Terra Australis, das andere Ende der Welt. Der in Sydney geborene Historiker Christopher Clark blickt in dieser Dokumentation humorvoll und kritisch auf "seinen" Kontinent. Clark begibt sich auf die Spuren der großen Entdecker, von James Cook bis zu Ludwig Leichhardt, der zum berühmtesten Deutschen dort wurde. Hier finden Europäer eine fremde Welt: Landschaften, Tiere und Pflanzen, die es nur hier gibt. Die älteste Kultur des Planeten. Australien - ein Kontinent der Extreme. Clark führt durch die unendliche Weite und den Überfluss an unberührter, vielfältiger Natur. Die Regenwälder ziehen sich wie ein grünes Band an der Nord- und Ostküste entlang, einst waren sie noch ausgedehnter und bedeckten fast den halben Kontinent. Heute gibt es hier eine einzigartige Vielfalt von Arten. Manche Lebewesen haben sich seit Millionen von Jahren kaum weiterentwickelt. Sie fanden hier ihre perfekte ökologische Nische, die sich ebenfalls nicht verändert hat. Der deutsche Naturforscher Ludwig Leichhardt war einer der Ersten, der Pflanzen und Tiere des unermesslichen Outback dokumentierte. Professor Clark reist auf dessen Spuren. Leichhardt gelang als Erstem 1845 die Durchquerung des Kontinents. 1848 kehrte er von seiner dritten Reise nicht zurück, sondern blieb in der Wildnis verschollen. Der weltberühmte Historiker Christopher Clark, der heute in Cambridge/England lehrt, verschafft den Zuschauern auch Zugang zur Kultur der Ureinwohner des Landes. Bis vor 200 Jahren lebten nur sie, die Aborigines, in dem Land. Clark zeigt, was von ihren Mythen, ihren Erzählungen erhalten bleibt und wie sie heute leben. Zum Beispiel am Uluru, dem heiligen Berg in der Mitte des Kontinents. Der schroff aus der Erde ragende Sandsteinmonolith ist eine Art "Mekka Australiens". Hierher zu reisen hat etwas von einer Pilgerfahrt. Und so ist der Uluru zu einer Nahtstelle zwischen einem neuen und einem uralten Australien geworden.
Terra Australis, das andere Ende der Welt: Christopher Clark blickt in dieser Dokumentation auf die grandiose Natur des Fünften Kontinents. Die Tour beginnt auf der Insel Tasmanien. Clark taucht an der wilden Küste, erforscht die Ökosysteme, die durch Klimaänderungen genauso in Gefahr sind wie das Great Barrier Reef. Und was hat es mit dem Tasmanischen Teufel auf sich, den es nur auf dieser Insel gibt? Ein dunkles Kapitel in der Geschichte Tasmaniens sind die Massaker an den Aborigines. Als vor 200 Jahren die ersten Europäer kamen, wäre es ihnen beinahe gelungen, die Ureinwohner, die hier seit mehr als 10 000 Jahren als Sammler und Jäger lebten, einfach auszurotten. Christopher Clark trifft einen ihrer heutigen Führer. Ein weiteres dunkles Kapitel ist Tasmaniens Zeit als größte Sträflingskolonie. Ab 1833 wurden britische "Verbrecher" per Schiff ins Gefängnis von Port Arthur gebracht, um dort in völliger Isolation ihre Strafe abzusitzen. Viele von ihnen mussten diese körperlich und seelisch belastende Tortur mit dem Leben bezahlen. Von Tasmanien geht die Reise weiter in das pulsierende Melbourne, das heute als eine der lebenswertesten Metropolen der Welt gilt. Die Stadt erlebte zur Zeit des Goldrausches vor 150 Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Der berühmte Historiker Clark, der heute in Cambridge in England lehrt, findet hier die Wurzeln der multikulturellen Gesellschaft, die in Australien herangewachsen ist. Denn alle mussten auf diesem nicht immer einladenden Kontinent zusammenleben und überleben. Ohne Solidarität, ohne Toleranz geht das nicht. Gerade durch die Verschiedenheit seiner Bewohner wurde die Gleichheit auf diesem Kontinent so wichtig. Nach einem Abstecher zur spektakulären Küstenstraße "Great Ocean Road" stellt Clark seine Heimatstadt Sydney und deren bewegte Geschichte vor.
In Neuseeland leben Tiere, die es nirgendwo sonst gibt, auf der Welt. Doch Räuber aus der Fremde bedrohen die zerbrechliche Natur. Neuseeland wehrt sich. Das Land verfolgt einen radikalen Plan: alle eingeschleppten Raubtiere sollen getötet werden. Ist das wirklich eine gute Idee? Wildtierärztin Hannah Emde ist unterwegs, um diese Frage zu beantworten. Doch dafür genügt es nicht, nur die Tierwelt zu erkunden. Jahrmillionen der Isolation haben in Neuseeland nicht nur eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt hervorgebracht, sondern das Land auch gegen Feinde abgeschirmt. Das ging so lange gut, bis der Mensch die Insel erobert hat. Mit der Zeit brachte er Raubtiere nach Neuseeland. Marder, Possums und Ratten setzen der ursprünglichen neuseeländischen Tierwelt enorm zu. Sie gehören heute zu den schlimmsten Killern Neuseelands und bereits 80 Prozent der einheimischen Vogelarten sind stark gefährdet. Ganz oben auf der Roten Liste steht Neuseelands Nationalsymbol: der Kiwi, so klein wie ein Huhn, aber von großer Bedeutung für die Menschen. Hannah Emde begleitet ein Team von Tierschützern, die die Nester mit einem besonderen Vierbeiner aufspüren, denn die nachtaktiven Tiere verstecken sich in Höhlen. Haben die Hunde einen Kiwi aufgespürt, stellt das Team das Gewicht des Vogels und den Gesundheitszustand fest. Erst wenn die Vögel schwer genug sind, können sie sich eigenständig gegen Marder und Co. verteidigen. Zukünftig sollen Kiwis und andere Vogelarten nicht nur in Schutzgebieten leben, sondern wieder zum festen Stadtbild gehören. Regierung und Umweltorganisationen haben deswegen ein Programm ins Leben gerufen: "Predator Free 2050". Töten für den Artenschutz - alle sollen helfen, die Eindringlinge abzuwehren. Sicherlich eine extreme Maßnahme. Aber wer Neuseeland kennt, weiß, dass das Land immer schon Zerstörung und Erneuerung ausgesetzt war. Vor etwa 25 Millionen Jahren waren die beiden Hauptinseln nahezu komplett vom Meer überschwemmt. Für das Leben an Land eine Katastrophe. Erst die Gewalt aufeinanderprallender Kontinentalplatten hat Neuseeland wieder an die Oberfläche gedrückt. Bis heute brodelt es unter der Erde, Neuseelands Vulkane schreiben die Geschichte von Zerfall und Neuanfang immer wieder neu. Hannah Emde hat eine besondere Mission im fernen Sehnsuchtsland: Sie will verstehen, wie man in Neuseeland das Leben bedrohter Tierarten sichern kann, bevor sie für immer verloren sind. Braucht es dafür wirklich die "Lizenz zum Töten"?
Costa Rica forstet auf - doch wie wild ist der neu gewachsene Wald? Im grünen Vorzeigeland prüft Wildtierärztin Hannah Emde, wie gut es Natur und Tiere wirklich geht. "Pura Vida" - das pure Leben - so lautet das Lebensmotto der Costa Ricaner. Das Land hat Biodiversität und Naturschutz zum Staatsziel erklärt. Doch wo Wald wächst, kehrt nicht automatisch auch Vielfalt zurück. Lässt sich ein Paradies wiedererschaffen? Noch vor einem halben Jahrhundert war Costa Rica fast vollständig entwaldet. Rund 80 Prozent der Urwälder verschwanden für Viehweiden und Plantagen. Heute bedecken wieder Regenwälder große Teile des Landes. Hannah Emde folgt den Spuren dieser Regeneration und entschlüsselt das komplexe ökologische Netzwerk, das sich durch die Wildnis Costa Ricas zieht. Einst fast verschwunden, schleichen heute wieder Jaguare durch die Küstenwälder im Norden. Doch ihre Rückkehr könnte für andere Tiere fatale Folgen haben: Der Biologe Luis Fonseca López erforscht seit Jahrzehnten bedrohte Meeresschildkröten, die an den Stränden nisten - und findet immer häufiger tote Tiere mit verdächtigen Bissspuren. Hannah Emde begleitet ihn auf nächtlicher Patrouille: Gefährdet die Rückkehr der Großkatzen das Überleben der Schildkröten? Costa Rica liegt zwischen Karibik und Pazifik, nur 200 Kilometer trennen die Küsten. Dazwischen erheben sich Vulkane bis zu 4000 Meter hoch - eine Topografie, die das Land zum Mosaik der Lebensräume macht, in denen manch seltsame Tiere leben: weiße Fledermäuse mit gelben Nasen, Huftiere mit rüsselartigen Schnauzen und das langsamste Säugetier der Welt. Jedes von ihnen erfüllt eine wichtige Rolle im Netzwerk der Natur. Doch eine Tiergruppe wird oft übersehen, obwohl ohne sie das ganze Netz zerreißen würde: die Insekten. Die zurückgekehrte Wildnis steht unter Druck: Landwirtschaft und Infrastruktur zerschneiden Schutzgebiete und verdrängen Lebensräume. In der größten Wildtier-Rettungsstation Costa Ricas hilft Hannah Emde einem Faultier, das einen Stromschlag erlitten hat. Hier zeigt sich: Der Mensch ist Teil des Netzwerks - als Bedrohung, aber auch als Helfer. Costa Rica hat seinen Wald zurückgeholt. Ob auch die Artenvielfalt und die verschränkte Natur des Waldes dauerhaft zurückkehren, zeigt diese Folge "Terra X: Faszination Erde". Beim Tauchen mit Haien, der Suche nach Jaguaren und der Pflege von Baby-Faultieren wagt Hannah Emde einen genauen Blick auf ein Paradies im Werden.
