Mit einem frühlingshaften Gruß aus seinem Salettl-Garten lädt Bertl Göttl zu einer besonderen Rundreise in luftigen Höhen ein. Mit dem Polizeihubschrauber über Wien, dem Zeppelin über dem Bodensee und dem Gleitschirm über dem steirischen Erzberg.
Der Verbleib der Benin-Bronzen in Deutschland war stark umstritten - nun kehren sie nach Nigeria zurück. Sie sind der wichtigste Kunstschatz des Volkes der Edo.
Die Bronzen wurden einst von der britischen Armee dem Königreich Benin, heute Nigeria, geraubt und an Museen im globalen Norden verschachert, unter anderem nach Hamburg. Die Dokumentation beleuchtet den Hintergrund der Kontroverse und eine mögliche Restitution.
Afrika mischt die internationale Kunstszene auf. Viele Länder Afrikas erleben einen kulturellen Aufschwung, beflügelt durch die Rückgabe wichtiger Kunstwerke, die einst von den Kolonialmächten geraubt wurden.
Die Dokumentation "Afrikas neue Museen - Raubkunst in Benin City" widmet sich den berühmten Benin-Bronzen und ihrer Rückkehr nach Benin City in Nigeria. Parallel dazu wird gezeigt, wie bis heute solche Bronzeplastiken im traditionellen Wachsausschmelzverfahren hergestellt werden.
Geraubt wurde der Kunstschatz während der britischen Invasion im Jahre 1897. Mehrere Tausend Elfenbein-, Holz- und Bronzeartefakte aus über 400 Jahren wurden von Soldaten aus dem königlichen Palast entwendet. Anschließend wurden sie, teils über deutsche Zwischenhändler, an Museen und Sammlungen im globalen Norden verschachert. Das Volk der Edo und ihr König, der Oba von Benin, verloren durch den Kunstraub einen wichtigen Teil ihrer kulturellen Identität. Seit Jahrzehnten fordern das Land Nigeria und die königliche Familie die Rückgabe der weltbekannten Kunstwerke und nach über 120 Jahren sollen sie nun nach Nigeria zurückkehren.
Der Film erzählt von der Dynamik, der Hoffnung und den Konflikten, die die bevorstehende Rückkehr der berühmten Kunstwerke auslösen. Wie auch immer diese Entwicklung ausgeht: Die Rückkehr der Benin-Bronzen wird das Volk der Edo und das Land Nigeria in eine neue Zeit führen.
Nina, die in eine Phantasiewelt abgetaucht und in die Rolle der Manga-Heldin "Teardrop Cherry" geschlüpft ist, sitzt im wahren Leben auf der Anklagebank. Sie soll den Fotografen Armin während eines Shootings mit einer Art Beil, einer so genannten Hellebarde, erschlagen haben, um ihn um 6.000 Euro zu erleichtern.
Frauenpower in Südamerika: Gabby und Ky unterstützen in dieser Folge zwei weniger erfahrene Survival-Kandidatinnen, die sich in der Wildnis noch ihre Sporen verdienen müssen. Am Rand des kolumbianischen Regenwalds machen den Teams extreme Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen. Zwei Grad nördlich des Äquators müssen die Überlebenskünstlerinnen zudem mit heftigen Schauern rechnen. Manche dauern nur wenige Minuten. Andere halten tagelang an und verursachen gefährliche Sturzfluten. Schutz vor dem Regen ist daher in San José del Guaviare unverzichtbar.
