Das wochentägliche Kulturmagazin "Kultur Heute" präsentiert neben den wichtigsten Ereignissen aus den Bundesländern die Top-Themen des Tages - von Hochkultur bis Subkultur.
In Vorarlberg im Montafon macht sich Harry Prünster auf die Spur alter Geschichten und Bräuche und beginnt dafür seine Wanderung am Kristberg. Bevor er den Panoramagasthof besucht macht er noch einen Abstecher zur Kapelle der Heiligen Agathe, der ältesten Kirche des Montafon, die um 1400 errichtet wurde. Adolf Zurell erzählt bei Führungen von der Geschichte des Bergbaus, sein Sohn Jürgen betreibt nach ihm den Panoramagasthof. Eine Besonderheit auf der Speisekarte ist der "Sura Kees", der - wie die meisten Produkte - von regionalen Bauern geliefert wird. Den nächsten Wanderabschnitt bestreitet Harry mit einer Lama-Trekking Gruppe und gelangt ins hintere Silbertal zum Fellimännle von Tanja Mäser. Sie erklärt Harry was eine Maisäß ist, und dass ihr Großvater einst damit begonnen hat. Ein Markenzeichen der Hütte sind die zahmen Murmeltiere, die bei den Kindern besonders beliebt sind. Die letzte Station auf Harrys Wanderung ist das Hasahüsli, das der gelernte Elektriker Patrick Meidl vor zehn Jahren übernommen hat. Harry erfährt, dass die Almhütte ihren Namen nicht von Hasen hat sondern vom traditionellen Holzschlitten mit dem früher das Holz ins Tal gebracht wurde. Er verwöhnt seine Gäste mit gutbürgerlicher Küche und für Mountainbiker gibt es eigenes Fahrradservice mit E-Bike-Ladestation und Wäschetrockner.
Diesmal ist die 29jährige Larissa Immler aus Eichenberg zu Gast bei "Säg amol". Sie ist Landwirtin und führt den elterlichen Hof gemeinsam mit ihrem Ehemann. Außerdem ist sie erfolgreiche Farmfluencerin. Sie zeigt auf social media die täglichen Arbeiten im Stall und auf dem Feld, nützt ihre Bekanntheit aber auch für ernste Themen. Im Gespräch mit Nicole Oberhauser erzählt sie offen über Depressionen unter Bäuerinnen und Bauern und wie wichtig es ist sich rechtzeitig Hilfe zu holen! Außerdem setzt sie sich für mehr Wertschätzung für die Arbeit ihrer Berufsgruppe ein und dafür, dass Frauen die einen Hof führen endlich gleichbehandelt werden. Und säg amol… was hat denn ein Besamungskurs für Kühe mit Flitterwochen zu tun? Larissa verrät auch das…
Roland Düringer zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Persönlichkeiten Österreichs. Als Schauspieler, Kabarettist und genauer Beobachter des Lebens hat er unzählige Menschen zum Lachen, Nachdenken und Hinterfragen gebracht. In dieser Ausgabe von LICHTblicke & WEGweiser zeigt er sich von einer besonders persönlichen Seite.
Im Gespräch mit Marianne Hengl erzählt Düringer, warum viele Menschen Rollen spielen, wie Inszenierungen unser tägliches Leben beeinflussen und weshalb echte Begegnungen heute wichtiger sind, denn je.
ORF III überträgt den katholischen Gottesdienst live aus der Filialkirche St. Ulrich in Oberaich (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark). Pater Clemens Grill führt durch die Messe.
Was früher ein Stück von Bayern war, heißt seit 1779 Innviertel und ist österreichisch. Der Rupertiwinkel, ein Teil des früheren Erzbistums Salzburg, gehört hingegen seit über 200 Jahren zu Bayern, genauso wie die Stadt Mühldorf am Inn. Wie kam es zu diesem Durcheinander, das an eine verkehrte Welt denken lässt? Sepp Forcher macht in der 195. Ausgabe "Klingendes Österreich" eine Wanderung durch die "Alte, neue und verkehrte Welt an Salzach und Inn" und startet seine Rundreise bei Geretsberg im Innviertel und in der Urlandschaft des Ibmer Moors. Regie führt Elisabeth Eisner.