Endlose Weite und Gras, Gras, Gras. Die kasachische Steppe wirkt unscheinbar, dabei ist sie voller Leben. Es gibt Antilopen und sogar Flamingos. Fast ein bisschen wie in Afrika. In der endlosen Steppe begleitet Wildtierärztin Hannah Emde Menschen, die einen kühnen Plan verfolgen: Die Steppe soll in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dafür müssen die großen Steppentiere hier wieder eine neue Heimat finden. Das Schutzgebiet trägt den schönen Namen Altyn Dala - "Die goldene Steppe". Hier lebt die Saiga-Antilope. Mit ihren auffallend großen rüsselartigen Nasen wirken sie fast wie Fantasiegestalten aus einer anderen Welt. Die Saigas treffen sich hier alle Anfang Mai zu großen Zusammenkünften von mehreren Zehntausenden Tieren. Dann bringen sie alle gleichzeitig ihre Kälbchen zu Welt. Die meisten in nur einer einzigen Woche. Das Kalbungstreffen ist für den Saiga-Forscher Steffen Zuther von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt eine gute Gelegenheit, mehr über den Zustand der Herden zu erfahren. Zusammen mit Hannah Emde untersucht er die neugeborenen Kälber und macht einen Gesundheitscheck. Die Anzahl gesunder Kälbchen gibt Aufschluss über den Zustand der gesamten Gruppe. Die Saiga-Antilopen sind jetzt schon eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. Die Tiere waren noch vor einigen Jahren stark bedroht. Die Bestände wurden besonders durch die Jagd stark dezimiert. Und dann kam 2015 sogar noch ein Massensterben durch eine bakterielle Infektion hinzu. In ganz Kasachstan waren nur noch rund 100.000 Tiere übrig. Heute sind es dank Schutzmaßnahmen wieder mehr als drei Millionen. Die Steppe wirkt nur auf den ersten Blick eintönig. Mitten in der Steppe gibt es Oasen, wie den Tengizsee. Der See ist rund dreimal so groß wie der Bodensee. Und im Sommer finden sich hier riesige Schwärme an Flamingos. Obwohl man es ihr nicht ansieht: Die Steppe ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Ihr verdanken wir Pflanzen, die unser aller Leben bunter machen. Es gibt hier viele seltene Arten von wilden Tulpen. Zentralasien ist die Ursprungsregion der Tulpen. Die Blumen sind hier vor langer Zeit entstanden, bevor sie ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten sind. Heute sind die Steppengebiete bedroht. Graslandschaften zählen zu den gefährdetsten Ökosystemen der Welt. Ihre Stärke ist ihre Schwäche. Weil sie so fruchtbar und leicht zu bewirtschaften sind, sind sie für die landwirtschaftliche Nutzung optimal geeignet. Wenn die Steppe zurückkehren und leben soll, dann braucht sie Helfer: Im Moment sind die Saiga-Antilopen noch die einzigen großen Pflanzenfresser, die in freier Natur in der zentralen Steppe Kasachstans leben. Doch das soll sich bald ändern. Weitere seltene Steppentiere sollen zurück in ihre ursprüngliche Heimat kommen, in der sie schon lange ausgestorben sind. Przewalski-Pferde und Kulane - eine asiatische Wildeselart - sollen zusammen mit den Saiga-Antilopen die Big Three Kasachstans vervollständigen. Die Forschenden sind dabei, diese Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum anzusiedeln. Hannah Emde assistiert der Wildtierärztin Julia Bohner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bei einer nächtlichen Aktion. Sie statten eine junge Eselin mit einem GPS-Sender aus, um so nach der Freilassung ihre Wege weiterhin verfolgen zu können. Ziel der Forschenden ist es, das Steppen-Ökosystem wieder vollständig herzustellen. Dazu wollen sie alle wichtigen großen Pflanzenfresser ansiedeln, die hier auch früher gelebt haben. Denn eine Steppe ohne Pflanzenfresser ist unvollständig und auch ungesund. Erst durch das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen ergibt sich ein funktionierendes Ökosystem. Das Projekt zur Rückkehr der wilden Tiere im Schutzgebiet Altyn Dala ist ein Vorzeigeprojekt. Von der UN wurde es als eines von nur zehn weltweiten Flagschiffprojekten zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet. Es ist möglich, wiederaufzubauen, was der Mensch einmal zerstört hat. Wir können die Zeit zurückdrehen!
Die letzte Eiszeit ist sehr lange her. Sie hat nicht nur Europas Landschaft nachhaltig geprägt, sondern auch die Entwicklung der Menschheit. Neue Forschungsergebnisse zeigen die letzte Eiszeit nun in einem völlig anderen, neuen Licht. Mirko Drotschmann ist in Deutschland und Europa zu den Hotspots der Eiszeitforschung unterwegs. Die sogenannte letzte Eiszeit begann vor etwa 115.000 Jahren und endete etwa 11.600 vor heute. Weite Teile Europas waren von einer Tausende Meter dicken Eismasse bedeckt. Nur durch die Mitte Europas erstreckte sich eine sogenannte Mammutsteppe, die üppig und voller Leben war. Dazu gehörte auch das Gebiet zwischen Basel und Frankfurt, das seit geraumer Zeit im Forschungsprojekt "Eiszeitfenster Oberrheingraben" genauer unter die Lupe genommen wird. In Kies- und Sandablagerungen haben Abertausende Tierknochen von Mammut, Nashorn, Riesenhirsch und Co. die Zeiten überdauert. Ihre Untersuchung mittels einer Radiokarbondatierung brachte eine Sensation zutage: Vor rund 30.000 Jahren tummelten sich im Rhein Flusspferde. Im Gegensatz zur eiszeitlichen Fauna mit ihren Megatieren sind die eiszeitlichen Landschaften noch heute sichtbar - ob an der Schärenküste Schwedens, den norwegischen Fjorden oder den Gletschern der Alpen. Als der Homo sapiens vor mehr als 40.000 Jahren in das eiszeitliche Europa einwanderte, lebte dort bereits seit mehr als 250.000 Jahren eine andere Menschenart: der Neandertaler. Dieser starb zwar kurze Zeit später aus, doch bis dahin hatten sich Homo sapiens und Neandertaler vermischt - die Folgen können in unseren Genen nachgewiesen werden: Alle nicht-afrikanischen Menschen besitzen heute noch zwischen ein und drei Prozent Neandertalergene. Kurz nach seiner Ankunft in Europa schuf der Homo sapiens in den Höhlen der Schwäbischen Alb Erstaunliches: plastische Kunstwerke aus Mammutelfenbein - die ältesten der Welt, soweit heute bekannt. Forscher sprechen von einem Urknall der Zivilisation. Mirko Drotschmann erfährt, mit welchem handwerklichen Geschick und künstlerischen Verständnis die Tierfiguren aus Mammutelfenbein geschnitzt wurden, und besucht auch die Höhle von Chauvet in Frankreich, die der Homo sapiens mit mehr als 1000 Wandbildern verziert hat. Mirko Drotschmann spürt dem Alltag der Ureuropäer nach: Wie haben sie sich ernährt, wie gekleidet, wie sahen sie aus? Viele Darstellungen, auch in Museen, zeigen die Eiszeitjäger mit heller Haut. Doch Untersuchungen der genetischen Marker, die bei modernen Menschen mit der Pigmentierung von Augen, Haut und Haaren in Zusammenhang stehen, zeigen ganz deutlich: Die Menschen der letzten Eiszeit waren dunkelhäutig.