Um 1500 vor Christus - Hatschepsut kommt als Tochter von Thutmosis I. und Königin Ahmose zur Welt. Die legendäre Pharaonin führt das Land in eine Zeit des Wohlstandes und des Friedens. Da sie als Frau von der Erbfolge ausgeschlossen ist, wird ihr Halbbruder Thutmosis II. zum Pharao gekrönt. Um seinen Thronanspruch zu festigen, heiratet er Hatschepsut. Nach dessen Tod setzt sie sich als Regentin und Vormund ihres Stiefsohnes Thutmosis III. ein. Experten versuchen an unterschiedlichen Orten Ägyptens herauszufinden, wie die junge Frau es schaffte, in einer von Männern dominierten Welt die Traditionen zu umgehen und sich selbst zum Pharao zu krönen. Selbst als ihr Stiefsohn alt genug war, um zu regieren, zog sie sich nicht zurück. Die beiden teilten sich die Macht in einer Ko-Regentschaft. Thutmosis III. sicherte als erfolgreicher Feldherr die Grenze zu Nubien, während Hatschepsut eine Expedition ins sagenumwobene Punt organisierte. Unter der Herrschaft der Pharaonin erlebte das Land eine Zeit des Reichtums, in der Kunst und Kultur aufblühten. Die Herrscher der 18. Dynastie sind die Begründer des Neuen Reichs, der dritten Blütezeit der ägyptischen Hochkultur. Das Land wird zu einem der reichsten und mächtigsten Königreiche des Altertums.
Die Anden - ein Gebirge voller Kraft: Vulkane steigen auf, die Erde bebt, Rohstoffe entstehen. Geologe Colin Devey begibt sich auf Expedition, um die Kräfte des Erdinneren zu erforschen. Seine Reise führt vom alten Inka-Erbe in Cusco bis ins raue chilenische Hochland. Überall spürt man die Kraft des Erdinneren. Tektonik, Vulkane und Rohstoffe verwandeln die Anden in ein Naturlabor - und stellen die Menschen immer wieder vor Herausforderungen. Die Anden sind das längste Gebirge der Welt - und geologisch so aktiv wie kaum ein anderes. Ihre vielfältigen Landschaften unterliegen einem ständigen Wandel. Die Anden wachsen und verändern sich Tag für Tag - doch welche Kräfte treiben sie an? Der Geologe Colin Devey begibt sich auf eine Reise entlang des Gebirges, um Erdbeben, Vulkanismus und die tektonischen Kräfte des Erdinneren zu erforschen. In Cusco, der alten Hauptstadt der Inka, erlebt er hautnah, wie Erdbeben das Leben seit Jahrhunderten prägen. Die Anden erzählen jedoch nicht nur von der Geschichte, sondern sind auch ein lebendiges Labor der Natur. Im Süden flacher, im Norden höher, treibt die Subduktion als tektonische Kraft das Wachstum des Gebirges voran - sichtbar auch durch die vielen Vulkane. Am Vulkan Cotopaxi erlebt Colin Devey die bedrohliche Schönheit aktiver Feuerberge. Der höchste Gipfel, der Aconcagua, wächst durch die Subduktion der Nazca-Platte, die als ozeanischer Gebirgszug unter Südamerika abtaucht. Und selbst die Tierwelt des Amazonas liefert Einblicke, wie Plattenbewegungen ganze Kontinente einem stetigen, wenn auch langsamen Wandel unterwerfen. Im Hochland von Chile zeigt sich: Mit der Entstehung der Vulkane und dem Aufstieg der Anden entstehen Rohstoffe - doch ihr Abbau wirft entscheidende Fragen für unseren Umgang mit der Natur auf. Eine bewegte Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart entlang des längsten Gebirges der Welt.
Experten analysieren unerklärliche Aufnahmen aus Überwachungskameras: Mitten in die chinesische Einöde bricht plötzlich ein dämonisch aussehender Zug ein, der Flammen in die Nacht spuckt.
Gold ist ein Metall wie kein anderes. Es dient als Symbol für Reichtum, Macht und Göttlichkeit. Überirdisch ist nicht nur seine Schönheit, sondern auch die Herkunft - entstanden aus Sternenstaub. Auf der herausfordernden Suche nach dem seltenen Element überschreiten Menschen Grenzen. Die Reportage widmet sich der Faszination rund um Gold und begleitet die Suche nach dem Edelmetall.
