Überwachungssysteme lauern überall und beobachten uns. Großstadtbewohner tauchen täglich auf Hunderten Überwachungsbändern auf. Wie weit ist es da noch bis zur totalen Überwachung? Bei einer Rundumüberwachung hätten Verbrecher keine Chance mehr. Doch wäre eine Welt ohne Privatsphäre wünschenswert? Wie würde sie den Alltag beeinflussen? Wissenschaftler untersuchen, warum heute viele so freizügig mit ihren Daten umgehen. Gerade in den sozialen Medien werfen die User freiwillig mit persönlichen Informationen um sich. Unternehmen nutzen diese für ihre Zwecke, um zum Beispiel Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Das Recht auf Privatsphäre gerät dabei scheinbar in Vergessenheit.
Las Vegas - die Glitzerstadt in der Wüste Nevadas ist Sinnbild für den American Dream von Aufstieg und Erfolg. Ein staubiges Wüstennest wurde zur Welthauptstadt ikonischer Casinos. Von einer Oase mit natürlichen Quellen zu einer Eisenbahnstation, zum Gangsterparadies, zur "Atomic City" und schließlich zu einer Hotelmetropole. Ein Magnet für Zocker und Glücksritter, Abenteurer und Romantiker. Las Vegas entwickelte sich seit Gründung im Jahr 1905 zu einem globalen Entertainment-Zentrum, das Millionen anzieht und Milliarden bewegt. Wer die Stadt heute besucht, ist überwältigt von der schieren Größe, Masse und Opulenz. Doch wofür steht Las Vegas - für grenzenlose Freiheit und Aufstiegschancen oder für die Kehrseite des amerikanischen Traums? Selbst eingefleischte Fans können diese Frage nicht eindeutig beantworten. In Las Vegas zeigt sich wie unter einem Brennglas der American Way of Life mit all seinen Extremen und Widersprüchen. "Las Vegas und der amerikanische Traum" blickt hinter das Narrativ der glitzernden Zockermetropole in die weniger bekannten Kapitel der Stadt. Zu Wort kommen die Menschen, die die Stadt zu ihrer Heimat gemacht haben: Historiker, Journalisten, Sozialarbeiter, Obdachlose, Croupiers, Glücksspieler, Immobilienprofis, Artisten und Extremsportler. "If you make it here, you'll make it anywhere." Vielleicht gilt der berühmte Satz in seiner Abwandlung in Las Vegas noch mehr als in New York oder irgendwo sonst in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Heim, Herd und Kinder: Als Tradwives propagieren Influencerinnen und Konservative in den USA ihr traditionelles Rollenbild. Frauen sollen sich als Hausfrau um die Kinder kümmern. Den Haushalt schmeißen und dabei blendend aussehen, damit Mann und Familie glücklich sind. Influencer wie die achtfache Mutter Hannah Neeleman werden für diesen Lifestyle auf Social Media gefeiert. Ein Trend, der Trumps Hardlinern in die Karten spielt. Auch Influencerin Solie White, Hausfrau und Mutter dreier Söhne, lebt das Leben einer Tradwife, einer traditionellen Ehefrau. Ihr Ehemann entscheidet und verdient das Geld - sie fügt sich und kümmert sich um seine Bedürfnisse. Dieses christlich-konservative Familienmodell präsentiert sie auf Instagram und TikTok. Sie gibt Tipps für ein gutes Eheleben und rät anderen Frauen dazu, ihre Pflichten als Ehefrau ernst zu nehmen. Auf ihrem Instagram-Kanal sind Posts wie diese zu finden: "Ehemann - ist eine Rolle mit Autorität. Wie ein Chef oder ein Präsident. Darum müssen sie respektiert werden. Nicht, weil sie es verdient hätten, sondern weil sie die Anführer sind." Mit dieser Einstellung ist Solie White nicht allein. Auf Großveranstaltungen, die sich speziell an junge Frauen richten, werben Konservative für diesen Lebensstil. Die Rednerinnen und Redner ermutigen die Ehefrauen in spe, gute Hausfrauen zu werden und viele Kinder zu bekommen. Kritiker beäugen die Tradwife-Bewegung in Amerika als Teil eines Kulturkampfes, der sich gegen den Feminismus, Frauenrechte und moderne Rollenbilder richtet. Dort finden sich auch viele, die die politische Linie von Donald Trump unterstützen und ihm bei der letzten Präsidentschaftswahl ihre Stimme gegeben haben.
Der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 hat die USA in ihren Grundfesten erschüttert und das mächtigste Land der Welt ins Wanken gebracht. Wie konnte es so weit kommen? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Ausschreitungen nicht im luftleeren Raum entstanden sind. Vielmehr ist die US-Geschichte durchzogen von gewaltsamen Konflikten, die bis heute nachwirken und eine zutiefst gespaltene Gesellschaft hervorgebracht haben. Tradierter Rassismus, ein übersteigerter Waffenkult, Abstiegsängste und die manipulativen Kräfte der sozialen Medien haben in den USA einen Nährboden geschaffen, der Ausschreitungen wie den Sturm aufs Kapitol erst möglich gemacht hat. Die Dokumentation zeichnet anhand dieser prägenden Bruchlinien in der US-Gesellschaft nach, welchen Anteil sie an der derzeitigen politischen Verunsicherung haben. Zu Wort kommen der Schriftsteller Russell Banks, der Historiker Eric Foner, Täter und Opfer des Sturms aufs Kapitol, klassische weiße Trump-Wähler aus dem ländlichen Arbeitermilieu sowie Nachfahren des Massakers von Tulsa, bei dem 1921 fast 300 Schwarze von einem weißen Lynch-Mob ermordet wurden.