"Völkerwanderung" - so nennt man in Deutschland die turbulente Epoche zwischen Antike und Mittelalter, in der germanische Kriegerverbände das Römische Weltreich zum Einsturz brachten. Die Völkerwanderung ist einer der epochalen Einschnitte in der europäischen Geschichte. Ein halbes Jahrtausend lang hatten die Römer weite Teile des Kontinents kontrolliert. Doch zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert wurde die "Ewige Stadt" Rom gleich zweimal geplündert. Erst von den Westgoten, dann von den Vandalen. Am Ende saß ein machtloser Kindkaiser auf dem Thron, der schließlich von einem germanischen Warlord abgesetzt wurde. Wie war es dazu gekommen? Auf einer Reise durch Europa begegnet Mirko Drotschmann Forscherinnen und Forschern, die einen neuen Blick auf die damaligen Ereignisse werfen. Das beginnt bereits mit dem Begriff "Völker". Denn Westgoten oder Vandalen waren keineswegs homogene Volksgruppen, sondern bildeten sich erst im Zuge ihrer Wanderungen durch den Zusammenschluss aus unterschiedlichsten Ethnien. Außerdem zeigt sich, dass diese "Völker" das Römische Reich gar nicht zerstören, sondern an seinem Wohlstand teilhaben wollten. Dafür plünderten sie nicht nur, sondern trieben Handel und kämpften sogar für die Römer - wie Alarich, der Anführer der Westgoten. Nach Vorbild der Römer errichteten die Westgoten im heutigen Spanien im 6. Jahrhundert die Königsstadt Reccopolis; eine Metropole, die damals sogar manch römische Siedlung in den Schatten stellte, wie modernste Vermessungsmethoden mit geomagnetischen Sonden und Laserdrohnen belegen. Eine Bauleistung, die man den "Barbaren" lange nicht zugetraut hatte. Auch das Klima rückt die Forschung als wichtigen Push-Faktor für die "Völkerwanderung" in den Vordergrund: Wahrscheinlich trieb ein Kälteeinbruch die Hunnen aus Asien nach Europa und ermöglichte den Vandalen in der Neujahrsnacht des Jahres 406 das Eindringen ins Römische Reich. Die Migrationen der Spätantike haben Spuren in unseren Sprachen und Genen hinterlassen: So zeugt der Name Englands von der Machtübernahme der Angelsachsen im Britannien des 5. Jahrhunderts. Und obwohl die Einwanderer vom Kontinent damals in der Minderheit waren, haben sie sich genetisch durchgesetzt: Genanalysen zeigen, dass mehr als die Hälfte der englischen Männer angelsächsische Vorfahren hat. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut - und ging auch nicht an einem Tag unter. Im Osten blieb das Imperium in Gestalt des Byzantinischen Reiches sogar bis ins 15. Jahrhundert bestehen. Im Westen traten Karl der Große und die Franken das Erbe der Römer an, gestützt auf die römisch-katholische Kirche. In neuer Gestalt lebte die römische Herrschaftsidee weiter, im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation hatte sie bis 1806 Bestand. So steht heute die Zeit der "Völkerwanderung" weniger für das Ende des Römischen Reiches als vielmehr für die Verbindung der Kulturen und Traditionen, die Europa bis heute prägen.
Ob Frankreichs barocke Prachtentfaltung durch den Sonnenkönig, Sachsens Glanz oder Preußens Gloria: Mirko Drotschmanns Spurensuche geht quer durch Europa. Sie gibt Einblicke hinter die Kulissen einer aus heutiger Sicht oft skurrilen Welt und fragt, welches Kalkül hinter der Prunksucht steht. Im 17. Jahrhundert wollten die meisten Könige und Fürsten Europas losgelöst vom alten Adel und Klerus herrschen. Die Alleinherrschaft erschien nach dem Chaos des Dreißigjährigen Krieges ideal, um Stabilität und Ordnung zu sichern. Gestützt auf neueste Forschungen zeigt Mirko Drotschmann, dass die europäische Realität viel differenzierter war. In Versailles, dem Schloss Ludwigs XIV., erfährt Mirko Drotschmann, wie sich die politische Idee des Absolutismus in der Architektur widerspiegelt. "Der Staat bin ich", soll Ludwig XIV. gesagt haben - und als Mensch gewordener "Staatskörper" war sogar der königliche Besuch der Toilette ein öffentlicher Staatsakt. Alles ordnete sich dem Monarchen unter. In Wirklichkeit hatte aber auch die Macht des Sonnenkönigs Grenzen. Die Zurschaustellung von Reichtum und Prunk war keine reine Angeberei, sondern sollte den Herrschaftsanspruch der Fürsten und Könige in Europa untermauern. Deutschland hat mit seiner einzigartigen Mischung aus Kleinstaaterei und fürstlicher Konkurrenz ein einmaliges Erbe des Absolutismus - in Gestalt der unzähligen Schlösser, in der verschwenderischen Pracht des Grünen Gewölbes in Dresden und der Porzellansammlung Augusts des Starken. Einen Gegenentwurf lieferte Preußen: Friedrich Wilhelm I. brach radikal mit der barocken Verschwendungslust. Seine neue Leitkultur: Fleiß, Ordnung und Sparsamkeit - später als preußische Tugenden verklärt. In den Niederlanden entwickelte sich ein anderes Modell des Absolutismus: Ab dem 17. Jahrhundert standen dort auch Bürger an der Spitze des Staates und teilten sich als "Regenten" die Macht mit adligen "Statthaltern". Niederländische Kaufleute entwickelten den modernen Finanzkapitalismus - und mit ihren Gewinnen wuchs ihr Einfluss. Im Zeitalter des Absolutismus drehte sich also nicht alles um Könige und Fürsten. Der Absolutismus wurde auch zum Wegbereiter für Fortschritt - in der Wissenschaft und bei der Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten. Europäische Forscher legten den Grundstein für die modernen Wissenschaften und die Technisierung der Welt - allen voran Isaac Newton mit seinem Gravitationsgesetz oder Gottfried Wilhelm Leibniz, der als Vater der modernen Computertechnik gilt. Philosophen forderten Freiheit und Gleichheit für alle Menschen. Für sie war der Verstand die schärfste Waffe im Kampf für eine gerechtere Gesellschaft. Ideen der Aufklärung inspirierten auch Monarchen - wie den Habsburger Joseph II. Mit bahnbrechenden Reformen wie der Abschaffung der Leibeigenschaft oder seinem Toleranzedikt machte er sein Reich zukunftsfähig. Anders Frankreich: Dort fand der Absolutismus mit der Hinrichtung Ludwigs XVI. ein blutiges Ende.
Europa ist der klimatische "Gunstkontinent". Sein überaus vorteilhaftes Klima verdankt er einem Ereignis auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Schließung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika erschafft den Golfstrom, dessen warme Gewässer in Europa ein außergewöhnliches Klima entstehen lassen - Palmen in Irland und Obstbäume in Norwegen. In allen anderen Regionen der Erde ist es auf demselben Breitengrad deutlich kälter. Gletscher der letzten Eiszeit hinterlassen in Europa fruchtbaren Löss, der durch Wind und Wasser über den ganzen Kontinent verteilt wird und eine getreidebasierte Landwirtschaft ermöglicht. Die Vielfalt der Backwaren in Europa zeugt bis heute davon. Auch die Küsten Europas werden für den Kontinent zum Vorteil: Tektonische Ereignisse zwischen der afrikanischen und der eurasischen Platte prägen die zerklüftete Mittelmeerküste mit ihren vielen Buchten und Inseln, natürlichen Häfen und sanften Strömungen und prädestinieren sie für Besiedlung und Schifffahrt. Schon in der Antike wird der Mittelmeerraum zum Umschlagplatz für Waren und vor allem Ideen, die Europa bis heute prägen. Den engen Raum auf dem Kontinent teilen sich mehr Länder als irgendwo sonst auf der Welt - das fördert Wettbewerb und Innovation. In der Neuzeit wird Europa dank Schätzen aus dem Untergrund zum Kontinent des Fortschritts. Kohle ist der Treibstoff für die Industrialisierung, eine europäische Erfindung, die das Wesen des Kontinents und das Leben seiner Bewohner nachhaltig verändert.
Südamerika ist der einzige Kontinent, der lange nicht mit anderen Landmassen verbunden war. Seine Natur hat sich in Jahrmillionen der Isolation entwickelt. Erst die Entstehung der mittelamerikanischen Landbrücke hat den Kontinent tiefgreifend verändert und ihn zu dem Ort gemacht, den wir heute kennen. Tiere wie Puma und Panther wandern über die neue Landbrücke und erobern Südamerika, später folgen die Menschen.
Die erste von vielen Einwanderungswellen, die der Kontinent erleben wird. Die Anden erzeugen sehr verschiedene Lebensbedingungen mit unterschiedlichen Herausforderungen und Möglichkeiten. Ausgerechnet an der trockenen Westseite der Anden entstehen die ersten Hochkulturen 2000 vor Christus - dank ausgeklügelter Bewässerungstechniken. Im Hochland Perus wird das einzige tropische Eisfeld der Welt und ein reiches Süßwasservorkommen zum Schlüsselfaktor für den Aufstieg der bedeutenden Inka-Kultur. Die Wasserressourcen helfen den Inkas, ihr Territorium zu erweitern und das größte Reich im präkolumbianischen Amerika zu organisieren. Ihr Erbe prägt die Region bis heute. Südamerika ist reich an natürlichen Ressourcen wie Silber, Gold, Salzen und Seltenen Erden. Das weckt seit Jahrhunderten Begehrlichkeiten. Zunächst von europäischen Eindringlingen auf der Suche nach dem sagenumwobenen El Dorado. Heute erobern internationale Konzerne und Investoren den Kontinent und prägen das Leben der Menschen. Auf der anderen Seite der Anden bestimmt der Amazonas Regenwald den Kontinent. Die Anden halten die Wolken auf. Gewaltige Regenmassen speisen unzählige Flüsschen, die sich im Amazonasfluss vereinen. Auf einem äußerst nährstoffarmen Boden entsteht eine unvergleichliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Möglich macht das vor allem die Düngung durch das Herüberwehen transatlantischen Saharasandes.
