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ONE PHOENIX
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ZDFinfo Doku
Faszination Weltraum - Reiseführer zum Mond DOKUMENTATION, D 2019
Der Weltraum - unendliche Weiten, Planeten, Monde, Zwergsterne, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat - ach, Quatsch! Wie wär's mit einer Reise zum Mond? Mal was anderes. Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich nimmt die Zuschauer mit ins Universum und stellt den Mond als potenzielles Reiseziel vor. Wann wäre die beste Reisezeit, wie wird das Wetter, und was sollte man einpacken, wenn man zu unserem Nachbartrabanten reisen will? Tatsächlich forschen schon viele Wissenschaftler daran, wie man auf dem Mond leben könnte. Wie sehen die sterneverdächtigsten Unterkünfte aus, wie schmeckt das Essen, und welche Freizeitaktivitäten jenseits von Staubwanderungen und Golfbälle schlagen bieten sich an? Der Reiseführer zum Mond gibt praktische Tipps für intergalaktische Reisende und vermittelt vor allem jede Menge Wissenswertes - auch für Zuschauer, die jetzt noch keine Mondreise gebucht haben und eher auf der Erde bleiben wollen.
ZDFinfo Doku
Das größte Abenteuer der Menschheit GESCHICHTE Geheimnisse des Apollo-Programms, D 2015
Die Mondlandung war nur vor dem Hintergrund des Kalten Krieges möglich. Eine unglaubliche Geld- und Ressourcenverschwendung, wie sie so heute nicht mehr möglich wäre. Nur, damit jemand seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzt. Doch wozu? Aber: Über diese Leistung wird man noch in 1000 Jahren reden, sofern es die Menschheit dann noch gibt. Und das war die Dollars wert. Das Geld wäre sonst für weitere Atomraketen ausgegeben worden - oder die Bankenrettung. Menschheitsprojekte wie das Apollo-Raumfahrtprogramm der Amerikaner sind teuer, scheinbar "sinnlos". Aber am Ende haben sie eine historische Größe. Und eine Bedeutung.
ZDFinfo Doku
forum am freitag KIRCHE UND RELIGION
Das Format bietet Einblicke in die Welt der Muslime in Deutschland. Von konservativ bis liberal, von politisch über kulturell bis religiös oder theologisch sind alle Lebenseinstellungen zu finden.
ZDFinfo
heute Xpress NACHRICHTEN
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
ZDFinfo Show
Frontal 21 INFOMAGAZIN, D 2020
Für Empörung haben die Beiträge schon des Öfteren gesorgt. Denn die knallharten Recherchen decken auf, was bisher politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich im Verborgenen lag.
ZDFinfo Doku
auslandsjournal AUSLANDSREPORTAGE, D 2020
Wer wissen will, was außerhalb des Landes auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne passiert, der ist hier richtig: Das Magazin liefert in ausführlichen und unterhaltsamen Beiträgen Antworten.
ZDFinfo Doku
Der Teenager-Killer - Familiendrama in Südafrika RECHT UND KRIMINALITÄT, ZA 2015
Blutbefleckt stürmt der 15-jährige Don Steenkamp am Ostermontag 2012 in die Polizeidienststelle von Griekwastad in Südafrika. "Sie sind alle tot", schreit er den bestürzten Beamten entgegen. Der Junge berichtet, seine Familie auf der Farm sei von Unbekannten ermordet worden. Nur er habe in einem Versteck überlebt. Doch die Polizei hegt Zweifel: Wieso verschonten die Täter den Teenager? Warum wurde nichts gestohlen? Wieso ließen sie die Tatwaffen zurück? Unstimmigkeiten am Tatort führen die Ermittler zu einer düsteren Erkenntnis. Das Familiendrama erschüttert ganz Südafrika. Ist es ein typischer Farm-Angriff, oder steckt ein noch abscheulicheres Motiv dahinter? Der Film rekonstruiert den Tathergang und begleitet Ermittler, Psychologen, Nachbarn und Angehörige während des Gerichtsprozesses.
ZDFinfo Doku
Kinder der Gewalt - Guatemalas Jugendbanden GESELLSCHAFT UND SOZIALES, F 2019
Guatemala gehört zu den ärmsten Ländern der Welt - und zu den gefährlichsten. In den überbevölkerten Favelas herrschen brutale Jugendbanden: die sogenannten Maras. Die meist jugendlichen Bandenmitglieder morden und rauben und terrorisieren die Bevölkerung. Die Polizei schafft es kaum, den Maras Einhalt zu gebieten. So scheinen für die Bürger illegale lokale Milizen die einzige Möglichkeit zu sein, die eigene Familie zu schützen. In der Favela Villanueva lebt Pedro, ein hochrangiges Mitglied der Latino-Gang "Barrio 18". Im Alter von 32 Jahren ist es fast schon ein Wunder, dass er noch lebt: Denn selten werden Mitglieder der Maras älter als 25. Die Polizei versucht, die Straßen-Gangs zu kontrollieren, doch den Polizisten fehlen die Mittel. Sogar ihre Munition müssen sie teilweise selbst finanzieren. Viele Bürger fühlen sich den gewalttätigen Banden schutzlos ausgeliefert - und greifen ihrerseits zu den Waffen. Einige gründen lokale Bürgerwehren, um die Maras direkt zu bekämpfen.
ZDFinfo Doku
Kolumbiens verlorene Kinder - Zwischen Mord und Prostitution GESELLSCHAFT UND SOZIALES, GB 2019
Kindheit und Jugend in den Elendsvierteln von Bogotá und Medellín sind oftmals geprägt von Gewalt und Tod. Kriminelle Banden missbrauchen Minderjährige für Prostitution, Raub und Mord. Gang-Mitglieder, Prostituierte und Auftragsmörderinnen im Teenageralter berichten von ihrem Alltag. Die Doku erzählt aber auch von Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise versuchen, diesen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. So bietet die stets offene Kirche von Pater Juan, der gleichzeitig Sozialarbeiter ist, den Jugendlichen einen Ort, wo sie entspannen und ihre Probleme vergessen können: beim Sport, beim Tanzen oder beim gemeinsamen Essen. Der ehemalige Straftäter Jaime hingegen gibt Trainingsstunden in Kampfsport und bringt seinen Schützlingen Disziplin bei. Und Juan, ein früherer Bandenchef, setzt sich für die Entwaffnung der Banden ein.
ZDFinfo Doku
Missbrauch im Indianerreservat - Ein Kinderarzt vor Gericht DOKUMENTATION, USA 2019
Ein Kinderarzt zieht über Jahrzehnte von Indianerreservat zu Indianerreservat und missbraucht Jungen aus der indigenen US-amerikanischen Bevölkerung. Die Behörden schauen weg. Im Januar 2019 wurde der 70-jährige Dr. Stanley Weber zu mehr als 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiteres Verfahren läuft. Nach fast 30 Jahren weiß immer noch niemand, wie viele Opfer es wirklich gibt. Und wie viele Personen weggesehen haben, statt ihn zu stoppen.
