2008 erschüttert eine Nachricht die Wall Street: Lehman Brothers, die viertgrößte Investmentbank der Welt, ist pleite. Die globale Wirtschaft schlittert in eine Finanzkrise. Lehman Brothers ist nicht das einzige Geldhaus, das mit hochspekulativen Papieren Milliardenverluste macht. Viele Banken handeln mit riskanten Krediten, um immer höhere Gewinne zu erzielen. Als die US-Immobilienblase platzt, werden alle in diesen Sog hineingezogen. Nach der Insolvenz von Lehman Brothers überschlagen sich die Ereignisse. Die Aktienkurse sinken rapide. Die Kreditausfälle bringen nun auch europäische Banken in Bedrängnis, die lange an den risikoreichen Immobiliengeschäften mitverdient haben. In Deutschland greift der Staat ein: Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher seien. Im Oktober 2008 spannt die Regierung einen Rettungsschirm von fast 500 Milliarden Euro für die Banken. Auch in anderen Staaten springen Regierungen für Banken und Finanzkonzerne in die Bresche. Doch all die Rettungspakete verhindern nicht, dass Deutschland, die USA und viele andere Industrieländer in die größte Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg rutschen. Die dreiteilige Reihe "Die großen Crashs" behandelt die größten wirtschaftlichen Einschnitte, die starken Einfluss auf die Weltgeschichte genommen haben. Sowohl 1929 mit dem Schwarzen Freitag als Auslöser der Weltwirtschaftskrise als auch 1973 durch den Ölpreisschock änderte sich das Leben vieler Menschen, Arbeitslosigkeit, Unternehmenszusammenbrüche und zerstörte Vorstellungen von einer goldenen Zukunft waren die Folge. Auch 2008 stürzte eine gigantische Spekulationsblase die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise. Wurde etwas aus diesen Crashs gelernt?
Sein Name ist sperrig, seine Stimme unverwechselbar: Benedict Cumberbatch. Mühe- und nahtlos wechselt er zwischen Theater, TV-Serien und großem Kino - als Schauspieler und als Produzent. Zu Weltruhm brachte er es mit der TV-Serie "Sherlock" (2010 bis 2017), der Neuinterpretation des Conan-Doyle-Detektivs für das 21. Jahrhundert. Aus dem bis dahin eher unbekannten Darsteller wurde über Nacht ein weltweit gefragter Künstler. Ob als Khan in "Star Trek" (2013), Alan Turing in "The Imitation Game" (2014) oder in einer seiner zahlreichen Voice-Over-Rollen wie als Smaug in der Hobbit-Trilogie oder Shir Khan in der Dschungelbuch-Neuauflage "Mogli: Legende des Dschungels" (2018). Er überzeugt in Superhelden-Filmen wie "Doctor Strange" (2016) genauso wie in anspruchsvollen Dramen wie Jane Campions "The Power of the Dog" (2021). Benedict Cumberbatch engagiert sich leidenschaftlich für eine Vielzahl von wohltätigen Zwecken, setzt sich aktiv für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Bildung ein. Er ist Botschafter für die Organisation "Save the Children" und unterstützt Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern weltweit. Darüber hinaus setzt er sich für die Förderung von Kunst und Kultur ein.
Britney Spears ist der Teenie-Star der Jahrtausendwende. Doch die schillernde Fassade bröckelt mit der Zeit und endet schlussendlich in einem jahrelangen Kampf um Selbstbestimmung. "The True Story of Britney Spears" analysiert die Biografie einer der größten Popikonen unserer Zeit. Bereits als Teenagerin schreibt Britney Spears Pop-Geschichte. Doch auf der Spitze ihres Erfolges verliert sie plötzlich die Kontrolle über ihr ganzes Leben. Mit ihrem Song "Baby One More Time" erobert Britney Spears 1998 die Welt im Sturm. Die damals 17-Jährige aus Louisiana wird über Nacht zum Superstar und zu einer Ikone einer ganzen Generation. Schon in jungen Jahren steht Britney auf den Bühnen von Gesangs- und Schönheitswettbewerben, erkämpft sich später den Weg in populäre TV-Shows und ergattert mit gerade einmal 16 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. Eine Geschichte wie aus dem Märchen - doch die Realität sieht anders aus. Von Beginn an ist Britneys Leben auf Erfolg getrimmt. Denn ihr Talent wird von ihren Eltern schamlos ausgenutzt. Sie sehen in ihrer Tochter einen Weg raus aus der finanziellen Misere. Mit ihrem ersten Song "Baby One More Time" wird Britney Spears nicht nur über Nacht zum Weltstar, sondern löst damit auch die finanziellen Probleme ihrer Familie. Innerhalb weniger Wochen wird die süße, unschuldige Britney zu einer Marke. Anfang der 2000er ist Britney Spears auf der Spitze ihres Erfolges. Doch dieser Erfolg hat seinen Preis. Auf Schritt und Tritt wird Britney von Paparazzi verfolgt, die mit Begierde Fotos von ihrer 55-Stunden-Ehe oder wilden Partynächten veröffentlichen. Auch die Ehe mit Backgroundtänzer Kevin Federline wird medial ausgeschlachtet. Mit ihm bekommt Britney nicht nur zwei Kinder, mit ihm kommt auch der große Fall der Popikone. Nach einer öffentlichen Scheidungsschlacht und dem Entzug des Sorgerechts kommt es 2007 zu einem emotionalen Totalausfall vor laufenden Kameras. Ganz die Kontrolle verliert Britney Spears Anfang 2008 - ihr Vater unterschreibt eine Vormundschaft. Über 13 Jahre lebt Britney Spears wie eine Marionette unter Aufsicht ihres Vaters. Mithilfe der Social-Media-Bewegung #FreeBritney erkämpft sich Britney Spears 2021 ihre Freiheit zurück. Doch statt ein großes Comeback zu feiern, fällt die 41-Jährige mit fragwürdigen Social-Media-Postings auf. Die Doku-Reihe "The True Story of ..." zeigt die Lebensgeschichte der Menschen hinter dem Star - ungeschminkt, einfühlsam, aus erster Hand erzählt.
Das Pop-Phänomen Taylor Swift begeistert Fans auf der ganzen Welt. Sie räumt unzählige Preise ab und stellt Rekorde auf. Ihr gelingt der Sprung von der Countrymusikerin zum Weltstar. Swift schlägt alle Rekorde: ausverkaufte Stadien, Millionen Streams, elf Studioalben in 18 Jahren Karriere. Mit den sogenannten Swifties hat sie eine riesige Fangemeinde. Was steckt hinter dem Hype um die Selfmade-Milliardärin? Was ist das Geheimnis ihres Erfolges? Die Sängerin begeistert sich früh für Countrymusik, schreibt eigene Songs und hat ihre ersten kleinen Auftritte. Mit 16 Jahren unterschreibt sie ihren ersten Plattenvertrag. Im selben Jahr dann das erste Album. Ihre Karriere nimmt rasant an Fahrt auf. Mit dem Mix aus Country- und Popmusik spricht Taylor Swift ein breites Publikum an. Ihre Singles werden Hits, und sie führt die Charts an. Die Popkünstlerin verarbeitet Mobbing-Erfahrungen in ihren Songs und trotzt Kritikern. Selbst, als ihre Dankesrede bei den "MTV Video Music Awards" 2009 von Rapper Kanye West unterbrochen und ihr das Mikrofon aus der Hand gerissen wird, bewahrt sie einen kühlen Kopf. Ausverkaufte Konzerttouren und zahlreiche Auszeichnungen wie der "Grammy Award" für das "Album des Jahres" folgen. Taylor Swift wehrt sich gegen Auflagen von Streamingdiensten und wendet sich sogar gegen ihre Plattenfirma. Im Jahr 2019 verliert sie die Rechte an ihren ersten sechs Alben. Ihre Versuche, die Aufnahmen zurückzukaufen, scheitern kläglich. Doch sie gibt nicht auf und nimmt die Alben als "Taylor's Version" neu auf. 2023 verkündet Taylor Swift dann eine Welttournee. Mit "The Eras Tour" spielt sie unter anderem Konzerte in Europa und Großbritannien. Die Sängerin markiert mit jedem Album eine neue Ära, um damit eine bestimmte Ästhetik, Gefühlslage und Erfahrung zu vermitteln. Außerdem versteckt sie Botschaften in ihren Songs und Musikvideos, sogenannte Easter Eggs. Sie experimentiert mit Genres wie Indie und Folk. Bei Auftritten von Taylor Swift bebt sogar die Erde. Zwei Konzerte in der US-Stadt Seattle sollen seismische Aktivitäten verursacht haben, die einem Erdbeben der Stärke 2,3 entsprechen. Die Popsängerin bricht Rekorde und hat mehr Nummer-eins-Alben als jede andere Künstlerin in der Geschichte der US-Charts herausgebracht.