1996 - ein Jahr, in dem große Träume wahr werden. Vor allem im Sport. Borussia Dortmund verteidigt den Titel und wird bereits am vorletzten Spieltag Deutscher Meister; der in Essen aufgewachsene Oliver Bierhoff schießt das deutsche Team zum Europameister, und Leichtathlet Frank Busemann holt bei den Olympischen Spielen in Atlanta Silber. Bestsellerautorin Hera Lind, Starproduzent Bernd Eichinger, Erfolgsregisseur Sönke Wortmann: Mit diesem Team wurde "Das Superweib" mit Veronica Ferres in ihrer ersten großen Hauptrolle ein Triumph. Hartmut Hellweg war mit Peacock auf der Überholspur. Das Unternehmen in der Nähe von Paderborn stellte Computer her und vertrieb sie. Die Geräte mit dem Pfauen-Logo eroberten vom kleinen Wünneberg-Haaren die Welt. Hartmut Hellweg verlor dabei den Überblick, Peacock war zu schnell gewachsen und wurde schließlich an die Metro verkauft.
Zubin Mehta ist einer der großen Dirigenten unserer Zeit. Der 1936 im damaligen Bombay geborene Mehta lebt seit vielen Jahren in Florenz und leitet dort den Maggio Musicale Fiorentino. Es wird nicht nur ein Rückblick über sein Leben gezeigt, sondern auch ein Spiegel seiner künstlerischen Gegenwart. Seine persönliche Geschichte eines jungen Inders, der sich alleine auf den Weg nach Europa macht, und der in der westlichen Klassik seine Heimat findet.
Vincent van Gogh (1853 - 1890) ist auf der ganzen Welt ein Star. Nicht nur wegen seiner farbenfrohen Bilder, auch sein tragisches Leben liefert genug Stoff für eine konstante Euphorie. Van Gogh kommt international nicht nur in Museen vor. Er schaut von Tassen und Postern, seine Briefe sind per App auf dem Mobiltelefon lesbar, sein Leben ist ausführlich aufgearbeitet. Und der Hype geht immer weiter. Vincent van Gogh lebt in der Imagination, ist ein Mythos in Europas kollektivem kulturellem Gedächtnis. Was ist sein Geheimnis? Oder ist van Gogh nicht doch eher ein Fall systematischer Legendenbildung, die längst den Blick auf die Fakten verstellt hat? Helden werden gemacht, weil man sie braucht. Der Film erzählt vom "Making of" dieses universell funktionierenden Malers und ist eine Entdeckungsreise zum echten van Gogh. Sie führt von Auvers-sur-Oise über Paris und Holland auch in die Seele der asiatischen Kunstfans, die zu den größten Verehrern van Goghs gehören. In Begegnungen mit den führenden Van-Gogh-Experten Europas, aber auch mit seinen Groupies und mit zeitgenössischen Künstlern wie Ai Weiwei untersucht der Film van Gogh als Fallstudie im Kontext der Frage nach nationalen Identitäten, Leitkulturen und der Suche nach Authentizität, gerade weil sein Werk in Asien genauso fanatisch rezipiert wird wie in den USA und in Europa. In seinen Briefen formuliert van Gogh selbst, dass er den Menschen die Augen und die Herzen öffnen wolle - und dass er hoffe, dass die Menschen nicht seine Bilder nur ansehen, sondern die Lebenskraft in ihnen sehen. Es scheint ihm gelungen, denn Millionen auf der Welt wollen ihn sehen. Doch sehen sie wirklich den wahren Vincent van Gogh?
Die Leiche einer Prostituierten ist so entstellt, dass ein Fahndungsfoto der Toten keinen Erfolg bringt. Am Flussufer wird eine weibliche Leiche gefunden. Im Kleinbus des Stiefsohns findet die Kripo ein Radkreuz mit bräunlichen Spuren. Ein Mädchen kommt nach dem Geigenunterricht in der Schule nicht nach Hause. Wenig später wird seine gefunden. Im Kofferraum des Schulhausmeisters findet die Spurensicherung verdächtige grüne Fasern.
In dieser Sendung werden die unterschiedlichsten Destinationen vorgestellt. Der Zuschauer lernt mehr über Kultur, Landschaft und die Menschen, die dort leben. Da möchte man gleich in den Flieger steigen.