Seit 1982 berichtet "Terra X" über die Natur und Kultur der Welt. Die Jubiläumsreihe "Unsere Kontinente" fügt beides zu einer großen Gesamtschau zusammen. Wie hat die Natur unseres Planeten die Kulturen geformt? Prof. Harald Lesch, Prof. Colin Devey, Prof. Antje Boetius, Mirko Drotschmann, Dr. Mai Thi Nguyen-Kim und Jasmina Neudecker präsentieren die sechs dauerhaft von Menschen besiedelten Kontinente. Die gewaltigen tektonischen Kräfte erschaffen in Afrika eine einzigartige Landschaft: das Great Rift Valley. Die natürlichen Bedingungen Ostafrikas werden zur Wiege der Menschheit und zum Startpunkt ihrer langen Reise: Von dort aus ziehen die Menschen los, um nach und nach andere Kontinente zu besiedeln. Der afrikanische Kontinent erstreckt sich über sehr viele Breitengrade und äußerst vielfältige Naturlandschaften und Klimazonen. Seine so unterschiedlichen Regionen und Bedingungen erfordern immer wieder andersartige Anpassungsstrategien und das Erlernen neuer Kulturtechniken. Vielerorts sind die Böden des Kontinents ausgelaugt. Es entwickeln sich völlig unterschiedliche Lebensmodelle als Antwort auf die extremen Naturbedingungen. Die natürlichen Barrieren des Kontinents - Flüsse, die nicht durchgängig schiffbar sind, die tropische Zone mit ihren tödlichen Krankheiten, undurchdringliche Wälder oder die großen Wüsten im Norden und Süden des Kontinents - verhindern den Austausch der verschiedenen Kulturen in Afrika. Darüber hinaus verfügen die Nord- und Westküste über wenige natürliche Häfen und zum Teil schwer zu beherrschende Winde, was einen Austausch der Kulturen über die Grenzen des Kontinents hinaus lange Zeit verhindert. Das gut schiffbare Kap - gelegen auf den internationalen Schiffhandelsrouten - wird zum Einlasstor für Abenteurer und Ausbeuter, die selten das Wohl des Kontinents im Fokus haben. Es sind auch diese natürlichen Faktoren, die Afrikas Aufschwung behindert haben. Und das, obwohl der Kontinent reich an Rohstoffen und Bodenschätzen ist, die bis heute systematisch ausgebeutet werden.
Asien, der größte Kontinent der Erde, überbietet sich in Superlativen: Er reicht von Sibirien im Nordosten bis zum Suezkanal im Südwesten. In Asien befinden sich der kälteste Ort, die seismisch heißeste Region und die höchsten Gebirge des Planeten. Die Geschichte des Superkontinents Asien beginnt vor 55 Millionen Jahren. Damals schiebt sich der indische Subkontinent unter Eurasien und faltet den Himalaja auf. Dieses gewaltige Hochland bildet eine natürliche Barriere für Regenwolken und teilt Asien in zwei sehr unterschiedliche Teile: einen regnerischen und fruchtbaren Süden und einen trockenen und kalten Norden. Eine Pflanze verändert im feuchten und fruchtbaren Südosten Asiens die Siedlungsgeschichte. Reis wird Nahrungsgrundlage einer stetig und schnell wachsenden Bevölkerung. Es ist dieses besondere Klima, ermöglicht durch den Himalaja, das Südostasien bis heute zur Heimat der größten Megacitys der Welt macht. Asien ist aber auch ein Kontinent der Gegensätze und der menschlichen Anpassung an die unterschiedlichen Lebensräume. Das Wüstenklima im Südwesten inspiriert Weltreligionen, in der Mitte des Kontinents diktiert die Steppe die Lebensbedingungen der Menschen. Das weite Grasland bietet ideale Bedingungen für Pferde. Ihre Domestizierung lässt die Menschen der Steppe zu gefürchteten Kriegern und Herrschern der größten Reiche der Welt werden. Sibirien und Saudi-Arabien halten harte Lebensbedingungen bereit, ihr Reichtum an Bodenschätzen zieht dennoch Menschen in diese eher lebensfeindlichen Regionen. Kein anderer Kontinent hat die Ideen vom Zusammenleben der Menschen so geprägt wie Asien - als Taktgeber für den Rest der Welt. Asien war der Schauplatz der Anfänge der neolithischen Revolution. Heute hat der Kontinent die größte Ansammlung an Megacitys.
Nordamerika - ein Kontinent zwischen Eis und Feuer. Die natürlichen Bedingungen bestimmen seit jeher Leben und Kultur seiner Bewohner. Der polare Norden bildet die Wiege der nordamerikanischen Zivilisationen. Hier, wo sich die ersten Amerikaner niederlassen, sind die Bedingungen mit bis zu minus 50 Grad so hart, dass sich nur eine kleine Inuit-Bevölkerung behaupten kann. Die Landschaft und das Leben im Süden prägen Vulkane. Es ist die Region, in der die zweite Einwanderungswelle eine indigene amerikanische Zivilisation schafft. Im Laufe der Geschichte erweisen sich die Vulkane als Fluch und Segen zugleich. Ihre fruchtbare Asche sorgt für ertragreiche Böden und ermöglicht so die Landwirtschaft, aber allzu häufig offenbaren sie auch ihren zerstörerischen Charakter und lösen Naturkatastrophen aus. Der Mittlere Westen von Nordamerika ist das Filetstückchen des Kontinents. Es ist vor allem der Gunstraum zwischen Appalachen und Rocky Mountains, gepaart mit dem schier unendlichen Ressourcenreichtum und einer günstigen, natürlichen Infrastruktur, die es den USA ermöglicht, in kürzester Zeit wirtschaftlich an die Weltspitze aufzusteigen und Kulturen aller anderen Kontinente mitzuprägen. In den Südstaaten bietet die Natur ideale Bedingungen für den Anbau von Tabak, Reis und Baumwolle - allerdings auch für Krankheiten übertragende Insekten. Afrikanische Sklaven erweisen sich tragischerweise als widerstandsfähige Arbeiter in diesem heißen und feuchten Klima. Die Trennung zwischen den Rassen hat ihre Wurzeln in dieser Zeit und prägt bis heute die Alltagskultur in den USA.
Kein anderer Kontinent ist so weit von allem anderen entfernt wie Australien und Ozeanien. Die Abgeschiedenheit lässt einzigartige Tierarten und paradiesische Besonderheiten ohne Fremdeinfluss entstehen und eine der ältesten Kulturen der Welt überleben. Doch gerade diese natürliche Vielfalt zieht die Europäer an den Pazifik und verändert die Inseln für immer. Vor 50 Millionen Jahren bricht der bislang letzte Kontinent auseinander: Australien und die Antarktis entstehen. Die Antarktis vereist und Australien driftet nach Norden, wo es zum trockensten Kontinent der Erde wird. Die Eiszeit schafft eine Landbrücke zwischen Australien und Papua-Neuguinea und macht Australien zur Heimat einer der ältesten Kulturen der Erde. Aboriginal People schaffen es dank Anpassung und Kulturtechniken, den gesamten Kontinent als Lebensraum zu erschließen. Vor allem deren Wissen um versteckte Wasserquellen ermöglicht es später europäischen Einwanderern, hier zu siedeln. Die Vulkane des Pazifischen Feuerrings werden Schöpfer der einzigartigen Inselwelt Ozeaniens. Mineralien im Magma düngen die Böden und verwandeln die Inseln des Südpazifiks in Paradiese, während Korallenriffe das reiche Meeresleben fördern. Polynesien wird die Heimat mutiger Seefahrer, die in ihren Katamaranen Tausende von Kilometern zurücklegen, um neues Land zu erschließen - sie kommen bis nach Neuseeland. Neuseelands Kulturgeschichte ist deutlich jünger. Windverhältnisse machen eine Besiedlung zunächst unmöglich, bis sich im Mittelalter ein kurzes Zufallsfenster auftut, das es den Polynesiern gestattet, hier zu landen. Neuseeland und die pazifischen Inseln werden als letzte weiße Flecken auf dem Planeten besiedelt. Bis hierhin breitet sich die polynesische Kultur aus, die heute ein fester Bestandteil der neuseeländischen Alltagskultur geworden ist. Die Welten von Australien, Ozeanien und Neuseeland könnten unterschiedlicher nicht sein. Was sie eint, ist ihre Isolation. Und der jahrhundertealte kulturelle und wirtschaftliche Austausch, der die Region viel mehr verbindet als die Geologie.