Billie Eilish: Sie ist die Stimme einer ganzen Generation. Ihr Weg - geprägt von Zerrissenheit, radikaler Ehrlichkeit und dem ständigen Ringen um Selbstbestimmung. "The True Story of Billie Eilish" erzählt die Geschichte eines Pop-Phänomens, das vom Kinderzimmer aus die Musikwelt erobert. Doch mit dem Ruhm kommt der Kampf um Freiheit und die eigene Identität. Februar 2020 - Billie Eilish schreibt Geschichte. Mit gerade einmal 18 Jahren ist sie die jüngste Künstlerin, die je einen Bond-Song singt. "No Time to Die" katapultiert sie endgültig in die High Class des Pop - düster, verletzlich, aber voller Power. Billie wird gefeiert, bleibt dabei aber immer sie selbst: ehrlich und unverwechselbar. Geboren 2001 in Los Angeles, wächst sie in einem kreativen Elternhaus auf. Schon früh schreibt sie mit ihrem Bruder Finneas im Kinderzimmer Songs. Was als DIY-Projekt beginnt, wird zur globalen Sensation: Durch Zufall geht sie mit "Ocean Eyes" viral, mit "Bad Guy" revolutioniert sie schließlich die Popwelt - und bricht dabei sämtliche Regeln. Ihr Stil: flüsternder Gesang, düstere Sounds, oversized Looks. Ihre Themen: mentale Gesundheit, Leistungsdruck, das Gefühl, nicht dazuzugehören. Billie Eilish wird zur Stimme einer ganzen Generation, die sich nicht verbiegen lässt. Doch der Ruhm hat seinen Preis: Billie spricht offen über Tourette, innere Zerrissenheit, Panikattacken und Bodyshaming. Sie wechselt ihren Look und bleibt dabei immer ehrlich. All das verarbeitet sie in ihrer Musik - die wehtut und gleichzeitig heilt. Billie Eilish ist mehr als ein Popstar. Sie ist Künstlerin, Ikone und Spiegel einer Generation, die genug von Oberflächlichkeiten hat - und lieber echt ist als perfekt.
Madonna - Sängerin, Schauspielerin, Skandalnudel, Stilikone. Ein Mädchen aus Michigan wird in New York zur Königin der Musikwelt. In über 40 Jahren Karriere hat sie viele Schubladen bedient, sich aber stets geweigert, in eine gesteckt zu werden. Was treibt sie an? Warum legt sie sich immer wieder mit dem konservativen Amerika an? Und wie gelingt es ihr, sich immer wieder neu zu erfinden? Seltenes Videomaterial und nie zuvor gesehene Bilder aus den Anfangsjahren der Popikone zeigen den Aufstieg und Werdegang der Queen of Pop: von ihrer Ankunft in New York 1978 bis zur Veröffentlichung des skandalösen Bestsellers "Sex" 1992. Von der New-Wave-Rockerin über die nicht mehr ganz so jungfräuliche Braut bis hin zum schockierendsten und umstrittensten Popstar ihrer Zeit. Erzählt von ihr selbst und den Menschen, die ihr in diesen frühen Jahren am nächsten standen. Der Film gibt ganz private Einblicke in Madonnas Beziehungen und Ehen sowie die tragischen Ereignisse, die sie geprägt haben. Wie der frühe Tod ihrer Mutter oder der ihres besten Freundes Martin Burgoyne, der mit 23 Jahren an AIDS verstarb. Erlebnisse, die sie zur vehementen Aktivistin machten, die sich gegen den "Moral Majority"-Mainstream der Reagan-Jahre stemmte. Vor den Augen der Zuschauer reift Madonna als Künstlerin und als Mensch.
Die Popsängerin Rihanna gehört zu den erfolgreichsten Musikerinnen der Welt. Aufgewachsen auf der Karibikinsel Barbados, folgt eine kometenhafte Karriere und der Aufbau eines Beauty-Imperiums. Ihre Kosmetik- und Modelinien sind heute milliardenschwer. 2021 wird Rihanna von "Forbes" zur reichsten Musikerin der Welt ernannt. Sie wird die erste Woman of Colour an der Spitze eines Luxusmodelabels. Doch alles beginnt mit ihrer Liebe zur Musik. 2003 gründet Robyn Rihanna Fenty mit zwei Freundinnen eine Girlband und wird vom Musikproduzenten Evan Rogers in ihrer Heimat Barbados entdeckt. Zwei Jahre später unterschreibt sie ihren ersten Plattenvertrag bei dem Label von Rapper und Musikproduzent Jay-Z. Mit nur 17 Jahren veröffentlicht Rihanna ihre erste Single: "Pon de Replay" - und landet damit weltweit in den Top 10. 2005 erscheint ihr Debütalbum "Music of the Sun". Es wird über zwei Millionen Mal verkauft. Mit gerade einmal 19 Jahren steht Rihanna 2007 mit ihrem Hit "Umbrella" an der Spitze der Charts. Der Welthit wurde angeblich gar nicht für sie, sondern für Popstar Britney Spears geschrieben. 2010 dann das große Rihanna-Jahr: Mit "Rude Boy", "Love the Way You Lie", "What's My Name?" und "Only Girl " führt die barbadische Sängerin die Spitze der US-amerikanischen "Billboard Charts" an. Damit sichert sie sich ihren ersten Eintrag ins "Guinnessbuch der Rekorde". Niemand anderem gelingen so viele Nummer-eins-Hits innerhalb eines Jahres. Ihr Liebesleben rückt immer wieder in den Fokus der Berichterstattung. Ihr damaliger Partner, der Sänger Chris Brown, greift Rihanna 2009 an und verletzt sie schwer. Seither kämpft die Künstlerin gegen Gewalt an Frauen und möchte Betroffene ermutigen. Sie engagiert sich für zahlreiche Charity-Projekte, unter anderem für krebskranke Kinder und sozial benachteiligte Menschen. Die Musikerin vermischt klassische R'n'B-Elemente mit karibischem Reggae und Dancehall. Bis 2016 veröffentlicht Rihanna acht Studioalben. Der Erfolg spricht für sich: neun Grammys und mehr als 250 Millionen verkaufte Tonträger. Neben ihrer Musikkarriere entdeckt sie auch die Schauspielerei. Rihanna spielt in Filmen wie "Battleship" (2012), "Annie" (2014) und "Ocean's 8" (2018) mit. Nach etlichen Kooperationen mit verschiedenen Modemarken gründet sie 2017 ihr eigenes Label "Fenty Beauty". Ein Jahr später kommt die Unterwäschelinie "Savage X Fenty" dazu. Mit der Kosmetiklinie "Fenty Skin" setzt sie sich als Woman of Colour für Diversität ein. Doch dann wird es ruhiger um die Sängerin, 2023 dann ihr legendärer Aufritt bei der Superbowl-Halbzeitshow, bei der sie ihre größten Hits performt. Die Künstlerin denkt noch lange nicht ans Aufhören: 2025 soll ihr neuntes Album erscheinen.