In der US-amerikanischen XXL-Landwirtschaft geht es um Produktivität und Rentabilität. Bleiben Tierwohl, Umweltschutz und Gesundheit der Verbraucher dabei auf der Strecke? Riesige Farmen dominieren den Markt. Im industriellen Stil werden Rinder gemästet und Getreide und Gemüse angebaut. Kleinbauern wird dabei buchstäblich das Wasser abgedreht. Hat die intensive Megalandwirtschaft trotz dramatischer Folgen für Mensch und Umwelt Bestand? Die Ragland-Farm in Kentucky ist seit 200 Jahren ein Familienbetrieb - mit stolzen 2000 Hektar Land. Mais, Soja und Weizen werden darauf angebaut. In den vergangenen Jahren haben sich dort die Erträge verdoppelt, und sie steigen weiter. Dafür sorgen gentechnisch verändertes und mit Herbiziden gebeiztes Saatgut, synthetischer Dünger und eine Bewirtschaftung mit Hightech-Traktoren. XXL-Farmen brauchen XXL-Maschinen für ihre Bewirtschaftung. Der Besuch der "National Farm Machinery Show" ist darum für die Familie Ragland ein jährliches Highlight. Auf der größten Landwirtschaftsmesse der Vereinigten Staaten werden technische Innovationen und neue Anbaumethoden vorgestellt. Hauptattraktion ist das abendliche Traktorrennen, eine Art landwirtschaftliche Formel 1. Auch die Rinderzucht ist hoch industrialisiert. 60 Prozent des amerikanischen Rindfleisches werden im sogenannten Cattle Country produziert. In großen Mastbetrieben stehen die Tiere eingepfercht auf kleinen, grasfreien Koppeln und werden dreimal täglich mit Kraftfutter versorgt. Über 17 Kilo pro Rind und Tag, serviert von einem Kipplaster. Je schneller die Kälber an Gewicht zulegen, desto besser. In Europa seit den 1990er-Jahren verbotene Wachstumshormone sorgen dort für einen schnellen Erfolg. Verarbeitet wird das Fleisch in riesigen Schlachthöfen, die von den Giganten der amerikanischen fleischverarbeitenden Industrie betrieben werden. Vier multinationale Konzerne beherrschen die Fleischindustrie und dominieren mit Preisabsprachen den Markt. In Kalifornien führen die Produktionsmethoden der Agrarindustrie zu einem Kampf ums Wasser. In Cuyama pumpen die Weltmarktführer für Karotten 70 Prozent des Grundwassers ab. Kleinbauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht, und die Einwohner fürchten um ihren Zugang zu Wasser. Auch industrielle Hühnerzucht führt zu massiven Umweltproblemen. Der nährstoffreiche Mist wird unkontrolliert auf die Felder gebracht, gelangt in die Wasserläufe und verseucht das Trinkwasser. XXL-Landwirtschaft setzt auf ständiges Wachstum - doch um welchen Preis? Ein Blick auf die Auswüchse der Agrarindustrie in den Vereinigten Staaten.
Ku-Klux-Klan - dieser Name steht in den USA seit 1865 für Rassismus, Hass und Terror. Sein Ziel: die weiße Vorherrschaft zu sichern und politische Gegner zu vernichten - mit allen Mitteln. In der Zeit seiner Gründung richtet sich die mörderische Gewalt des Ku-Klux-Klan ausschließlich gegen Afroamerikaner, später auch gegen Einwanderer jedweder Herkunft. Heute kämpfen seine Mitglieder gegen Bürgerrechtler und unterstützen offen die Politik von Trump. Unter der Leitung des "Großen Hexenmeisters" Nathan Bedford Forrest ermordet der Ku-Klux-Klan in den 1860er-Jahren Tausende Afroamerikaner. Daraufhin wird der Klan 1871 zunächst verboten. 1915 kommt mit "Die Geburt einer Nation" ein Film in die Kinos, der die Taten des Ku-Klux-Klan verharmlost und verherrlicht und zu einer Neugründung führt. Um 1925 gehören rund vier Millionen Amerikaner dem Klan an, der sich nun auf die Fahnen schreibt, alles "Unamerikanische" vernichten zu wollen, schon bald aber an der Doppelmoral seiner Anführer scheitert. Mit der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er-Jahren erlebt der Ku-Klux-Klan einen neuen Aufschwung, dank reaktionärer Südstaatler, die die Rassentrennung unbedingt erhalten wollen und beim Kampf gegen die Integration von Afroamerikanern nicht vor Mord zurückschrecken. Im Süden der USA finden sich bis heute die meisten Anhänger, und immer wieder gehen Verbrechen an Andersdenkenden auf ihr Konto.
Die USA - Land der unbegrenzten Möglichkeiten und grenzenlosen Exzesse. Für Millionen Amerikaner ist das Leben im XXL-Format Ausdruck für Freiheit und den American Way of Life. Grenzen überschreiten und damit provozieren - so leben sie ihren amerikanischen Traum. Das Streben nach Superlativen gehört für sie zum "Pursuit of Happiness" - dem Streben nach Glück. Dazu zählt auch das in der US-Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz. Die Vorliebe vieler US-Amerikanerinnen und -Amerikaner spielt der Waffenlobby in die Karten: Die baut ihren Kundenkreis immer weiter aus. Die Hersteller können gemäß den Richtlinien von Meta und Instagram keine direkte Werbung auf den genannten Social-Media-Plattformen schalten. Deswegen bezahlen sie Influencer dafür, Pistolen, Gewehre und andere Schießeisen in sozialen Medien anzupreisen. Einer der jüngsten Shootingstars ist die elfjährige Autumn Fry, die auf ihrem YouTube-Kanal Waffen testet. Wer selbst Waffen testen möchte, bucht sich auf einem der extremsten Schießstände des Landes ein. Auf der "Ox Ranch" in Texas können Besucher sogar Panzer fahren und mit Maschinengewehren und großkalibrigen Waffen schießen. Royce hat zu seinem 18. Geburtstag von seinen Eltern das Premiumpaket geschenkt bekommen. Für 13.000 US-Dollar darf er drei Stunden lang Krieg spielen. Essen extrem: Die "Major League Eating" veranstaltet Wettessen wie Sportwettkämpfe. Das Paar Nick Wehry und Miki Sudo hat sich auf einem Wettbewerb für Hotdog-Essen kennen- und lieben gelernt. Heute vermarkten sie sich als "The Hungry Couple" - das hungrige Paar. 2024 stellt Sudo einen neuen Weltrekord für Frauen auf: Sie verspeist 51 Hotdogs - und das in nur zehn Minuten. Regelmäßig nehmen sie und ihr Partner an Wettbewerben im Rekordessen teil und verdienen damit durchschnittlich 15.000 US-Dollar pro Monat. Was die Ernährung betrifft, sprengen auch Durchschnittsamerikaner gerne Rekorde. Das geht im Restaurant "The Big Texan Steak Ranch". Jeder Gast darf dort unangemeldet zur Steak Challenge antreten. Schafft er es, ein Zwei-Kilo-Steak mit Beilagen in einer Stunde zu essen, übernimmt der Wirt die Rechnung. Die "72-ounce Steak Challenge" kann jeder live im Internet verfolgen. Auch in Sachen Umwelt geben die USA Vollgas. Die sogenannten Coal Rollers sind selbst ernannte Anti-Umweltaktivisten. Sie bauen Pick-ups so um, dass sie möglichst viel Auspuffgase in die Luft blasen. Die Dreckschleudern werden so zu einem politischen Statement. Vorbild ist die Dokusoap "Diesel Brothers", in der zwei Schrauber alte Trucks aufmotzen und damit Stunts fahren. Die USA zählen bereits zu den weltweit größten CO2-Emittenten - Experten prophezeien, dass die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump noch schlechter fürs Klima werden könnte; nicht nur für das politische. Denn auch Trump steht nicht unbedingt für Mäßigung und trifft damit den Nerv vieler US-Wählerinnen und -Wähler. "USA extrem: Freiheit und Lifestyle in XXL" ist ein Streifzug durch das amerikanische Alltagsleben im XXL-Format.
