Die Region Schladming-Dachstein hat im Sommer viel zu bieten: Mountainbiken, Trailrunning und Klettern - die hohen Berge und weiten Trails formen die jungen wilden Athleten der Zukunft.
Während die Jungen Zillertaler zeigen, wie ein erfolgreicher Auftrittstag zwischen Österreich und Mallorca aussieht, versucht Niki Nova den Einstieg ins umkämpfte Partygeschäft. Gleichzeitig kommen auch kritische Stimmen zu Wort, die den Massentourismus und die Auswirkungen der Partykultur auf die Insel hinterfragen.
Das Mittelmeer wird zum Brennpunkt des Klimawandels - mit Folgen für ganz Europa. Der Meteorologe Sven Plöger untersucht, wie sich die Region verändert und welche Zukunft unser Sehnsuchtsziel hat.
Stille Buchten, türkisblaues Wasser und antike Städte prägen das Bild des Mittelmeers. Gleichzeitig beeinflusst die Region unser Wetter. Doch mit dem Klimawandel gerät das mediterrane Wettersystem zunehmend aus dem Gleichgewicht. Waldbrände, Dürren und Überflutungen häufen sich.
In der dritten Folge der Reihe "Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger?" blickt der ARD-Meteorologe auf die Mittelmeerregion. Wie verändert sich das Leben der Menschen? Welche Folgen hat der Klimawandel für Tiere und Meer? Und was lässt sich wissenschaftlich bereits nachweisen?
Um das Ökosystem besser zu verstehen, begleitet Sven Plöger die Expedition des Forschungsschiffs "Meteor". Dort untersucht die Doktorandin Leonie Jaeger die obersten Millimeter der Meeresoberfläche: "Wir schauen auf Temperatur und Salzgehalt, aber wir nehmen auch Proben, die anschließend biologisch und chemisch analysiert werden." Die Forschung soll zeigen, wie sich die Veränderungen im Meer auf Tierwelt und Wetter auswirken.
Auch Landwirte spüren die Folgen. Der mallorquinische Biobauer Xesc Sans erntet weniger Mandeln: "Es wird in Zukunft auf jeden Fall weniger Mandelbäume geben. Nicht nur wegen der Trockenheit, sondern auch wegen der hohen Temperaturen - selbst im Winter." Deshalb setzt er zunehmend auf widerstandsfähigere Johannisbrotbäume.
Extreme Wetterereignisse stellen die Menschen der Region vor neue Herausforderungen. In Spanien entwickelt Klimaforscher César Azorin-Molina fliegende Wetterstationen, die Unwetter frühzeitig erkennen sollen. Auf Rhodos begleitet Sven Plöger eine Feuerwehreinheit bei der Bekämpfung von Waldbränden und erlebt die Belastung durch die zunehmende Hitze aus nächster Nähe. Auch unter Wasser verändert sich das Ökosystem: Durch die Erwärmung des Mittelmeers breiten sich Arten aus dem Indischen Ozean aus. Auf Zypern suchen Forschende nach Wegen, den invasiven Feuerfisch einzudämmen, der heimische Arten bedroht.
Die Dokumentation verbindet eindrucksvolle Bilder mit aktueller Klimaforschung. Sie zeigt, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam nach Lösungen suchen und wie Menschen vor Ort mit den Folgen des Klimawandels umgehen.
Eine Produktion der Gruppe 5 Filmproduktion im Auftrag von HR, SWR und MDR für die ARD.
Die Schweiz ist reich an historischer Architektur. Gebäude verschiedenster Epochen und Stile bezeugen längst vergangene Zeiten. Oft vom Verfall bedroht, warten sie auf eine neue Chance.
Mit Leidenschaft und Liebe geben Menschen der Vergangenheit eine Zukunft und helfen, eine Ruine zur Rarität zu verwandeln: Der zerfallene Ziegenstall wird zum Ferienhaus, der ehemalige Fernsehturm zum Luxusrestaurant. Aus alt mach neu. Mit Seele und Komfort.
Im Tessiner Bergdorf Corippo etwa hat schon längst der Verfall Einzug gehalten. Wie viele Dörfer in der Südschweiz leiden sie unter der Landflucht ihrer Bewohner. Die meisten der traditionell aus Stein gebauten Rustici stehen leer und verkommen zusehends. In seinen Wanderferien entdeckt der Genfer Architekt Mathias Gommier einen alten Ziegenstall und verliebt sich Hals über Kopf in das Gebäude. Mit einer erklecklichen Summe will er das steinerne Rustico zum Ferienhaus umbauen.
Zwischen Corippo im Tessin und dem Titlis in der Innerschweiz begleitet der Film unterschiedliche Renovations- und Umbauprojekte historisch wertvoller Architektur: Ein stillgelegter Fernsehturm wird dank den Stararchitekten Herzog und de Meuron zum Fine-Dining-Restaurant, ein heruntergekommenes ehemaliges Gasthaus von einem Lebenskünstler eigenhändig zum Haus der Begegnung umgebaut. Dank dem Einsatz von Menschen, die mit Herzblut und Leidenschaft aufwendige und kostspielige Renovationen in Kauf nehmen, werden historische Gebäude vor dem Verfall bewahrt.
Die vierteilige Reihe "Von der Ruine zur Rarität" zeigt, wie in der Schweiz neues Leben in alte Hütten zieht.
Verkauf, Erwerb und Konsum harter Drogen bestimmen das Dasein im Frankfurter Bahnhofsviertel, der wohl härtesten Drogenszene hierzulande. 'Hartes Deutschland' begleitet die hier lebenden obdachlosen und suchtkranken Menschen, zeigt Ihren Alltag und lässt sie selbst zu Wort kommen. Karin leidet mehr und mehr unter den Folgen ihrer jahrelangen Heroin- und Crackabhängigkeit. Neuerdings ist die 57-Jährige auf einen Rollator angewiesen. Kurz darauf landet sie sogar im Rollstuhl. Doch Karin schöpft neue Hoffnung: Nach vier Jahren ohne Substitutionsbehandlung bekommt sie wieder den Heroinersatzstoff Methadon. Der erste Schritt zur langersehnten Besserung. Wäre nur Karins Körper nicht so geschwächt. Julian konnte sich fast ein ganzes Jahr von harten Drogen fernhalten. Doch dann gerät sein Leben wieder ins Wanken: Nach einem Rückfall steht der 22-Jährige zwar eine Entgiftung durch. Aber Julian kommt nicht weg von Fentanyl, einer der gefährlichsten Drogen der Welt. Er steht erneut am Abgrund. Auch die 40-jährige Alexandra absolvierte vor Kurzem eine Entgiftung. In der Klinik lernt sie Caspar kennen und die beiden werden ein Paar. Während der 44-Jährige die Einrichtung nach einem Rückfall vorzeitig verlassen muss, schafft Alexandra den Entzug von Heroin und weiteren Opiaten. Doch zurück auf den Straßen des Bahnhofsviertels droht erneut der Drogenabsturz. Ein ähnliches Schicksal teilt auch Natalie. Nach der Entlassung aus der Haft ein Jahr zuvor hat die 38-Jährige kein Dach über dem Kopf und konsumiert wieder harte Drogen. Für ihre Sucht nach Crack, Heroin und Fentanyl verkauft Natalie ihren Körper. Fünf Monate lang blieb Aaron Frankfurt und dem Bahnhofsviertel fern und kämpfte in der Langzeittherapie gegen seine Abhängigkeit an. Dann, bei einem Besuch bei seiner Familie, gewinnt die Sucht für einen Moment wieder die Oberhand: Der 32-Jährige spritzt sich unabsichtlich eine zu hohe Dosis Heroin.