Kanye West revolutioniert die Welt des Gangsterraps. Seine Markenzeichen: Spießerlook, Humor und ungewöhnliche Themen. Seine Karriere ist ein Auf und Ab zwischen Abstürzen und Euphorie. "The True Story of Kanye West" erzählt die Biografie des Rappers, der mit seiner Musik den Hip-Hop endgültig in den Mainstream hebt. Doch Kanye sorgt auch für unfassbare Skandale. Sein Leben: ein Drahtseilakt zwischen Genie und Wahnsinn. Kanye West gilt als einer der erfolgreichsten Hip-Hop-Künstler aller Zeiten. Er wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter Donda auf, ihre Mutter-Sohn-Beziehung ist sehr liebevoll. Seit frühester Kindheit unterstützt Donda ihren Sohn dabei, seine Träume zu verwirklichen. Kanye kommt über das Designen von Computerspielen zum Produzieren von Hip-Hop-Beats. Seinen großen Durchbruch als Producer schafft er dank Hip-Hop-Mogul Jay-Z, für dessen Erfolgsalbum "The Blueprint" Kanye insgesamt fünf Tracks produziert. Doch Kanye will mehr. 2004 veröffentlicht er sein Debütalbum "The College Dropout" und hebt damit den Hip-Hop endgültig in den Mainstream. Parallel zu seiner Musik etabliert sich der Rapper auch als stilprägende Modeikone. Sein größter Verkaufsschlager: die Sneaker-Modelinie "Yeezy", die er gemeinsam mit Adidas launcht. Doch Kanyes Karriere kennt nicht nur den Weg nach oben, der Künstler stürzt immer wieder ab. Nach dem Tod seiner Mutter und der Scheidung von Realitystar Kim Kardashian wird bekannt, dass Kanye unter einer bipolaren Störung leidet. Dazu zählen extrem euphorische und depressive Phasen. Der Rapper scheint die Kontrolle zu verlieren und sorgt mit Prügelattacken auf Paparazzi und antisemitischen Äußerungen für aufsehenerregende Skandale.
Aldi setzt auf Eigenmarken, die bekannten Markenprodukten ähneln: Schokoröllchen, Sushi oder Fruchtjoghurt - alle extrem günstig. Wie das geht, zeigt Sebastian Lege. Sebastian Lege schaut sich Deutschlands größten Discounter genauer an. Um Lebensmittel zu extrem günstigen Preisen anzubieten, produziert Aldi massenhaft und effizient. Dabei nutzt der Konzern seine große Marktmacht und arbeitet mit ausgeklügelten Tricks. Die Spaghetti mit Tomatensoße von Aldi Nord und Aldi Süd erinnern stark an die berühmten Miracoli-Spaghetti. Die Inhaltsstoffe ähneln denen des Markenprodukts - aber durch den Verzicht auf spezielle Produktreklame spart der Discounter. So profitieren Aldis Nachahmer oft vom Marketing der großen Lebensmittelhersteller. Milsani ist eine der großen Eigenmarken von Aldi. Unter diesem Namen verkauft der Konzern Yoghurt, Quark, Käse und Desserts. Die einzelnen Produkte werden aber nicht in einer einzelnen Molkerei hergestellt. Sie kommen jeweils von unterschiedlichen Herstellern, die oft auch ein ähnliches Markenprodukt liefern. Für Aldi ein guter Deal - auch für die Produzenten? Die Biscotto Schokoröllchen Vollmilch sind nahezu identisch mit den traditionellen Bahlsen Waffeletten. Der Aldi-Produkt-Zwilling stammt aus einer Fabrik des Keks-Giganten Bahlsen. Es handelt sich um eine knusprige, gerollte Waffel mit Schokoladenüberzug. Durch eine minimale Anpassung der Rezeptur, riesige Bestellmengen und Skaleneffekte schaffen es Aldi Nord und Aldi Süd, die gerollten Schokoröllchen deutlich günstiger im Regal zu haben. Die Sushi-Box to go von Aldi ist ein beliebtes Produkt. Die Variante "Shokuji" ist eine extrem kosteneffiziente Version von traditionellem Sushi. Der Reis wird industriell standardisiert verarbeitet und der Fischanteil auf ein Minimum reduziert. Die Sushi-Box ist preislich attraktiv und optisch ansprechend, enthält aber nur einen Bruchteil der teuren Zutaten von traditionellem Sushi. Die Doku zeigt an konkreten Beispielen, wie es Aldi gelingt, außerordentlich günstige Produkte anzubieten. Nur: Zu welchem Preis?
Von Tomatensuppe über Currywurst bis hin zum veganen Falafel-Wrap: Die Deutsche Bahn wirbt mit "Genuss auf ganzer Strecke". Welche Tricks die Bordgastronomie anwendet, zeigt Sebastian Lege. Die Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschlands bester Gastgeber zu sein. Dazu soll auch das Bordrestaurant beitragen - mit Getränken, Snacks und aufgewärmten Speisen aus der Mikrowelle. Mit Erfolg? Sebastian Lege nimmt vier beliebte Produkte genauer unter die Lupe. Ob als Vorspeise oder kleiner Snack: Tomatensuppe ist ein Klassiker auf deutschen Speisekarten. Die Version der Deutschen Bahn überrascht mit einem Tomatenanteil von nur 54 Prozent. Sebastian Lege zeigt, wie Wasser zu einer der Hauptzutaten wird und welche Rolle modifizierte Stärke dabei spielt. Während eine klassische Tomatensuppe mit wenigen frischen Zutaten auskommt, setzt die Bahn auf mehr als 20 Komponenten, darunter Zucker, Karamellzucker und diverse Bindemittel. Wer sich vegan ernährt, findet im Bahn-Bistro den "Oriental-Falafel-Wrap" - modern und zeitgemäß. Was die Zielgruppe möglicherweise enttäuscht: Der Wrap enthält nur drei kleine Falafelbällchen. Diese bestehen nicht nur aus Kichererbsen, sondern auch aus Hartweizen und Paniermehl. Dazu gibt es eine exotische Soße, die wenig mit dem Original zu tun hat. Dennoch hat es der Preis in sich: Während ein frisches Falafelsandwich schon für 3,50 ? beim Imbiss zu haben ist, verlangt die Bahn etwa das Doppelte. Mit 600.000 verkauften Portionen pro Jahr ist die Currywurst ein Verkaufsschlager im Bordrestaurant. Sebastian Lege zeigt, wie die Wurst industriell verarbeitet wird, sodass sie unterwegs nur noch erwärmt werden muss. Dabei enthüllt er unter anderem, wie die Grillstreifen auf die Wurst kommen, ohne dass diese gegrillt wird. Auch die Pommes können an Bord nicht frisch frittiert werden. Das Ergebnis ist ein Mikrowellenprodukt, das es in ähnlicher Form auch günstig im Supermarkt gibt. Der Preis von 10,90 ? mag dafür vergleichsweise teuer erscheinen, die Bahn sieht ihn aber als gerechtfertigt an. Nach dem Hauptgang lockt ein deutscher Dessert-Klassiker ins Bordbistro: der Apfelkuchen. Sebastian Lege verrät, wie die typischen Butterstreusel ohne Butter hergestellt werden. Palmfett und Karottenextrakt ersetzen die teure Zutat. Das Ergebnis ist ein industriell optimiertes Produkt, das mit weit mehr als den üblichen Zutaten eines traditionellen Apfelkuchens hergestellt wird. So bleibt der Kuchen im Gefrierfach lange frisch und haltbar - ideal für die Bedürfnisse der Systemgastronomie.
Kakao, Palmöl, Lieferkette - die Schokobranche hat keinen guten Ruf. Ferrero, der Erfinder von Nutella, verspricht Nachhaltigkeit. Meinen die das ernst? Oder ist das Greenwashing? Kakao aus Afrika, Palmöl aus Asien, Nüsse aus der Türkei - das schmeckt nach Problemen. Denen begegnet Ferrero mit Nachhaltigkeitsversprechen. Das will Umweltreporter Sherif genau wissen - und folgt der Lieferkette von Nutella. Was einst in der Konditorei von Michele Ferrero im beschaulichen norditalienischen Städtchen Alba begann, ist heute zu einem globalen Schoko-Imperium herangewachsen. Mit Marken wie Nutella, Ferrero Rocher und Kinder Schokolade ist Ferrero aus keinem Süßwarenregal der Welt mehr wegzudenken. Für die Beschaffung der Rohstoffe, insbesondere Kakao, Palmöl und Haselnüsse hat das Unternehmen jeweils eine eigene Nachhaltigkeitscharta definiert, die eine verantwortungsvolle Lieferkette gewährleisten soll: keine Wälder roden, keine Kinder auf Plantagen, Ausgleichsflächen zum Schutz der Umwelt. Kurzum: nachhaltig, sozial und fair. Ferrero nennt das "putting people at the heart of our supply chain". An dieser Stelle kommt Umwelt-Reporter Sherif Rizkallah ins Spiel. Er bricht auf zu eben diesen "People" am Ausgangspunkt der Lieferkette, um zu sehen, ob Ferrero das einhält: zu einer Landwirtschaftskooperative in der Elfenbeinküste, die Kakao für Ferrero anbaut. Zu einer Ölmühle in Malaysia, die Ferrero mit RSPO-zertifiziertem Palmöl beliefert. Und nach Italien. Denn dort baut Ferrero seine Haselnussproduktion stark aus. Zwar ist die Türkei weltweit Hauptproduzent von Haselnüssen, auch für Ferrero. Doch immer wieder gibt es Berichte über Ausbeutung auf Plantagen an der türkischen Schwarzmeerküste. Ferrero setzt jetzt vermehrt auf lokalen Anbau in Italien. Lokaler Anbau also. Das findet Sherif gut - fragt sich allerdings, warum die Einwohner um den Lago di Vico seit einiger Zeit in diesem schönen See inmitten der Haselnussplantagen nicht mehr baden wollen. Schlussendlich will Sherif die Frage beantworten, wie viel Nachhaltigkeit denn nun wirklich in seiner Nutella steckt?