In Neuseeland leben Tiere, die es nirgendwo sonst gibt, auf der Welt. Doch Räuber aus der Fremde bedrohen die zerbrechliche Natur. Neuseeland wehrt sich. Das Land verfolgt einen radikalen Plan: alle eingeschleppten Raubtiere sollen getötet werden. Ist das wirklich eine gute Idee? Wildtierärztin Hannah Emde ist unterwegs, um diese Frage zu beantworten. Doch dafür genügt es nicht, nur die Tierwelt zu erkunden. Jahrmillionen der Isolation haben in Neuseeland nicht nur eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt hervorgebracht, sondern das Land auch gegen Feinde abgeschirmt. Das ging so lange gut, bis der Mensch die Insel erobert hat. Mit der Zeit brachte er Raubtiere nach Neuseeland. Marder, Possums und Ratten setzen der ursprünglichen neuseeländischen Tierwelt enorm zu. Sie gehören heute zu den schlimmsten Killern Neuseelands und bereits 80 Prozent der einheimischen Vogelarten sind stark gefährdet. Ganz oben auf der Roten Liste steht Neuseelands Nationalsymbol: der Kiwi, so klein wie ein Huhn, aber von großer Bedeutung für die Menschen. Hannah Emde begleitet ein Team von Tierschützern, die die Nester mit einem besonderen Vierbeiner aufspüren, denn die nachtaktiven Tiere verstecken sich in Höhlen. Haben die Hunde einen Kiwi aufgespürt, stellt das Team das Gewicht des Vogels und den Gesundheitszustand fest. Erst wenn die Vögel schwer genug sind, können sie sich eigenständig gegen Marder und Co. verteidigen. Zukünftig sollen Kiwis und andere Vogelarten nicht nur in Schutzgebieten leben, sondern wieder zum festen Stadtbild gehören. Regierung und Umweltorganisationen haben deswegen ein Programm ins Leben gerufen: "Predator Free 2050". Töten für den Artenschutz - alle sollen helfen, die Eindringlinge abzuwehren. Sicherlich eine extreme Maßnahme. Aber wer Neuseeland kennt, weiß, dass das Land immer schon Zerstörung und Erneuerung ausgesetzt war. Vor etwa 25 Millionen Jahren waren die beiden Hauptinseln nahezu komplett vom Meer überschwemmt. Für das Leben an Land eine Katastrophe. Erst die Gewalt aufeinanderprallender Kontinentalplatten hat Neuseeland wieder an die Oberfläche gedrückt. Bis heute brodelt es unter der Erde, Neuseelands Vulkane schreiben die Geschichte von Zerfall und Neuanfang immer wieder neu. Hannah Emde hat eine besondere Mission im fernen Sehnsuchtsland: Sie will verstehen, wie man in Neuseeland das Leben bedrohter Tierarten sichern kann, bevor sie für immer verloren sind. Braucht es dafür wirklich die "Lizenz zum Töten"?
Costa Rica forstet auf - doch wie wild ist der neu gewachsene Wald? Im grünen Vorzeigeland prüft Wildtierärztin Hannah Emde, wie gut es Natur und Tiere wirklich geht. "Pura Vida" - das pure Leben - so lautet das Lebensmotto der Costa Ricaner. Das Land hat Biodiversität und Naturschutz zum Staatsziel erklärt. Doch wo Wald wächst, kehrt nicht automatisch auch Vielfalt zurück. Lässt sich ein Paradies wiedererschaffen? Noch vor einem halben Jahrhundert war Costa Rica fast vollständig entwaldet. Rund 80 Prozent der Urwälder verschwanden für Viehweiden und Plantagen. Heute bedecken wieder Regenwälder große Teile des Landes. Hannah Emde folgt den Spuren dieser Regeneration und entschlüsselt das komplexe ökologische Netzwerk, das sich durch die Wildnis Costa Ricas zieht. Einst fast verschwunden, schleichen heute wieder Jaguare durch die Küstenwälder im Norden. Doch ihre Rückkehr könnte für andere Tiere fatale Folgen haben: Der Biologe Luis Fonseca López erforscht seit Jahrzehnten bedrohte Meeresschildkröten, die an den Stränden nisten - und findet immer häufiger tote Tiere mit verdächtigen Bissspuren. Hannah Emde begleitet ihn auf nächtlicher Patrouille: Gefährdet die Rückkehr der Großkatzen das Überleben der Schildkröten? Costa Rica liegt zwischen Karibik und Pazifik, nur 200 Kilometer trennen die Küsten. Dazwischen erheben sich Vulkane bis zu 4000 Meter hoch - eine Topografie, die das Land zum Mosaik der Lebensräume macht, in denen manch seltsame Tiere leben: weiße Fledermäuse mit gelben Nasen, Huftiere mit rüsselartigen Schnauzen und das langsamste Säugetier der Welt. Jedes von ihnen erfüllt eine wichtige Rolle im Netzwerk der Natur. Doch eine Tiergruppe wird oft übersehen, obwohl ohne sie das ganze Netz zerreißen würde: die Insekten. Die zurückgekehrte Wildnis steht unter Druck: Landwirtschaft und Infrastruktur zerschneiden Schutzgebiete und verdrängen Lebensräume. In der größten Wildtier-Rettungsstation Costa Ricas hilft Hannah Emde einem Faultier, das einen Stromschlag erlitten hat. Hier zeigt sich: Der Mensch ist Teil des Netzwerks - als Bedrohung, aber auch als Helfer. Costa Rica hat seinen Wald zurückgeholt. Ob auch die Artenvielfalt und die verschränkte Natur des Waldes dauerhaft zurückkehren, zeigt diese Folge "Terra X: Faszination Erde". Beim Tauchen mit Haien, der Suche nach Jaguaren und der Pflege von Baby-Faultieren wagt Hannah Emde einen genauen Blick auf ein Paradies im Werden.
Fasten gibt es in vielen Formen: Komplettverzicht, Detox-Tee oder Selleriesaft-Kur. Versprochen werden Abnehmen, Entgiften, strahlende Haut und vieles mehr. "MAITHINK X" hat den Fasten-Trend wissenschaftlich geprüft und stellt überraschend fest: Es ist alles dabei. Von nutzlosen Scams, die nur den Geldbeutel entschlacken oder sogar gesundheitsschädlich sein können, bis hin zu valider medizinischer Forschung. Valide medizinische Forschung über gesundheitliche Vorteile. "MAITHINK X" liefert den Durchblick.
Schon immer gab es solche, die gerne einen auf dicke Hose gemacht haben. Die Geschichte ist voll von ihnen. Manche sind große Staatsmänner gewesen, andere nur kleine Betrüger. Eines ist ihnen gemeinsam: Wir haben sie nicht vergessen. Zeit, sich dem einen oder anderen einmal zu widmen. Sollte es die Päpstin Johanna im 9. Jahrhundert tatsächlich gegeben haben, dann gehört sie sicherlich zu den größten Blenderinnen der Geschichte. Aus dem überdurchschnittlich intelligenten Mädchen Johanna wird im Laufe vieler Studienjahre der gebildete Junge Johannes Anglicus, der schließlich in der römischen Kurie eine steile Karriere hinlegt. Das Blendwerk des Mainzer Mädchens ist so perfekt, dass es 855 sogar zum Papst gewählt wird. Erst nach zweieinhalb Jahren fliegt ihr falsches Spiel auf: Ausgerechnet während einer Prozession bringt sie ein Kind auf die Welt. Für einen Papst ein ernst zu nehmendes Problem. Auch nicht schlecht ist der Lebenslauf von Ferdinand Waldo Demara. Die meiste Zeit seines 60-jährigen Lebens verbringt Waldo Demara als jemand anderes. Er wechselt die Identitäten wie andere Leute die Socken: Mönch, Psychologe, Lehrer, Gefängnisdirektor und sogar Chirurg ist er gewesen. Ausgestattet mit fotografischem Gedächtnis, aber ohne Schulabschluss, kam eine klassische Karriere für ihn einfach nicht infrage. Als Marine-Schiffsarzt wird er sogar zum Lebensretter, als er einem verwundeten Soldaten eine Kugel direkt neben dem Herzen herausoperiert. Irgendwann fliegt er aber doch auf. Dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Blendern, die uns dennoch lebhaft in Erinnerung geblieben sind. So hat beispielsweise auch Wilhelm Voigt alias der Hauptmann von Köpenick den Weg in die "Glorreichen 10" geschafft. Genauso wie Shakespeare und die Priesterin Pythia. Was die beiden dort zu suchen haben, wird hier aufgeklärt. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
Die Geschichte ist voller Irrungen und Wirrungen. Nicht selten stecken fürchterlich dumme Deals dahinter. Höchste Zeit, die schlechtesten Geschäfte der Geschichte unter die Lupe zu nehmen. Putin beißt sich vermutlich noch heute in den Hintern: Einer seiner Vorgänger, Zar Alexander II., hatte Flausen im Kopf und wollte tatsächlich die Unterdrückung seines Volkes beenden. Aber Reformen sind teuer, also verkaufte er kurzerhand Alaska an die USA. Die bezahlten für den "Kühlschrank mit ein paar Bären" 7,2 Millionen Dollar - und wurden verspottet. Doch wer zuletzt lacht: Alaska entpuppte sich bald als wahre Schatzkammer mit reichen Edelmetall- und Erdölvorkommen. Sorry, Wladimir, dass dieses Schätzchen ausgerechnet an den Erzfeind ging. Um ein etwas kleineres und nicht ganz so mit unterirdischem Reichtum gesegnetes Gebiet handelt es sich bei Helgoland. Den heutigen Außenposten unserer Republik tauschte Kaiser Wilhelm II. mit den Briten gegen das tropische Eiland Sansibar. Wie bitte? Schön doof! Doch Moment: Sansibar gehörte Deutschland gar nicht, die Insel war gar keine echte Kolonie. Das Deutsche Reich bekam Helgoland allein für den Verzicht auf Gebietsansprüche. Insofern war's eher ein schlechter Deal für die Briten. Die Reihe der krummen und weniger krummen Tauschgeschäfte ließe sich endlos fortsetzen. Auch Kunst und Literatur sind voll davon: Man denke an Fausts Pakt mit dem Teufel oder den Rattenfänger von Hameln, der, weil er nicht bezahlt wird, mit seinem Flötenspiel nicht nur die Ratten, sondern auch alle Kinder auf Nimmerwiedersehen aus der Stadt lockt. Ein wirklich dickes Ding der jüngeren Vergangenheit sind dagegen die falschen Hitler-Tagebücher - 9,3 Millionen Mark für 69 gefälschte Tagebücher. Chapeau, Konrad Fischer alias Konrad Kujau! Ein mieseres Geschäft hat ein Verlag wohl nie abgeschlossen. Was sonst noch an dummen Deals abgeschlossen wurde? "Die glorreichen 10" hat die möglicherweise schrecklichsten zusammengestellt. Für die Dokumentationsreihe wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen und sich bewusst, und ohne Anspruch auf Repräsentativität, für eine bestimmte Reihenfolge entschieden.
