Der Krug von Soissons - Geschichte eines legendären Souvenirs
F 2020
17'
"Geschichte schreiben" ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: seriengefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter.
"Die Ski-Saga" unternimmt eine ungewöhnliche Zeitreise durch die Geschichte des Skifahrens. Die Geschichte des Skifahrens wurde von starken, mutigen Persönlichkeiten geschrieben, die schneeverwöhnten Ländern einen neuen Lebensstil brachten. Zu ihnen gehören Marie Marvingt, "Influencerin" - lange, bevor es dieses Wort gab -, der Freerider Candide Thovex und die Ski-Ikone Jean-Claude Killy. Doch in Zeiten des Klimawandels ist die Zukunft des Skifahrens ungewiss. Wie lange werden wir noch durch weiße Winterlandschaften gleiten können?
Wenn Menschen miteinander kommunizieren wollen, sprechen sie, klar. Aber wir haben noch eine weitere Möglichkeit uns mitzuteilen - über das Singen. Gesänge gehören auf der ganzen Welt zum kulturellen Erbe der Menschheit. Und wir singen überall aus ganz ähnlichen Gründen: um zu feiern, zu trauern, weil wir uns lieben. Warum machen wir das eigentlich? Warum reicht uns die Sprache nicht aus? Und was am Gesang begeistert uns so, egal, ob wir selbst singen oder anderen dabei zuhören?
Das Château Les Milandes im Südwesten Frankreichs ist ein Ort mit faszinierender Geschichte: Hier lebte Josephine Baker, der erste schwarze Superstar des 20. Jahrhunderts. Während des 2. Weltkriegs versteckte sie hier Waffen und Geflüchtete vor den Nationalsozialisten. Nach dem Krieg eröffnete sie dort einen Freizeitpark, in dem Stars wie Jaques Brel auftraten. Auch ihre zwölf Adoptivkinder wuchsen im Schloss auf, bis ihr luxuriöser Lebensstil dazu führte, dass Les Milandes zwangsversteigert werden musste. Der Film erzählt die ergreifende Geschichte von Josephine Baker und ihrem Märchenschloss.
"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!
In Røros in Mittelnorwegen fällt der erste Schnee schon im September. Im Winter verleihen die Lichter der ehemaligen Grubenstadt einen winterlichen Glanz. Einst wohnten in den bunten Holzhäusern Arbeiter der Kupferminen, heute ist Røros Weltkulturerbe und gilt als Norwegens Hauptstadt lokaler Gerichte. Dazu zählt Rentier aus eigener Haltung, aber auch traditionelle Süßspeisen aus der Region.
Erster Farbfilm von Western-Genius John Ford: Zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges zieht das jungvermählte Paar Gilbert und Lana Martin nach Upstate New York ins Mohawk Valley. Als britische Truppen und indigene Stämme immer wieder Angriffe unternehmen, müssen sich Lana und Gil ihr Glück ständig neu erkämpfen.
In dem Jahr, in dem Gilbert und Lana Martin an der amerikanischen Ostküste heiraten, erklären die dortigen britischen Kolonien ihre Unabhängigkeit vom Mutterland. Gil und Lana suchen ihr Glück als Siedler in Upstate New York, ihre neue Heimat wird das Mohawk Valley. Dem Krieg können sie dort nur kurz entfliehen. Bald muss auch Gil zu den Waffen greifen, um seine Farm zu verteidigen. Nach ersten Gefechten kehrt für kurze Zeit Ruhe ein, doch es dauert nie lange bis zum nächsten Angriff. Gil und Lana schlagen sich durch, gründen eine Familie. Nach einer trügerisch friedlichen Zeit greifen die Briten mit Unterstützung indigener Kämpfer noch einmal an. Diese letzte Belagerung verlangt den Kolonisten größte Anstrengungen und Opfer ab.
Mitreißend, hochdramatisch und in Technicolor inszeniert Western-Ikone John Ford mit den großen Hollywood-Stars Henry Fonda und Claudette Colbert in den Hauptrollen den Überlebenskampf eines jungen Ehepaares an der amerikanischen Ostküste zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges. Für die Leistung der Nebendarstellerin Edna May Oliver in der Rolle der Witwe McKlennar gab es 1940 eine Oscarnominierung.