Die Deutschen lieben Wein. Vor allem, wenn er günstig ist. Fast die Hälfte des Weines wird mittlerweile im Discounter verkauft. Weinproduktion und -verkauf sind ein globales Geschäft. Mit Schattenseiten für Umwelt und Beschäftigte. Der beliebteste Import-Wein aus Übersee ist Wein aus Südafrika. Gut und günstig - das ist das Image. Doch der starke Preisdruck sorgt für unhaltbare Zustände auf südafrikanischen Weingütern. Auch Wein aus der Region Bordeaux wird in Deutschland geschätzt. Rund 15 Millionen Liter importiert Deutschland pro Jahr. Viele französische Winzerinnen und Winzer erreichen die gewohnte Qualität aber nur mit Pestiziden, die sich auch im Wein noch nachweisen lassen. Auch hierzulande ist das von den Winzern gepflegte Image vom edlen, reinen Tropfen nur ein Teil der Realität. Denn neben Pestiziden im Weinberg dürfen auch nach der Ernte im Weinkeller inzwischen mehr als 50 Zusatzstoffe eingesetzt werden. Längst nicht alle sind harmlos. Die Dokumentation von Anna Fein, Erik Hane und Stefan Hanf geht der Frage nach, welche Folgen die Globalisierung des Weinmarktes für Mensch und Natur hat. Die Autoren sind den Schattenseiten des Weines auf der Spur. Auf südafrikanischen Weingütern recherchieren sie die Arbeitsbedingungen. Sie sprechen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Schönungsmitteln im Weinbau. Sie besuchen in der Region Bordeaux unter anderen eine Bio-Winzerin, die versucht, auf möglichst natürliche Weise qualitativ hochwertige Weine zu produzieren.
Produktentwickler Sebastian Lege deckt auf: Im Supermarkt, beim Hersteller und in der Dönerbude entlarvt er die miesen Tricks der Branche. Überall wird gestreckt, manipuliert und Kasse gemacht. Döner: erschreckend oft ein Billigprodukt, das mit der traditionellen Grillspezialität nichts zu tun hat. Mikrowellengerichte: hohe Preise, billige Zutaten. Paprikastreifen: nachgebaut und voller Wasser. Sebastian Lege zeigt, was wirklich drinsteckt. Döner ist heute ein Milliardengeschäft, ein Großteil aller Spieße wird industriell hergestellt. Sebastian Lege reist nach Polen und besucht die größte und modernste Dönerfabrik der Welt. Echter Döner muss echtes Fleisch enthalten und darf nicht nur aus gewürzter Hackfleischmasse bestehen. Alles genau geregelt in der Berliner Dönerverordnung. Doch die interessiert viele Dönerbuden offenbar wenig. Laboranalysen belegen: Beim Döner hat Deutschland ein Qualitätsproblem. Auch bei Fertig-Sandwiches steht es mit der Qualität der Zutaten in der Regel nicht zum Besten. Nicht zuletzt, weil es wochenlang haltbar sein muss. Produktentwickler Sebastian Lege führt vor, wie die Industrie Toastbrot und Belag für ihre Zwecke optimiert - die Frische bleibt dabei auf der Strecke. Für mehr Profit tüftelt die Industrie ständig an neuen Rezepturen. Sebastian Lege deckt den Trend auf, dass Firmen hochwertige Zutaten durch billige ersetzen. Aller gegenteiliger Werbeversprechen zum Trotz. Wie tief diese Werbeversprechen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern verankert sind, zeigt Sebastian Lege mit den Mikrowellengerichten. Von der Backmischung über die Currywurst bis zum Popcorn verlangen die Herstellerinnen und Hersteller ein Vielfaches normaler Preise. Doch dahinter steckt nicht etwa bessere Qualität, sondern reines Marketing, mit dem das Geld aus der Tasche gezogen wird. "Die Tricks der Lebensmittelindustrie" - eine informative und unterhaltsame Dokumentation über Tricks und Täuschungen.
Instantnudeln, Tiefkühltorte, Geflügelrolle und Kartoffelsalat: Sebastian Lege entlarvt die Tricks der Lebensmittelindustrie. Separatorenfleisch macht die Geflügelrolle vom Back-Discounter besonders günstig. Tiefgekühlte Sahnetorte trickst mit Extrazutaten. Fertigsalate sind durch viel Zucker und günstige Säure besonders lange haltbar - und Instantnudeln enthalten zu viel Salz. Sebastian Lege deckt die Tricks hinter den beliebtesten Produkten aus dem Supermarkt auf. 1975 startet "Coppenrath & Wiese" den Verkauf von tiefgekühlten Backwaren und Torten. Damals eine Revolution, heute Standard in jedem Supermarkt. Sahnetorten wie die Schwarzwälder Kirschtorte werden maschinell am Fließband gefertigt. Jedes Exemplar sieht exakt gleich aus und bietet dasselbe Versprechen: beste Qualität und lange Haltbarkeit im Tiefkühlfach. Wie ist das möglich? Schließlich kann das Gefrieren und anschließende Auftauen die Qualität von Lebensmitteln enorm verschlechtern. Sebastian Lege zeigt, wie die Industrie gefrierstabile Torten trickst. Bäckerei-Discounter verkaufen neben Backwaren auch fleischhaltige Snacks wie Sandwiches, Pizzazungen oder Geflügelrollen. Das Prinzip: Massenware zu Discounterpreisen. Separatorenfleisch macht Produkte besonders günstig. In seiner Werkstatt stellt Sebastian Lege im selbst gebauten Separator die günstige Masse her, die laut EU-Verordnung nicht mehr Fleisch genannt werden darf. Sie muss klar als Separatorenfleisch gekennzeichnet werden. In Deutschland werden jährlich Tausende Tonnen Separatorenfleisch verarbeitet. Experten vermuten, dass nicht alle Hersteller offen damit umgehen. Fertigsalate aus dem Kühlregal sind bis zu zwei Wochen und länger haltbar. Dafür bedient sich die Lebensmittelindustrie einer einfachen, aber genialen Zutat: Branntweinessig. Die Essigsäure schafft ein saures Milieu, das Mikroorganismen wenig Angriffschancen bietet. Doch der saure Branntweinessig hat einen Nebeneffekt. Damit der Salat genießbar ist, muss die Industrie viel Zucker hinzufügen. Zucker dient ebenfalls als Konservierungsmittel und kann die Säure geschmacklich ausgleichen. Die Salate sind deshalb alles andere als gesund. Instantnudeln sind eine schnelle und günstige Alternative. Ob Ente, Rind, Gemüse oder Shrimps - asiatische und deutsche Supermärkte bieten eine riesige Vielfalt an. Die Fertiggerichte sind ungekühlt haltbar und sehr günstig. Eine Packung kostet oft weniger als einen Euro. Wie die Industrie es schafft, ein intensiv schmeckendes Gericht so günstig herzustellen, zeigt Sebastian Lege.