Von Patagoniens Gletschern bis zur Atacama-Wüste erkundet Geologe Colin Devey, wie Wind, Eis und Wasser die Anden formen. Ein Naturlabor, in dem atmosphärische Kräfte Landschaften bilden. Vom Vulkan Chimborazo aus durchwandert er alle Klimazonen und folgt dem Wasser gen Osten bis zum Amazonas. Im Westen herrscht extreme Trockenheit. In der Atacama-Wüste, mit einer der größten Lithiumlagerstätten der Welt, trotzen Mensch und Natur extremen Bedingungen. Die Anden sind geprägt von Hochebenen, Canyons, schroffen Bergen, Wüsten und Gletschern. Doch nicht nur Kräfte aus dem Erdinneren formen diese Landschaften - auch die Atmosphäre spielt eine entscheidende Rolle. Auf seiner Reise beantwortet Geologe Colin Devey die Frage, wie Wind, Eis und Wasser die längste Gebirgskette der Erde gestalten. In Patagonien schleifen tosende Winde und gigantische Gletscher Täler ins Gebirge. Der ständige Wechsel von Frost und Tau lässt selbst massive Felsen langsam zerfallen. Auf dem Chimborazo folgt Colin Devey dem Weg des Naturforschers Alexander von Humboldt, durchwandert alle Klimazonen - von schneebedeckten Gipfeln bis ins Amazonasbecken. Er besucht das Ursprungsgebiet der Kartoffel und erfährt, wie Artenvielfalt die Nahrungsmittelsicherheit der Zukunft sichern kann. Er erkundet, warum der kalte Humboldtstrom vor der Westküste Südamerikas extreme Trockenheit im Hinterland und die höchste Sonneneinstrahlung der Erde verursacht. Die Atacama-Wüste ist daher der perfekte Ort, um ins Weltall zu blicken. Schon die indigenen Völker dachten dort über den Ursprung des Lebens nach. Und heute werden mit raffinierten Methoden selbst in der trockensten Wüste Weinberge kultiviert. Für Colin Devey sind die Anden ein geologisches Labor der Extreme, in dem die Kräfte der Atmosphäre ihre spektakulärsten Kunstwerke schaffen.
Der Kindkönig Tutanchamun ist heute der wohl berühmteste Pharao Ägyptens. Doch ohne das von Howard Carter entdeckte Grab, mit all seinen Kostbarkeiten, wäre er fast in Vergessenheit geraten. Der junge Pharao tritt ein schweres Erbe an. Nachdem sein Vater Echnaton den Sonnengott zum höchsten aller Götter erklärt hatte, muss Tutanchamun das Vertrauen des Volkes zurückgewinnen, das seinen Vater für die schlechte Lage Ägyptens verantwortlich macht. Bis heute gibt der Kindkönig den Experten Rätsel auf. Waren seine wichtigsten Berater Eje und Haremhab loyale Vertraute, oder wollten sie sich selbst nur bereichern und an die Macht bringen? Wer war die geheimnisvolle Pharaonenkönigin, die angeblich mehrere Jahre lang die Regentschaft für den jungen Thronfolger übernahm? Starb Tutanchamun mit knapp 19 Jahren an einer Krankheit, durch einen Unfall, oder war es vielleicht sogar Mord? Und warum wird von vielen Forschern behauptet, sein legendärer Schatz und sogar sein Grab wären nie für ihn bestimmt gewesen? Die Herrscher der 18. Dynastie sind die Begründer des Neuen Reichs, der dritten Blütezeit der ägyptischen Hochkultur. Das Land wird zu einem der reichsten und mächtigsten Königreiche des Altertums.
Von wegen Müll: Auf Deutschlands Schrottplätzen herrscht Goldgräberstimmung. Rund 6.000 Unternehmen sammeln und ordnen hierzulande Ausrangiertes und Weggeworfenes, um es wieder in neuem Glanze erstrahlen zu lassen. Mit welchen technischen Hilfsmitteln wird der vermeintliche Abfall zum wertvollen Rohstoff aufbereitet? Die Reportage ist auf Schrottplätzen und Deponien bundesweit zwischen Schreddern und Stahlscheren auf Spurensuche gegangen.