Der Mord an der 17-jährigen Anneli-Marie im Jahr 2015 in Sachsen ist ein Fall, der an die Nieren geht. Zwei Männer nehmen das Mädchen in ihre Gewalt und fordern von deren wohlhabender Familie 1,2 Millionen Euro. Weil die Täter dabei vergessen, sich zu tarnen, töten sie die junge Frau. Trotzdem verhandeln sie weiter mit dem Vater des Opfers. Außerdem bei "Die 7 Todsünden": Die verstörenden Verbrechen des "Klinikkillers" Niels H.
Die Ermittler untersuchen den mysteriösen Fall des 21-jährigen James Barry, der in einem Haus voller Angehöriger ermordet wurde. Die Untersuchung der Mordwaffe und eine überraschende Entwicklung in der digitalen Forensik bringen ein verblüffendes Motiv ans Licht. Diese neuen Erkenntnisse könnten den Fall in eine völlig neue Richtung lenken.
Mit Christian Intorp, Anja Mentzendorff, Tim Gössler, Ann Vielhaben, Louiz El-Hosri, Alexander Gier, Alexander Hauff, Selina Maluche, Michael Schwager, Marco Wittorf, Jan Andreesen, Daniela Thuar, Sandra Schreiber, Patrick Giese, Christoph Drobig, Judith von Radetzky, Dirk Talaga, Philipp Reinheimer, Frank Kirschgens, Hubert Burczek, Regina Gisbertz
Ein 32-jähriger Familienvater ist mit seinem Wagen auf einer schnurgeraden Strecke gegen einen Baum geprallt und dabei gestorben. Wie konnte das geschehen? Hat in jener schicksalhaften Nacht jemand die Fahrbahn gekreuzt? Jochen Lehmkuhl und Martin Gossens gehen der Sache auf den Grund. Das Verkehrsunfallaufnahmeteam der Polizei Koblenz versucht ebenfalls, offene Fragen zu klären. Warum zog ein vermeintlich harmloser Kontakt mit einem Autospiegel für einen Motorradfahrer tödliche Konsequenzen nach sich? Und in Berlin gilt es, physikalische Widersprüche aufzuklären.
Uhren bestimmen unseren Alltag. Sie unterteilen Tage in immer gleiche Abschnitte, unabhängig davon, wie wir die Zeit individuell wahrnehmen. Das hat Auswirkungen auf uns und die Umwelt. Im Laufe der Jahrtausende haben wir immer bessere Methoden der Zeitmessung entwickelt. Dabei sollten wir eher darauf achten, wie wir unsere Zeit am besten nutzen. Denn Zeit und Glück hängen miteinander zusammen, wie eine Studie der Universität Harvard beweist. Jeder Mensch verfügt über eine innere Uhr. Sie bestimmt, wann wir einschlafen und wann wir aufwachen. Doch mit der fortschreitenden Technisierung der Welt und den immer genaueren Zeitmessern, die unseren Lebensrhythmus bestimmen, schenken wir unseren inneren Uhren immer weniger Aufmerksamkeit. Schon die frühen Hochkulturen erfanden Zeitmesser. Diese waren sogenannte Elementaruhren, die sich der natürlichen Elemente bedienten. Sonnenuhren teilten den Tag in zwölf Einheiten, sogenannte Wasseruhren die Nacht. Jahrtausendelang richtete sich das Leben nach dem Auf- und Untergang der Sonne. Auch der menschliche Körper ist darauf eingestellt. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus bestimmt, wann wir müde oder hungrig sind, steuert unsere Herzfrequenz, den Stoffwechsel, den Hormonspiegel, die Körpertemperatur und sogar unsere geistige Leistungsfähigkeit. Störungen dieses Rhythmus haben weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesundheit, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Mit der Einführung von festen Gebetszeiten im 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung durch den Mönch Benedikt von Nursia erhielten Tag und Nacht eine neue Einteilung. Später hielt die klösterliche Ordnung, dank Erfindung mechanischer Uhren, auch in den Städten Einzug. Zeit wurde nun nicht mehr nach Tagen, sondern nach Stunden berechnet, was Auswirkungen auf die Arbeitswelt hatte. Die immer präzisere Zeitmessung - ausgehend von Klöstern - führte zu einem immer stärker reglementierten Arbeitstag, um das Funktionieren unseres Wirtschaftssystems zu gewährleisten. Eine einheitlich für die ganze Welt geregelte Zeit wurde aber erst 1884 festgelegt, nachdem es zu unzähligen schweren Unfällen bei Eisenbahnen gekommen war, weil Uhren bis dahin jeweils durch lokale Sonnenuhren justiert wurden und auf Strecken, die Ost und West miteinander verbanden, entsprechend unterschiedlich gingen. Noch wichtiger aber ist der Zusammenhang zwischen Zeit und Glück, den eine seit mehr als acht Jahrzehnten laufende wissenschaftliche Studie der Harvard-Universität zeigt. Sie belegt eindrucksvoll, dass nicht Geld, sondern Beziehungen uns glücklicher machen.
Naturjuwel Südkorea - Kragenbären, Kimchi und Klosterleben
D 2024
43'
Der Zweiteiler "Naturjuwel Südkorea" besucht einen der wenigen Tempel, in dem nur Frauen leben und arbeiten, begleitet die Menschen durch ihren Alltag und verspricht nachhaltige Eindrücke aus diesem unglaublichen Land.
Vier Waffenschmiede treten gegeneinander an, um sich Ruhm, Ehre und ein saftiges Preisgeld zu sichern. Heute fertigen die Kandidaten ein mysteriöses Mittelalterschwert.
Alarmstufe Rot auf dem Atlantik: Der schwer bewaffnete Flugzeugträgerverband Carrier Strike Group 8 trainiert auf hoher See für den Ernstfall. Ziel des vierwöchigen Manövers, an dem insgesamt 7.000 Marinesoldaten teilnehmen, ist die taktische Optimierung des Kampfschiffverbandes für kommende heiße Einsätze. Das Herzstück der Flotte ist der 333 Meter lange Flugzeugträger USS Harry S. Truman - bewacht von mehreren Zerstörern und einem Aufklärungsschiff der Bundeswehr, der Fregatte Hessen.
Queen Elizabeth war 13, als England in den Krieg mit Nazideutschland trat. Die Schrecken des Krieges prägten sie. Experten sind sich sicher: Die eiserne Disziplin der Queen hat ihre Wurzeln in jenen Jahren. Bei Kriegsende diente die einst schüchterne Prinzessin als Lastwagenfahrerin in der Armee. Bei der Siegesfeier mischte sie sich heimlich mit ihrer Schwester unters Volk. Wie andere Jugendliche ihrer Altersklasse lebte die Thronfolgerin damals auf dem Land, während die Eltern in London die Stellung hielten. In Windsor wurde sie Zeugin, wie eine Rakete der Deutschen das Schloss nur knapp verfehlte.