Die John-Lennon-Verschwörung: mit wem steckte er unter einer Decke? Außerdem: Aliens in der Kaffeepause, eine geheimnisvolle Mafiosa und ein falscher Heiland. Die "Sketch History" zeigt rasant und bildgewaltig die großen und kleinen Ereignisse der Weltgeschichte aus völlig neuer Perspektive. Satirisch, humorvoll und richtig schön absurd. "History repeating" kann auch positiv sein - zumindest, wenn es um eine neue Staffel "Sketch History" geht: Beim wilden Ritt durch die Jahrhunderte geht es in der vierten Staffel des Sketchcomedy-Formats unter anderem mit ABBA in den Proberaum, mit Frida Kahlo vor die Staffelei und auf Tuchfühlung mit Franz Josef Strauß und Helmut Kohl zum Beginn ihrer Karrieren. Endlich werden die letzten großen Geheimnisse der Menschheit gelüftet: Wie kam Albert Einstein auf seine Relativitätstheorie? Was trieb Bill Gates in seiner Garage? Und wie melden sich Mafiosi zur Darmspiegelung an? "Sketch History" verspricht nichts weniger als die höchste Promi-Dichte der Fernsehgeschichte: Wo sonst geben sich Barack Obama und Katharina die Große die Klinke in die Hand, trifft John Lennon auf Dr. Sommer, Jeanne d'Arc auf Robin Hood und Queen Victoria auf die Handwerker-Koryphäen Jürgen und Horst Kasallek.
Bauunternehmer Damian Hale ist alt und krebskrank. Um dem Tod von der Schippe zu springen, sucht er die Hilfe der geheimnisumwitterten Organisation "Phoenix". Die transferiert sein Bewusstsein in einen jungen Körper. Als Damian wissen will, in wessen Körper er jetzt lebt, gerät er in Lebensgefahr. Regisseur Tarsem Singh verpackte den alten Menschheitstraum von der Unsterblichkeit in einen packenden Thriller. New York. Bau-Tycoon Damian Hale ist alt und krebskrank. Es bleiben ihm noch knapp sechs Monate zu leben. Doch er hat Geld und eine Visitenkarte: Die geheimnisvolle Organisation "Phoenix" verspricht skrupellosen und zahlungskräftigen Kunden ein neues Leben in einem jungen Körper mittels eines Bewusstseins-Transfers in einer MRT-artigen Maschine. Das Verfahren nennt "Phoenix" "shedding". Um den Transfer machen zu können, simuliert Damian in einem New Yorker Restaurant öffentlichkeitswirksam und ohne Rücksicht auf seine erwachsene Tochter Claire den eigenen Tod. Danach reist er im Privatjet nach New Orleans, wo er Dr. Albright , Chef von "Phoenix", trifft, der den ungewöhnlichen Eingriff vornimmt. Damian (jetzt: Ryan Reynolds) glaubt, sein neuer Körper sei in einem Genlabor gezüchtet worden. "Phoenix" versieht Damian mit einer neuen Identität. Nach dem gelungenen Eingriff ist er nicht mehr der sieche Baulöwe, sondern der 1980 geborene Edward Kidner. Damian alias Edward bleibt zunächst in New Orleans, wo er auf der Straße scheinbar zufällig die Bekanntschaft Antons beim Baseball macht. Einmal die Woche muss Damian/Edward eine rote Tablette schlucken. Denn der Transfer hat Nebenwirkungen der unangenehmen Sorte: In ruckartigen Flashbacks sieht sich Damian/Edward mit Szenen aus einer Vergangenheit konfrontiert, die nicht Teil seines Lebens war. Das Bewusstsein des Menschen, der dem Körper natürlich innewohnte, versucht, sich seine Behausung zurückzuerobern. Mit gutem Grund: Der Körper wurde nicht im Labor gezüchtet, sondern einem lebenden Menschen unter Druck von "Phoenix" "abgekauft". Was Damian/Edward außerdem nicht ahnt: Anton ist ein Mitarbeiter von "Phoenix". "Phoenix" kontrolliert seine Kunden, um die illegalen Vorgänge unter Dr. Albrights Ägide geheim zu halten und das elitäre Unternehmen nicht in Gefahr zu bringen. Damian/Edward stellt zu viele Fragen: Dr. Albright verordnet ihm einen Urlaub auf Hawaii. In seinen Halluzinationen hatte Damian/Edward eine junge Frau und ein Kind, ein kleines Mädchen, gesehen. Ein deutlich sichtbarer Wasserturm im Hintergrund der Flashbacks hatte ihn auf die richtige Spur geführt. Von Hawaii reist Damian/Edward ohne Aufenthalt in eine Kleinstadt namens Brighton in der Nähe von St. Louis, Missouri. Hier ist der Ort, aus dem sein Körper stammt. Der Körper gehörte einem Mann namens Mark. Mark lebte in Brighton mit seiner Frau Madeline und seiner sechsjährigen Tochter Anna (Jaynee-Lynne Kinchen). Mark hatte seinen Körper an "Phoenix" verkauft, um den teuren Krankenhausaufenthalt seines Kindes finanzieren zu können. Das Programm von "Phoenix" sieht vor, dass niemand, der den Transfer macht, erfährt, woher sein neuer Körper kam. Die Häscher von "Phoenix" verfolgen Damian/Edward bis nach Brighton. Nach einer wilden Schießerei, bei der Madelines Haus in Flammen aufgeht, flieht Damian/Edward mit Madeline und Anna vor dem langen Arm von "Phoenix". Ryan Reynolds wurde 2009 an der Seite von Sandra Bullock mit dem Film "Selbst ist die Braut" weltberühmt. Er war außerdem der erste Ehemann von Kollegin Scarlett Johansson. Nacktfotos, die Johansson Reynolds per Handy sandte, gerieten vor ein paar Jahren ins Netz, weil ihr Handy gehackt wurde. Mittlerweile ist Ryan Reynolds mit Kollegin Blake Lively verheiratet, mit der er zwei kleine Töchter hat. Tarsem Singh, in Indien geborener Hollywood-Regisseur, sagt über den Film: "Die Menschheit verschiebt pausenlos die Grenzen der Wissenschaft, sei es durch Fortschritte beim Klonen, bei animatronischen Prothesen und durch die Philosophie des Transhumanismus. Bewusstseinsverpflanzung ist gar nicht so weit hergeholt. Wir präsentieren diese Story-Elemente in einem realistischen Rahmen, sodass es glaubwürdig genug wirkt, um damit die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Nach dem Motto: 'Falls ich es noch erleben sollte, dass es so was gibt, und ich das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich vielleicht ...'". Zit. aus dem dt. Presseheft zum Film Ben Kingsley, 2001 von Königin Elizabeth II. von England zum "Sir" geadelt, über Singh: "Tarsem Singh war der perfekte Regisseur für diese Story. Er hat indische Wurzeln, und wir habe
Mit Ryan Reynolds, Natalie Martinez, Matthew Goode, Victor Garber, Derek Luke, Michelle Dockery, Ben Kingsley
Zwei FBI-Agenten haben es mit einer bizarren Mordserie zu tun. Zur Lösung des komplizierten Falls wird ein ehemaliger Kollege reaktiviert, der über seherische Fähigkeiten verfügt. Tatsächlich kann der Psychoanalytiker wichtige Informationen geben, jedoch erweist sich der Killer als ebenbürtiger Gegner. Packender Psychothriller mit Jeffrey Dean Morgan, Anthony Hopkins und Colin Farrell in den Hauptrollen. Die FBI-Agenten Joe Merriwether und Katherine Cowles tappen bei ihren Ermittlungen zu einer Serie mysteriöser Mordfälle völlig im Dunkeln. Es gibt weder ein nachvollziehbares Motiv noch einen Verdächtigen. Aus diesem Grund beschließt Merriwether, Kontakt zu einem alten Freund aufzunehmen: Der hellseherisch begabte Psychoanalytiker Dr. Clancy hat in der Vergangenheit bereits zur Lösung des ein oder anderen kniffligen Falls beigetragen und könnte auch diesmal den entscheidenden Hinweis liefern. Obwohl Clancy sich nach dem Tod seiner Tochter zurückgezogen hat, willigt er schließlich ein, dem FBI zu helfen. Seine "Vorsehungen" führen tatsächlich zu neuen Erkenntnissen, und es zeichnet sich endlich ein logisches Muster ab, das die Mordopfer miteinander verbindet. Doch auch der Killer verfügt über besondere Fähigkeiten und spielt mit den Ermittlern ein perfides Spiel, an dessen Ende ein unausweichlicher Mord auf sie wartet. Auf dem Regieposten nahm der brasilianische Regisseur Afonso Poyart ("2 Coelhos") Platz, der mit "Die Vorsehung" sein internationales Debüt gab. Entstanden ist ein düsterer Mystery-Thriller, der neben einer wendungsreichen Handlung auch optisch ansprechend inszenierte Visionsszenen zu bieten hat und von seinen charismatischen Darstellern profitiert.