Das Jahr 1997 stand ganz im Zeichen des Kometen Hale-Bopp. Der war mit bloßem Auge sichtbar. Und plötzlich war NRW das Land der Hobbyastronomen. Ganz anders erging es Reinhold Ewald, ein waschechter Astronaut aus Mönchengladbach. In Moskau ausgebildet, trat er seinen ersten Raumflug an. Nächster Halt: MIR, die russische Raumstation. In 90 Minuten um die Welt. Mit im Marschgepäck: ein Mixtape mit "Space Music". So war das in den 90ern. Besonders bekannt ist das Ruhrgebiet für seinen rostroten Charme. Die Vorstellung, dass eine Bundesgartenschau die Gelsenkirchener Zeche Nordstern in ein Blumenmeer verwandelt, erzeugte Skepsis vor allem bei der Bevölkerung. Zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte.
An einem frühen Dezembermorgen im Jahr 2002 geht im Van Gogh Museum in Amsterdam der Alarm los. Diebe sind auf dem Dach, haben eine Scheibe eingeschlagen und stehlen zwei Gemälde. Die ganze Aktion dauert nur wenige Minuten, dann sind die Einbrecher mit den Bildern "Blick auf das Meer bei Scheveningen" und "Die Kirche von Nuenen mit Kirchgängern" verschwunden. Als die Polizei wenig später eintrifft, findet sie Spuren, die auf zwei stadtbekannte Kriminelle deuten: Octave 'Okkie' Durham und Henk Bieslijn.
Während die Ermittler versuchen, den beiden Verdächtigen die Tat nachzuweisen, haben diese ganz andere Probleme: Die Bilder loszuwerden erweist sich plötzlich als viel schwieriger als gedacht. Nachdem ein Verkauf der Bilder endlich zustande kommt, gönnt sich Octave Durham vom neugewonnenen Reichtum ein Leben im Luxus, das ihm und Henk Bieslijn bald zum Verhängnis wird. Beide werden schließlich zu einigen Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Aber die Bilder werden nie gefunden. 2007 nimmt der Fall eine überraschende Wendung, als bei einer Abhöraktion neue Hinweise auf die Gemälde auftauchen. Die italienische Staatsanwältin Vincenza Marra ermittelt von Neapel aus gegen den mächtigsten Drogenhändler Europas, einen mysteriösen Kriminellen, der unter anderem als "der Verwandte" bekannt ist. Quasi nebenbei kommen die italienischen Ermittler auf die Spur der zwei gestohlenen van Goghs. Im Jahr 2016 können Marra und ihr Team den Drogenboss schließlich fassen und finden in der Villa seiner Eltern auch die gestohlenen Bilder.
Lukas Bärfuss ist Büchner-Preisträger und erfolgreicher Schriftsteller - eine Karriere, die sich als obdachloser Jugendlicher und Sohn eines Kriminellen alles andere als abgezeichnet hatte.
Der Film zeigt den vielfältigen Denker und nahbaren Menschen hinter den pointierten Texten.
Lukas Bärfuss' Theaterstücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in 20 Sprachen übersetzt. Er erhielt zahlreiche Preise, unter anderem 2014 den Schweizer Buchpreis und 2019 den Georg-Büchner-Preis, den renommiertesten Literaturpreis im deutschen Sprachraum.
Eine solch steile Karriere in den Literaturolymp schien eigentlich undenkbar. Als Jugendlicher war Bärfuss eine Zeitlang obdachlos. Sein Vater, der im Gefängnis war und die letzten Lebensmonate auf der Straße lebte, hinterließ ihm ausschließlich Schulden - und eine Kiste, mit der sich Bärfuss im Buch "Vaters Kiste" auseinandersetzt.
In der Dokumentation von Laurin Merz öffnet der Schriftsteller diese Kiste nochmals und spricht erhellend über seine Herkunft. Außerdem begleitet ihn Laurin Merz auf eine Recherchereise nach Südafrika, zum Welttheater in Einsiedeln, wo Bärfuss Pedro Calderóns Mysterienspiel "Das große Welttheater" in einer packenden Neuinterpretation in die Gegenwart transportiert hat, und zu den Nibelungenfestspielen in Worms, wo er den kreativen Prozess seines Stücks "Luther" intensiv begleitet.