Autorennen, Süßigkeiten und krasse Shows. Die Volksfeste im XXL-Format sind bunt, wild und laut: Party für die Besucher, lukratives Geschäft für die Schausteller. Nervenkitzel inklusive. Für Brian Miser ist jeder Auftritt lebensgefährlich. Der 62-jährige Artist ist eine menschliche Kanonenkugel: Er lässt sich aus einer selbst gebauten Kanone schießen. Bei seinen Shows muss jeder Handgriff sitzen. Denn sonst steht sein Leben auf dem Spiel. Der Lebensunterhalt ist hart verdient, doch für die meisten lohnt es sich: Die Stuntshow der Familie Miser bringt rund 4500 US-Dollar Gage pro Auftritt. Zu den Attraktion auf dem Jahrmarkt gehören auch Autorennen. Beim sogenannten Demolition Derby crashen die Fahrzeuge mit Absicht aufeinander. Es geht darum, die Autos oder Trucks der Konkurrenten so stark zu zerstören, dass sie nicht mehr fahren können. Das erklärte Ziel: bis zum Schluss als Letzter und Einziger mit einem fahrtüchtigen Fahrzeug unterwegs zu sein. Andere verdienen ihr Geld mit typischen Jahrmarktleckereien. Die Funnel Cakes, riesige frittierte Teigkringel, sind die Spezialität von Taylor's Doughboy. Seit drei Generationen verkauft die Familie die süßen Kalorienbomben. Schausteller in den USA sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Aber sie sind auch Geschäftsleute, die gut organisierte Familienunternehmen führen und so die Jahrmarktindustrie der Vereinigten Staaten am Laufen halten. Dafür nehmen sie die Strapazen des anstrengenden Lebens unterwegs auf sich. Denn zu den County Fairs oder Volksfesten müssen sie oft weite Strecken zurücklegen, wohnen in Campern und verbringen wenig Zeit zu Hause. Was wäre ein Jahrmarkt in den USA ohne eine Holzfällershow? Sie gehört für viele unbedingt zum Lebensgefühl dazu. Lee LeCaptain präsentiert seine Show im ganzen Land. Damit ist er reich geworden. Kernige Amerikaner in Holzfällerhemden hacken und sägen um die Wette. Mitmachen kann jeder und jede.
China - das bevölkerungsreichste Land der Erde - hat eine lange und stolze Geschichte als Kulturnation. Sie dient der Supermacht des 21. Jahrhunderts als Legitimation und Machtinstrument. China hat Jahrhunderte der Umbrüche, Katastrophen und Zerrüttung hinter sich. Mit wirtschaftlicher Urgewalt und Machtpolitik kämpft es sich zurück auf die Weltbühne und stellt die sicher geglaubte Überlegenheit des westlichen Gesellschaftsmodells infrage. Vor tausend Jahren ist China bereits die bestimmende Großmacht in Asien. Die Kaiser regieren über ein Riesenreich mit boomender Wirtschaft. China liefert Porzellan in die ganze Welt, hergestellt in industriellem Maßstab. Schon damals ist das Land reich an Menschen. Die Arbeitskraft von Millionen ermöglicht gewaltige Bauprojekte. Das bekannteste ist die Chinesische Mauer. Ein Wallsystem, erbaut über Hunderte von Jahren, zum Schutz vor Feinden aus dem Norden. Doch die Mächte, die China Jahrhunderte später niederwerfen, kommen nicht zu Land, sondern zu Wasser. Im 19. Jahrhundert ist China behäbig geworden. Das Land hat alles, was es braucht. Nach eigenem Verständnis ist es der Mittelpunkt der Welt. Die Chinesen verkennen die Gefahr, als das Land technologisch immer weiter in Rückstand gerät. Und andere Länder haben Ambitionen: Die europäischen Kolonialmächte und das imperialistische Japan werfen ein Auge auf China - und teilen das Land unter sich auf. Für China beginnt ein Jahrhundert der Demütigung, voller Krieg und Fremdherrschaft. Erst als der Zweite Weltkrieg die japanischen Besatzer in den Abgrund reißt, erhebt sich China erneut - das kommunistische China. Mao Zedong setzt sich im chinesischen Bürgerkrieg durch und will das Land in ein kommunistisches Paradies verwandeln - koste es, was es wolle. Unter seiner Herrschaft finden Abermillionen den Tod in Hungerkatastrophen und der blutigen Kulturrevolution. Als Mao stirbt, geht China neue Wege. Wirtschaftlich entfesselt, wird es in den letzten Jahrzehnten zum Zentrum des Welthandels. Die Liste der Länder, die von China abhängig sind, wächst mit jedem Jahr. Chinas Rückkehr, das Ringen um den Platz, den es beansprucht, ist eine zentrale Herausforderung dieses Jahrhunderts, für den Westen und die Welt. Was treibt China an? Wie nutzt die kommunistische Diktatur ihre Geschichte, um Politik zu machen? Und wie blickt China auf sich selbst? Der Riese ist erwacht.