Toastbrot, Quetschbeutel, Mortadella und vegane Sahne: Sebastian Lege entlarvt die Tricks der Lebensmittelindustrie. Die Lebensmittelindustrie nutzt immer wieder Gesetzeslücken aus. Mit wenig Wareneinsatz will sie maximalen Profit erzielen. Sebastian Lege analysiert beliebte Produkte aus dem Supermarkt und zeigt, wie dabei Verbraucher getäuscht werden. Toastbrot gibt es als Butter-, Vollkorn- oder Körnerbrot überall billig zu kaufen. Kein Wunder, denn Toastbrot ist das beliebteste Brot der Deutschen. Doch anstatt guter Zutaten und viel Handarbeit stecken Zusatzstoffe, Backtriebmittel und ein perfekt ausgeklügelter maschineller Backprozess dahinter. Vor allem bedient die Lebensmittelindustrie sich einer günstigen Zutat: Sebastian Lege zeigt, wie so viel Luft wie möglich in unser Toastbrot kommt. Bei Mortadella läuft einem das Wasser im Mund zusammen: Das hochwertige italienische Feinkostprodukt gibt es natürlich auch als Billigvariante im Supermarkt in unterschiedlichsten Variationen. Die Preisunterschiede zum Original sind erschreckend und Verbraucherschützer alarmiert. Denn die Fleischindustrie bedient sich eines Wundermittels mit dem Namen "Globoost". Sebastian Lege weiß, wie damit richtig viel Wasser in unsere Wurst kommt. Quetschbeutel sind pürierter Fruchtbrei in bunten Verpackungen, die es in jedem Drogerie- und Supermarkt gibt. Sie werden mit tollen Versprechen beworben und erwecken den Eindruck, dass sie vitaminreich und gut für die Verbraucher sind. Doch die "Quetschies" bestehen aus einem billigen Streckmittel. Sebastian Lege zeigt, wie die Lebensmittelindustrie die Produkte mit günstigem Apfel herstellt, richtig viel Geld verdient und dabei noch der Umwelt schadet. Veganer Sahneersatz ist der nächste große Hype nach veganen Milchalternativen. Den Trend, nachhaltig einzukaufen, nutzen Hersteller geschickt, indem sie aus billigem Soja einen Ersatz für die klassische Kochsahne kreieren. Dazu nutzt die Industrie eine der günstigsten Zutaten überhaupt. Sebastian Lege weiß, wie mit richtig viel Wasser und lauter Zusatzstoffen eine Fake-Sahne entsteht, die trotzdem schön cremig und lecker ist.
Tricks der Lebensmittelindustrie mit Sebastian Lege
Pfanni, Knorr, Langnese
D 2022
45'
Vom Giganten Unilever werden Pfanni, Langnese und Knorr hergestellt. Sebastian Lege deckt die Tricks des Konzerns auf. Unilever steckt hinter viel mehr Lebensmitteln, als wir alle denken. Pfanni Kartoffelknödel bestehen nur zum geringen Teil aus Kartoffeln. Das Langnese-Eis enthält kaum Milch. Und die Knorr-Brühen kommen praktisch ohne Rindfleisch aus. Produktentwickler Sebastian Lege zeigt, wie der Hersteller Unilever bei Rezepturen trickst. Unilever ist ein Gigant der Lebensmittelindustrie, nach eigenen Angaben ist er der weltgrößte Eiscreme-Hersteller. Doch auch Waschmittel und Seifen stellt der Konzern her. Wie gut sind dann die Lebensmittel aus dem Hause Unilever? Sebastian Lege untersucht zahlreiche Unilever-Produkte und baut sie in seiner Werkstatt nach. Der Produktentwickler zeigt, wie der Konzern seine Lebensmittel herstellt. Er deckt auf, an welchen Stellen gute Zutaten durch günstige ersetzt wurden. So nutzen Knorr-Produkte ein rechtliches Schlupfloch aus: Weil nicht festgelegt ist, wie viel Fleisch in einer Rinder-Brühe sein muss, findet sich in zahlreichen Produkten nur noch eine sehr geringe Menge. Die Doku lässt Expertinnen und Experten zu Wort kommen und gibt einen Einblick hinter die Kulissen der Lebensmittelindustrie. Denn viele der Tricks der Konzerne sind ohne fachkundige Hilfe längst nicht mehr zu durchschauen.
Cold Cases. Ungelöste Kriminalfälle der Geschichte
D 2023
45'
Ungelöste Kriminalfälle, auch "Cold Cases" genannt, faszinieren. Wo Ermittler im Dunkeln tappen, Zeugen fehlen oder Spuren in die Irre führen, kommen Verbrecher ungestraft davon. "Terra X History" untersucht drei große Kriminalfälle der Geschichte. Mithilfe moderner Forensik werden die "Cold Cases" neu aufgerollt. Experten und Wissenschaftler gehen den Rätseln auf den Grund - mit überraschenden Wendungen. Da ist der Fall Marilyn Monroe, um deren Tod sich ein Wirrwarr widersprüchlicher Indizien rankt, oder das Schicksal von Vincent van Gogh, dessen angeblicher Selbstmord noch immer Zweifel weckt. Zahlreiche Indizien weisen auf Fremdverschulden hin. Hat sich der berühmte Maler etwa gar nicht selbst umgebracht? Im Fall der Frankfurter "Edelprostituierten" Rosemarie Nitribitt scheint es, als seien die wahren Täter davongekommen. Mit detaillierter Recherche liefert "Terra X History" ein Gesamtbild der Fälle, das Geschichte als Krimi erlebbar macht.
Werner "Mucki" Pinzner beteiligte sich 1975 an einem Raubüberfall, bei dem ein Mann erschossen wurde. Pinzner wurde gefasst und kam in Haft. Noch im Gefängnis besorgte er sich eine Waffe. Er beging erste Auftragsmorde als Freigänger im offenen Vollzug. Mitte der 80er versuchten Banden aus dem Rotlichtmilieu in Hamburg, ihre Reviere neu aufzuteilen. Pinzner liquidierte bis zu seiner erneuten Verhaftung kaltblütig vermutlich elf Menschen. 1986 wählte Pinzner einen aufsehenerregenden Abgang: Er überzeugte seine Anwältin, eine Pistole für ihn zu besorgen. Dann bat er um einen Termin beim Staatsanwalt: Er wolle die Auftraggeber seiner Morde nennen. Pinzners Frau begleitet ihn zum Termin. Der Staatsanwalt beginnt das Gespräch salopp mit den Worten: "Na, dann schießen Sie mal los!" Pinzner zieht seine Waffe, erschießt den Staatsanwalt, seine Frau und sich selbst.
Am 25. März 1996 wird Tabak-Erbe Jan Philipp Reemtsma entführt. Erst nach 33 Tagen kommt Reemtsma frei. Es ist eine der spektakulärsten Entführungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Kidnapper überraschen Reemtsma am Abend, als er auf dem Weg zu seinem Arbeitshaus ist. Sie hinterlassen einen Brief, in dem sie 20 Millionen D-Mark Lösegeld fordern und dass weder Polizei noch Presse eingeschaltet werden. Die Familie entscheidet sich dennoch, die Polizei zu alarmieren. Die Ermittler müssen äußerst vorsichtig vorgehen, denn sie dürfen unter keinen Umständen bemerkt werden. Jan Philipp Reemtsma wird von den Entführern in einen Keller gesperrt. Er ist angekettet, im Raum sind nur eine Matratze, ein Schreibtisch und eine Toilette. Erst am 3. April melden sich die Entführer mit Anweisungen für eine erste Geldübergabe. Die Ehefrau und ein befreundeter Anwalt sollen zu einer bestimmten Kreuzung in Hamburg fahren. Sie finden die Stelle und den nächsten Hinweis. Nun sollen sie auf ein Blinklicht achten - doch sie sehen keins. Auch der versprochene Hinweis an einem Verkehrsschild ist nicht deponiert. Die Übergabe scheitert. Nach einiger Zeit schlägt auch der zweite Versuch fehl. Nach zwei gescheiterten Übergaben erhöhen die Entführer das Lösegeld auf 30 Millionen D-Mark. Die Familie setzt die Polizei vor die Tür. Zwei neutrale Geldboten übernehmen die dritte und erfolgreiche Übergabe. Erst nach 33 Tagen kommt Reemtsma wieder frei. Wer steckt hinter dieser Tat? Warum sind zwei Übergaben gescheitert? Und was ist mit dem ganzen Geld passiert? Der Profiler Axel Petermann und die Psychologin Katinka Keckeis auf den Spuren von Jan Philipp Reemtsma.
Warum töten Männer Kinder? Wie werden sie zu Mördern? Und können sie jemals therapiert werden? Im Mittelpunkt des Filmes steht Jürgen Bartsch, der "Kirmesmörder". Er ist einer der berühmtesten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Jürgen Bartsch seinen ersten Mord begeht, ist er selbst noch ein halbes Kind: Mit 15 tötet er den achtjährigen Klaus-Herrmann Jung. Drei weitere Morde folgen. Bartsch sucht sich seine Opfer auf Rummelplätzen, vergeht sich sexuell an ihnen. Nach den Taten erwürgt oder erschlägt er seine Opfer, zerstückelt die Leichen mit einem Messer und versteckt die Überreste in einem Luftschutzstollen. In der Dokumentationsreihe werden große Kriminalfälle der Geschichte mit einem eigenen Ansatz erzählt. Es werden parallel die Geschichten von Täter und Opfer aufgegriffen. Was machte den einen zum Täter, den anderen zum Opfer? Erzählt wird die Geschichte von zwei Menschen, die in einem schicksalhaften Moment aneinandergeraten.