Wir sind Sicherheit - das ist der Leitspruch, an dem sich rund 38.000 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten messen lassen wollen. Die dreiteilige Reportageserie beleuchtet unterschiedliche Aufgabenbereiche und Einsatzgebiete der Bundespolizei, zum Beispiel den Grenz- und Küstenschutz mit dem Einsatzschiff BP82 Bamberg, den Einsatz von Spezialkräften der BFEplus sowie die Aufgaben und Fähigkeiten der Bundesbereitschaftspolizei und der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main.
Die Dokuserie bietet einen fesselnden Einblick in den Alltag von Rettungskräften der Bergwacht und zeigt echte Einsätze in den Bayerischen Alpen hautnah und in beeindruckenden Bildern.
Bei der Fahndung nach der rettenden Diagnose geht es in der Medizin oft zu wie bei einem Kriminalfall: Es ist die spannende Jagd nach Indizien, nach Spuren und Beweisen für die Ursache von rätselhaften Beschwerden. Wie Detektive müssen Ärzte mit falschen Fährten kämpfen, mit irreführenden Untersuchungsergebnissen und unerklärlichen Symptomen. Und das oft unter großem Zeitdruck.Als die junge Altenpflegerin unverhofft schwanger wird, ist die Freude zunächst groß. Doch dann treten erste Probleme auf: Sie kann nicht mehr klar denken, hat starke Kopfschmerzen. Liegt es an der Schwangerschaft oder steckt etwas anderes dahinter? Die junge Frau ist nicht mehr wiederzuerkennen: aggressiv, orientierungslos, kaum noch ansprechbar. Als sich ihr Zustand im Krankenhaus immer weiter verschlechtert, wird klar: Nur mit der richtigen Diagnose können die Ärzte ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes retten.
Die MotoGP verlangt Mut, Talent und große Opfer. Diese Doku begleitet Top-Rider rund um die Welt und zeigt, was nötig ist, um es bis an die Spitze des Motorsports zu schaffen.
Der 20-jährige Tiroler Ivo gibt Einblicke in die österreichische Roadrunner-Szene. Der PS-Begeisterte möchte lieber unerkannt bleiben, erzählt jedoch gerne von seinen inoffiziellen Autorennen in Wien, bei denen er sich regelmäßig mit anderen Rasern misst. Die österreichische Polizei geht inzwischen verstärkt gegen diese illegalen Rennen vor und bittet z.B. am Wiener Gürtel regelmäßig Temposünder zur Kasse oder deckt illegale Tuning-Fälle auf.
Meinungsfreiheit, Kopftuchverbot, Corona-Maßnahmen - was Karlsruhe entscheidet, prägt das Land. Seit 75 Jahren wacht das Bundesverfassungsgericht über das Grundgesetz und verhandelt, was die Deutschen bewegt. "Wie wir wurden, wer wir sind?": Die Dokumentation ist unterwegs in Deutschland, fängt aktuelle Debatten ein und zeigt, wie das Gericht das Zusammenleben immer wieder verändert hat.
Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Abtreibung, Kopftuchverbot, Corona-Maßnahmen: Seit 75 Jahren schreibt das Bundesverfassungsgericht Geschichte. Karlsruhe hat das letzte Wort: Wenn es um das Grundgesetz geht, die Grundrechte - die "Verfasst-heit" des Landes. Als Hüter des Grundgesetzes vermisst das Gericht die Regeln des Zusammenlebens immer wieder neu - ist Schiedsrichter, der pfeift, wenn gefoult wird. "Wie wir wurden, wer wir sind?": Die Dokumentation reist durch Deutschland. Dabei blickt sie auf wegweisende Entscheidungen des Gerichts. Wie prägen sie das Land und die Gesellschaft bis heute, ganz aktuell? Zu Wort kommen u. a. die ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts Susanne Baer, der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière, die Bürgerrechtlerin und Politikerin Marianne Birthler, ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam sowie der Journalist und Publizist Deniz Yücel.
Medical Detectives - Geheimnisse der Gerichtsmedizin
Netz aus Lügen
40. Folge
D, USA 1995
65'
Ruby Morris wird von ihrer Tochter Cindy als vermisst gemeldet. Als die Polizei Blutspuren in Rubys Badezimmer entdeckt, gerät ihr Ehemann Earl unter Verdacht. Weitere Ermittlungen ergeben, dass Earls Boot verschwunden ist. In Mansfield, Ohio, wird Noreen Boyle, die Frau eines angesehenen Arztes, von einer Freundin als vermisst gemeldet. Auch in diesem Fall ist für die Polizei der Ehemann der Hauptverdächtige.
Warum glauben Menschen? Welche Götter schufen die frühen Weltbewohner? Auf den Spuren der großen Religionen sucht Christopher Clark Antworten auf diese elementaren Fragen des Menschseins. Der Historiker will verstehen, warum die Menschen der Frühzeit schon Sinnsucher waren. Über die Steinzeit, das frühe Ägypten, den Hinduismus und den Buddhismus mündet die Reise mit dem Judentum und Christentum im Glauben an den einen Gott. Auf Reisen nach Afrika, Nahost und Asien besucht Christopher Clark Gläubige, Religionsgelehrte und Kultstätten. Er gewinnt tiefe Einblicke in die Religion der Pharaonen, der Hindus und Buddhisten. Fachleute wie der Archäologe Hermann Parzinger unterstützen seine Suche. Und er ahnt, dass die Konzentration auf einen einzigen Gott auch mit weltlicher Macht zu tun hat. Mit dem Homo sapiens, dem modernen Menschen, kommt plötzlich die Kunst in die Welt - wunderbare Höhlenmalereien, später auch geschnitzte weibliche Figuren oder der Löwenmensch, ein Mischwesen, halb Mensch halb Tier. Es finden sich auch erste Spuren von Bestattungen. Dies weist auf erste Glaubenssysteme der Menschheit hin. Beides, das Kunstschaffen und die Rituale, waren für die frühen Menschengruppen und ihren Erfolg grundlegend. Christopher Clark entdeckt erste Kultstätten wie Göbekli Tepe in der Türkei, wo rauschende Feste gefeiert wurden, und das englische Stonehenge, ein Ort geheimer Rituale. Noch bei den frühen Ägyptern findet sich die magische Beziehung zu Tieren in ihrem "Götterhimmel". Viele Götter tragen Tierköpfe und verkörpern so besondere Eigenschaften. Doch auch die Pharaonen werden als Götter verehrt. Am Grab eines ägyptischen Gottkönigs und im Tempel von Karnak findet Christopher Clark viele Hinweise auf das Glaubenssystem. In den Induskulturen Asiens entstanden hoch entwickelte Städte und Kulte, die sich mit den Vorstellungen halbnomadischer Einwanderer mischten. In dieser Zeit erschienen die Veden, eine Sammlung religiöser Texte und Gesänge, die die Grundlage des Hinduismus bilden. So ist der Hinduismus eine religiöse Mischform. Im farbenfrohen Holi-Fest zeigt sich das sinnbildlich. Es steht exemplarisch für die Konkurrenz unter den vielen hinduistischen Göttern und für Fruchtbarkeitsriten. Ein heiliger Mann zeigt dem Moderator in Rishikesh und in der indischen Bergwelt, wie er sein einfaches Leben bestreitet. Im Buddhismus, der im engen Austausch mit dem Hinduismus entstand, geht es allerdings ganz ohne Gott. Nach dem buddhistischen Glauben kann der Einzelne nur durch Selbsterkenntnis zur Erlösung gelangen - eine rationale Religion ohne Dogmen. Christopher Clark besucht buddhistische Stätten in Kambodscha, Laos und Japan. In Deutschland unterhält er sich mit europäischen Buddhisten. Mit dem Judentum kommt die erste "Buchreligion" in die Welt. Zwar sind die Schriften grundlegend für das Judentum, aber ihre ewigen Wahrheiten können von der Vernunft jedes Menschen erkannt werden. Es gibt keine Offenbarungen, die als verpflichtend geglaubt werden müssen, wie dies im Christentum der Fall ist. Christopher Clark spürt in Jerusalem und am Sinai den Wurzeln der beiden Religionen nach. In Äthiopien findet er in der dortigen orthodoxen Kirche unverfälschtes Frühchristentum und lebendige Glaubensgemeinschaften.