ZDFinfo Doku
Die Erben der Mafia - Italiens junge Paten DOKUMENTATION, I 2019
Sie sind das neue Gesicht der Mafia: junge brutale Gangster, die Italien in Angst und Schrecken versetzen - eine neue Welle der Gewalt, skrupelloser als jemals zuvor. Sie lösen die alten Paten ab, die nach einer Verhaftungswelle Anfang der 2000er-Jahre oft lange Haftstrafen absitzen. Heute terrorisieren die "Baby-Bosse" ganze Stadtviertel. Sie sind häufig drogensüchtig und sterben meist jung bei ständigen Bandenkriegen. Schutzgelderpressung, Korruption, Drogen- und Waffenhandel - die Geschäfte der Camorra in Neapel und der 'Ndrangheta in Mailand florieren in den Händen der neuen Paten. "Baby-Bosse" nennen sie die Italiener. Viele sind gerade erst 15 bis 25 Jahre alt, doch ihre bedingungslose Bereitschaft, alles für das schnelle Geld zu tun, und Drogensucht machen sie brutaler und unberechenbarer als ihre Vorgänger. Das Sondereinsatzkommando "Falchi" der italienischen Polizei jagt die Jugendgangs. Doch kaum nehmen die Ermittler einzelne Straftäter fest, sorgen trickreiche Strafverteidiger für deren Haftverschonung. Die, die weniger Glück haben, enden im Jugendstrafvollzug auf der Gefängnisinsel Nisida. Und wer noch weniger Glück hat, wird im Bandenkrieg, der pausenlos zwischen den Clans tobt, getötet. Über 80 Prozent der inhaftierten Jugendstraftäter werden wieder rückfällig und kehren ins Mafia-Milieu zurück. Wer stirbt, wird von immer jüngeren Nachrückern ersetzt. In Italien fehlt es an Lösungen, um die endlose Gewaltspirale der jugendlichen Mafia-Banden zu stoppen.
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Vermisst DOKUMENTATION Wenn Menschen spurlos verschwinden, D 2020
Wenn ein Mensch plötzlich verschwindet, tauchen Fragen auf: Will er sich entziehen? Wurde er entführt oder vielleicht sogar getötet? Die Ungewissheit hinterlässt gebrochene Familien. Jedes Jahr werden in Deutschland 100 000 Menschen als vermisst gemeldet. Die meisten tauchen nach zwei bis vier Tagen wieder auf, doch tausende bleiben verschwunden. Wie gehen Verwandte damit um? Welche Möglichkeiten haben sie, nach den Vermissten zu forschen? Der "37°"-Film widmet sich zwei Vermisstenfällen und geht der Frage nach, wie die Familienangehörigen die Ungewissheit verarbeiten. Sie müssen nicht nur mit ihrer eigenen Angst, sondern auch mit Spekulationen umgehen lernen, die von ihrer Umgebung an sie herangetragen werden. Der Film dokumentiert aber auch, was passiert, wenn plötzlich Gewissheit da ist und eine Familie mit dem Mord an einer Angehörigen konfrontiert wird. Edith und ihr Mann Dirk sind sich von Anfang an sicher: Anna ist nicht einfach abgehauen. Anna muss etwas zugestoßen sein. Von der Kinderbetreuerin fehlt seit dem 23. Juni 2019 jede Spur. Am Abend haben Edith und ihre Zwillingsschwester noch im Kreis der Familie zusammengesessen. Doch zum geplanten Mittagessen am nächsten Tag erscheint Anna, die nur 150 Meter entfernt wohnt, nicht. Die Familie hat einen Schlüssel zur Wohnung der Vermissten, doch das Schloss wurde ausgetauscht. Die beiden Hunde der 35-Jährigen, die sie niemals alleine gelassen hat, sind in der Wohnung. Für die Familie aus Gelsenkirchen ist in diesem Augenblick klar: Anna ist etwas passiert. Sie informieren die Polizei, die sechs Tage später, in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Essen, einen Suchaufruf veröffentlicht. 5000 Euro Belohnung werden für sachdienliche Hinweise ausgeschrieben. Die Familie lebt in einem Albtraum. "Die Ungewissheit bringt uns um", sagt der Schwager der Vermissten. Monate vergehen. Die Familie muss sich in dieser Zeit auch mit bürokratischen Anforderungen auseinandersetzen: Auflösung von laufenden Verträgen, Versicherungen und am Ende auch Annas Mietwohnung. Wochenlang war die von der Kriminalpolizei beschlagnahmt, weil die Spurensicherung nach Hinweisen suchte. "Wir können keine Krimis gucken, wir erleben einen realen Horror", sagt Dirk, der wie ein Schutzschild für Edith und ihre Eltern agiert. Seelische Unterstützung bekommt die Familie in dieser Zeit kaum. Die Kriminalbeamten gewähren keine Einblicke, immer mit der gleichen Begründung: " . dass aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine weiteren Auskünfte über den Ermittlungsstand erteilt werden." Wieder gehen Monate ins Land. Tränen und Trauer begleiten die Familie täglich. Dann die Wende im Fall Anna: Im November 2019 steht die Polizei vor der Tür und bringt der Familie die traurige Nachricht: Anna ist tot, sie wurde ermordet. Die Polizei hat einen Mann verhaftet, der Videos besitzt, auf denen die tote Anna zu sehen ist. Es handelt sich um eine Person, gegen die die Familie bereits einen Verdacht hegte. Doch die grausige Gewissheit bringt keine Ruhe. Annas Leiche wurde bisher nicht gefunden, weil der mutmaßliche Täter schweigt. Der katholischen Familie bleibt bislang der letzte Trost verwehrt. Sie können sich nicht würdevoll bei einem Begräbnis von Anna verabschieden. Liegt ein Tötungsdelikt vor, geht die Kriminalpolizei in den meisten Fällen von einer Beziehungstat aus. Auch Petra und Stephanie, die ältere und die jüngere Schwester von Heidi D. glauben nicht, dass Heidi Opfer eines zufälligen Verbrechens ist. Im November 2013 wurde die 49-jährige Postbotin zuletzt in der Nähe ihres Zuhauses in Nürnberg gesehen. Seither fehlt jede Spur. Fünf Tage nach ihrem Verschwinden leitet das Bundeskriminalamt eine öffentliche Fahndung ein. Ohne Ergebnis, doch da man Heidis Portemonnaie, ihren Personalausweis und ihr Handy in ihrem Haus findet, gehen die Fahnder von einem Gewaltverbrechen aus. Über sechs Jahre sind seither vergangen, in denen die Schwestern eine Achterbahn der Gefühle durchleben mussten. Wer innerhalb eines Jahres nicht zurückkehrt, bleibt laut Statistik des Bundeskriminalamtes meist für immer verschollen und wird spätestens nach zehn Jahren für tot erklärt. Petra ist als Abwesenheitspflegerin für die Vermisste eingesetzt, seit Jahren kümmert sie sich um die Vermögensverhältnisse von Heidi, hütet das Ersparte. Auch die Lieblingskleidung von Heidi haben sie und Stephanie behalten, für den Tag, an dem ihre Schwester hoffentlich wieder auftaucht. "Wir haben uns ein Versprechen gegeben", sagen Petra und Stephanie, "wir kämpfen für die Wahrheit bis zum Schluss". Doch immer wieder geraten beide in emotionale Grenzsituationen: Mal glau