Nordfriesland im August 2004: Eine Jugendliche kehrt von einer Party nicht zurück. Wochen später finden Bauarbeiter die Leiche einer jungen Frau. Ist die Tote die vermisste 15-Jährige? Die Polizei sucht in alle Richtungen. Dabei stößt sie auf weitere Straftaten im Umfeld des Mädchens. Zwei Jahre später ein weiterer mysteriöser Mord. Der Tote - ein unauffälliger Erntehelfer. Er wird regelrecht hingerichtet. Was haben die beiden Morde gemeinsam? Zwei völlig unterschiedliche Verbrechen, und dennoch haben die Ermittler einen ungeheuerlichen Verdacht: Mord an einer Schülerin. Die Leiche lässt keinen Rückschluss auf die Todesursache mehr zu. War es vielleicht eine sexuell motivierte Tat? Denn die Hose des Mädchens war geöffnet. Und - ein Erntehelfer wird auf der Heimfahrt von einem Familientreffen im Auto erschossen. Die Psychologin Katinka Keckeis und der ehemalige Profiler Axel Petermann untersuchen die Ereignisse von damals. Sie reisen an die Tatorte, sprechen mit den Ermittlern und rekonstruieren die Jagd auf den Täter.
1982 stirbt die 14-jährige Kalinka im Sommerurlaub am Bodensee. Ihr Vater glaubt, den Mörder zu kennen, und kämpft darum, ihn zu überführen - fast 30 Jahre lang. Unter Verdacht: Kalinkas Stiefvater - ein angesehener Arzt. Hat er das Mädchen mit einer Spritze betäubt und missbraucht? Nachweisen lässt sich ihm lange Zeit nichts. Profiler Axel Petermann und Psychologin Katinka Keckeis auf den Spuren des spektakulären Falls. Kalinka B. ist ein kerngesundes Mädchen aus Frankreich, das die Ferien bei Mutter und Stiefvater am Bodensee verbringt. Am Morgen des 10. Juli 1982 liegt die 14-Jährige tot in ihrem Bett. Wiederbelebungsversuche des Stiefvaters kommen zu spät. Die Obduktion verläuft äußerst dubios: Die Todesursache kann nicht geklärt werden, verdächtige Spuren an Kalinkas Körper werden nicht untersucht. Das Mädchen wird begraben - ohne weitere Ermittlungen. Als Kalinkas leiblicher Vater den Obduktionsbericht liest, bekommt er einen schlimmen Verdacht: Seine Tochter wurde getötet, vom Stiefvater. Sein jahrzehntelanger Kampf um Aufklärung und eine gerechte Strafe bleibt lange erfolglos. Die Beweislage reicht - zumindest den deutschen Behörden - nicht. Eine Anklage in Frankreich führt zu einem internationalen Justizskandal und diplomatischen Verwicklungen. Am Ende will Katinkas leiblicher Vater den Täter selbst vor Gericht bringen. Ein aufsehenerregender Fall, der die Menschen in Deutschland und Frankreich über Jahrzehnte in Atem hält.
In Mannheim wird ein 51-jähriger Italiener auf offener Straße erschossen. Ein Mord nach Mafia-Manier? Dafür spricht auch die großkalibrige Pistole mit Schalldämpfer. Aber vom Täter fehlt jede Spur, und die Polizei tappt über 20 Jahre im Dunkeln. Erst ein DNA-Test bringt Gewissheit. Der Mord wurde beauftragt und nicht nur mit Geld bezahlt. Eine Liebesnacht mit dem Mörder hat weitreichende Konsequenzen. Der Italiener Calogero C. wird 1990 auf offener Straße erschossen - zwei Schüsse in den Rücken, einen in den Kopf. Schon früh geht die Polizei allen Hinweisen nach. Könnte die Mafia ihre Finger im Spiel haben? Oder kommt der Mörder aus der eigenen Familie? Bereits zwei Jahre nach dem Mord melden sich die Söhne des Opfers bei der Polizei mit einer schier unglaublichen Aussage: Ihre Schwester und Mutter hätten einen Auftragskiller angeheuert, um Calogero C. aus dem Weg zu räumen. Nach mehreren Verhören gesteht die Tochter zunächst, zieht ihre Aussage dann aber wieder zurück. Die Polizei hat nichts in der Hand. Bis Jahre später ein weiterer Hinweis die Polizei erreicht. Der Täter soll nicht nur mit Geld, sondern auch mit Sex bezahlt worden sein. Das Unglaubliche: Diese Liebesnacht trug Früchte, und die DNA des Kindes kann den Täter nach über 20 Jahren überführen. Profiler Axel Petermann und Psychologin Katinka Keckeis rekonstruieren diesen spektakulären Kriminalfall. Sie schauen sich noch einmal den Tatort in Mannheim an, treffen auf Ermittler, Experten und Zeugen. Was macht den einen zum Täter, den anderen zum Opfer? Die Doku-Reihe erzählt bei großen Kriminalfällen der deutschen Historie parallel die Geschichten von Tätern und Opfern.
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
Verbotene Liebe - Queere Überlebende der NS-Diktatur
D 2026
45'
Verfolgt, gebrochen, vergessen? Drei queere Menschen beweisen im NS-Regime Entschlossenheit und großen Mut. Jannik Schümann, Julia Monro und Kerstin Thost suchen nach ihren Spuren. Ein schwuler KZ-Häftling, der überlebte und NS-Belastete zur Rechenschaft zog. Eine Transfrau, die den gewalttätigen Vater erschlug. Eine Rebellin, die für ihre jüdischen Freundinnen alles riskierte. Sie alle stehen im Licht dieser Dokumentation. "Verdorben. Krank. Asozial." So brandmarkten die Nationalsozialisten queere Menschen. Schwule Männer wurden nach dem verschärften Paragrafen 175 zu Zehntausenden verurteilt, etwa 15.000 in Konzentrationslager verschleppt. Transpersonen verfolgte man als "geisteskrank", lesbische Frauen als "asozial". Für den Film begeben sich Jannik Schümann, Julia Monro und Kerstin Thost erneut auf Spurensuche - und stoßen auf drei außergewöhnliche Lebensgeschichten. Biografien, die von Verfolgung und Erniedrigung, aber auch von Mut, Widerstand und unbändigem Überlebenswillen gezeichnet sind. Die Historikerin Dr. Anna Hájková, Pionierin der queeren Holocaust-Forschung, ordnet die Schicksale historisch ein. Jannik Schümann taucht ein in das Leben von Kurt Brüssow. Der Schauspieler wurde wegen seiner Homosexualität denunziert, dreimal nach Paragraf 175 verurteilt und 1941 ins KZ Auschwitz deportiert. Dort kastrierte ihn ein SS-Arzt zwangsweise. Brüssow überlebte die Hölle nur knapp. Nach dem Krieg wurde aus dem Opfer ein Ankläger: Bei den Münchner Spruchkammern konfrontierte er NS-Täter. Eine Entschädigung als NS-Opfer blieb ihm in der Bundesrepublik jedoch verwehrt, denn seine sexuelle Orientierung galt auch nach 1945 als Verbrechen. Kerstin Thost erforscht im Würzburger Staatsarchiv die Gestapo-Akten von Ilse Totzke. Die Musikerin trug gerne Anzug und Krawatte, verweigerte den Hitlergruß und hielt die Nürnberger Rassengesetze für Unrecht. Trotz Verfolgung durch die Gestapo hielt sie an ihren jüdischen Freundinnen fest - und half ihnen bei der Flucht in die Schweiz. Nach einem missglückten Fluchtversuch wurde sie 1943 ins KZ Ravensbrück deportiert. Nur mit knapper Not überlebte sie. 1995 ehrte die Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" sie als "Gerechte unter den Völkern". Julia Monro erkundet das Gründerzeitmuseum in Berlin-Mahlsdorf - und taucht ein in das Leben einer außergewöhnlichen Frau. Charlotte von Mahlsdorf sah sich immer als Frau und war fasziniert von der Berliner Gründerzeit. Ihre Identität lebte sie mit Beharrlichkeit. Als Jugendliche erschlug sie ihren gewalttätigen Nazi-Vater, der die Familie mit der Waffe bedrohte. Nach 1945 wurde sie zur Berliner Ikone: Ihr Gründerzeitmuseum bot queeren Menschen in der DDR einen Schutzraum. Durch ihre Autobiografie "Ich bin meine eigene Frau", verfilmt von Regisseur und queerer Ikone Rosa von Praunheim, wurde sie deutschlandweit bekannt. Drei Schicksale, die zeigen: Selbst unter brutalster Verfolgung bewahrten queere Menschen ihre Identität - und leisteten sogar Widerstand. Gegen ein Regime, das sie auslöschen wollte.