Seit Jahrzehnten haben Umweltschützer in Südamerika einen großen Traum: ein zusammenhängendes System von Nationalparks durch eine der letzten großen Wildnisse unseres Planeten. Eine 2.400 Kilometer lange Kette von Nationalparks von den gemäßigten Regenwäldern Patagoniens bis zu der windumtosten Südspitze des Kontinents bei Feuerland und Kap Horn. Wie dieser Traum Wirklichkeit und mit Leben gefüllt wurde und wird, erzählt der Film.
Vier Waffenschmiede treten gegeneinander an, um sich Ruhm, Ehre und ein saftiges Preisgeld zu sichern. Heute fertigen die Kandidaten ein wallonisches Schwert - die bevorzugte Waffe der Amsterdamer Stadtwache.
Im Sommer 1940 befand sich Europa im Krieg. In Großbritannien hatte Churchill die Macht übernommen und inmitten des fieberhaften Geredes über eine "dritte Kolonne" von Spionen die Entscheidung getroffen, britische Staatsbürger aus Deutschland, Österreich und Italien zu verhaften. Viele von ihnen waren völlig unschuldige Männer -einige sogar jüdische Flüchtlinge, die vor der Verfolgung durch die Nazis flohen. Diese Politik endete in einer der tragischsten Episoden an der Heimatfront, bevor sie abgeschafft und zu einer Fußnote in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs erklärt wurde. Der Film spricht mit einem der letzten Überlebenden und erzählt anhand von ungesehenen Briefen und Archiven die Geschichte von Churchills "Vergessenem Krieg".
Das Gadertal liegt im Herzen der Dolomiten in Südtirol zwischen zwei Naturparks. Vor mehr als 2.000 Jahren unterwarfen die römischen Legionäre das Dolomitenvolk der Räter und so vermischten sich die Sitten und Gebräuche. Bis heute hat sich in diesem sagenumwobenen Tal die ladinische Sprache und Kultur erhalten.
Eine schwierige Geburt - Tierarzt Jörg Bretzinger kämpft im Schwarzwald um das Leben eines Kalbs. In der Kleintierpraxis seiner Frau Dörthe Breztinger braucht Jagdhund "Jäger" eine Tumor-Operation. Seit mehr als 30 Jahren sind Dörthe und Jörg Bretzinger verheiratet und behandeln kleine und große Tiere im Südschwarzwald. In ihrer gemeinsamen Praxis im Glottertal ist immer etwas los.
Egal ob von Erfinder Levi's, C&A oder H&M: Die Jeans ist aus den Kleiderschränken nicht mehr wegzudenken. Knapp sieben Jeanshosen besitzt jeder in Deutschland im Schnitt. Welche Qualitätsunterschiede gibt es zwischen Marken und Eigenmarken und wie sehen die Produktionsbedingungen aus?
Reporter Daniel Aßmann begibt sich auf Spurensuche. Im Labor lässt er die Qualität von vier Hosen untersuchen. Ob die Jeans für 145 Euro besser abschneidet als die für 30 Euro?
Außerdem reist Daniel nach Portugal, wo viele Hersteller die mit Nachhaltigkeit werben, ihre Jeans produzieren lassen. Er macht sich vor Ort selbst ein Bild von den Produktionsbedingungen.
Mit Lavinia Muth, ehemalige Nachhaltigkeitsmanagerin beim Modelabel Armedangels, spricht Daniel darüber, ob faire Arbeitsbedingungen und eine umweltschonende Produktion bei Jeans überhaupt möglich sind.
Außerdem schaut sich Daniel an, wie die Jeans-Veredelung, die einer Jeans ihre individuelle Farbe und den angesagten Usedlook gibt, auch mit weniger Chemikalien und Lasertechnologie statt Sandstrahlen möglich ist.
Viele Ärzte und auch das medizinische Personal in Hessen gehören zu den besten Deutschlands. Wir blicken hinter die Kulissen der "Gesundmacher". Was sind ihre besonderen Fähigkeiten? Welche fortschrittlichen und neuen Therapiemethoden wenden sie an? Gibt es Tipps, damit sich bestimmte Erkrankungen gar nicht erst entwickeln? Sie sind zwischen 0 und 18 Jahre alt. Und manche der kleinen Patienten von Kinderchirurgin Sabine Grasshoff-Derr werden eigens per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht, damit sie von ihr behandelt werden können. So wie Michel, der mit einem offenen Bauch zur Welt kommt. Aber wie operiert man diese winzigen Menschen? Um optimal auf diese verantwortungsvolle und filigrane Arbeit vorbereitet zu sein, ist die Ausbildung zum Kinderchirurgen sehr komplex - und dauert lange. Neben Fehlbildungen bei den Kleinsten gehören unter anderem auch Hernien, komplizierte Brüche oder Veränderungen am Nierenbecken zum Aufgabengebiet der Kinderchirurgie im Frankfurter Bürgerhospital - wo nicht nur Kinder, sondern auch deren Eltern nebenbei mit großem Einfühlungsvermögen behandelt werden. Empathie und Expertise in der Kinderchirurgie.
Seit 400 Jahren steht die Wassermühle bereits in der Ortschaft Sent im Unterengadin. Schon lange ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, soll sie jetzt zum Wohnhaus umgebaut werden.
Der Architekt Duri Vital hat sich auf historische Bauten spezialisiert und gibt dem alten Gebäude ein neues Gesicht: samt der traditionellen "Sgraffitti", der in den Mauerkalk geritzten Wandgemälde, die typisch für die Region sind.
Von der Mühle bis zum Manoir am Murtensee: In der ganzen Schweiz setzen sich engagierte Menschen gegen den Verfall historischer Gebäude ein. Diese Folge der Reihe "Von der Ruine zur Rarität" begleitet sechs unterschiedliche Bauprojekte auf dem Weg in eine neue Zukunft, darunter eine Uhrenfabrikanten-Villa, die zum Alterswohnsitz wird, ein Schloss, dass statt einem Schlossherrn eine ganze WG beherbergt, den ehemaligen Fernsehturm, auf dessen Baustelle bei Wind und Wetter um rechtzeitige Fertigstellung gekämpft wird, und das vom Aussterben bedrohte Bergdorf Corippo, dass dank einer Nutzung als "verstreutes Hotel" vielleicht seinem Schicksal ein Schnippchen schlagen kann.