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Verliebt, verheiratet, verrechnet REPORTAGE Frauen in der Geldfalle, D 2020
Tanja, Claudia und Andrea - drei Frauen und Mütter, ein Schicksal: Als ihre Kinder geboren wurden, haben sie sich finanziell voll und ganz auf ihre Ehemänner verlassen. Das althergebrachte Rollenverständnis "er arbeitet, und sie kümmert sich um den Haushalt und die Kinder" hat zunächst gut funktioniert. Doch dann kommt für die drei Frauen das böse Erwachen. Nach der Trennung stehen sie plötzlich vor einem existenzbedrohenden Desaster, müssen von jetzt auf gleich schauen, wie sie ihre Kinder und sich durchbringen - ein Neustart für die drei Frauen, den jede für sich auf ihre Art und Weise angeht. Vor der Ehe war Tanja erfolgreiche Fremdsprachenkorrespondentin, hat sogar mal mehr verdient als ihr Ehemann, ein Wirtschaftsprüfer. Doch nach der Geburt ihrer beiden Söhne musste ihr Mann karrierebedingt umziehen, nahm seine Frau und die Kinder mit, und für Tanja bedeutete das den Verzicht auf ihren Job. Sie war fortan für die Erziehung ihrer Kinder zuständig und arbeitete nur noch "geringfügig beschäftigt". Mit Anfang 50, nach der Scheidung, ist sie jetzt dabei, sich noch einmal eine eigene Existenz aufzubauen. Sie startet beruflich durch und arbeitet daran, sich den Traum von ihrem eigenen Modelabel zu verwirklichen. Auch die gelernte Krankenschwester Claudia hatte sich nach der Geburt ihrer beiden Kinder in Sachen Geld voll und ganz auf ihren Mann verlassen, hatte darauf vertraut, über ihn im Alter abgesichert zu sein. Doch nach 30 Jahren Ehe will er die Scheidung. Mit 59 zieht sie das erste Mal ohne Familie in eine kleine Wohnung und begibt sich auf Jobsuche. Alles auf null - und das mit Angst vor der drohenden Altersarmut. Claudia und Tanja sind keine Einzelfälle. In Deutschland arbeiten über 50 Prozent der Mütter in Teilzeit. Und in keinem anderen europäischen Land tragen Frauen anteilig so wenig zum Familieneinkommen bei. Wenn es schlecht für sie läuft, dann tappen diese Frauen direkt in die Armutsfalle. Noch viel zu häufig ist bei vielen Frauen ein Desinteresse an allen Geldangelegenheiten zu spüren, das sich auch kulturell erklären lässt. Bis 1962 durften Frauen in Westdeutschland nicht einmal ein eigenes Bankkonto eröffnen, und bis 1974 brauchten sie noch die Erlaubnis ihres Ehemannes, um überhaupt Geld verdienen zu dürfen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Und doch gibt es hierzulande leider heute noch den Trend bei vielen jungen Frauen, mit Heirat und Kindern die finanzielle Verantwortung dem Ehemann zu überlassen. Zum Beispiel die 32-jährige Andrea im Westerwald. Die Bäckereifachverkäuferin hatte vor der Geburt ihrer Kinder den Backshop in einer Tankstelle geleitet. Auch für sie bedeutete die Geburt ihrer Kinder das berufliche Aus. Die frühen Anfangszeiten hätte sie mit ihrer familiären Situation nicht vereinbaren können. So blieb sie zu Hause bei Tochter und Sohn und überließ das Geldverdienen ihrem Ehemann. Nach sieben Jahren steht auch sie vor der Scheidung. Da ihr Sohn erst ein Jahr alt ist und auf dem Land die Möglichkeiten der Kinderbetreuung schwierig sind, kommt für sie erst mal nur eine geringfügige Beschäftigung infrage. Die Reportage begleitet Andrea, Tanja und Claudia auf ihrem Weg, ihr Schicksal nach der Trennung zu meistern und einen Weg aus der "Geldfalle" zu finden.
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Die Sauberfrauen DOKUMENTATION Putzen ist ihr Leben, D 2020
Sie schrubben Böden, wienern Fenster, putzen Toiletten. Es ist harte körperliche Arbeit, meist wird sie von Frauen verrichtet. Wie kommen sie damit klar, dass sie den Dreck anderer wegmachen? Oft haben sie mehrere Putzstellen, hetzen von einem Ort zum nächsten, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen. Um ihren Job werden sie nicht gerade beneidet. So jedenfalls das Klischee. Stimmt es, oder gibt es Frauen, die den Job gern machen? Isa hat acht verschiedene Putzstellen. Die gebürtige Polin ist nach dem Abitur ins hessische Rödermark gezogen, wo sie sich als Reinigungskraft selbstständig gemacht hat. Dass Putzen sinnlos ist, dagegen wehrt sie sich vehement. "Schmutz erzählt Geschichten", sagt Isa, "darunter verbirgt sich oft Unerwartetes." Isa ist eine Frohnatur und seit 2007 Putzfrau aus Leidenschaft. "Beim Putzen kann ich entspannen, meine Gedanken sortieren und bleibe fit." Die alleinerziehende Mutter ist bei ihren Kunden beliebt, doch ihr Job geht auch ganz schön auf die Knochen. Steffi ist 48 und Toilettenfrau in einem Kaufhaus in Hamburg. Mit entwaffnender Freundlichkeit schwingt sie jeden Tag die Klobürste. Die Kunden kommen auf ihre Toilette, und Steffi nimmt sich danach gern Zeit für ein Gespräch. Zwischendurch greift sie immer wieder zur Gitarre und singt. Das macht sie in der "Szene" bekannt. Viele Prominente saßen schon auf ihren Toiletten. Wenn kein Betrieb ist, schreibt Steffi Gedichte. Ihr erstes Buch soll noch 2020 veröffentlicht werden. Bei Iris, 45, fällt es schwer zu glauben, sie habe ihren Traumberuf gefunden. Iris reinigt Leichenfundorte, vermüllte Wohnungen, Obdachlosenheime und putzt bei psychisch auffälligen Menschen, die betreut werden. Die zweifache Mutter lebt in Vechelde, hat fünf Angestellte und in den Jahren vieles gesehen, was anderen Menschen schlaflose Nächte bereiten würde. Die Herausforderungen sind immer wieder neu. Iris weiß genau, wie man Blutflecken beseitigt oder schlechte Gerüche entfernt. 14-Stunden-Arbeitstage sind keine Seltenheit, aber dafür verdient sie mehr als eine "normale" Putzkraft. Harte Arbeit und bescheidenes Gehalt. Was sind das für Menschen, die für andere putzen?