Laurin Merz gelingt es, die Leidenschaft und Präzision einzufangen, mit der Bärfuss seine Werke schafft. Auch in Gesprächen unterwegs und bei ihm zu Hause offenbart sich ein eloquenter Denker, der sich mit gesellschaftlichen Missständen auseinandersetzt und es wagt, unbequem zu sein, der aber auch mit eigenen Zweifeln ringt.
Die 18-jährige Laura ist angeklagt, ihren Vater Stefan mit kochend heißem Frittierfett verbrüht zu haben, indem sie Wasser in die vorbereitete Friteuse geschüttet hat. Ist sie ausgerastet, weil sie mitbekommen hat, dass ihr Vater Sex mit ihrer Freundin hatte?
Europäische Sehnsuchtsorte, die sie kennen sollten
45'
Italien, Portugal, die Türkei. Überall in Europa gibt es Orte, die so viele Menschen einmal sehen wollen - es sind Sehnsuchtsorte! Manche liegen gleich um die Ecke, in der Schweiz, in Tschechien oder Dänemark. Andere Tausende Kilometer entfernt.
Island zum Beispiel ist für viele eines dieser Sehnsuchtsziele. Vulkane haben das Land entstehen lassen. Überall gibt es "Hotspots", Badeseen mit 40 Grad warmem Wasser. Nur darin, sagen die Isländer, können sie die kalten Winter überstehen. Die Wasserfälle in Island sind ebenfalls spektakulär.
Im portugiesischen Küstenort Nazaré gibt es zu manchen Zeiten die höchsten Wellen der Welt. Für Profi-Surfer ist es der absolute Sehnsuchtsort. Und für die Zuschauer auf den Klippen der pure Nervenkitzel, wenn die Wellenreiter beinahe von den "Big Waves" überrollt werden.
Auch der Montblanc, mit über 4.800 Meter der höchste Gipfel der Alpen, hat es den Menschen angetan. 1786 war die mühsame Erstbesteigung. Heute können Abenteuerlustige mit der Seilbahn bis auf 3.800 Meter fahren. Wer dann noch höher will, muss Steigeisen oder Bergsteigerausrüstung dabeihaben.
Für Musik- oder Krimienthusiasten gibt es ebenfalls die perfekten Sehnsuchtsorte: Die Beatles lassen in Liverpool bis heute die Herzen aller Fans höherschlagen. Und im schaurigen Dartmoor im Südwesten Englands hat Agatha Christie viele ihrer Opfer mit Gift um die Ecke bringen lassen.
Auf Hydra, einer griechischen Insel, sind Prominente wie der Sänger Leonard Cohen in den 1960er Jahren heimisch geworden. Seit damals hat sich so gut wie nicht verändert. Es gibt nach wie vor keine Autos, alles muss mit Eseln transportiert werden.
Wer in Deutschland bleiben will, fährt nach Baden-Baden im Schwarzwald. Die historischen Bäder-Bauten in der Innenstadt gehören seit 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und auch alle Blumenfreunde können hier ihre Sehnsucht stillen: Jedes Jahr seit 1952 gibt es einen Wettbewerb um die Goldene Rose.
Städte, Landschaften, Naturspektakel: Es gibt so viele schöne Orte in Europa. Sie alle zu besuchen ist unmöglich. Aber die Sehnsucht nach ihnen ist immer erlaubt.
