdruck in der Malerei. An diesem Ort entwickelte er einen Stil, der ihn zum "Vater der Moderne" machen sollte. Im Sommer 2025 öffnet das ehemalige Landhaus des Künstlers seine Türen für die Öffentlichkeit.
Der italienische Jazzmusiker und Komponist Ennio Morricone hat für mehr als 500 Filme einmalige Musik komponiert und wurde dafür mit zwei Oscars ausgezeichnet. Eine Auswahl von "Der Clan der Sizilianer" über "Cinema Paradiso" bis "The Hateful Eight" präsentieren Orchester und Chor des Teatro La Fenice in einem nächtlichen Open-Air-Konzert in Venedig. Am Pult steht Kevin Rhodes.
Ein Wort, ein Gegenstand, ein Ritual - "Karambolage" erläutert spielerisch und humorvoll die kleinen und großen Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen ...
"Zu Tisch" besucht Island, die Insel der Vulkane und Geysire, mitten im Winter. Am Ende eines einsamen Tals leben Arna Bjarnadóttir und Denni Karlsson mit ihren Kindern. Die Wege zum Einkauf sind weit, die Familie versorgt sich weitgehend selbst mit lokalen Produkten: Kartoffeln und Rhabarber stammen aus eigenem Anbau, der Fisch aus nahe gelegenen Seen.
Auf den Märkten, im Bauch der Städte, vereinen sich alle typischen Aromen der sie umgebenden Regionen. In dieser Folge: An sechs Tagen in der Woche kommen jeden Morgen die Bauern aus dem Schwarzwald und bringen ihre fangfrischen Forellen und aromatischen Kräuterpestos, ihre frischen Waldbeeren und den weltberühmten Räucherschinken nach Freiburg ...
Fedora, einst ein umjubelter Hollywoodstar, hat sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen und auf einer griechischen Insel niedergelassen. Jeglicher Kontakt mit der Außenwelt ist ihr verwehrt. - Billy Wilders tiefgründige Hommage an das goldene Zeitalter Hollywoods ist gleichzeitig ein bitterer Abgesang auf das Kino der alten Schule.
Mit William Holden, Marthe Keller, Hildegard Knef, José Ferrer, Frances Sternhagen, Mario Adorf, Stephen Collins, Henry Fonda, Michael York
Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Der Kopfgeldjäger John Ruth ist mit seiner Gefangenen, der Gangsterbraut Daisy Domergue, unterwegs in die Stadt Red Rock. Während eines Schneesturms suchen sie Unterschlupf in einem Miederwarenladen. - Quentin Tarantinos Western von 2015 gewann den Oscar für die beste Musik und zahlreiche weitere Auszeichnungen.
Mit Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Tim Roth, Michael Madsen, Jennifer Jason Leigh, Bruce Dern, Channing Tatum, Walton Goggins, Demián Bichir, Dana Gourrier
Quentin Tarantino sagt über seine Filme, sie seien auf eine höchst schmerzhafte Weise persönlich. Tatsächlich erzählt sein Werk immer wieder vor allem eines: sein eigenes Leben. Die Dokumentation kehrt an zentrale Orte in Los Angeles zurück, wo der Lebensweg dieses Autodidakten begann, der später zu einem Schwergewicht des internationalen Kinos werden sollte.
"Pulp Fiction" macht Uma Thurman zum Postergirl des Independent-Kinos. Als kämpfende Rächerin wird sie mit "Kill Bill" zum Sinnbild der emanzipierten Frau. Doch während sie in Hollywood zur strahlenden Heldin aufsteigt, erlebt sie hinter den Kulissen ein toxisches System, in dem Männer das Sagen haben, ihre Macht missbrauchen und sie demütigen.
Die junge Marseillerin Deniz hat kaum noch Verbindung zu ihren türkischen Wurzeln. Durch Kassetten, die ihr anonym zugespielt werden, erfährt sie von der Existenz ihrer Großtante Alev, die aus dem Gedächtnis der Familie getilgt wurde. Zwei Detektive untersuchen im Istanbul des Jahres 1970 das Verschwinden der jungen Frau aus der Istanbuler Oberschicht ...
Mit Tuğba Sunguroğlu, NN, NN, Huseyin Ozveren, Roberto Jean, Yurdaer Okur, Eren Cigdem
Im Norden Kenias halten die Samburu eine besondere Tradition am Leben. Aus tiefen Brunnen schöpfen die Männer Wasser und geben es mit Eimern in einer Menschenkette weiter. Weil das Ritual mit Gesängen begleitet wird, heißen diese Wasserstellen auch "singende Brunnen". So sichern sie das Überleben der Tierherden in dieser trockenen Region und bewahren ein jahrhundertealtes Know-how.