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Zuhause gesucht GESELLSCHAFT UND SOZIALES Wohnungslose Familien in Deutschland, D 2020
Seit 2014 ist die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland um 90 Prozent gestiegen. Bundesweit sind es etwa 680 000, allein in Berlin fast ein Viertel Familien mit Kindern. Und längst hat die Wohnungslosigkeit auch den Mittelstand erreicht. Gerade die explodierenden Mieten in den Städten machen es so schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Schon zwei Monate Mietrückstand reichen aus, um die Wohnung zu verlieren. Im Oktober 2019 landete Petra P. mit ihrem achtjährigen Sohn Deniz und ihrer schwer kranken Mutter im Obdachlosenheim. Auf 18 Quadratmetern leben sie zu dritt, das entspricht ungefähr der Größe von vier Tischtennisplatten. Und doch ist es für sie erst einmal viel: "Wir haben ein Zimmer, das ist besser, als auf der Straße zu leben." "37°" begleitet die Familie über sechs Monate im Wohnungslosenheim, in dem sie sich mit acht anderen wohnungslosen Familien Küche, Toilette und Dusche auf der Etage teilt. Privatsphäre gibt es nicht. Und was als Übergangslösung für wenige Wochen gedacht war, wird für Petra und ihre Familie schnell zu einer Sackgasse: "Wir haben schon 34 Wohnungsabsagen bekommen. Mit einem schlechten SCHUFA-Eintrag haben wir einfach keine Chance." Nur ein Vermieter mit Herz könnte ihnen und vor allem dem achtjährigen Deniz noch eine Zukunft geben. Lorina L. ist Sozialarbeiterin, ihr Lebensgefährte Anlagetechniker. Noch leben sie mit drei Kindern in ihrer Wohnung, aber schon seit vier Monaten ohne Mietvertrag, denn der Vermieter hat ihnen wegen Eigenbedarf gekündigt - und das, obwohl ihr viertes Kind in wenigen Wochen zur Welt kommt. Die Chance, bezahlbaren Wohnraum für sechs Personen zu finden, scheint aussichtslos: "Schon am Telefon winken Vermieter ab, vier Kinder seien zu viel. Wir kommen uns wie asozial abgestempelt vor, nur weil wir eine Großfamilie sind." Vor wenigen Tagen flatterte die Räumungsklage ins Haus, und der bald sechsköpfigen Familie droht nun die Obdachlosigkeit. "Wir wissen einfach nicht, wohin wir sollen. Die Notunterkunft ist voll, ein Albtraum, uns läuft die Zeit davon." Insgesamt fehlen 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen. Das bekommen auch Chris und Daniela zu spüren. Sie und ihr fünfjähriger Sohn Giulio verloren die Wohnung wegen Eigenbedarf. Beide arbeiten als Gebäudereiniger in Vollzeit, aber ihr Gehalt reicht nicht, um die horrenden Mieten zahlen zu können. Außerdem ist der Markt so eng, dass Chris und Daniela bei Besichtigungsterminen oft in langen Schlangen stehen, um eine günstig angebotene Wohnung überhaupt besichtigen zu können. "Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Wir standen schon zu hundert vor einer Tür." Auch sie landeten zunächst im Obdachlosenheim. "Da waren wir mit Suchtkranken zusammen, für unser Kind unzumutbar." Um ihr Kind zu schützen, sind sie in einer billigen Pension untergekommen und arbeiten in Schichten, einer nachts, der andere am Tag, damit immer einer beim Sohn bleiben kann. Ihre Wohnungssuche haben sie bereits aufs Land ausgeweitet, weil es hier billiger ist. "Wenigstens haben wir einen sicheren Job. Und wenn wir jeden Tag zwei Stunden Fahrtzeit bis zum Arbeitsplatz auf uns nehmen müssen, weil wir eine Wohnung im Dorf finden, Hauptsache wir haben endlich wieder ein Dach über dem Kopf." "37°" begleitet drei obdachlose Familien in ihrem Alltag ohne feste Bleibe und bei der verzweifelten Suche nach einer bezahlbaren Wohnung.
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Wutsache: Mindestlohn REPORTAGE, D 2020
Da geht man täglich zur Arbeit, aber am Monatsende bleibt vom Lohn kaum was übrig. Und schon rutscht man in die Miesen. Immer mehr Menschen fühlen sich trotz Vollzeitjob von Armut bedroht. Der Mindestlohn sollte Abhilfe schaffen. Er sei der wichtigste Baustein im Kampf gegen Armut: 9,35 Euro beträgt er seit Januar 2020. Gerade in Großstädten reicht dieses Gehalt gerade so, ein existenzsicherndes Niveau zu erreichen. Und oft genug wird er unterlaufen. Die Sondereinheit "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" des Zolls überwacht die Einhaltung des Mindestlohns. Auf dem Autobahnparkplatz nahe Gelsenkirchen findet eine Kontrolle statt. 20 Zollbeamte winken vor allem die flinken Lieferwagen der Paketzusteller raus. Sie überprüfen die Papiere und wollen wissen, wie viele Stunden der Mann hinterm Steuer arbeitet und wie hoch sein Verdienst ist. Manche Zusteller arbeiten länger, als sie bezahlt werden, um alle Pakete zuzustellen. Das wäre dann ein Verstoß gegen den Mindestlohn. Seit 2015 gibt es in Deutschland den gesetzlichen Mindestlohn. Die Zahl der Verstöße, die der Zoll feststellt, steigt. 2018 wurde in 2744 Fällen der Mindestlohn unterlaufen. Rund vier Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für den Mindestlohn. Es gibt vielfältige Tricks der Arbeitgeber, den Mindestlohn zu umgehen. So werden Friseurinnen oft nur in Teilzeit beschäftigt, tatsächlich arbeiten sie aber mehr als die vereinbarten 20 Stunden. Die Überstunden werden aber nicht bezahlt. Ähnlich verhält es sich bei Gebäudereinigern: Manche bekommen so viele Hausflure zugeteilt, dass das Pensum nicht in der normalen Arbeitszeit zu schaffen ist. Der 49-jährige Ömer in Berlin arbeitet regelmäßig seine Mittagspause durch, weil er sonst die vielen Häuser nicht richtig sauber machen kann. Bezahlt wird die Mehrarbeit nicht. Aber selbst wenn der Mindestlohn korrekt bezahlt wird, wie lebt man damit? Ömer muss in Berlin gut die Hälfte seines Verdienstes für die Miete aufwenden. "Miete zahlen und satt werden, mehr ist nicht drin", sagt Ömer. Es schmerzt ihn, dass er nicht genug verdient. Gern würde er seinen Sohn besser unterstützen. Susanne aus Bochum reinigt in einer Klinik die Krankenbetten. Sie hat ihr ganzes Leben gearbeitet und nie viel Lohn erhalten. In 18 Jahren geht sie in Rente. Mit dem Mindestlohn hat sie sich einen Rentenanspruch von rund 720 Euro erarbeitet. Mit der neuen Grundrente werden es vielleicht mal 950 Euro sein. Zum Leben wird das aber wohl auch nicht reichen. Sie stellt sich jetzt schon darauf ein, auch als Rentnerin noch weiterzuarbeiten. "Wutsache: Mindestlohn" ist Teil einer dreiteiligen Reihe der "ZDF.reportage". Ziel ist es, Themen, die die Bürger im Alltag als Ungerechtigkeit empfinden, darzustellen.
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Wutsache: Miete GESELLSCHAFT UND POLITIK, D 2020
In deutschen Städten explodieren die Mieten. Für viele Menschen wird das zum Problem. Denn sie haben keine Wahl. Die Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum ist groß. Kein Wunder, dass die Wut steigt. Die "ZDF.reportage" begleitet Menschen in Berlin, Frankfurt und München. Mieter, die ihre Wohnung verlassen müssen. Familien, die umziehen müssen, aber keine Unterkunft finden. Menschen, die sich von der Politik alleingelassen fühlen und wütend sind. In zehn Jahren haben sich in Berlin die Mieten im Schnitt verdoppelt. Auch ehemals günstige Bezirke sind unter Druck geraten. In Kreuzberg wehren sich die Mieter eines Hochhauses gegen die "Deutsche Wohnen". Sanierungen sind geplant - und anschließende Mieterhöhungen. Doch die kräftigen Aufschläge kann sich nicht jeder leisten - viele Menschen haben ein geringes Einkommen. Sie müssten dann ausziehen - aber wo sollen sie hin? Extrem ist die Lage schon lange in München. Die "ZDF.reportage" begleitet hier gleich mehrere Mieter bei ihrer verzweifelten Suche nach bezahlbarem Wohnraum: Die junge Polizistin Ina wurde aus Frankfurt in die bayerische Landeshauptstadt versetzt. Sie arbeitet in der Innenstadt - doch eine Wohnung dort scheint unbezahlbar. Was ist los, wenn Menschen, die die Städte am Laufen halten, ihre Mieten nicht zahlen können? Catharina ist alleinerziehende Mutter mit Baby. Dringend bräuchten die beiden eine größere Wohnung - bisher müssen sie mit einem Zimmer auskommen. Alles ist furchtbar eng, und wenn die Tochter abends schläft, dann bleibt für Catharina nur das Bad. Dort hockt sie auf der Toilette und sucht im Netz nach einer neuen Wohnung. Bisher vergeblich. Familie V. hat es besonders schwer getroffen. Die Eltern leben mit ihrem Sohn in einer Notunterkunft für Obdachlose. Ihnen wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt - und als sie nichts Bezahlbares fanden, wurde die Wohnung geräumt. Ein Jahr haben sie nun Zeit, etwas Neues zu suchen - dann müssen sie auch hier wieder raus. In Frankfurt müssen der Rentner Ulrich M. und seine Frau nach Jahrzehnten ihre Wohnung mit Garten räumen. Der Grund auch hier: Eigenbedarf der Vermieter. Dabei ist dem Ehepaar klar, dass sie in ihrem Kiez vermutlich nicht bleiben können. Die Mieten sind einfach zu hoch - sie müssen wohl raus aus Frankfurt.