Mit Claudette Colbert, Henry Fonda, Edna May Oliver, Eddie Collins, John Carradine, Dorris Bowdon
1875 war etwa jeder vierte Cowboy schwarz. Auch schwarze Sheriffs, Trapper und Soldaten gab es im Westen. Viele dieser Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner verbündeten sich mit den Ureinwohnern, andere wurden von ihnen versklavt. All diese Männer und Frauen suchten in den Weiten des amerikanischen Westens die Freiheit und nahmen dafür ein abenteuerliches und gefährliches Leben in Kauf.
So hat jede prototypische Figur des Wilden Westens ihr afroamerikanisches Double, ob Cowboy, Desperado, Revolverheldin oder furchtloser Sheriff. In der offiziellen Geschichtsschreibung wurden sie unterschlagen und auch Hollywood hat sie nicht auf der Leinwand verewigt.
Doch einige von ihnen sind bekannt, denn sie haben der Nachwelt Briefe oder Memoiren hinterlassen: der entflohene Sklave Bass Reeves, der als US-Marshal für Recht und Ordnung sorgte; der sagenhafte Trapper James Beckwourth, ein Grenzgänger zwischen den Welten der Indianer und der Weißen; die Postkutschenfahrerin Mary Fields, die geschickt mit Waffen umzugehen verstand; der "schwarze Moses" Benjamin "Pap" Singleton, der sein Volk nach Kansas in das neue Gelobte Land führte; der von Indianern versklavte Henry Bibbs und der Lasso-Virtuose Nat Love.
Ihre Erzählungen lassen die große Zeit des Far West aufleben, vom Sezessionskrieg bis zum Ende der Pionierzeit und der vollständigen Eingliederung des Westens in das amerikanische Hoheitsgebiet bis hin zum Pazifik. Dort konnten sie hoffen, der Knute des Sklavenhalters, den Gewalttaten des Ku-Klux-Klans und dem Rassenhass zu entgehen.
Die Dokumentation beleuchtet dieses kaum bekannte Kapitel der US-amerikanischen Geschichte und lässt die vergessenen Helden und Heldinnen mit eigenen Worten schildern, wie sie diese Zeit erlebten. Ihre Erzählungen zeigen, wie sehr dieses unterdrückte Volk damals darauf hoffte und mit welchem Mut es dafür kämpfte, das Freiheitsversprechen des Far West für sich einzulösen.
Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.
Die Konzerte der "Folle Journée de Nantes" in der Cité des Congrès der Stadt an der Loire stehen jedes Jahr im Zeichen einer bestimmten Epoche, eines Künstlers oder einer speziellen Thematik. Für das Festival 2026 nimmt die "Folle Journée de Nantes" das Publikum mit auf eine Reise um die Welt, die entlang der großen Flüsse führt, welche die Kontinente durchziehen und eine zentrale Rolle in der kulturellen und musikalischen Entwicklung der Regionen spielen, durch die sie fließen. Besonders in der klassischen Musik haben sie tiefe Spuren hinterlassen und zahlreiche Werke inspiriert. Das Abschlusskonzert wird wie jedes Jahr live übertragen.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
In Indien ist Henna mehr als Schmuck. Es steht für Tradition, Identität und Hoffnung, wird von Frauen in Ritualen vor Hochzeiten, Familienfesten und religiösen Zeremonien aufgetragen. Der Film begleitet drei junge Frauen aus Udaipur, die in einer Hennaschule die filigranen Muster erlernen, um finanziell unabhängig zu werden. Meister Satish Nayak lehrt sie Technik, Formen und Bedeutung der Körperbemalung. Auch Hausfrau Renu lebt die Tradition, ist sich den Grenzen der weiblichen Selbstbestimmung jedoch bewusst. Eine Reise durch Rituale, Kunst und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.
Der amerikanische Millionenerbe Howard Hughes war ein verwegener Pilot und Erfinder, ein gerissener Geschäftsmann und glamouröser Filmproduzent. Seine aufregende Lebensgeschichte und widersprüchliche Karriere zeichnet der Film von Martin Scorsese mit opulenter Ausstattung und effektvoller Inszenierung auf virtuose Weise nach. Dem Meisterregisseur ist damit ein weiterer Meilenstein in seinem eindrucksvollen Gesamtwerk geglückt. Für Leonardo DiCaprio markierte die Rolle des Howard Hughes den endgültigen Schritt zum großen Charakterdarsteller.
Mit Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Danny Huston, Gwen Stefani, Jude Law
Randfiguren, kleine Ganoven und große Schurken - mit seinem Panoptikum aus Antihelden wurde Martin Scorsese zu einem der berühmtesten US-amerikanischen Filmemacher, der sich im Mafia-Milieu ebenso sicher bewegt wie auf den Straßen des bürgerlichen New Yorks. Mit Meisterwerken wie "Hexenkessel", "Taxi Driver", "Wie ein wilder Stier" und "GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" wirkt sein Werk heute wie eine alternative Geschichte der Vereinigten Staaten.