Der Geologe Colin Devey begibt sich auf Spurensuche in Jordanien. Auf engstem Raum beherbergt das Wüstenland wichtige Rohstoffe für eine klimafreundliche Zukunft der Welt - allen voran Metalle. In Jordanien findet Colin Devey die "Großen Sechs", die wichtigsten Rohstoffe der Zukunft. Ob Windräder oder Elektroautos: Je mehr CO2 eingespart werden soll, umso stärker werden Metalle für grüne Technologien gebraucht. Mit der Verarbeitung von Metallen im Nahen Osten endet vor circa vier Jahrtausenden die Steinzeit. Damals beginnt ein neues Kapitel für die Menschheit, geprägt von Metallen, darunter Kupfer. Heute ist Kupfer eine Art "Heiliger Gral" für die Elektrifizierung unseres Alltags. In Chile liegen die größten bekannten Vorkommen, sie sind das Ergebnis einer Kollision zweier Kontinentalplatten. Aber die angestrebte CO2-freie Mobilität braucht noch ganz andere Metalle: Nickel, Kobalt und Lithium werden in Kombination vor allem für Batterien benötigt. Weltweit wird danach gesucht. Neben Manganknollen am Meeresboden bietet ein Land in der Arktis großes Potenzial. In Grönlands eisfreien Gebieten rüsten sich Bergbaufirmen für einen neuen "Goldrausch". Seltene Erden - eine Gruppe aus 17 Metallen - werden auch in Jordanien vermutet, doch die Mengen sind noch unklar. Seltene Erden werden vor allem in Magneten in Elektromotoren und anderen Hightech-Produkten verbaut. China hält die größten Marktanteile. Auch wenn die USA hier langsam aufholen. Und dann ist da noch ein anderer Rohstoff - Phosphor. Jordanien gehört zu den großen Produzenten der Welt. Phosphor ist in Dünger unersetzbar. Doch die globalen Vorräte gehen zur Neige. Hoffnung gibt Norwegen: Dort wurde ein vielversprechendes Vorkommen gefunden, das die ganze Welt versorgen könnte.
Im 16. Jahrhundert vor Christus ist Ägypten zerfallen. Die Pharaonen haben sich nach Theben zurückgezogen, und die Hyksos haben Unterägypten erobert. Während Seqenenres Militärschlag gegen die Hyksos erfolglos bleibt, gelingt es seinem Nachfolger Kamose, die Nubier im Süden zurückzudrängen. Doch erst Ahmose I. vollendet mit seinem Sieg über die Hyksos, was seine Vorgänger begonnen haben - die Rückeroberung Ägyptens. Die Hyksos kontrollieren das Nildelta und die alte Hauptstadt Memphis samt der Pyramiden von Gizeh, während die Nubier in den Süden Ägyptens vordringen. Der thebanische Herrscher Seqenenre und sein Nachfolger Kamose setzen jedoch alles daran, ihr Land zurückzuerobern. Doch erst Seqenenres Sohn Ahmose besiegt die Besatzer endgültig. Seinen Erfolg verdankt er neuer Kriegstechnologie und nicht zuletzt der tatkräftigen Unterstützung der weiblichen Mitglieder des Königshauses: seiner Großmutter Tetischeri, seiner Mutter Ahhotep und seiner Gemahlin Ahmose Nefertari. Wer genau war dieser Pharao, der Ägypten befreite und mit dem Neuen Reich auch eine Dynastie gründete, die etwa 200 Jahre über Ägypten herrschte? Die Herrscher der 18. Dynastie sind die Begründer des Neuen Reichs, der dritten Blütezeit der ägyptischen Hochkultur. Das Land wird zu einem der reichsten und mächtigsten Königreiche des Altertums.
In den Meeren dieser Welt spielen sich spannende und zuweilen unfassbare Dinge ab. Die Zusammenschnitte zeigen die schönsten Bilder unter und über Wasser sowie Geschichten rund um die Ozeane.
"ATV - Die Reportage" begleitet das Alltagsleben der "Marktstandler" in Wien, Graz und Salzburg. Auf dem Viktor-Adler-Markt in Wien sind die lautesten Marktschreier zu Hause. Gemüseverkäufer wie Rudolf Penz bringen hier mit einer ordentlichen Portion Schmäh ihre Waren an den Mann. Auf dem Grazer Kaiser-Josef-Markt werden ausschließlich selbstproduzierte Artikel verkauft. Und auf dem Brunnenmarkt in Wien kommen Menschen verschiedenster Kulturen zusammen.
Kanadas Rocky Mountains sind mit mehr als neun Millionen Besuchern jährlich eine touristische Top-Attraktion. Seit 1990 bietet die Eisenbahngesellschaft Rocky Mountaineer Zugreisen durch die Gebirgsregion des Ahornstaats an. Eine der bekanntesten Strecken ist die von Vancouver nach Banff. Wer es sich leisten kann, genießt die Landschaft entlang des Fraser Rivers in einem der Premium-Waggons. Für 2.500 Dollar erhält der Passagier einen Platz auf dem Panoramadeck des Zuges mitsamt Gourmetmenü.