Russland hat eine lange Geschichte, geprägt von Größe, Macht und tiefem Leid. Die russischen Herrscher haben die Vergangenheit des Landes immer wieder für ihre Zwecke umgedeutet - bis heute. In kaum einem anderen Land liegen sagenhafte Größe, Mythos und tiefes Leid näher zusammen. Eine Geschichte von starken, brutalen Herrscherfiguren, die ihrem eigenen Volk viel abverlangten, gleichzeitig aber Russland zur Weltmacht führten. Schon immer ringt das Land um sein Verhältnis zum Westen - zwischen Bewunderung und Ablehnung. Vom Zerfall der Kiewer Rus über das Großfürstentum Moskau, das Zarenreich bis hin zum Aufstieg und Zusammenbruch des Sozialismus sowie Putins Russland - die 1000-jährige Geschichte ist bedrohlich und faszinierend zugleich.
Vom Händler im jüdischen Ghetto zum mächtigen Bankier: Mayer Amschel Rothschild und seine Söhne schaffen ein europäisches Bankenimperium und werden Teil der einflussreichen Elite Europas. Das Familiennetz der Rothschilds beeinflusst schnell die Politik Europas, entscheidet Kriege und wird zur treibenden Kraft der Industrialisierung. Trotz immerwährender antisemitischer Anfeindungen gehören sie noch heute zu den reichsten Familien der Welt. Mayer Amschel Rothschild wird 1744 in der Frankfurter "Judengasse" geboren. Im abgeschirmten Stadtteil, wo nachts die Tore geschlossen werden, erfährt er Antisemitismus und Ausgrenzung: Erfahrungen, die ihn lebenslang prägen werden. Juden dürfen zu dieser Zeit mit klassischen Waren nicht handeln, ihnen bleiben nur Geldgeschäfte, das heißt Kredite und Münzwechsel. Mayer Amschel Rothschild ergattert einen Ausbildungsplatz im berühmten jüdischen Bankhaus Oppenheimer in Hannover und wird nur wenige Jahre später zum sogenannten Hofjuden bei Wilhelm von Hessen-Hanau. Als solcher organisiert er die Geldgeschäfte des Grafen und versorgt ihn mit Kapital- und Luxusgütern. Rothschilds Geschäftssinn macht ihn reich. Er schickt seine fünf Söhne in die pulsierenden Finanzmetropolen Europas: London, Wien, Neapel, Paris. Das Netzwerk der Rothschildbanken entsteht. Die Brüder beweisen engen Zusammenhalt, knüpfen Kontakte und verbünden sich mit den Mächtigen. Ihr Reichtum wächst ins Unermessliche: Nathan, der Londoner Rothschild, stirbt 1836 sogar als reichster Mensch der Welt. Als Finanziers profitieren sie nicht nur vom kriegstreibenden Europa, sondern treiben durch ihre Investitionen auch maßgeblich die Industrialisierung und den Eisenbahnbau voran. Doch die jüdische Familie, deren Erfolg in der notorisch antisemitischen Gesellschaft Europas Neid und Missgunst hervorruft, ist ständigem Hass und Anfeindungen ausgesetzt. Bald sind die Rothschilds Gegenstand von Verschwörungstheorien, die das ganze Gewicht der seit Jahrhunderten kursierenden Hassnarrative über die jüdische Weltverschwörung bis heute auf sie projiziert. Als Reaktion darauf haben sich die Rothschilds von der Weltbühne verabschiedet und leben sehr zurückgezogen. Neben noch heute bestehenden Privatbanken widmen sie sich auch anderen Branchen wie dem Weinanbau. Aber auch wenn sie nicht mehr die Geschicke in Krieg und Frieden mitbestimmen, ist der Einfluss der fünf Söhne von Mayer Amschel Rothschild auf die europäische Geschichte noch heute spürbar. Superreiche prägen die Geschichte seit Jahrhunderten. Sie finanzieren Innovation, Kunst und Kriege. Ihre Lebensgeschichten erzählen von Macht, Intrigen und Skandalen - so macht Geld Geschichte.
Seine Autos verändern die Welt und machen Henry Ford zu einem der reichsten Männer Amerikas. Mit seinem Vermögen will der Automobil-König die Welt nach seinen Vorstellungen formen. Als Pionier der Massenproduktion revolutioniert Ford die Arbeitswelt und schafft grenzenlose Mobilität. Der überzeugte Kapitalist und glühende Antisemit wird dafür von Hitler bewundert und beliefert die deutsche Wehrmacht mit zahlreichen Armeefahrzeugen. In einer Zeit, in der Maschinen und Elektrizität beginnen, die Welt zu erobern, wird Henry Ford in eine einfache Farmerfamilie hineingeboren. Schon früh zeigt sich seine Begeisterung für Technik: Als Junge experimentiert er mit Uhren, den damals fortschrittlichsten technischen Geräten des Alltags. Bald baut er seine eigenen Dampfmaschinen, dann einen Benzinmotor. Später fährt er - ganz Selfmademan - seine selbst gebauten Autos auf Rennstrecken, um Investoren zu gewinnen. Seine Vision: ein Auto für jedermann. Der Beginn des Aufstiegs zum reichsten und erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit. Um die Mammutaufgabe zu bewältigen, verfeinert er das Prinzip der Fließbandproduktion und legt damit den Grundstein für die Massenproduktion und Konsumgesellschaft, in der wir heute leben. Doch so erstaunlich seine Errungenschaften auch sein mögen, Henry Ford bleibt eine zwiespältige Figur. Sein Genie paart sich mit Größenwahn, einem autoritären Charakter und verbittertem Antisemitismus. Um die Welt zu verändern, kandidiert Ford als US-Präsident und fährt mit einem Dampfer nach Europa, um eigenhändig den Ersten Weltkrieg zu beenden. So bleibt er sein Leben lang ein Ingenieur, der nicht nur Autos, sondern die ganze Welt nach seinem Bild formen will. Er kauft eine eigene Zeitung, um mit antisemitischen, verschwörungstheoretischen Schriften die Menschheit vor den Juden zu warnen. Adolf Hitler sieht Ford sogar als möglichen Führer einer amerikanischen nationalsozialistischen Partei. Für Hitler baut er Lastwagen, die die Wehrmacht zur Invasion der Tschechoslowakei benutzt. Fords politische Ideen und Ambitionen scheitern zwar, trotzdem leben wir in vielerlei Hinsicht immer noch in einer Welt, die Ford geschaffen hat: grenzenloser Konsum, Fließbandproduktion, uneingeschränkte Mobilität. Die moderne Zeit trägt unzweifelhaft die Handschrift des Ingenieurs aus Michigan. Superreiche prägen die Geschichte seit Jahrhunderten. Sie finanzieren Innovation, Kunst und Kriege. Ihre Lebensgeschichten erzählen von Macht, Intrigen und Skandalen - so macht Geld Geschichte.