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Wutsache: Abstiegsangst GESELLSCHAFT UND SOZIALES, D 2020
Millionen Deutsche arbeiten hart - und kommen doch nur schwer über die Runden. Selbst eine gute Ausbildung ist heute kein Garant mehr für ein Leben in gesichertem Wohlstand. Die Wachstumsraten in der deutschen Wirtschaft sind weiterhin hoch, dennoch schrumpft die Zahl derer, die zur klassischen Mittelschicht gehören, seit Jahren. Die Angst vor sozialem Abstieg und Altersarmut befällt immer mehr Menschen in der Mitte der Gesellschaft. Das Ehepaar Funk aus Berlin dachte früher, es könnte mit seinem Einkommen in Berlin gut leben. Heute sind Björn und seine Frau Julia ernüchtert und frustriert. Er arbeitet freiberuflich als Tontechniker. Sie ist als Logopädin fest angestellt. Mit ihrem Nettoeinkommen von rund 3200 Euro zählt das Paar zur Mittelschicht, aber das Geld reicht kaum, um die laufenden Kosten zu decken und die vierköpfige Familie finanziell über Wasser zu halten. An Sparen oder Altersvorsorge ist nicht zu denken. Auch eine größere Wohnung ist in Berlin unbezahlbar. Die wäre aber dringend notwendig. Die Familie lebt beengt in einer Dreizimmerwohnung: Die beiden Kinder Konrad und Lioba müssen sich ein Zimmer teilen. An das Versprechen "Wohlstand für alle" glaubt Familie Funk nicht mehr. Auch Olaf und Maren Könemann haben ein Leben lang gearbeitet. Mit ihrem gemeinsamen Nettoeinkommen von rund 3400 Euro monatlich kommen sie zwar noch über die Runden, aber der Blick auf die Rentenbescheide löst Frust aus. Wenn das Ehepaar in gut 14 Jahren in Rente geht, dann muss es von rund 1900 Euro leben. Diese Summe wird nicht reichen, um die monatlichen Ausgaben zu decken. Maren war zehn Jahre selbstständig tätig und hat in dieser Zeit nicht in die Rentenkasse eingezahlt. Die Altersarmut - auch durch die niedrigen Erwerbsjahre der Ehefrau - scheint vorprogrammiert. Und so geht es vielen in der Mittelschicht: Im Alter wird die gesicherte Existenz zur Illusion. Viele Menschen in Deutschland sehen ihren Lebensentwurf in akuter Gefahr. Das Abstiegsgespenst geht um in der deutschen Mittelschicht.
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Polizei im Einsatz RECHT UND KRIMINALITÄT Jagd auf Schulschwänzer, D 2016
Mehr als 200 000 Schüler machen in Deutschland regelmäßig blau. Doch schwänzen ist kein Kavaliersdelikt: Schulverweigerer haben später kaum eine Chance auf einen Abschluss oder Job. In Pforzheim greift die Polizei mit Jugendamt, Lehrern und Sozialarbeitern hart durch: Die Reportage begleitet Beamte, die Jugendliche von zu Hause im Streifenwagen abführen - direkt in den Unterricht. Den Eltern droht Bußgeld, den Schülern sogar Arrest. Doch die Stadt greift ihnen auch mit Hilfsangeboten unter die Arme. So, wie es auch in Berlin geschieht: Dort haben Reporter die zwei Dauerschwänzer Kevin und Tim aus einem Sozialprojekt über fünf Jahre begleitet. Was ist heute aus ihnen geworden? Eine Reportage über unmotivierte Schüler, strenge Polizisten und überforderte Eltern.
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Polizei im Einsatz RECHT UND KRIMINALITÄT Brennpunkt Berlin, D 2019
Mit mehr als einer halben Million Straftaten gilt Berlin als Hauptstadt des Verbrechens. Der Film dokumentiert den harten Alltag der Einsatzkräfte an den Brennpunkten der Metropole. Vom Kottbusser Tor bis zur Warschauer Straße lauern Drogendealer, Antänzer und Taschendiebe auf ihre Opfer: Partygänger und Touristen. Auf dem Vormarsch auch: Vandalismus und Körperverletzungen. Für die Polizisten herrscht hier jede Nacht der Ausnahmezustand.
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Polizei im Einsatz - Brennpunkt Kölnberg RECHT UND KRIMINALITÄT, D 2014
Der Kölnberg ist einer der berüchtigtsten sozialen Brennpunkte Kölns. In der Hochhaussiedlung am Rande der Stadt wohnen 4000 Menschen aus über 40 Nationen. Morgens fliegt der Hausmüll aus den Fenstern, und Junkies konsumieren in den Fluren mehr oder weniger ungestört ihre Drogen. Genau hier hat die Polizei eine Wohnung zur Wache umgebaut, über 600 staatsanwaltliche Vorgänge fallen pro Jahr an. Die Dokumentation hat die Polizisten in ihrem undankbaren Arbeitsalltag begleitet und stellt Bewohner des Kölnbergs vor, die in den seltensten Fällen freiwillig in der Anlage leben.
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Auto Macht Deutschland - Die Autoindustrie und ihre Politik REPORTAGE, D 2020
Die deutsche Autoindustrie ist Träger unseres Wohlstands und Arbeitgeber für Millionen - auch dank ihrer guten Beziehungen zur Politik. Dann kommt die Krise: Die Stimmung scheint zu kippen. Nicht nur das versäumte Rennen um neue Antriebstechnologien trifft die Industrie schwer, sondern auch die COVID-19-Pandemie. Die Branche wendet sich Hilfe suchend an Entscheidungsträger. Wie weit geht die Politik, um die Interessen der Autokonzerne durchzusetzen? Schwer getroffen von der COVID-19-Pandemie, verlangt die Autoindustrie die Verschiebung von strengeren CO2-Grenzwerten und eine Kaufprämie für Neufahrzeuge. Das Argument: Es steht nicht weniger als der Wohlstand unseres Landes auf dem Spiel. Aber hängt das Erfolgsmodell Deutschland wirklich am Tropf der Autoindustrie? Und wie viel Schuld trägt die Industriepolitik an den Versäumnissen der Automobilkonzerne?