Die Schweiz ist reich an historischer Architektur. Gebäude verschiedenster Epochen und Stile sind Zeugen längst vergangener Zeiten. Oft dem Verfall überlassen, warten sie auf eine zweite Chance, um sich von einer Ruine zur Rarität zu verwandeln.
Mit Leidenschaft und Liebe geben Menschen der Vergangenheit eine Zukunft: Der zerfallene Ziegenstall wird zum Ferienhaus, der ehemalige Fernsehturm zum Luxusrestaurant. Aus alt mach neu. Mit historischer Seele und modernem Komfort. Die vierteilige Reihe "Von der Ruine zur Rarität" zeigt, wie in der Schweiz neues Leben in alte Hütten zieht.
In Bari, der Hauptstadt Apuliens, probiert Gino einige der ungewöhnlichen Straßengerichte und Gemüse dieser Region. In der Altstadt trifft Gino eine alte Dame, die ihn in die traditionsreiche Zubereitung von Grießnudeln ohne Eier, der Orecchiette, einweiht. Zum großen Finale kocht Gino auf einer Dachterrasse, wo er ein für Bari einzigartiges Gericht zubereitet: Spaghetti all'assassina - ein würziges Spaghettigericht.
Mit Benjamin Stöwe, Maik Rogge, Jana Kozewa, Steven Merting, Julia Blankenburg
Im Kampf gegen Kriminelle und Gewalttäter setzen die 3750 Beschäftigten der Bundespolizei Berlin täglich ihr Leben aufs Spiel. Ihr Einsatzgebiet ist die Hauptstadt und das umliegende Brandenburg samt dem deutsch-polnischen Grenzgebiet. Die Reportage begleitet neun Bundespolizisten bei ihren Einsätzen und gibt tiefe Einblicke in den Arbeitsalltag an deutschen Grenzen und Bahnhöfen.
Hinter Stacheldraht, verstärktem Granit und einer 22 Tonnen schweren Tresortür werden in Fort Knox über 147 Millionen Unzen Gold gelagert. Nur wenige Personen haben dieses Gebäude je von innen gesehen. Seit fast einem Jahrhundert ist Fort Knox ein Symbol unüberwindlicher Sicherheit und ein Magnet für Mysterien, denen in der Doku anhand von Bauplänen, 3D-Rekonstruktionen und Augenzeugenberichten auf den Grund gegangen wird.
Mit Jenny Laura Bischoff, Tom Jacobs, Matthias Lühn, Andreas L. Maier, Stefan Naas, Irina Scholz, David M. Schulze, Elias Stoffel
In Gesprächen, Reportagen und Dokumentationen werden die Fakten hinter den Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft behandelt. Dies ermöglicht eine objektive Bewertung der täglichen Informationsflut.
Wir sind Sicherheit - das ist der Leitspruch, an dem sich rund 38.000 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten messen lassen wollen. Die dreiteilige Reportageserie beleuchtet unterschiedliche Aufgabenbereiche und Einsatzgebiete der Bundespolizei, zum Beispiel den Grenz- und Küstenschutz mit dem Einsatzschiff BP82 Bamberg, den Einsatz von Spezialkräften der BFEplus sowie die Aufgaben und Fähigkeiten der Bundesbereitschaftspolizei und der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main.
Was ist Red Bull Cerro Abajo? Alle Insights zum größten urbanen Downhill-Rennen der Welt, bei dem sich die Stars der Szene durch verwinkelte Gassen, steile Treppen und sogar über Treppen manövrieren.
Ein Pkw ist bei Schneeregen kurz hinter dem Ortsausgangsschild von Obererbach in das Heck eines Rollers gekracht. Dabei wurde der 61-jährige Fahrer des Zweirads verletzt. Ein Expertenteam der Polizei versucht, die digitalen Steuergeräte des Wagens auszulesen, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. In Rheine kommen in dieser Folge bei der Untersuchung eines möglichen Betrugsfalls hochsensible Akustikkameras zum Einsatz. Und in Hannover gilt es nach einem schweren Crash auf einer gut einsehbaren Bundesstraße ebenfalls, knifflige Rätsel zu lösen.
Der Wiener Kahlenberg mit seinen illegalen Autotreffen ist einer der Hotspots der österreichischen Tuning-Szene. PS-Begeisterte wie Masih finden sich hier regelmäßig ein. Der KFZ-Mechaniker ist passionierter Roadrunner und liefert sich in der Nacht am Wiener Gürtel regelmäßig Rennen mit anderen Tunern. Wie gefährlich die Raserei auf den Straßen sein kann, zeigen die Beamten der Landesverkehrsabteilung Wien. Die Unfälle sind größtenteils verheerend.
Gino besichtigt die Stadt Cisternino und das Itria-Tal. Dort bewundert er die Trulli, kegelförmige Steinhäuser. Auch wird er in das Geheimnis der Herstellung von Capocollo eingeweiht, einer schmackhaften Wurst, die es nur in dieser Gegend gibt. Bei einem Olivenbauern entdeckt Gino ungewöhnliche Produkte, die aus Olivenbäumen hergestellt werden, darunter sogar ein Bier! Im Schatten der Trulli kreiert Gino die lokale Lieblingsspeise, die Bombette.
Mit Benjamin Stöwe, Maik Rogge, Jana Kozewa, Steven Merting, Julia Blankenburg
Stress im Nationalpark · Wenn Touristen zum Problem werden
D 2022
28'
Die Nationalparks sind voll von Besucherinnen und Besuchern. Schon vor Corona bestand das Problem, das sich aufgrund von Digitalisierung und Pandemie deutlich verstärkt hat. Die Rangerinnen und Ranger können nicht mehr das tun, wozu sie ausgebildet wurden: die Natur zu schützen und Besucherinnen und Besucher aufzuklären. Stattdessen müssen sie quasi rund um die Uhr die Nationalparks vor dem Massenansturm der Touristen schützen und Deeskalation betreiben.
Sie sind schwimmende Festungen und Symbole nationaler Macht: Flugzeugträger. Diese gigantischen Kriegsschiffe projektieren Militärmacht über tausende Kilometer - mit Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Drohnen. Seit 2009 ist der Hightech-Flugzeugträger USS George H.W. Bush, mit seinen 300 Metern Länge und einer Kapazität für 85 Jets, auf den Meeren im Einsatz.
Ein Gott für alle? - Warum d. Glaube an einen einzigen Gott?