Von Tech-Enthusiasten bewundert, von Verschwörungstheoretikern verteufelt: Mit Microsoft revolutioniert Bill Gates die Gesellschaft und wird zeitweise zum reichsten Mann der Welt. Vom skrupellosen Monopolisten zum freigiebigen Philanthropen. Mit Computersoftware dominiert er die digitale Sphäre, dann prägt er die Weltgesundheit. Kaum jemand hat das 21. Jahrhundert geformt wie Bill Gates. Bill Gates ist einer der ersten Computer-Nerds überhaupt. Schon als Schüler verschreibt er sich dem Programmieren - in einer Zeit, in der die ersten Vorgänger der späteren PCs gerade erst auf den Markt kommen. Mit nur 19 Jahren gründet er das Unternehmen, das die Welt erobern wird: Microsoft. Überdurchschnittliche Intelligenz, ein rigides Arbeitsethos und Geschäftssinn bringen Bill Gates nach ganz oben: Schon mit 31 Jahren ist er Milliardär. Als Geschäftsmann ist er ein rücksichtsloser Monopolist: Wettbewerber drängt er unerbittlich vom Markt und findet nur in Steve Jobs einen ernsthaften Konkurrenten, der mit Apple neben ihm bestehen kann. Als die amerikanische Kartellbehörde, die mit der technischen Entwicklung kaum Schritt halten kann, aufmerksam wird, ist es zu spät: Microsoft hat ein Monopol. Das Betriebssystem Windows findet sich auf 73 Prozent aller Computer, doch die Struktur des Betriebssystems ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Als die öffentliche Meinung wegen seines gnadenlosen Geschäftsgebarens kippt, zieht sich Gates aus der Unternehmensführung zurück. Mit seiner damaligen Ehefrau Melinda gründet er die "Bill & Melinda Gates Foundation". Ihr Ziel: die Gesundheitsversorgung von Menschen weltweit zu verbessern. Mit einem Stiftungsvermögen von etwa 50 Milliarden Dollar ist sie die größte private Stiftung der Welt - und dementsprechend einflussreich. Das ruft Kritiker auf den Plan, die behaupten, Bill Gates kontrolliere die Weltgesundheit. Denn Gates ist nicht nur ein Mäzen, der fleißig spendet, sondern er will auch bestimmen, wofür das Geld der Stiftung ausgegeben wird. Im Lichte der Coronapandemie gerät er zunehmend in die Kritik. Verschwörungstheoretiker erklären ihn zum Superschurken, aber auch seriösere Stimmen äußern ihre Sorgen: Hat Bill Gates durch seine Stiftung zu viel Macht? Verfolgt er vielleicht nicht nur selbstlose Ziele? Kontrolliert er heute die Weltgesundheit wie einst den Computermarkt? Superreiche prägen die Geschichte seit Jahrhunderten. Sie finanzieren Innovation, Kunst und Kriege. Ihre Lebensgeschichten erzählen von Macht, Intrigen und Skandalen - so macht Geld Geschichte.
Vom Flüchtlingsjungen zur Ikone der Superreichen: Aristoteles Onassis frönt dem Luxus, verführt die schönsten Frauen seiner Zeit. Doch sein Leben endet in einer Tragödie. Zum Aufstieg in den Olymp der Milliardäre sind dem Reederei-König alle Mittel recht: Ohne Skrupel manipuliert er die Mächtigen und verhandelt Deals der Superlative. Dabei wird er zum Vorreiter eines globalisierten Wirtschaftssystems, das keine Grenzen kennt. Aristoteles Onassis baut ein gigantisches Wirtschaftsimperium auf und unterhält die größte Tankerflotte der Welt. Er kennt keine Skrupel, das Geschäft ist für ihn ein großes Spiel, das er gewinnen will. Dabei hilft ihm eine Holdingstruktur, die Besitz verschleiert und Steuern spart - bis heute ein übliches Werkzeug der Vermögenden. Und er ist ein Trendsetter: Sein schillernder Lifestyle, der mit Megajacht und Privatinsel der Welt der Superreichen seinen Stempel aufdrückt, füllt die Presse. Seine ewige Suche nach dem nächsten großen Deal verwickelt ihn in das globale Pokerspiel der Weltmächte, als er Ölgeschäfte mit Saudi-Arabien einfädelt. Im Fadenkreuz der Geheimdienste legt er sich sogar mit dem amerikanischen Präsidenten an - und gewinnt. Auch im Liebesleben will er hoch hinaus: Er wirbt um die glamourösesten Frauen seiner Zeit. Zu Beginn seiner Karriere ist es die schöne Reederei-Tochter Tina Livanos, durch die er die nötigen Kontakte im Geschäft knüpfen kann. Danach verführt der Tycoon die berühmte und begehrte Opernsängerin Maria Callas. Aber auch das ist ihm nicht genug, denn für ihn zählt nur die nächste Trophäe: Sein neues Ziel ist niemand Geringeres als Jackie Kennedy, die berühmteste Frau der Welt, Ehefrau des mächtigsten Mannes der Welt. Nach dem schockierenden Attentat in Dallas, das John F. Kennedy das Leben kostet und eine ganze Generation entsetzt, kann Onassis auch Jackie für sich gewinnen. Ein weiterer Triumph auf der langen Siegesliste des Reederei-Königs. Doch die Geschichte des Onassis ist nicht die Märchengeschichte eines Selfmade-Millionärs, sondern eine griechische Tragödie: Er will den Olymp erstürmen und fällt dann tief. Sein Sohn, Alexander Onassis, vielleicht der einzige Mensch, der Aristoteles wirklich etwas bedeutet, verunglückt bei einem Übungsflug tödlich. Als gebrochener Mann, trauernd um seinen Sohn, heimgesucht von einer schweren Nervenkrankheit, endet das Leben des Aristoteles Onassis mit einer bitteren Note. Superreiche prägen die Geschichte seit Jahrhunderten. Sie finanzieren Innovation, Kunst und Kriege. Ihre Lebensgeschichten erzählen von Macht, Intrigen und Skandalen - so macht Geld Geschichte.