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Handwerker gesucht - Ein Berufsstand in der Krise REPORTAGE, D 2019
Badewanne leck, Kabel durchgeschmort? Wer dringend einen Handwerker braucht, muss oft sehr lange auf einen Termin warten. Denn den deutschen Handwerksbetrieben mangelt es an Nachwuchs. Deutschlandweit sind mehr als 150 000 Stellen nicht besetzt - aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und die Krise im Handwerk wird sich in den nächsten Jahren sogar noch verschärfen, wenn man jetzt nicht entschieden gegensteuert. Die Reporter waren zum Beispiel in München mit Heizungsmonteuren und Rohrinstallateuren unterwegs. Sie haben den Alltag in einer großen Bäckerei im fränkischen Münchberg dokumentiert, wo man sich die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze macht. Aber die Reporter waren auch dabei, als die Berufsberater einer Handwerkskammer in Schulen um Nachwuchs für das Handwerk warben, und zeigen, wie mühsam das sein kann.
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Pfusch am Bau - vom Traumhaus zum Albtraum REPORTAGE, D 2020
Bauen boomt. Angesichts horrender Mieten in den Innenstädten erscheint vielen das eigene Heim im Umfeld der Großstädte als attraktive Lösung. Doch für einige endet der Traum im Ruin. Denn den jungen Häuslebauern fehlt oft jede Erfahrung. Mängel und Pfusch können sie häufig erst erkennen, wenn es zu spät ist. Und dann ist guter Rat teuer - und Recht bekommen auch. Die Reportage begleitet Familien, bei denen das Traumhaus zum Albtraum wurde.
ZDFinfo Doku
Störfall Corona DOKUMENTATION Wie die Pandemie die Globalisierung verändert, D 2020
Gekappte Lieferketten, lahmgelegte Branchen: Als die Corona-Krise Deutschland erreicht, trifft sie die globalisierte Wirtschaft hart. Die Risiken der globalen Vernetzung werden deutlich. Lieferausfälle aus China und Europa bringen die Produktion in deutschen Fabriken zeitweise zum Stillstand. Und wegen des Corona-bedingten Lockdowns in Europa verlieren Näherinnen in Bangladesch ihr Einkommen. "ZDFzoom" zeigt globale Abhängigkeiten und wie damit in Zeiten der Pandemie umgegangen wird. Acht Monate nach dem ersten Lockdown befinden sich Deutschland und die Welt weiterhin im Krisenmodus. "ZDFzoom"-Reporter Hannes Vogel spricht mit Entscheidern, Expertinnen und Betroffenen in Europa und Asien, um Antworten zu erhalten auf die Frage, wie das Virus als bisher größter Störfall die globalisierte Wirtschaft beeinträchtigt. Und er fragt: Ist die Corona-Krise der Anfang vom Ende der Globalisierung? Als Anfang des Jahres in Asien die Produktion vieler Güter heruntergefahren wurde, zeigte sich das prompt in den Lieferketten. Der endlose Strom von Rohstoffen, Bauteilen und anderen Erzeugnissen, der den Welthandel antreibt, ebbte ab. Angela Titzrath, Chefin des Hamburger Hafenbetreibers HHLA, berichtet von bis zu 40-prozentigen Einbußen in der Schiffsfracht: "Ich glaube, die Corona-Krise ist sicherlich das schwerwiegendste Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg." Ist es also an der Zeit, die Produktion nach Europa zurückzuholen, um die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicherzustellen? Die Recherchen von "ZDFzoom" zeigen, dass tatsächlich ein Umdenken in diese Richtung stattfindet. Unternehmen diversifizieren ihre Lieferketten und/oder beschleunigen die Digitalisierung. Der deutsch-französische Pharmariese Sanofi will angesichts der Krise die Produktion in Europa verstärken: "Wir müssen schnellstens diese totale Abhängigkeit von der Produktion in Asien bei viel zu vielen Wirkstoffen beenden", sagt Konzern-Manager Jacques Brom. Die Herstellung von Schutzkleidung im Inland wird mit staatlichen Geldern gefördert, um Liefersicherheit in sensiblen Bereichen zu gewährleisten. Doch was in Einzelfällen sinnvoll und notwendig ist, ergibt für die Mehrzahl der deutschen Unternehmen wenig Sinn, denn es würde die Produktion drastisch verteuern. Denn die Globalisierung ist zwar in vielerlei Hinsicht Ursache für Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeit, doch ohne sie sähe es noch schlimmer aus. "Weniger Globalisierung bedeutet für uns alle weniger Wohlstand", sagt Handelsexpertin Lisandra Flach vom Münchner ifo Institut. Gerade für Schwellenländer wie Bangladesch hat der "Störfall Corona" verheerende Auswirkungen - vor allem in der Textilbranche. Europäische Konzerne profitieren dort von Niedriglöhnen, um ihre Waren dann zu Dumpingpreisen auf dem europäischen und US-amerikanischen Markt zu verkaufen. Fallen massenweise Aufträge weg, ohne dass es einen Ausgleich gibt, drohen Armut und sogar Hunger. "Es werden viel mehr Menschen an Hunger sterben als an der Pandemie", befürchtet Globalisierungsexperte Ian Goldin von der Universität Oxford. Aber könnte die Corona-Krise auch Positives bewirken? Eine gerechtere Arbeitsteilung, bewussteren Konsum, weniger Luftverschmutzung, mehr soziale Verantwortung? Auch auf diese Frage sucht Reporter Hannes Vogel nach Antworten. Die Bestandsaufnahme der Globalisierung in turbulenten Zeiten zeigt die Verwundbarkeit unserer vernetzten und komplexen Welt, und sie zeigt, dass es trotz allem kein Zurück in die Zeit vor der Globalisierung gibt. Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Corona, Aids & Co. - Virus oder Verschwörung DOKUMENTATION, D 2020
Gerät die Welt durch eine Pandemie ins Wanken, blühen die Verschwörungstheorien. Das war auch in vergangenen Epochen so. Die Dokumentation blickt auf aktuelle und historische Seuchen. Hinter Corona steckt Bill Gates. Oder stammt das Virus doch aus einem US-Biowaffenlabor, wie damals HIV? Versuchen dunkle Mächte, durch Verseuchung die Menschheit zu beherrschen? In Zeiten der Bedrohung suchen viele nach einfachen Wahrheiten. Je unbekannter eine Krankheit, umso mehr blühen Desinformation, Lüge und Verwirrung. Durch die neuen Medien verbreiten sich Verschwörungstheorien meist schneller als die Krankheit selbst - und damals wie heute zielen sie auf angebliche "Sündenböcke". Das Coronavirus und seine dramatischen Folgen erschüttern derzeit die Welt. Die Erforschung des Krankheitserregers hat höchste Priorität. Doch während wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse erst langsam Gestalt annehmen, glauben viele Menschen, die Ursache für die Pandemie bereits zu kennen: Das Virus sei das Resultat einer Verschwörung. Viele Zutaten aus der Geschichte der Verschwörungstheorien, wie missglückte Laborversuche oder das Wirken dunkler Mächte, tauchen auch in der aktuellen Corona-Krise auf. Im Irak verbreitete ein politischer Kommentator die These, bei der Epidemie handele es sich um ein amerikanisch-jüdisches Komplott. In Russland und dem Iran wurden wiederum Gerüchte verbreitet, bei der Epidemie handele es sich um einen US-Angriff mit biologischen Waffen. Für Experten ist das keine Überraschung. Die Geschichte kennt viele Beispiele. Bei einer unheimlichen Bedrohung einen Schuldigen zu suchen, scheint bei vielen Menschen ein bewusster oder unbewusster Reflex zu sein. Das Unbekannte macht Angst, und je komplexer eine Gefahrenlage ist, desto vehementer erfolgt die Suche nach einfachen Erklärungen. Die vielen Unbekannten der aktuellen Corona-Krise sind ein perfekter Nährboden für Gerüchte und Verschwörungsmythen.