D 2024
60'
Warum war das Christentum so erfolgreich? Sah sich der Islam schon immer als Konkurrenz? Christopher Clark spürt den Anfängen der großen Religionen und ihrem Drang nach Eroberung nach. Er sucht die Verknüpfung von Religion und Macht. Dem Christentum gelang diese Verbindung zum Zweck der Expansion, auch der Islam setzte früh auf Eroberung. Clark bereist Südamerika und Afrika, wo der christliche Kolonialismus ein Nachleben hat. Sowohl im Christentum als auch im Islam gibt es wichtige Parallelen. Nach Kaiser Konstantin entwickelt sich das Gottesgnadentum weltlicher Herrscher im Westen. Im Islam führen die wichtigen Herrscherfamilien ihre Verwandtschaft mit dem Propheten Mohammed ins Feld, die Kalifate entstehen. Dem Propheten Mohammed wurde der Koran von Allah im frühen 7. Jahrhundert offenbart - die heilige Schrift des Islam ist widersprüchlich, wie die Schriften des Christentums und des Judentums auch. Es gibt Textstellen, die Gewalt bejahen, und andere, die zum Frieden aufrufen. Es ist auffällig, dass die Texte der monotheistischen Religionen Themen wie Gewalt, Hass und Sünde eine besondere Bedeutung geben. Auch dies haben Judentum, Christentum und Islam gemeinsam: Große Nähe erzeugt oft großen Hass. Das christliche Mittelalter ist geprägt von sieben Kreuzzügen ins Heilige Land. Zankapfel war immer Jerusalem - jede der beteiligten Religionen wollte Zugang zu dieser Stadt. Das ist auch heute noch so. Im frühen 8. Jahrhundert hatte der Islam seinen Machtbereich ausgebreitet. In Jerusalem, Kairo, Córdoba, Fès und Istanbul finden sich Spuren dafür. In Westeuropa auf der Iberischen Halbinsel bricht das Zeitalter von "Al-Andalus" an. Die Bevölkerung muss nicht zwingend zum Islam übertreten, doch die Anzahl der Muslime und assimilierten Christen wächst über die Zeit stark an. Die kulturelle Blüte dieser Phase ermöglicht auch ein Florieren der Wissenschaften - doch eigentlich herrscht ständig Krieg. Für die Juden ist die Lage in dieser Zeit besonders schwierig, wie Christopher Clark in Córdoba erfährt. Kaum haben die Christen die Muslime aus Spanien wieder verdrängt, starten die ersten Eroberungsfahrten der christlichen Seefahrt auf der Suche nach Gold und Gewürzen in Asien. Zwar landet Kolumbus statt in Indien in Mittelamerika, doch der Ausbeutung sind nun Tür und Tor geöffnet. Auch Missionare bereisen die neu entdeckten Länder. Für die Ureinwohner Südamerikas beginnt eine unglaubliche Leidenszeit. Doch es gibt auch Versuche, die Indigenen zu schützen - vorausgesetzt, sie werden Christen. Christopher Clark erkundet Missionsstationen in Argentinien und Brasilien. In Afrika verbreitet sich das Christentum noch heute weiter. In Uganda wachsen die evangelikalen Bewegungen besonders stark. Auf den Straßen predigen Kinder, selbst ernannte Apostel verkünden in riesigen Open-Air-Gottesdiensten die frohe Botschaft. Das Bedürfnis nach Spiritualität erscheint ungebrochen.
Als junge Frau soll sie "an den Herd", doch Helga will ans Steuer: erst im Familienbetrieb, später als eine der ersten Busfahrerinnen Deutschlands. Zwischen strenger Mutter, heimlicher Liebe, dem Tod eines Sohnes und der Pflege ihres dementen Mannes vertraut sie ihrer schier unerschütterlichen Kraft.
Der Europäische Aal ist der Fisch des Jahres 2025. Ein Rang, den nur bedrohte Tierarten bekommen. Und dennoch ist der Aal ein beliebter Speisefisch und gilt auch im Norden als Delikatesse. Stirbt der Aal aus, verschwindet auch ein uraltes Handwerk. Denn für viele Fischer ist er der letzte Brotfisch. Sie fürchten ein Fangverbot und wollen die Art mit anderen Maßnahmen retten. Schaffen sie das? Und was hilft dem Aal wirklich? Dieser Frage geht die "NDR Story" nach.
Soll man Aal noch essen? Für die Kundschaft von Aale-Dieter auf dem Hamburger Fischmarkt keine Frage. Seit 1959 steht er dort jeden Sonntag und hat kein Problem, seine Räucheraale loszuwerden. Rund 20 Euro kostet ein mittelgroßes Exemplar. Auch beim Fischverkauf vom Kutter in Schleswig herrscht Andrang. Jörn Ross, einer der letzten Schleifischer, könnte weitaus mehr Aal verkaufen, als er fängt. Der Bestandsrückgang ist dramatisch in der Schlei, in Nord- und Ostsee und in ganz Europa. Nach Untersuchungen des Internationalen Rats für Meeresforschung, ICES, ist das Aufkommen an Jungfischen in Europa seit Anfang der 1980er-Jahre um rund 99 Prozent eingebrochen.
Die Wissenschaftler des ICES fordern deshalb ein komplettes Aalfangverbot für Freizeitangler und gewerbliche Fischer. Für Jörn Ross und seinen Sohn Nils wäre das ein Berufsverbot. Ohne den Aalfang, sagen sie, müssten sie den Familienbetrieb schließen. Es gibt ihn seit mehr als 300 Jahren. In den Küstengewässern gilt bereits eine Schonzeit von sechs Monaten. Von Mitte September bis Mitte März dürfen die Fischer keine Aale in der Ostsee fangen. Aber Ross sieht sein Gewerbe zu Unrecht am Pranger. "Wir Fischer sind es, die den Aal schützen und dafür sorgen, dass er uns erhalten bleibt."
Wie viele seiner Berufskollegen und zahlreiche Angelvereine engagiert sich Ross beim "Aalutsetten". Dabei werden Millionen von Jungfischen, die sogenannten Glasaale, in Flüssen und Seen ausgesetzt. Sie stammen aus Fängen an der Atlantikküste, vor allem aus Spanien und Frankreich. Früher wanderten die Jungfische von allein in die Binnengewässer ein. Heute kommt nur noch ein Bruchteil auf natürlichem Weg dort an. Es gibt zu viele Hindernisse: Schleusen, Wasserkraftwerke und andere Baumaßnahmen, die den Tieren den Weg versperren oder sie sogar töten. Der Glasaalbesatz soll das kompensieren und dabei den Fischern ihr Einkommen sichern. "Aalutsetten" sagen sie, ist Artenschutz.
Ob das stimmt, ist umstritten. Umweltverbände und die Wissenschaftler des ICES fordern auch einen Stopp von Glasaalfischerei und Besatz. Es sei nicht bewiesen, dass diese Maßnahmen die Überlebenschancen des Aals erhöhen. Der Meeresökologe Reinhold Hanel, Leiter des Thünen-Instituts für Fischereiökologie in Bremerhaven, ist Mitglied des ICES. Für ihn steht fest, dass jahrzehntelange Besatzmaßnahmen dem Aal nicht geholfen haben. "Man weiß zu wenig über die Zusammenhänge, um wirklich klar sagen zu können, ob der Mensch hier eingreifen sollte oder nicht. Weil man die Konsequenzen nicht kennt, sei ein Verbot von Aal- und Glasaalfischerei überfällig.
Der Aal birgt noch viele Geheimnisse. Schon Aristoteles rätselte, wie er sich vermehrt. Die Tiere laichen in der Sargassosee, ein Meeresgebiet im Nordatlantik, bis zu 7000 Meter tief. Von dort driften die Larven an die europäischen Küsten, wo sie sich zum Glasaal entwickeln. Ein Teil der Jungfische steigt dann in die Binnengewässer auf und wandelt sich zum Gelbaal. Bis zu 30 Jahre bleiben die Tiere an einem Ort, bevor sie sich - dann als Blankaal - wieder auf die Reise in den Sargassosee machen. Wie die Fische navigieren, weiß niemand, und noch nie wurde ein Aal beim Laichen beobachtet. Unklar ist auch, warum der Bestand seit Jahrzehnten schrumpft. Der Klimawandel, Umweltverschmutzung, Parasiten - es gibt viele Bedrohungen. Nicht zuletzt auch der Schmuggel von Glasaalen nach Asien. Aalimporte aus Europa sind verboten.