In dieser Folge "XY Spuren des Verbrechens" stehen die Taten von Serienmördern im Fokus - Verbrechen, die sich über Jahre hinweg wiederholen und oft lange unentdeckt bleiben. Anhand mehrerer Mordserien aus dem Archiv von "Aktenzeichen XY . Ungelöst" und "XY gelöst" beleuchtet die Sendung, ab wann ein Täter als Serienmörder gilt und welchen Mustern diese Taten folgen. Moderatorin und Journalistin Helene Reiner blickt auf besonders aufsehenerregende Fälle, darunter die Taten des sogenannten Rhein-Ruhr-Rippers und des Würgers von Aachen. Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern erklärt, wie Ermittler Zusammenhänge zwischen einzelnen Taten erkennen, welche Rolle moderne Kriminaltechnik - insbesondere die DNA-Analyse - spielt und warum Hinweise aus der Bevölkerung oft entscheidend für die Aufklärung sind. Der forensische Psychiater Prof. Dr. Kolja Schiltz ordnet die Fälle ein und zeigt, warum viele Serienmörder ein scheinbar unauffälliges Leben führen.
Diese Folge nimmt eine besonders gefährdete Opfergruppe?in den Blick: Prostituierte. Sie werden häufig Opfer von Gewalt, da sie ihre Kundschaft oft anonym und allein empfangen. Journalistin und Moderatorin Helene Reiner rekonstruiert mehrere Fälle aus dem Archiv von "Aktenzeichen XY .? Ungelöst", geht Taten, Hintergründen und offenen Fragen nach und betrachtet die Verbrechen aus unterschiedlichen Perspektiven. Eine junge Prostituierte wird von ihrem Freier mit K.-o.-Tropfen betäubt, ausgeraubt und stirbt dabei fast. Außerdem beleuchtet die Folge das Schicksal einer jungen Rumänin, die mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen wurde.? Expertin Edda Grieshaber erklärt in der Sendung, warum Prostituierte so oft Opfer von Gewalttaten werden und auch, wie ihre Beratungsstelle Betroffene unterstützt. Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern berichtet von den Herausforderungen, mit denen die Polizei bei ihren Ermittlungen häufig konfrontiert ist und warum Zeugen oft schweigen.
April 2023 auf der malerischen Insel Mersea in England. Ellena Baxter findet ihre Eltern tot im Wintergarten ihres Hauses. Das Unternehmer-Ehepaar wirkt, als sei es friedlich eingeschlafen. Die verstorbene Carol Baxter litt an Hashimoto und sucht online Hilfe bei einer amerikanischen Ärztin. Doch die Medizinerin gibt der Polizei Rätsel auf. Dann taucht ein inoffizielles Testament auf: Es begünstigt die Tochter und den Familienfreund Luke D'Wit. Die Todesursache der Baxters bleibt zunächst unklar. Dann ergibt ein toxikologisches Gutachten: Carol und Stephen Baxter sind an einer tödlichen Dosis Fentanyl gestorben. Carol hatte zudem das Beruhigungsmittel Promethazin im Blut. Ellena Baxter und Luke D'Wit kommen in Untersuchungshaft und werden getrennt verhört. D'Wit hatte sich zuletzt aufopfernd um die kranke Carol gekümmert. Doch erklärt das die zahllosen Medikamente, die die Ermittler bei der Durchsuchung seiner Wohnung finden? Ein wohlhabendes Unternehmer-Ehepaar stirbt an einer tödlichen Dosis Fentanyl. Die Ermittler enthüllen ein perfides Netz aus Lügen und tödlicher Manipulation.
Nach Luke D'Wits Verhaftung stellen die Ermittler bei ihm Medikamente sowie mehrere Handys und Laptops sicher. Was sie darauf entdecken, schockiert selbst erfahrene Beamte der Essex Police. Die digitalen Spuren führen zu einem perfiden Netz aus erfundenen Identitäten, fragwürdigen Heilmethoden und psychischem Druck. Die Ermittler erkennen: Luke D'Wit hat über Jahre hinweg fast jeden Bereich des Lebens der Familie Baxter kontrolliert. Unter den falschen Identitäten befindet sich auch die angebliche amerikanische Ärztin Dr. Andrea Bowden. Carol Baxter vertraut ihr blind und befolgt ihre strengen Regeln. Auf Dr. Bowdens Wunsch isoliert sie sich zunehmend - und wird ihrer Ärztin und einer mysteriösen WhatsApp-Selbsthilfegruppe immer höriger. Doch das erklärt nicht die tödliche Dosis Fentanyl, die Carol und Stephen bei ihrem Tod im Blut haben. Während Tochter Ellena Baxter allmählich begreift, wie umfassend Luke D'Wit ihre Eltern kontrolliert hat, rekonstruieren die Ermittler der Essex Police eines der verstörendsten Verbrechen in der Geschichte von Mersea Island. Ein wohlhabendes Unternehmer-Ehepaar stirbt an einer tödlichen Dosis Fentanyl. Die Ermittler enthüllen ein perfides Netz aus Lügen und tödlicher Manipulation.
Mit 15 vergewaltigt Todd Kohlhepp ein junges Mädchen. Nach langer Haft baut er sich eine Karriere als Immobilienmakler auf. Doch die professionelle Fassade bekommt schon bald erste Risse. Als 2003 ein Unbekannter vier Angestellte eines Motorsport-Geschäftes erschießt, glaubt die Polizei an den Racheakt eines verärgerten Kunden. Obwohl Kohlhepp dort ein Motorrad gekauft hat, landet er nicht auf der Liste der Verdächtigen. Ein folgenschwerer Fehler. Der erste Teil der Dokumentation schildert die schwierige Kindheit und Jugend von Todd Kohlhepp, der später von der Presse "Amazon Review Killer" getauft wird. Schon in jungen Jahren quält er Tiere und drangsaliert andere Kinder. Als Teenager begeht er sein erstes brutales Verbrechen. Mit den "Superbike-Morden" im Jahr 2003 wird Kohlhepp zunächst nicht in Verbindung gebracht. Denn noch ahnt niemand, dass der charmante Immobilienmakler aus Spartanburg in South Carolina in Wahrheit ein Doppelleben führt. Auch als 2015 und 2016 zwei junge Paare aus der Gegend verschwinden, sind die Ermittler zunächst ratlos. Doch dann schnappt die Falle zu. Und bald wird klar: Auch Todd Kohlhepps makabre Amazon-Produktbewertungen sind keinesfalls so harmlos, wie viele geglaubt haben.