Warum wurden Schwule, Lesben und Transpersonen im Nationalsozialismus verfolgt? Die Dokumentation zeigt, wie die Nazis Strafen verschärften und queere Menschen terrorisierten. Drei ergreifende Schicksale zeigen, wie Homosexuelle in der NS-Zeit unterdrückt wurden, aber auch, wie sie lebten und überlebten. Ihren Geschichten gehen der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivistinnen Kerstin Thost und Julia Monro nach. Sexuelle Minderheiten wurden von den Nazis unterdrückt, eingesperrt und ermordet. Der Paragraf 175 kriminalisierte in der NS-Zeit homosexuelle Männer - doch die Nazis diskriminierten auch Lesben und Transpersonen. Sie sollten aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen werden. Mehr als 50.000 queere Menschen wurden nachweislich verfolgt. Die Dokumentation beleuchtet drei ergreifende Schicksale im Kontext des NS-Terrors: Elli Smula wurde als lesbische Frau verfolgt, Liddy Bacroff als "Transvestit" von den Behörden schikaniert und Rudolf Brazda wegen seiner Homosexualität im KZ Buchenwald inhaftiert. Um ihre Geschichten zu erzählen, gehen der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivistinnen Julia Monro und Kerstin Thost auf Spurensuche in Archiven und sprechen mit Historikerinnen und Historikern. Sie erfahren, wie manche es trotz widrigster Umstände schafften, ihre Identität auszuleben und sich als queerer Mensch in der NS-Zeit zu behaupten. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten endete die liberale Ära der 1920er-Jahre abrupt. Die "Seuche der homosexuellen Liebe" sollte laut Naziideologie ausgerottet werden. SS-Chef Heinrich Himmler gründete die "Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung" und erklärte Homosexuelle zu Staatsfeinden. Schon ab 1934 wurden nahezu alle Treffpunkte für queere Menschen durch die Nationalsozialisten zerstört. Razzien und Verhöre mit Folter gehörten zum Repertoire der Verfolger. Neben Polizei und Gestapo beteiligten sich auch Juristen und Mediziner an der Verfolgung sexueller Minderheiten. Die Akten zeigen: Etwa 50.000 homosexuelle Männer wurden zwischen 1933 und 1945 wegen Verstößen gegen Paragraf 175 verurteilt. Ihr Weg führte nicht nur in die Zuchthäuser, sondern oft auch in die Konzentrationslager. Die Verfolgung von Lesben und Transpersonen ist schwieriger nachzuzeichnen, da die Strafverfolgung in der NS-Justiz für sie keine eigene Kategorie vorsah. Doch auch für sie fand das Regime eigene Methoden der Verfolgung. Mit dem Ende des Nationalsozialismus blieb das Unrecht, das man homosexuellen Menschen und Transpersonen angetan hatte, lange ungesühnt. Denn sie blieben auch nach 1945 gesellschaftlich unerwünscht. Erst 2023 wurde ihnen im Bundestag offiziell gedacht. Eine Entschädigung haben die meisten für das erlittene Unrecht nie erhalten.
Verbotene Liebe - Queere Schicksale in der NS-Diktatur
D 2024
40'
Verfolgt, verhaftet und weggesperrt. Queeren Menschen drohte in der NS-Diktatur großes Leid - und sogar der Tod. Selten wagten es homosexuelle Personen und Transpersonen, sich zu outen. Ein Coming-out im Nationalsozialismus bedeutete gesellschaftliche Verachtung, Ausgrenzung und Strafverfolgung. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche dreier queerer Menschen in der NS-Zeit: Fritz Spangenberg, Gerd Kubbe und Nelly Mousset-Vos. Die Nationalsozialisten verachteten queere Menschen als "entartet". Sexuelle Minderheiten wurden systematisch diskriminiert, verfolgt und ermordet. Für die Dokumentation begeben sich der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivistinnen Julia Monro und Kerstin Thost auf eine Spurensuche nach drei historischen Schicksalen. Sie bringen bewegende Lebensgeschichten ans Licht, die von Recht und Unrecht, Freiheit, Liebe, Widerstandskraft und Überlebenswillen erzählen. Dabei zeigt sich, wie manche es trotz widrigster Umstände schafften, ihre Identität zu leben. Queere Menschen wurden ausgegrenzt und als Feinde der "deutschen Rasse" gebrandmarkt. Auf Basis des Paragrafen 175, der Homosexualität zwischen Männern verbot, verurteilte das Naziregime Zehntausende schwule Männer. Etwa 15.000 wurden in Konzentrationslager deportiert, viele dort ermordet. Ein rosafarbener Stoffwinkel war dort ihr Erkennungszeichen, der sie auch in der Lagerhierarchie zu verachteten Außenseitern machte. Sexuelle Beziehungen zwischen Frauen waren in der NS-Zeit nicht explizit durch Gesetze verboten. Trotzdem zerschlug das NS-Regime die queere Szene, nicht nur in Deutschland, sondern auch als Besatzer in ganz Europa. Für queere Frauen begann eine Zeit der Unterdrückung und Angst. Transpersonen und gender-nonkonforme Menschen lehnten die Nazis ebenso ab wie Homosexuelle, da sie ihrem Ideal eines "gesunden Volkskörpers" widersprachen. Den Wunsch, in einer eigenen Geschlechtsidentität zu leben, verachtete man als Geisteskrankheit. Daher verfolgte man auch Transpersonen mit gnadenloser Härte. Der Schauspieler Jannik Schümann sucht nach Spuren des Jungapothekers Fritz Spangenberg, der im Zweiten Weltkrieg auf der Seite der Wehrmacht kämpfen musste. Fritz wurde wegen seiner Homosexualität denunziert und nach Paragraf 175 verurteilt. Gesellschaftlich geächtet und zum einfachen Soldaten degradiert, inhaftierte ihn das Regime für neun Monate im Wehrmachtsgefängnis von Torgau an der Elbe. Doch auch nach dem Gefängnis verfolgte ihn das Stigma als schwuler Soldat. Er wurde an die Front zurückgeschickt, um sich in einer Strafeinheit "zu bewähren". Doch diese Einheiten waren Todeskommandos. Spangenberg galt schon wenige Wochen später, am 9. Februar 1944, als vermisst. Jannik Schümann trifft Klaus Dieter Spangenberg, der über 15 Jahre hinweg Dokumente und Briefe aus Familien- und Wehrmachtsarchiven untersucht hat, um das Schicksal seines Großonkels zu rekonstruieren. Aktivistin Julia Monro erforscht das Schicksal des Transmannes Gerd Kubbe. Er lebte und arbeitete in der Weimarer Zeit offen als Mann. Von niemandem wollte er sich sagen lassen, wie er zu leben hatte und wie er sich kleiden sollte. Doch die Nationalsozialisten tolerierten keine Transpersonen. Gerd bekam 1933 seinen "Transvestitenschein" entzogen, der ihm das Tragen von Männerkleidung amtlich erlaubte. Als er sich dem Verbot widersetzte, wurde er im Januar 1938 wegen "Transvestismus" auf Anordnung von Reinhard Heydrich in sogenannte Schutzhaft genommen und im Konzentrationslager Lichtenburg ohne Prozess inhaftiert. Dort herrschten katastrophale Haftbedingungen. Kubbe überstand die Hölle und setzte sich gegen das Regime durch. Im Oktober 1938 wurde er freigelassen. Er erhielt sogar eine erneute Sondergenehmigung von der Gestapo, sodass er weiterhin Männerkleidung tragen und einen männlichen Vornamen verwenden durfte. Julia Monro erkundet die Spuren dieses bemerkenswerten Transmannes. Kerstin Thost, ebenfalls Aktivistin, enthüllt die bewegende Liebesgeschichte zwischen Nadine Hwang und Nelly Mousset-Vos. Die beiden verband eine unglaubliche Beziehung, die sie durch die dunkelsten Zeiten des Zweiten Weltkrieges trug. Sie lernten sich am Heiligabend 1944 als Insassen im Konzentrationslager Ravensbrück kennen. Nelly, eine belgische Opernsängerin und Widerstandskämpferin, und Nadine, eine Juristin und Pilotin mit chinesischen Wurzeln, fanden inmitten der Grausamkeiten Trost und Halt in ihrer Beziehung. Sie lebten ihre Liebe im Geheimen, unter den extremen Bedingungen des Lagers, trotz der ständigen Gefahr und drohenden Strafen. Es gelang ihnen, zu überleben und sich nach der Befreiung wiederzufinden. Nach dem Krieg lebten sie ihr Glück in Caracas, Venezuela. Doch sie hielten ihre Beziehung geheim. Für Kersti
Oskar Schindler steht für Eigenschaften, die während der Nazidiktatur selten waren: Menschlichkeit und Mut. Steven Spielberg setzte ihm mit "Schindlers Liste" ein filmisches Denkmal. Als Vorlage für Itzhak Stern, dem jüdischen Sekretär, diente das Leben von Mietek Pemper. Helene Hirsch, die Haushälterin des SS-Hauptsturmführers Amon Göth, heißt in Wirklichkeit Helene Rosenzweig. Der Film hat beide in ihrer Heimat besucht.