Die "NDR Story" zeigt den Alltag norddeutscher Fischer und ihren Einsatz beim "Aalutsetten". Er begleitet Biologen des Fischereiinstituts in Rostock, die den Aalbestand in Mecklenburg-Vorpommern untersuchen. Gedreht wurde auch an der Havel. Rund 100 Kilometer Flusslauf sind dort mittlerweile weitgehend renaturiert. Deiche, Steine und andere Uferbefestigungen wurden abgebaut, Flussarme, die schon verlandet waren, wieder angeschlossen, Schilf und Auwälder angelegt. Ein idealer Lebensraum für den Aal. Doch aus eigener Kraft schaffen nur wenige Tiere die lange Reise in die Havel. Es sind noch viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um den Aal zu retten.
Anwälte der Toten - Die schlimmsten Serienkiller der Welt
Sean Vincent Gillis
7. Staffel
3. Folge
D 2022
60'
Sean Vincent Gillis führt ein grausames Doppelleben. Während er einerseits treusorgende Freund ist, begeht er gleichzeitig unvorstellbare Gräueltaten. Zwischen 1994 und 2004 vergewaltigt, tötet und zerstückelt er Frauen in Baton Rouge. Körperteile seiner Opfer versteckt er als "Trophäen" in seinem Appartement. Als die Polizei ihm drei Morde nachweisen kann, gibt Gillis freimütig zu, weitere fünf Frauen ermordet zu haben.
Im Kampf gegen Kriminelle und Gewalttäter setzen die 3750 Beschäftigten der Bundespolizei Berlin täglich ihr Leben aufs Spiel. Ihr Einsatzgebiet ist die Hauptstadt und das umliegende Brandenburg samt dem deutsch-polnischen Grenzgebiet. Die Reportage begleitet neun Bundespolizisten bei ihren Einsätzen und gibt tiefe Einblicke in den Arbeitsalltag an deutschen Grenzen und Bahnhöfen.
Porto Velho liegt im Nord-Westen Brasiliens. An den nahegelegenen Grenzen zu Bolivien und Peru hat die Polizei allein in den letzten zwei Jahren Kokain im Wert von zwei Komma fünf Millionen Dollar beschlagnahmt. Viele Schmuggler werden nach ihrer Festnahme in den Gefängnis-Komplex von Porto Velho gebracht, welcher aus sieben Gefängnissen besteht. Das berüchtigtste von ihnen ist das Untersuchungsgefängnis Urso Branco. Es zählt zu den schlimmsten Haftanstalten in ganz Brasilien.
Das Weiße Haus ist eines der bekanntesten Gebäude der Welt. Aber hinter der Fassade verbirgt sich eine geheime Infrastruktur, die sicherstellen soll, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in jeder Krise am Leben bleibt und die Kontrolle behält. Das unterirdische Presidential Emergency Operations Center wurde bereits bekannt, aber das ist nur der Anfang. Es gibt noch viele weitere geheime Sicherheitsvorrichtungen.
Mit Jenny Laura Bischoff, Tom Jacobs, Matthias Lühn, Andreas L. Maier, Stefan Naas, Irina Scholz, Caro Scrimali
Der 40-jährige René ist gelernter Maurer. Seit zehn Jahren gehört er zu Hannovers Drogenszene. Trotz mehrerer Haftstrafen unter anderem wegen Diebstahl treibt ihn seine Kokain- und Heroinsucht dazu immer wieder erneut Straftaten zu begehen.
In Apple Creek, einem abgeschiedenen Dorf der altgläubigen Gemeinschaft der Amischen, wird eine fünffache Mutter erschossen in ihrem Haus gefunden. Die Gemeinde ist zutiefst erschüttert, denn in 250 Jahren ist es erst der zweite Mordfall, den die traditionsbewussten Bewohner in ihren Kreisen verzeichnen. Hinter der frommen Fassade einer Welt ohne moderne Technik treten Misstrauen und düstere Geheimnisse zutage, die das scheinbar heile Gefüge ins Wanken bringen.
Tony Sallis und sein Team haben bei einer Hausdurchsuchung mehrere mutmaßliche Straftäter aus dem Drogenmilieu im Visier. Die Verdächtigen sind wahrscheinlich bewaffnet, deshalb müssen die Gesetzeshüter sehr vorsichtig vorgehen. Zwei Stockwerke sind bereits gesichert. Haben sich die Gangmitglieder auf dem Dachboden versteckt? Und Chris Guttridge verfolgt in Northamptonshire ein gestohlenes Zweirad. Der Fahrer kommt der Aufforderung anzuhalten nicht nach. Auf der Flucht vor der Polizei scheut er auch nicht davor zurück, die falsche Straßenseite zu benutzen.
Perserkatze Chanel landet völlig verfilzt und fast bewegungsunfähig im Tierheim, weil sich niemand um die aufwändige Fellpflege gekümmert hat. Terrierrüde Benni teilt das gleiche Schicksal, und er wurde auch noch ausgesetzt. Zeit für eine komplette Rasur und ein besseres Leben!
Putins Herrschaft basiert auf einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung, die durch Propaganda erzeugt wird. Sein Regime hat im Laufe der Zeit ein ausgeklügeltes und effektives System geschaffen, um die Gedanken und Emotionen des russischen Volkes aktiv zu kontrollieren und zu lenken. Einblicke in diesen wirksamen Mechanismus sind selten. Die Doku nimmt Putins Inlandspropaganda unter die Lupe.
Der Grundstein für die Kontrolle des Mediensystems wurde bereits im Jahr 2001 gelegt, als der Staatskonzern Gazprom im Auftrag des Kremls den regierungskritischen Privatsender NTW übernahm. Bis zum Jahr 2003 wurden alle großen Fernsehkanäle des Landes konsequent gleichgeschaltet. Die Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober 2006 markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Besonders seit der Annexion der Krim im März 2014 verbreiten die Medien kontinuierlich Feindbilder wie "den kollektiven Westen" oder angebliche "Nazis", um die Loyalität der Bevölkerung zu sichern und politische Gegner zu diskreditieren. Dabei setzt das Regime nicht auf eine starre Ideologie, sondern auf maximale Flexibilität. Auf diese Weise entstehen viele verschiedene, maßgeschneiderte Wirklichkeiten für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Die Realität wird am Ende völlig verwischt.
"Putins Propaganda - Wie der Kreml das Volk lenkt" untersucht die Mechanismen der Inlandspropaganda anhand konkreter Fallgeschichten und zeigt, wie im Laufe der Zeit Presse, Fernsehen und soziale Netzwerke zur Waffe wurden - um Feindbilder zu schaffen, Zustimmung zu erzielen und Wirklichkeiten zu formen.
Statt sich nur auf die aktuelle Kriegsmobilisierung zu konzentrieren, erzählt der Film auch die Vorgeschichte: wie ein ganzes Land Schritt für Schritt medial manipuliert und in den Krieg geführt wurde.