Nachdem die vermisste Kala Brown angekettet in einem Container auf seinem Grundstück gefunden wurde, sitzt Todd Kohlhepp im Gefängnis. Weitere Durchsuchungen fördern Grausiges zutage. Freunde und Nachbarn des Immobilienmaklers müssen erkennen: Der Mann, der so unauffällig unter ihnen lebte, ist ein skrupelloser Serienmörder. Und hat sich beim Versandriesen Amazon mit allem eingedeckt, was er für seine Taten brauchte. Ob Vorhängeschlösser, Klappschaufeln oder Waffenzubehör: Dutzende Produktbewertungen liefern Hinweise auf Kohlhepps Verbrechen - und geben Einblick in die Psyche eines narzisstischen Serienmörders. Der zweite Teil der Dokumentation erzählt anhand von Gesprächen mit Nachbarn, Opfer-Angehörigen und Ermittlern, wie die Polizei 2016 einen der vielleicht schlimmsten Verbrecher der USA überführt. Archivaufnahmen von der Gerichtsverhandlung zeigen, wie die Familien von Todd Kohlhepps mindestens sieben Opfern für eine angemessene Strafe kämpfen.
Maria (28), Levke (8) und Emilie (17) - drei Entführungsfälle in Deutschland und Dänemark, die für die Ermittler zur Nervenprobe werden und tragisch enden. Die 28-jährige Maria war auf Mallorca feiern und ist anschließend verschwunden. In Cuxhaven ist die achtjährige Levke wie vom Erdboden verschluckt. Und in Dänemark ist die 17-jährige Emilie nach einem Partyabend allein unterwegs und verschwindet. Die Kommissare Canedo, Bettels und Isager-Nielsen blicken auf diese drei spektakulären Fälle und die anschließenden Ermittlungen zurück. Die Doku-Serie "Ermittler!" begleitet Kommissare, Staatsanwälte und Rechtsmediziner bei der Lösung ihrer spektakulärsten Fälle. Erstmals öffnen sie dafür ihre Ermittlungsakten und zeigen Tatortfotos sowie Polizeivideos. Und sie berichten, wie sie den Tätern auf die Spur gekommen sind.
Im November 2008 fallen in der Nähe der Berliner Fischerinsel mehrere Schüsse. Schnell wird klar: Die Kugeln galten einem Geschäftsmann, der blutüberströmt auf einem Gehweg liegt. Der Mann hat keine Papiere bei sich. Erst die zuletzt gewählte Nummer seines Mobiltelefons hilft bei der Identifizierung. Es meldet sich ein Geschäftspartner, der während der Schüsse mit dem Mann telefoniert hat. Er kann den Ermittlern weiterhelfen. Bei dem toten Mann handelt es sich um Friedhelm S., den Geschäftsführer einer Immobilienfirma. Die Ermittlungen in seinem Umfeld ergeben, dass der 59-Jährige ein knallharter Geschäftsmann gewesen sein soll, rücksichtlos im Umgang mit seinen Partnern. Als dann herauskommt, dass er bei einer von ihm beauftragten Baufirma Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung entdeckt hat, nehmen die Ermittlungen Fahrt auf. In einem weiteren Fall dieser Folge geht es um äußerst brutale Räuber, die im Treptower Park, mitten in Berlin, Angst und Schrecken verbreiten. Sie lauern nachts ihren Opfern auf, überfallen sie und zwingen sie, Geld an Automaten abzuheben. Als sie der Polizei ins Netz gehen, staunen die Ermittler, denn die beiden Räuber könnten auch für das Verschwinden eines Berliner Studenten wenige Wochen zuvor verantwortlich sein. Die Doku-Serie "Ermittler!" begleitet Kommissare, Staatsanwälte und Rechtsmediziner bei der Lösung ihrer spektakulärsten Fälle. Erstmals öffnen sie dafür ihre Ermittlungsakten und zeigen Tatortfotos sowie Polizeivideos. Und sie berichten, wie sie den Tätern auf die Spur gekommen sind.
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Anfang der 70er-Jahre. Bundeskanzler Willy Brandt setzt auf Entspannung und Annäherung im Kalten Krieg. Ansonsten startet das Jahrzehnt vor allem bunt: Der Hippie-Style ist angesagt. Musikalisch erobern Rock und Schlager die deutschen Charts: Sowohl Led Zeppelin als auch Roy Black landen einen Nummer-eins-Hit. Im geteilten Deutschland will Bundeskanzler Willy Brandt mit seinem neuen Kurs "Wandel durch Annäherung" erreichen. 1970 kommt es zu einem ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen in Erfurt. Ende des Jahres unterzeichnet Willy Brandt in Polen den Warschauer Vertrag. Sein Kniefall vor dem Warschauer Ghetto-Mahnmal schreibt Geschichte. Für seine Ostpolitik erhält Willy Brandt den Friedensnobelpreis. Doch auch der Terror prägt das Jahrzehnt. 1970 gründet sich die Rote Armee Fraktion. Die Baader-Befreiung gilt als Geburtsstunde der RAF. Die linksextreme Terrorgruppe wird Westdeutschland mehr als zwei Jahrzehnte lang in Atem halten. In der DDR kommt es 1971 zu einem Machtwechsel. Erich Honecker stürzt mit Unterstützung des Kremls seinen politischen Ziehvater Walter Ulbricht. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze - geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF.
Olympische Spiele 1972 in München. Die Wettkämpfe werden vom Terror überschattet. In der Bundesrepublik gibt es vorgezogene Neuwahlen und ein Sonntagsfahrverbot nach dem Ölpreisschock. Doch die frühen 70er-Jahre sind auch bunt. Die "Prilblume" wird zum Kultobjekt. In Ostberlin feiern Jugendliche die zehnten Weltfestspiele. In der DDR gibt es die Pille jetzt sogar kostenlos. Die Jahre 1972 und 1973 sind von Krisen geprägt.