Die Albanischen Alpen liegen mitten in Europa und blieben doch für lange Zeit schwer zugänglich und fremd. Langsam öffnet sich der Norden des Landes für Besucher und die Einheimischen begegnen ihnen ausgesprochen freundlich. Das eigene Haus gehört zuallererst Gott und danach dem Gast. So atemberaubend schön die Natur hier ist, so hart ist auch der Alltag seiner Bewohner.
Einen halben Tagesmarsch dauert der Aufstieg mit Packpferden in das Sommerlager der Schäferin Laqe und ihrer Familie auf einer Hochebene in den Bergen nördlich des kleinen Dorfes Lepushe. Jedes Jahr wandert die Familie mit ihrer Schafherde hier hinauf und bleibt, bis der erste Schnee fällt. Das Weideland weit oben in den Bergen empfindet Laqe wie das Paradies: "Mein halbes Leben hab` ich hier verbracht. Und ich bete zu Gott, dass ich hier sterben darf!", so die Schäferin. Laqe sagt, sie sei wohl Mitte 60, so genau wisse sie das nicht. So liegt inzwischen alle schwere Arbeit auf den Schultern ihrer Schwiegertochter Marjana, die sich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang um die Tiere und die Familie kümmert. Denn wer in diesen Bergen leben will, muss darum kämpfen.
Nur wenige Kilometer entfernt fließt der Fluss Shala durch die Alpen. Hoch über dem klaren kalten Strom lebt Gjelosh Preka mit seiner Frau Mirja. Der 55-Jährige betreibt den letzten Laden in den Bergen. Wer etwas kaufen will, ruft so lang und laut nach Gjelosh, bis der den Hang hinabklettert und seinen Laden aufschließt. "Ich verkaufe alles, was die Menschen hier oben brauchen: Treibstoff, Haarfärbemittel für die Frauen, Mehl, Zucker, Öl. Aber eigentlich lohnt es sich nicht mehr." Heute leben nur noch etwa 30 Menschen in der abgelegenen Siedlung. Früher, während des Kommunismus, arbeiteten mehrere Hundert Menschen hier oben in der Landwirtschaft. Vorm Laden stand man Schlange. Dann verschwand das Regime und mit ihm fast alles andere. Die meisten jungen Leute haben die Gegend verlassen, auch Gjeloshs drei Kinder leben im Ausland.
Für die letzten Bewohner betreibt Gjelosh nicht nur den einzigen Laden in den Bergen. Hauptberuflich arbeitet er im alten Wasserkraftwerk im Tal, repariert ehrenamtlich die maroden Stromleitungen in halsbrecherischer Höhe und schleppt mit seinem Allradwagen liegen gebliebene Autos ab, die in den Bergen eigentlich nichts zu suchen haben. Denn hier oben gibt es keine Straße, nur felsige Pfade.
Manchmal nimmt Gjelosh seinen alten Freund Ded Nika mit auf seine abenteuerlichen Fahrten nah am Abgrund. Eigentlich macht Ded jede Fahrt hier oben Angst, doch zu Fuß würde es ewig dauern. Ded will weiter hoch in die Berge, dorthin, wo die Shala rauschend talwärts stürzt. Fische will er dort fangen: "Die Bachforelle der Shala ist der beste Fisch in ganz Albanien und etwas ganz Besonderes", meint Ded. Dann zieht er sich aus, nimmt sein Netz und klettert in Unterhose die Felsen hinauf. Ded hofft auf einen guten Fang. Denn er hat Gjelosh und alle seine Freunde zu einem Fest eingeladen mit selbst gebranntem Schnaps, einem Hammel am Spieß und über offenem Feuer gebratenen Bachforellen.
Die Dokumentation nimmt die Zuschauer*innen mit in den unbekannten Norden Albaniens. Dieser Teil der Alpen ist selbst den meisten Albanern im Flachland so fremd, dass manche sie "Bjeshkët e Nemuna" nennen, die "Verwunschenen Berge". In der rauen Schönheit dieser Berge war das Kamerateam mehrere Wochen lang unterwegs und hat Menschen beobachtet, deren Leben noch immer von jahrhundertealten Traditionen geprägt ist.