Über die Propaganda und ihre Wirkung sprechen fünf prominente russische Stimmen: der Schriftsteller Viktor Schenderowitsch, die Publizistin Anna Narinskaja, die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa, der Regisseur Andrej Chrschanowski und der Autor Iwan Filippow. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine leben sie alle im Exil.
Leticia Bufoni und Aldana Bertran erkunden Südafrikas wachsende Female-Skate-Szene - von Johannesburg bis Kapstadt. Mit dabei: Legende Mel Williams und eine neue Generation starker Ripperinnen.
Bahar lebt in Wien, liebt Beauty und Social Media und bereitet sich auf ein Blind-Date vor. Gemeinsam mit Aline geht sie erst einmal shoppen - schließlich soll der Auftritt sitzen. Ahmed und Hansi treten als die "22er" auf und wollen einem Kundenauto zu neuem Glanz verhelfen. Vlado ist Clubmanager und Vater von zwei Töchtern. Zu Hause versuchen die beiden, ihren Papa zu einem Treffen mit seiner Ex Frau zu überreden.
Kann ein Stahlwerk die Industrie revolutionieren? Drei Jahre lang begleitet der Dokumentarfilm den Kampf um die Herstellung von nahezu CO2-neutralem Stahl.
Im Hamburger Werk von ArcelorMittal soll erstmals "grüner" Stahl mithilfe von Wasserstoff entstehen. Der Film begleitet CEO Uwe Braun auf seinem Weg zwischen Klimazielen, Konzernlogik, wirtschaftlichem Druck und politischen Unsicherheiten.
"Herr Braun und der grüne Stahl" gewährt seltene Einblicke in die Herzkammer der deutschen Industrie und zeigt die Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Der Dokumentarfilm von Anna Klühspies, Stella Peter und Katharina Schiele macht Hoffnungen, Rückschläge und Konflikte einer Schlüsselindustrie sichtbar - und fragt, wie die Zukunft der deutschen Schwerindustrie aussehen kann.
Vitamine sind lebenswichtig, doch nicht jeder braucht Nahrungsergänzungsmittel. Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel alle nötigen Nährstoffe. Fettlösliche Vitamine können sich im Körper anreichern und schaden, während hohe Dosen wasserlöslicher Vitamine Nebenwirkungen haben können. Viele Annahmen über Vitamine sind weit verbreitet: Braucht jeder täglich eine Extraportion? Hilft Vitamin C gegen Erkältungen? Und sind natürliche Vitamine besser als künstliche? Eine "treffpunkt medizin"-Neuproduktion untersucht neue wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigt: Mehr ist nicht immer besser!
Ein Militär-Lkw soll für einen Goldsucher in Afrika einsatzbereit gemacht werden. Was zunächst nach einer Routine-Reparatur aussieht, entwickelt sich jedoch zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Immer neue Defekte an der Seilwinde und am Antrieb bringen Michael Manousakis und sein Team ins Schwitzen. Gelingt es den "Steel Buddies", den Oldtimer rechtzeitig auszuliefern?
Zunächst geht es im Fichtelgebirge den Ochsenkopf bergab durch verwunschene Wälder und heimelige Dörfer. Kulmbach ist Kathrin Meyers erste größere Stadt am Main-Radweg. Über die Plassenburg und das Kloster Banz geht es durch kleine Dörfer am Fluss bis nach Schweinfurt.
Fünf neugeborene Kitten müssen versorgt werden, denn ihre Mutter ist nach der Geburt zu schwach! Erst schlägt sich Pflegerin Marisa die Nächte um die Ohren, aber es muss dringend eine andere Lösung her. Das Team macht sich auf die Suche nach Ersatzmüttern.
Gott und die Mächtigen - Wie verändern Religionen die Welt?
D 2024
60'
Warum eignet sich Religion immer noch als Legitimation für Kriege? Christopher Clark untersucht die politische Rolle der Religionen, aber auch die immerwährende Suche nach Spiritualität. Er studiert die Geschichte der Reformatoren, Religionskritiker und des religiösen Fundamentalismus. Das Spirituelle bietet auch immer wieder Antworten auf die Fragen der Menschen. Im Dialog der Religionen liegt die Hoffnung auf Frieden. Durch die Reformation zerbricht die Einheit der Christen in Europa. Eine Folge ist der Dreißigjährige Krieg, der bis zu sechs Millionen Menschen das Leben kostet. Dann kommt der große Angriff auf die Autoritäten des absoluten Staates in Frankreich - auch auf die Kirche. Philosophen und Schriftsteller formieren sich, die Aufklärung beginnt. Während der Französischen Revolution werden auch Geistliche hingerichtet. Christopher Clark begibt sich in Paris auf die Spuren der Grande Nation und ihrer Haltung zur Religion. Aber der Glaube lässt sich nicht ausrotten. Er bleibt sinnstiftende Quelle des Trostes im Alltag. Später, für Karl Marx, wird er zum "Opium fürs Volk". Lenin und Stalin bekämpfen die Religion, ersetzen sie aber durch profane Feste und durch eine Art Heiligenverehrung von Helden des Kommunismus. Heute nutzt der russische Staat die Kirche als Bühne für Nationalismus und lässt Soldaten segnen, die in den Ukrainekrieg ziehen. Auch in den USA ist der Fundamentalismus der Evangelikalen eine Triebfeder des radikalen Nationalismus wie Donald Trump ihn propagiert. Beim Sturm auf das Kapitol 2021 spielten christliche Symbole eine wichtige Rolle. Was der religiöse Fundamentalismus, ganz gleich in welcher Religion, anrichten kann, zeigt sich auch im Islam. Das Ziel des Islamismus ist die Errichtung eines islamischen "Gottesstaates". Dabei sind die Islamisten oft kaum interessiert an den reichen und vielfältigen Traditionen der islamischen Lehre. Sie wenden sich sogar vom Wissensstand der alten Religionsschulen der islamischen Welt ab und hin zu einer medial höchst wirksamen Propaganda, in der die Theologie auf Kampfbegriffe reduziert wird, um Gewalt und Terror zu rechtfertigen. Aber hat die Gewaltbereitschaft mancher Islamisten den Ursprung in der Religion? Die wahre Ursache liegt eher in politischen Konflikten, die weit zurückreichen. Dem Spannungsgeflecht zwischen Politik und Religion begegnet Christopher Clark in der Geschichte der Religionen immer wieder. Bei all der Gewalt, die bis heute durch sie ausgelöst wird, könnte man zu dem Schluss kommen, die Religionen seien ein ewiges Hindernis auf dem Weg zum Frieden. Aber jede Religion birgt in sich eine Vision des Friedens. Es hat in der Geschichte der Menschheit ganze Epochen gegeben, in denen die Anhänger verschiedener Religionen als gute Nachbarn zusammenlebten. Und heute gibt es wieder entsprechende Initiativen, wie das "House of One"-Projekt in Berlin. Das Spirituelle in der Welt, gleich welcher Spielart, bietet immer wieder Antworten auf die Orientierungslosigkeit der Menschen, die sich in einer fragmentierten und zunehmend bedrohten Welt immer mehr verunsichert fühlen. Christopher Clark spricht mit den Initiatoren des Projekts, einem Imam, einem Rabbi und einem Pfarrer.