Nach 1936 finden 1972 erstmals wieder Olympische Spiele in Deutschland statt. Doch palästinensische Terroristen dringen in das olympische Dorf ein und nehmen die israelische Mannschaft als Geiseln. Im Bundestag hat Bundeskanzler Willy Brandt keine sichere Mehrheit mehr. Es kommt zu vorgezogenen Neuwahlen. Die Union geht mit CDU-Chef Rainer Barzel ins Rennen. 1973 dann die Ölkrise: Des Deutschen liebstes Kind rollt nicht mehr. Sonntagsfahrverbot - bundesweit. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze - geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF.
Deutschland im Fußball-Taumel. Die Bundesrepublik wird Weltmeister im eigenen Land. In Bonn kommt es zum Machtwechsel. Willy Brandt tritt zurück, Helmut Schmidt wird neuer Bundeskanzler. Ob Disco, Schlager oder Rock - der Soundtrack der Zeit ist vielschichtig. Von nun an geht in Deutschland auch noch der "Punk" ab. 1974 erschüttert ein Spionagefall das Land: Der Kanzleramtsmitarbeiter Günter Guillaume wird verhaftet. Als DDR-Spion hat er aus dem engsten Umfeld des Bundeskanzlers geheime Informationen an die DDR weitergegeben. Willy Brandt tritt daraufhin als Bundeskanzler zurück. Sein Nachfolger wird Helmut Schmidt. Musikalisch sorgt die Discoqueen Donna Summer mit lasziven Sounds für Aufsehen. Udo Lindenberg leistet mit deutschsprachiger Rockmusik Pionierarbeit. Und die Band Kraftwerk revolutioniert mit elektronischen Klängen die Musikwelt. 1976 bekommt der Liedermacher Wolf Biermann die Erlaubnis für ein Gastkonzert in Köln. Dort übt er Kritik an der DDR. Wenige Tage später wird er ausgebürgert. Viele Künstlerinnen und Künstler verlassen daraufhin Ostdeutschland. Auch Nina Hagen, die zur Punk-Ikone wird. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze - geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF.
Die Terrorwelle der RAF erreicht 1977 während des "Deutschen Herbstes" ihren Höhepunkt. Ein Jahr später sorgt ein Katastrophenwinter für eisige Kälte. Ende der 70er rollt die Disco-Welle ihrem Höhepunkt entgegen. "Saturday Night Fever" kommt in die Kinos. In Westdeutschland protestieren Tausende gegen den Bau von Kernkraftwerken. Das Jahr endet mit einem Katastrophenwinter. Deutschland versinkt im Schnee. Im September 1977 entführen RAF-Terroristen in Köln Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Sie fordern die Freilassung inhaftierter RAF-Mitglieder. Um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, entführen vier palästinensische Terroristen im Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut". 1978 fliegt der DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher ins Weltall und umrundet an Bord einer sowjetischen Raumstation die Erde. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze - geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF.
Die 80er-Jahre haben ein Hauptthema: die Angst vor einem dritten Weltkrieg, das Wettrüsten zwischen Ost und West, sowjetische SS-20 versus Pershing II und Cruise Missiles. Der NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 gibt das Startsignal für den Rüstungswettlauf der 80er. Der Kalte Krieg sollte das Jahrzehnt bis fast zum Ende bestimmen. Zu Beginn der 80er-Jahre teilen viele Menschen die Angst vor einem apokalyptischen Inferno. Der Schriftsteller Günter Grass bringt in seiner Rede bei der Berliner Begegnung zur Friedensförderung im Dezember 1981 seine Angst vor einem apokalyptischen Inferno zum Ausdruck, die viele Menschen zu Beginn der 80er-Jahre teilen. Und es ist natürlich vor allem die Jugend, die diese Angst öffentlich artikuliert. Aber eine neue Generation ist am Werk, die auch eine völlig neue Protestkultur hervorbringt. Während die 68er noch als geschlossene Truppe aufmarschierten, mit charismatischen Anführern wie Rudi Dutschke, ist die Jugend der 80er - also die Babyboomer - bereits in viele Subkulturen gesplittet: Punker, Hausbesetzer, Ökos, Autonome, Gangs.
Das Jahr 1984 gehört George Orwell. Mit seinem letzten großen Roman "1984" wird er jetzt zum Stichwortgeber einer zunehmend fortschrittsskeptischen Gesellschaft. Der gleichnamige Kinofilm bekommt von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat "besonders wertvoll", und der dazugehörige Soundtrack der britischen Band Eurythmics stürmt die deutschen Charts. 1985, das Tennisturnier von Wimbledon: 11,19 Millionen Deutsche verfolgen das Finale an den Fernsehgeräten. Nie zuvor hat ein Sportler die Massen so elektrisiert. 87 Prozent der Bundesbürger finden Boris Becker sympathisch. Die Standesbeamten schlagen Alarm: Soll doch jeder fünfte männliche Neugeborene Boris heißen. Becker und seine ebenso erfolgreiche Sportsfreundin Steffi Graf bedeuten aber auch eine Zäsur in der deutschen TV-Kultur. Im Windschatten ihrer Erfolge etabliert sich das Privatfernsehen in Deutschland. Im Jahr vor Beckers Wimbledon-Sieg widmen ARD und ZDF dem Tennis zusammen nur 13 Stunden ihrer Sendezeit. 1989 beträgt der Programmanteil der angesagten Sportart bereits sagenhafte 1018 Stunden. Der Löwenanteil entfällt auf die neue private Konkurrenz. Sie treibt ab 1986 die Einsätze im Poker um die Sportübertragungsrechte in die Höhe.
Michail Gorbatschow ist nach dem Wegsterben von drei greisen KP-Generalsekretären innerhalb von nur drei Jahren die neue Nummer eins im Kreml. Der Mittfünfziger mit dem markanten Muttermal auf der kahlen Stirn wird schon bald nach seinem Amtsantritt für die von Weltuntergangsängsten geplagten Deutschen zum Hoffnungsträger. Lange Zeit hatte die SED-Führung ideologisch nur den Westen zu fürchten. Doch das ändert sich, als Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika versucht, die sowjetische Gesellschaft von der Breschnew-Ära zu befreien. Die Klarheit, mit der in Moskau jetzt über die Mängel der realsozialistischen Gesellschaft gesprochen wird, irritiert die SED. Und auf die von Gorbatschow vorangetriebene Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit reagieren Honecker und Co. geradezu panisch.