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Leschs Kosmos WISSENSCHAFT Schweinepest, Corona & Co. - der Vormarsch neuer Viren, D 2020
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
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Corona 2020 - Kampf um den Impfstoff DOKUMENTATION, CDN 2020
COVID-19 stellt die Welt vor große Aufgaben. Nicht nur die medizinischen, sondern auch die wirtschaftlichen und emotionalen Folgen der Krankheit wiegen schwer. Wann kommt der Impfstoff? Die Pandemie hat nicht nur eine gesundheitliche Krise ausgelöst - auch eine wirtschaftliche und soziale. Es braucht auch Heilmittel, um die gesellschaftlichen Folgen ihrer Eindämmung erträglich zu machen. Dabei spielen soziale Projekte eine wichtige Rolle. Ärzte, Forscher und Betroffene aus Amerika, Europa und Afrika erzählen von Herausforderungen durch die Erkrankung und den Lockdown. Positive Beispiele der Nachbarschaftshilfe kommen zur Sprache, es werden aber auch Probleme angesprochen, wie zum Beispiel die Zunahme psychischer Erkrankungen. Wissenschaftler und andere Fachleute äußern sich zu finanziellen Folgen und wachsenden sozialen Ungerechtigkeiten infolge der Pandemie sowie zu den Gefahren durch Corona-Leugner und ihre Verschwörungstheorien.
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Zwischen Wahn und Wahrheit Die Macht der Verschwörungstheorien DOKUMENTATION, D 2020
Es gibt sie schon immer und überall - Verschwörungserzählungen. Durch Corona geraten sie verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Was sind legitime Zweifel und was gefährliche Fantasien? Das Coronavirus stamme aus einem Labor, und Bill Gates plane eine weltweite Impfpflicht - im Netz und auf der Straße kursieren zahlreiche Mythen. Die ZDFinfo-Dokumentation geht Verschwörungserzählungen auf den Grund und deckt deren innere Mechanismen auf. Auch der Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass Verschwörungserzählungen besonders in Zeiten historischer Umbrüche vermeintliche Antworten auf die Frage nach dem "Warum" geben. Halbwahrheiten ersetzen dann wissenschaftlich fundierte Ursachenforschung. Zugleich schüren Verschwörungsmythen Feindbilder, immer im Spannungsfeld von Fakt und Fiktion. Fand die Mondlandung im Filmstudio statt, wer steckt wirklich hinter den Anschlägen von 9/11, und sollen uns Kondensstreifen am Himmel vergiften? Verschwörungserzählungen haben durch die Corona-Krise ordentlich Aufwind bekommen: Ken Jebsen, Attila Hildmann, Heiko Schrang - es sind die Köpfe hinter den sogenannten alternativen Medien. Sie eint der Zweifel am System, das Misstrauen gegen "die da oben". Wie funktionieren Verschwörungserzählungen im Inneren, gibt es wiederkehrende Muster? Wo hört der kritische Zweifel auf, wo fängt der Verschwörungsmythos an? Und: Was macht sie so gefährlich?
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Spanische Grippe - Das Geheimnis des Killer-Virus DOKUMENTATION, GB 2018
Die sogenannte Spanische Grippe fordert zwischen 1918 und 1920 weltweit bis zu 50 Millionen Todesopfer. Was wäre, wenn eine solch apokalyptische Pandemie erneut auftreten würde? Anhand von persönlichen Aussagen, Briefen und Tagebucheinträgen derjenigen, die diese Grippe-Pandemie erlebt haben, erzählt die Dokumentation von den Schicksalen, die sich hinter einer der schlimmsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte verbergen. 11. November 1918 - der Tag des Waffenstillstandes. Überall auf der Welt feiern die Menschen das Ende des Ersten Weltkrieges. Doch neue Schrecken kündigen sich an. Ein tödlicher Virus greift um sich. Schulen und Theater werden geschlossen. Särge stapeln sich. Die Spanische Grippe tötet mindestens 25 Millionen Menschen, nach neueren Schätzungen sogar bis zu 50 Millionen. Die Dokumentation erzählt von erkrankten Soldaten und Zivilisten, ihren Angehörigen und von den Ärzten und Pflegekräften, die den Kampf gegen die Krankheit aufnehmen und versuchen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Könnte eine solche Pandemie heute erneut ausbrechen? Haben wir aus den Fehlern und den Erkenntnissen von damals gelernt?
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heute journal NACHRICHTEN
Das Magazin geht über einen reinen Nachrichtenüberblick hinaus und bereitet das aktuelle Tagesgeschehen mit Hintergrundinformationen, redaktionellen Beiträgen und Interviews auf.
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Weltmacht Amazon - Das Reich des Jeff Bezos DOKUMENTATION, USA 2020
Jeff Bezos ist nicht nur einer der reichsten Männer der Welt, er hat mit Amazon ein riesiges Geschäftsimperium aufgebaut, das in der Geschichte des Kapitalismus seinesgleichen sucht. Politiker und Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt diskutieren über die globalen Auswirkungen von Amazon. Rufe werden laut, die Macht von Jeff Bezos zu zügeln, denn Amazon expandiert in viele Branchen des Weltmarktes und setzt Mitbewerber unter Druck. 1994 gründet Jeff Bezos Amazon. Er ist von den Möglichkeiten des Internets und Onlinehandels fasziniert und wittert ein lukratives Geschäft. Anfangs verkauft der Onlineshop nur Bücher, nach und nach kommen immer mehr Produktkategorien dazu, bis Amazon zum "Allesverkäufer" wird. Der Weg nach oben geht vor allem auf Kosten von Verlagen und Drittanbietern, die von Amazon gezielt unter Druck gesetzt werden. Wer Zugang zu den Millionen Kunden will, muss die knallharten Konditionen und horrenden Verkaufsprovisionen akzeptieren. Wer sich wehrt, wird kurzerhand aus dem Katalog genommen. Mit ein paar Klicks entscheidet das Unternehmen so über Erfolg und Niedergang seiner Fremdverkäufer. Im Laufe der Jahre weitet Jeff Bezos seine Geschäftszweige aus. Er baut die riesige Cloud-Infrastruktur "Amazon-Web-Services", für deren Nutzung heute Millionen Unternehmen zahlen. Zu einem Skandal kommt es, als sich herausstellt, dass der Lautsprecher "Amazon Echo" nicht nur zuhört, sondern mithört: Mitarbeiter transkribieren einzelne aufgezeichnete Privatgespräche. Die Amazon-Überwachungskamera "Ring" wird 2018 gehackt. Wochenlang terrorisieren Hacker die "Ring"-Nutzer, bis Amazon die Sicherheitslücke endlich schließt. Krönung der Innovationen von Jeff Bezos: sein Raumfahrtprogramm, in das er jährlich eine Milliarde Dollar Privatvermögen investiert. Ehemalige Mitarbeiter und Mitglieder der aktuellen Führungsriege kommen in der Dokumentation zu Wort und geben einen tiefen Einblick in die Konzern- und Wettbewerbsstrukturen von Amazon. Kritiker zeigen die Probleme der wachsenden Marktmacht auf und erklären, warum es notwendig wird, Tech-Riesen wie Amazon im Auge zu behalten und zu regulieren. Die Dokumentation untersucht den Aufstieg von Amazon-Geschäftsführer Jeff Bezos und die globalen Auswirkungen des von ihm aufgebauten Imperiums. Der Film untersucht auch die dunkle Seite des schnellen Wachstums des Unternehmens und die Herausforderung, die Macht des reichsten Mannes der Welt einzudämmen.