Mit Anthony Hopkins, Jeffrey Dean Morgan, Abbie Cornish, Colin Farrell, Matt Gerald, Jose Pablo Cantillo, Marley Shelton
In naher Zukunft: Alles, was ein Mensch sieht, liegt als Aufzeichnung im Äther. Nach der Ermordung mehrerer Personen erkennt ein Cop, dass die Aufzeichnungen der Opfer manipuliert wurden. Manipuliert in der Absicht, den Mörder zu verbergen. Aber ist der geniale Hacker auch selbst der Täter? "Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol entwirft eine düstere Zukunftsversion, in der sein Star Clive Owen nur schwer zwischen Schein und Sein unterscheiden kann. In nicht allzu ferner Zukunft in New York. Mittels eines biosynthetischen Chips, der in jeden Menschen eingepflanzt ist, wird sein Leben aus seiner Perspektive aufgezeichnet. Die Polizei hat Zugang zu den Daten, die wie Filme im sogenannten Äther gespeichert sind. Sal Frieland , Cop bei der New Yorker Polizei, kann also bei einem Verbrechen mit eigenen Augen sehen, was die Opfer oder andere Personen sahen. Entsprechend ist die Verbrechensrate stark gesunken. Doch eine Mordserie unterbricht Frielands Erfolgsbilanz. Zwar sieht der routinierte Cop immer noch die letzten Minuten der Opfer in Form ihrer Aufzeichnung im Äther, doch der oder die Mörderin bleibt verdeckt. Frieland erkennt, dass er das fast Unmögliche vor sich hat - eine manipulierte Opfer-Aufzeichnung. Um dem Hacker und vermeintlichen Mörder auf die Spur zu kommen, ermittelt Sal undercover. Denn die Polizei hat bereits einen Verdacht. Vor einiger Zeit war Sal auf der Straße eine Frau aufgefallen, die versuchte, in die Aufzeichnungen von Passanten einzudringen, die ihr ins Gesicht gesehen hatten. Sal hatte die Manipulation bemerkt. Er erhält von seinem Vorgesetzten, Charles Gattis , die Möglichkeit, der Frau eine Falle zu stellen. Sal gibt vor, ein Banker zu sein, der einen One-Night-Stand mit einer Prostituierten löschen lassen will. Seine Freundin soll den Fehltritt nicht bemerken, wenn sie seine Aufzeichnung sehen will. Sal bestellt die Frau, die ihm auf der Straße aufgefallen war, in ein von der Polizei angemietetes Appartement. Sie heißt Anon . Anon erklärt ihrem vermeintlichen Kunden, unter allen Umständen in der realen Welt anonym bleiben zu wollen. Ihr Zuhause ist die Cyberwelt. Sie verdient ihr Geld damit, Menschen, die etwas verbergen wollen, im Äther Alibis zu verschaffen. Ihre Auftraggeber, mittlerweile jedoch fast alle ermordet, hatten in der Regel etwas Kriminelles getan, zum Beispiel Börsenkurse manipuliert oder gefälschte Bilder als echt ausgegeben. Anon zeigt Sal, wie perfekt sie ihr manipulatives Handwerk beherrscht. Aber ist sie deshalb auch der Mörder, nach dem Sal sucht? Zwischen Sal und Anon beginnt ein Katz-und Maus-Spiel, das seine Existenz bedroht. Denn nach kurzer Zeit hat sich jemand in Sals Augen gehackt, gaukelt ihm Dinge vor, die nicht da sind, treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Immer weniger kann Sal seine Realität und die manipulierte Aufzeichnung seiner Realität unterscheiden. Als er in Verdacht gerät, seinen Nachbarn ermordet zu haben und vom Dienst suspendiert wird, muss er Anon wiederfinden, obwohl sie längst weiß, dass er ein Cop ist. Andrew Niccol inszenierte seine Zukunftsversion vom Verlust jeglicher Privatsphäre als Krimi mit den Stilmitteln des Film noir. Um zwischen der realen Welt und der Aufzeichnung zu unterscheiden, wechselte der Regisseur zwischen zwei verschiedenen Bildformaten.
Mit Clive Owen, Amanda Seyfried, Colm Feore, Mark O'Brien, Sonya Walger, Joe Pingue, Iddo Goldberg
Zwei FBI-Agenten haben es mit einer bizarren Mordserie zu tun. Zur Lösung des komplizierten Falls wird ein ehemaliger Kollege reaktiviert, der über seherische Fähigkeiten verfügt. Tatsächlich kann der Psychoanalytiker wichtige Informationen geben, jedoch erweist sich der Killer als ebenbürtiger Gegner. Packender Psychothriller mit Jeffrey Dean Morgan, Anthony Hopkins und Colin Farrell in den Hauptrollen. Die FBI-Agenten Joe Merriwether und Katherine Cowles tappen bei ihren Ermittlungen zu einer Serie mysteriöser Mordfälle völlig im Dunkeln. Es gibt weder ein nachvollziehbares Motiv noch einen Verdächtigen. Aus diesem Grund beschließt Merriwether, Kontakt zu einem alten Freund aufzunehmen: Der hellseherisch begabte Psychoanalytiker Dr. Clancy hat in der Vergangenheit bereits zur Lösung des ein oder anderen kniffligen Falls beigetragen und könnte auch diesmal den entscheidenden Hinweis liefern. Obwohl Clancy sich nach dem Tod seiner Tochter zurückgezogen hat, willigt er schließlich ein, dem FBI zu helfen. Seine "Vorsehungen" führen tatsächlich zu neuen Erkenntnissen, und es zeichnet sich endlich ein logisches Muster ab, das die Mordopfer miteinander verbindet. Doch auch der Killer verfügt über besondere Fähigkeiten und spielt mit den Ermittlern ein perfides Spiel, an dessen Ende ein unausweichlicher Mord auf sie wartet. Auf dem Regieposten nahm der brasilianische Regisseur Afonso Poyart ("2 Coelhos") Platz, der mit "Die Vorsehung" sein internationales Debüt gab. Entstanden ist ein düsterer Mystery-Thriller, der neben einer wendungsreichen Handlung auch optisch ansprechend inszenierte Visionsszenen zu bieten hat und von seinen charismatischen Darstellern profitiert.