Die zwei Gesichter des Fabrikanten Ernst Leitz II: Er war Mitglied in Hitlers NSDAP und rettete jüdische Freunde und Familien vor dem Tod. Wie die Familie Ehrenfeld aus Frankfurt. Diesen Antagonismus deckt Fotograf und Rabbi Frank Dabba Smith auf. Seit seiner Jugend fotografiert er mit einer Leica-Kamera. Und stößt damit auf die Geschichte der geretteten Familie Ehrenfeld. In Deutschland trifft er auf den Enkel der Familie Leitz. Für Frank Dabba Smith gibt es keine Schwarz-Weiß-Betrachtungen. Schon als junger Mann reiste er aus diesem Grund nach Deutschland - das Land, das einerseits für die Tötung seiner Verwandten in Polen verantwortlich ist, andererseits aber auch seine größte Leidenschaft hervorgebracht hat: das Fotografieren mit der Leica-Kleinbildkamera. Als Student hatte Frank gelesen, dass Leica-Firmenchef Ernst Leitz II den Juden während des Naziregimes geholfen haben soll. Daraufhin nahm er Kontakt zur Familie Leitz auf. Der Enkel Knut Kühn-Leitz wusste nichts von all dem. Bis zu dessen Tod hatte der Großvater nie etwas aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählt. Die Familie war sich zunächst nicht sicher, ob sie überhaupt Nachforschungen über die Vergangenheit anstellen sollte, doch Frank überzeugte sie. So kam ans Licht, dass Ernst Leitz II vielen Verfolgten geholfen hatte. Dazu gehörte unter anderem die Familie von Heinrich Ehrenfeld, Inhaber eines Frankfurter Kaufhauses. In den USA angekommen, änderte die Familie ihren Namen von Ehrenfeld zu Enfield und verkaufte Leica-Kameras. Die Enkelin Jill Enfield ist Fotografin und seit Jahren mit Frank in Kontakt - so hat sie viel Unbekanntes von ihren Großeltern erfahren. Der Dokumentarfilm führt an Originalschauplätze in Wetzlar, New York und Frankfurt am Main. Neben Frank Dabba Smith und Jill Enfield nimmt auch Oliver Nass, Urenkel von Ernst Leitz II, Stellung zu den damaligen Ereignissen.
Die Doku erzählt die Geschichten von Opfern und Tätern, deren Wege sich im KZ Auschwitz kreuzen. Darunter Anita Lasker-Wallfisch, ein heimliches Liebespaar und der SS-Arzt Josef Mengele. Im KZ-Alltag bestimmten Hunger, Zwangsarbeit und ständige Todesangst das Leben. Funktionshäftlinge mussten über andere entscheiden, heimliche Begegnungen bedeuteten Lebensgefahr. Die Doku zeigt, wie Hoffnung trotz Terror und Gewalt aufrechterhalten wurde. Die 1925 in Breslau geborene Jüdin Anita Lasker-Wallfisch ist eine der letzten Holocaust-Überlebenden von Auschwitz. 1943 wird sie in die Todesfabrik deportiert. Im Interview erinnert sich die heute Hundertjährige an "den Wahnsinn, der damals geschehen ist". Das KZ Auschwitz wird 1940 als Gefangenenlager für polnische Häftlinge eingerichtet. Ab 1943 wird es zum zentralen Ort des Holocaust. Die junge Helen "Zipi" Spitzer kommt mit dem ersten Transport jüdischer Frauen in Auschwitz an und wird Arbeitssklavin. Bald darauf wird sie für die Schreibstube des Lagers eingeteilt und muss Listen führen - über die Lebenden und die Toten. Die junge Slowakin gehört damit zu den sogenannten Funktionshäftlingen, die beim Betrieb des Lagers helfen müssen, um zu überleben. In Auschwitz lernt sie den polnisch-jüdischen Mithäftling David Wisnia kennen. Beide verlieben sich ineinander und treffen sich heimlich. Eine gefährliche Beziehung, die für das Paar den Tod bedeuten kann. Helen Spitzer und Anita Lasker müssen im Mädchenorchester von Auschwitz spielen. Anita beherrscht das Cello. Sie muss auch dem SS-Arzt Josef Mengele vorspielen. Bei den sogenannten Selektionen entscheidet er, welche der ankommenden Häftlinge als arbeitsfähig eingestuft werden und welche in die Gaskammern geschickt werden. Der Lagerarzt nutzt seine Macht in Auschwitz auch, um pseudowissenschaftliche "Beweise" für die NS-Rassenideologie zu finden. Zu den Opfern, die er für seine medizinischen Experimente missbraucht, gehören die zehnjährigen Zwillinge Eva und Miriam Mozes. Auch die junge SS-Aufseherin Irma Grese terrorisiert die Häftlinge. Sie lässt sich dafür eine spezielle Peitsche anfertigen. Als sie ungewollt schwanger wird, zwingt sie die jüdische Ärztin Gisella Perl, eine Abtreibung bei ihr vorzunehmen. Perl führt in Auschwitz ansonsten heimlich Abtreibungen bei Häftlingen durch, um ihnen das Leben zu retten. Denn werdende Mütter gelten als nutzlos für die Arbeit und werden sofort vergast. Die Dokumentation begleitet die Geschichten der Häftlinge und Täter über die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 hinaus. Sie zeigt, wie die Gefangenen die Todesfabrik überlebt haben und wie mit ihren Peinigern nach dem Zweiten Weltkrieg verfahren wird. Die ehemaligen Häftlinge schlagen unterschiedliche Lebenswege ein. Nur die Wege des Liebespaares Helen Spitzer und David Wisnia kreuzen sich erneut - allerdings erst 72 Jahre später.
Jüdischer Widerstand - Nicht wie Lämmer zur Schlachtbank
D 2025
45'
Sie kämpften im Ghetto, in den Wäldern und selbst noch im Vernichtungslager gegen ihre Verfolger. Und doch sind die Frauen und Männer des jüdischen Widerstands bis heute weitgehend unbekannt. Die Gruppe um Simon und Gusta Draenger, die in Krakau spektakuläre Anschläge verübte, oder Marianne Cohn, die 200 jüdische Kinder in die Schweiz schleuste - sie stehen beispielhaft für viele jüdische Widerstandskämpfer, die ihren Mut meist mit dem Leben bezahlten. Beim Gedenken an die Shoah stehen die Opfer im Mittelpunkt. Wenig beachtet wird dabei, dass die Verfolgten sich keineswegs durchgängig "wie Lämmer zur Schlachtbank" führen ließen. Die jüdische Gegenwehr gegen den Völkermord war zahlreich, vielschichtig und unerschrocken, obwohl sie fast keine Chancen auf Erfolg hatte. Die Dokumentation zeigt ein Kapitel der Geschichte, das lange vernachlässigt wurde.