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Firmen am Abgrund WIRTSCHAFT UND KONSUM Japan Airlines - In Turbulenzen, USA 2019
Japan Airlines gilt lange Zeit als ein japanisches Traditionsunternehmen. Doch sinkende Passagierzahlen und hohe Schulden treiben die größte japanische Fluggesellschaft 2010 in die Insolvenz. Die Rettung von Japan Airlines liegt in den Händen von Kazuo Inamori, einem buddhistischen Priester - er krempelt das Unternehmen um. Mitarbeiter erhalten einen größeren Handlungsspielraum, doch die Personalkosten bleiben enorm: Tausende Angestellte müssen gehen. Fast ein Drittel der Belegschaft wurde entlassen. Die Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter und die Betriebsrenten wurden drastisch gekürzt. Die Restrukturierung zeigte Erfolge: Bereits zwei Jahre nach der abgewendeten Pleite schreibt Japan Airlines wieder schwarze Zahlen. Doch die Corona-Pandemie bringt Japans Traditionsflieger in neue Turbulenzen.
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Firmen am Abgrund WIRTSCHAFT UND KONSUM Uber - Herausforderung aus Asien, USA 2019
Das Taxiunternehmen Uber steht wie kein anderes für ein neues Zeitalter der Mobilität. Doch seit 2012 erobert mit GrabTaxi ein neuer Anbieter den Markt, vor allem in Südostasien. Grab setzt auf eine starke lokale Ausrichtung und kommt damit bei den Kunden besser an. Uber gerät unter Druck und verkauft 2018 sein gesamtes Südostasien-Geschäft an Grab. Zwischen den beiden Kontrahenten beginnt ein Preiskampf, den nur einer gewinnen kann. Motorräder statt Autos, kostenloser Shuttleservice zur Moschee im Fastenmonat Ramadan: Mit solchen Angeboten gewinnt Grab das Vertrauen der Nutzer in Asien. Das Image von Uber hingegen wird durch eine Reihe von Skandalen beschädigt.
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Flughafen Berlin REPORTAGE Der Pannen-Airport BER geht an den Start, D 2020
Der Flughafen BER steht für kollektives Versagen von Politik, öffentlichem und privatem Bauwesen. Seit 2011 wurde die Eröffnung immer wieder abgesagt. Bislang neun Mal. Nun soll der neue Hauptstadtflughafen wirklich eröffnet werden: am 31. Oktober 2020. Die Reportage begleitet die letzten Schritte von der Dauerbaustelle zu einem internationalen Verkehrsflughafen. Künftig soll der BER Deutschlands drittgrößter Flughafen werden. Der Weg dorthin war lang und steinig: Nur drei Wochen vor dem geplanten Termin platzte im Mai 2012 die Eröffnung. Fehler beim Brandschutz galten als offizielle Begründung. Auf die Bruchlandung folgten Pleiten, Pech und Pannen: fehlende Genehmigungen, Baupfusch, Schmiergeldaffären, Kostenexplosion. Aus einst zwei Milliarden Euro Baukosten sind inzwischen sechs Milliarden Euro geworden. Das Großprojekt der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes droht, ein Milliardengrab für den Steuerzahler zu werden. Die Corona-Krise und der Einbruch der Fluggastzahlen verschärfen die Lage zusätzlich. Die Macher am BER stemmen sich gegen die Negativschlagzeilen. Die Flughafen-Manager Patrick Muller und Katy Krüger müssen nicht nur 1000 Mitarbeiter für ihren neuen Arbeitsplatz fit machen, sondern auch den Testbetrieb koordinieren. Über Monate prüfen mehr als 9000 Freiwillige, ob im BER jetzt wirklich alles funktioniert. Sind die Wege richtig ausgeschildert, hakt es an der Sicherheitskontrolle, quietschen die Gepäckbänder? Währenddessen koordiniert Katharina Jung auf dem Vorfeld ein Flugzeug-Ballett. Die 32-Jährige überwacht, wie Airbusse die Landepositionen auf dem Flugfeld proben. Als Umzugschefin der künftig größten Fluglinie managt sie Crews und Flotte. Ob die Jets unfallfrei am neuen Terminal andocken können, Be- und Entladung reibungslos funktionieren. Denn nach etlichen Jahren Bauzeit und Stillstand wird im harten Flugalltag jede Minute zählen. Es gilt, Verspätungen zu vermeiden. Keinen Fehler dürfen sich auch Polizeidirektor René Kexel und sein Team von der Bundespolizei erlauben. 1200 Beamte sollen künftig für die Sicherheit zuständig sein. Viele von ihnen waren bereits an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld im Einsatz. Der BER bedeutet für sie nun: längere und unbekannte Wege. Denn der neue Flughafen ist deutlich größer als die beiden alten. Kexel, der zuvor lange am Frankfurter Flughafen gearbeitet hat, gibt sich zuversichtlich, dass diesmal alles klappen wird. Der BER sei ein schöner und funktionaler Flughafen geworden. Trotz der katastrophalen Vorgeschichte. Die "ZDF.reportage" von Carsten Behrendt und Sherin Al-Khannak nimmt die Zuschauer mit auf den letzten Metern der Verwandlung des BER von der Dauerbaustelle zum künftigen Hauptstadtflughafen.
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Starbucks ungefiltert DOKUMENTATION Die bittere Wahrheit hinter dem Erfolg, F 2019
Die Starbucks Coffee Company ist mit 28 000 Cafés in 75 Ländern zu einem Symbol der Globalisierung geworden. Doch welche Strategien stehen hinter dem Erfolg? Ursprünglich sollte Starbucks ein Statement gegen den Konsum darstellen - ganz im Sinne der Hippiekultur der 60er- und 70er-Jahre. Doch Starbucks hat aus dem Alltagsgetränk Kaffee ein weltweit beliebtes Lifestyle-Produkt gemacht. Der Gründer Howard Schultz schuf ein Imperium, das zu einem der großen Symbole der Globalisierung wurde und Millionen Kunden an sich bindet. Die gewaltige Marketingmaschinerie basiert auf sozialem Engagement und humanistischen Leitbildern ebenso wie auf der Betonung von Spitzenqualität und Verantwortungsbewusstsein den Kaffee-Erzeugern und der Umwelt gegenüber. Starbucks, so heißt es, will seinen Kunden qualitativ hochwertigen Kaffee anbieten und dabei helfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Hinter dem riesigen Erfolg verbirgt sich jedoch eine etwas grauere Realität, die dem Unternehmen auch Kritik einbrachte. Dazu zählen das unbedingte Rentabilitätsstreben, der damit einhergehende Druck auf die Mitarbeiter, der Verkauf von Fast-Food-Produkten, ein umstrittenes Kaffee-Label und nicht zuletzt auch die von der EU scharf kritisierte Steueroptimierungsstrategie. Gleichzeitig engagiert sich der Konzern für die Gesundheit und Weiterbildung seiner Mitarbeitenden. Zum Repertoire der Marke gehören auch symbolische Gesten wie die Unterstützung von gleichgeschlechtlichen Ehen, die Aufforderung zur Wahlbeteiligung, die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und Kriegsveteranen sowie das Versprechen, 10 000 Flüchtlinge einzustellen. Die Analyse von Gilles Bovon und Luc Hermann zeigt, mit welch geschickter Strategie Starbucks zur Marke wurde, die sie heute ist. Starbucks ungefiltert.
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