Mit Anthony Hopkins, Jeffrey Dean Morgan, Abbie Cornish, Colin Farrell, Matt Gerald, Jose Pablo Cantillo, Marley Shelton
In naher Zukunft: Alles, was ein Mensch sieht, liegt als Aufzeichnung im Äther. Nach der Ermordung mehrerer Personen erkennt ein Cop, dass die Aufzeichnungen der Opfer manipuliert wurden. Manipuliert in der Absicht, den Mörder zu verbergen. Aber ist der geniale Hacker auch selbst der Täter? "Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol entwirft eine düstere Zukunftsversion, in der sein Star Clive Owen nur schwer zwischen Schein und Sein unterscheiden kann. In nicht allzu ferner Zukunft in New York. Mittels eines biosynthetischen Chips, der in jeden Menschen eingepflanzt ist, wird sein Leben aus seiner Perspektive aufgezeichnet. Die Polizei hat Zugang zu den Daten, die wie Filme im sogenannten Äther gespeichert sind. Sal Frieland , Cop bei der New Yorker Polizei, kann also bei einem Verbrechen mit eigenen Augen sehen, was die Opfer oder andere Personen sahen. Entsprechend ist die Verbrechensrate stark gesunken. Doch eine Mordserie unterbricht Frielands Erfolgsbilanz. Zwar sieht der routinierte Cop immer noch die letzten Minuten der Opfer in Form ihrer Aufzeichnung im Äther, doch der oder die Mörderin bleibt verdeckt. Frieland erkennt, dass er das fast Unmögliche vor sich hat - eine manipulierte Opfer-Aufzeichnung. Um dem Hacker und vermeintlichen Mörder auf die Spur zu kommen, ermittelt Sal undercover. Denn die Polizei hat bereits einen Verdacht. Vor einiger Zeit war Sal auf der Straße eine Frau aufgefallen, die versuchte, in die Aufzeichnungen von Passanten einzudringen, die ihr ins Gesicht gesehen hatten. Sal hatte die Manipulation bemerkt. Er erhält von seinem Vorgesetzten, Charles Gattis , die Möglichkeit, der Frau eine Falle zu stellen. Sal gibt vor, ein Banker zu sein, der einen One-Night-Stand mit einer Prostituierten löschen lassen will. Seine Freundin soll den Fehltritt nicht bemerken, wenn sie seine Aufzeichnung sehen will. Sal bestellt die Frau, die ihm auf der Straße aufgefallen war, in ein von der Polizei angemietetes Appartement. Sie heißt Anon . Anon erklärt ihrem vermeintlichen Kunden, unter allen Umständen in der realen Welt anonym bleiben zu wollen. Ihr Zuhause ist die Cyberwelt. Sie verdient ihr Geld damit, Menschen, die etwas verbergen wollen, im Äther Alibis zu verschaffen. Ihre Auftraggeber, mittlerweile jedoch fast alle ermordet, hatten in der Regel etwas Kriminelles getan, zum Beispiel Börsenkurse manipuliert oder gefälschte Bilder als echt ausgegeben. Anon zeigt Sal, wie perfekt sie ihr manipulatives Handwerk beherrscht. Aber ist sie deshalb auch der Mörder, nach dem Sal sucht? Zwischen Sal und Anon beginnt ein Katz-und Maus-Spiel, das seine Existenz bedroht. Denn nach kurzer Zeit hat sich jemand in Sals Augen gehackt, gaukelt ihm Dinge vor, die nicht da sind, treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Immer weniger kann Sal seine Realität und die manipulierte Aufzeichnung seiner Realität unterscheiden. Als er in Verdacht gerät, seinen Nachbarn ermordet zu haben und vom Dienst suspendiert wird, muss er Anon wiederfinden, obwohl sie längst weiß, dass er ein Cop ist. Andrew Niccol inszenierte seine Zukunftsversion vom Verlust jeglicher Privatsphäre als Krimi mit den Stilmitteln des Film noir. Um zwischen der realen Welt und der Aufzeichnung zu unterscheiden, wechselte der Regisseur zwischen zwei verschiedenen Bildformaten.
Mit Clive Owen, Amanda Seyfried, Colm Feore, Mark O'Brien, Sonya Walger, Joe Pingue, Iddo Goldberg
Bauunternehmer Damian Hale ist alt und krebskrank. Um dem Tod von der Schippe zu springen, sucht er die Hilfe der geheimnisumwitterten Organisation "Phoenix". Die transferiert sein Bewusstsein in einen jungen Körper. Als Damian wissen will, in wessen Körper er jetzt lebt, gerät er in Lebensgefahr. Regisseur Tarsem Singh verpackte den alten Menschheitstraum von der Unsterblichkeit in einen packenden Thriller. New York. Bau-Tycoon Damian Hale ist alt und krebskrank. Es bleiben ihm noch knapp sechs Monate zu leben. Doch er hat Geld und eine Visitenkarte: Die geheimnisvolle Organisation "Phoenix" verspricht skrupellosen und zahlungskräftigen Kunden ein neues Leben in einem jungen Körper mittels eines Bewusstseins-Transfers in einer MRT-artigen Maschine. Das Verfahren nennt "Phoenix" "shedding". Um den Transfer machen zu können, simuliert Damian in einem New Yorker Restaurant öffentlichkeitswirksam und ohne Rücksicht auf seine erwachsene Tochter Claire den eigenen Tod. Danach reist er im Privatjet nach New Orleans, wo er Dr. Albright , Chef von "Phoenix", trifft, der den ungewöhnlichen Eingriff vornimmt. Damian (jetzt: Ryan Reynolds) glaubt, sein neuer Körper sei in einem Genlabor gezüchtet worden. "Phoenix" versieht Damian mit einer neuen Identität. Nach dem gelungenen Eingriff ist er nicht mehr der sieche Baulöwe, sondern der 1980 geborene Edward Kidner. Damian alias Edward bleibt zunächst in New Orleans, wo er auf der Straße scheinbar zufällig die Bekanntschaft Antons beim Baseball macht. Einmal die Woche muss Damian/Edward eine rote Tablette schlucken. Denn der Transfer hat Nebenwirkungen der unangenehmen Sorte: In ruckartigen Flashbacks sieht sich Damian/Edward mit Szenen aus einer Vergangenheit konfrontiert, die nicht Teil seines Lebens war. Das Bewusstsein des Menschen, der dem Körper natürlich innewohnte, versucht, sich seine Behausung zurückzuerobern. Mit gutem Grund: Der Körper wurde nicht im Labor gezüchtet, sondern einem lebenden Menschen unter Druck von "Phoenix" "abgekauft". Was Damian/Edward außerdem nicht ahnt: Anton ist ein Mitarbeiter von "Phoenix". "Phoenix" kontrolliert seine Kunden, um die illegalen Vorgänge unter Dr. Albrights Ägide geheim zu halten und das elitäre Unternehmen nicht in Gefahr zu bringen. Damian/Edward stellt zu viele Fragen: Dr. Albright verordnet ihm einen Urlaub auf Hawaii. In seinen Halluzinationen hatte Damian/Edward eine junge Frau und ein Kind, ein kleines Mädchen, gesehen. Ein deutlich sichtbarer Wasserturm im Hintergrund der Flashbacks hatte ihn auf die richtige Spur geführt. Von Hawaii reist Damian/Edward ohne Aufenthalt in eine Kleinstadt namens Brighton in der Nähe von St. Louis, Missouri. Hier ist der Ort, aus dem sein Körper stammt. Der Körper gehörte einem Mann namens Mark. Mark lebte in Brighton mit seiner Frau Madeline und seiner sechsjährigen Tochter Anna (Jaynee-Lynne Kinchen). Mark hatte seinen Körper an "Phoenix" verkauft, um den teuren Krankenhausaufenthalt seines Kindes finanzieren zu können. Das Programm von "Phoenix" sieht vor, dass niemand, der den Transfer macht, erfährt, woher sein neuer Körper kam. Die Häscher von "Phoenix" verfolgen Damian/Edward bis nach Brighton. Nach einer wilden Schießerei, bei der Madelines Haus in Flammen aufgeht, flieht Damian/Edward mit Madeline und Anna vor dem langen Arm von "Phoenix". Ryan Reynolds wurde 2009 an der Seite von Sandra Bullock mit dem Film "Selbst ist die Braut" weltberühmt. Er war außerdem der erste Ehemann von Kollegin Scarlett Johansson. Nacktfotos, die Johansson Reynolds per Handy sandte, gerieten vor ein paar Jahren ins Netz, weil ihr Handy gehackt wurde. Mittlerweile ist Ryan Reynolds mit Kollegin Blake Lively verheiratet, mit der er zwei kleine Töchter hat. Tarsem Singh, in Indien geborener Hollywood-Regisseur, sagt über den Film: "Die Menschheit verschiebt pausenlos die Grenzen der Wissenschaft, sei es durch Fortschritte beim Klonen, bei animatronischen Prothesen und durch die Philosophie des Transhumanismus. Bewusstseinsverpflanzung ist gar nicht so weit hergeholt. Wir präsentieren diese Story-Elemente in einem realistischen Rahmen, sodass es glaubwürdig genug wirkt, um damit die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Nach dem Motto: 'Falls ich es noch erleben sollte, dass es so was gibt, und ich das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich vielleicht ...'". Zit. aus dem dt. Presseheft zum Film Ben Kingsley, 2001 von Königin Elizabeth II. von England zum "Sir" geadelt, über Singh: "Tarsem Singh war der perfekte Regisseur für diese Story. Er hat indische Wurzeln, und wir habe
Mit Ryan Reynolds, Natalie Martinez, Matthew Goode, Victor Garber, Derek Luke, Michelle Dockery, Ben Kingsley
Politik - Satirischer Spaziergang mit Till Reiners
D 2022
15'
Till Reiners erläutert, warum Frust über die Politik kein Grund ist, sich nicht zu engagieren. Das Vertrauen der Deutschen in die Politik ist auf einem Tiefststand. Trotzdem gibt es weder eine Revolution noch massenhaft Eintritte in die Parteien. Ist es Zeit, Politik nicht mehr als Service zu begreifen, mit dem wir unzufrieden sein dürfen, sondern als gemeinsames Projekt, an dem jeder mitarbeiten muss?