Die Dokumentation schildert die Lebensgeschichte des Kultregisseurs, der als Sohn sizilianischer Einwanderer in Little Italy, Manhattans italienischem Viertel, aufwuchs. Anlässlich des Erscheinens seines Films "Killers of The Flower Moon" (2023) blickt ARTE noch einmal auf das Leben und das enorme Werk des Oscarpreisträgers.
Der Klang Afrikas: Die Geschichte von Ladysmith Black Mambazo
ZA 2021
52'
Sie galten als musikalisches Aushängeschild Südafrikas, wenn nicht ganz Afrikas: Durch die Zusammenarbeit mit dem Popstar Paul Simon wurden Ladysmith Black Mambazo Mitte der 1980er schlagartig berühmt. Die materialreiche Dokumentation erzählt die Geschichte des Ensembles und ihres Gründers Joseph Shabalala, der nach einer Vision die traditionelle Vokalmusik revolutioniert. ARTE zeigt die TV-Fassung des Films.
Die grüne Idylle des Schlosses von Hérouville, in dessen Tonstudio bereits zahlreiche Stars der Rockszene zu Gast waren, wird zur Kulisse für eine legendäre Session der Band Texas. Die schottische Gruppe, angeführt von der charismatischen Sängerin Sharleen Spiteri, ist für ihre einzigartigen Rockklänge und eingängigen Popmelodien bekannt. Seit ihrem Durchbruch in den späten 1980er Jahren mit Hits wie "I Don't Want a Lover" haben sie durch ihre Vielseitigkeit und kreative Dynamik überzeugt. Mit ihrem unverkennbaren Sound und mitreißenden Liveauftritten begeistern sie weltweit ihr Publikum.
Die Yakuza existieren in Japan seit dem 18. Jahrhundert. Damals übertrug der Kaiser die Verwaltung der Gewinne aus dem Würfelspiel an gesellschaftliche Randgruppen und Kriminelle. In dieser ersten Folge sprechen heutige Mitglieder der japanischen Mafia über ihre Ursprünge und Rituale, über Geldquellen wie Erpressung und Schmuggel. Außerdem berichten sie über die hierarchischen Strukturen innerhalb ihrer Gruppierungen. Die Yakuza wurden lange von den Behörden und der Bevölkerung toleriert, da sie durch ihren Ehrenkodex die Kriminalität regulierten. Doch endlose Bandenkriege, die Ende der 80er Jahre auch unschuldige Opfer forderten, führten zu einem härteren Vorgehen der japanischen Polizei.
In den 80er Jahren waschen die Yakuza mit legalen Unternehmen ihr Geld aus Drogenhandel und Schmuggel und unterwandern so die japanische Gesellschaft. Sie besitzen Kreditgesellschaften und beherrschen das Freizeit- und Sportbusiness. Sie kontrollieren Politik und Wirtschaft und erschließen neue Einflussgebiete wie Hawaii. In den folgenden Jahrzehnten kommt es im Laufe der Wirtschaftskrisen zu zahlreichen finanzpolitischen Skandalen. Diese führen dazu, dass die Präfekturen ab den 2010er Jahren die Freiheit und den Einfluss der Yakuza stark einschränken. Die Anzahl der Yakuza nimmt von Jahr zu Jahr ab, was für sie die Anwerbung neuer Mitglieder erschwert. Doch ihr zunehmendes Verschwinden führt zu neuen Formen von Kriminalität.
Eine Hochzeit in Marokko ist wie ein Märchen aus "1001 Nacht". Für ein, zwei Tage fühlt sich die Braut wie eine Prinzessin. Die Gästeliste muss lang sein, die Festkleider prachtvoll, der Schmuck kostbar und das Essen erlesen. Schon Monate vorher wirft ein solches Fest seine Schatten voraus. Auch bei Yousra und Othman, die zwar in Frankreich leben, aber in der Heimatstadt der Braut, in Fès, heiraten wollen. Die Dokumentation begleitet die beiden bei den aufwendigen Vorbereitungen, beim Henna-Fest, der Trauung und dem Hochzeitsfest, das auch im 21. Jahrhundert noch alten Traditionen folgt.
Auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und interessanten Begegnungen bereisen Reporter die Welt. Ob Großstadt oder ländliche Gegend, Europa, Asien oder Afrika - kein Weg ist dabei zu weit.