Die Béliers haben einen Bauernhof in der Provinz. Die Eltern und der kleine Quentin sind gehörlos. Tochter Paula ist als Dolmetscherin für ihre Eltern unersetzlich. An der Schule entdeckt ein Lehrer Paulas großes Gesangstalent. Sie soll in Paris für die Akademie vorsingen. Doch wenn Paula nach Paris ginge, müssten die Béliers ohne sie auskommen. - Die berührende Komödie war ein Riesenhit in französischen Kinos. Lassay, in der französischen Provinz. Hier betreiben die Béliers, Vater Rodolphe (François Damiens) und Mutter Gigi einen Bauernhof mit Milchvieh und eigener Käserei.
Den Käse verkaufen sie auf dem Markt. Die beiden haben zwei Kinder, Paula und den etwas jüngeren Quentin . Alles ganz normal? Eigentlich schon, bis auf die Tatsache, dass außer Paula alle Familienmitglieder gehörlos sind. Neben dem normalen Teenager-Leben hat Paula daher viele zusätzliche Aufgaben, die andere Kinder in ihrem Alter so nicht haben. Sie hilft auf dem Bauernhof, verkauft auf dem Markt und muss dauernd für ihre Eltern übersetzen.
Kurzum: Nichts geht bei den Béliers ohne Paula. Paula ist tief in der Pubertät, wird gerade flügge. An der Schule verliebt sie sich in einen Jungen namens Gabriel . Nur wegen ihm meldet sich Paula bei der Auswahl von AGs für den Chor unter Leitung von Musiklehrer Thomasson (Éric Elmosnino) an. Gabriel erzählt Paula von einer berühmten Pariser Gesangsschule. Dort will er in drei Monaten an der Aufnahmeprüfung teilnehmen. Doch dann erscheint Gabriel nicht mehr zu den Proben.
Von ihrem Lehrer erfährt Paula, dass Gabriel in Paris nicht mehr zur Prüfung zugelassen wird, da er bereits im Stimmbruch war. Doch Fabien ermutigt Paula, selbst zu versuchen, in Paris an der Musikakademie aufgenommen zu werden. Fabien hält Paula für ein Ausnahmetalent. Paula jedoch glaubt, ihre Familie nicht alleinlassen zu können. Erst in letzter Minute entschließt sie sich, begleitet von der Familie, nach Paris zu fahren. In einer bewegenden Performance singt sie vor dem Auswahlgremium den Chanson "Je vole" ("Ich fliege") von Michel Sardou.
Für ihre Eltern und den Bruder begleitet Paula ihren Gesang mit Gebärdensprache. "Je vole" wird in Paulas Interpretation eine Hymne an das Leben als ein Prozess ständiger Veränderung. Aber auch eine Hymne an die Liebe zu ihrer Familie. Ein Umzug bedeutet nicht, die Familie zu verlassen. Denn jeder, der eine hat, weiß, dass Blut dicker als Wasser ist und man Familie so schnell nicht loswird. Die warmherzige Familienkomödie erhielt das Prädikat "Besonders wertvoll".
Mit: Karin Viard (Gigi Bélier), Francois Damiens (Rodolphe Bélier), Eric Elmosnino , Louane Emera (Paula Bélier), Roxane Duran u.v.A.
Drehbuch: Victoria Bedos, Stanislas Carré de Malberg, Thomas Bidegain, Eric Lartigau
Regie: Eric Lartigau
106 Min.
F 2014
Ein alter Schmuggler und Hehler will seine blutjunge und schöne Frau dazu benutzen, die Pläne des neuen, ehrgeizigen Grenzpolizisten auszuhorchen. Mit traumwandlerischer Sicherheit zieht sie alle Register weiblicher Verführungskunst. Der geschickte Schachzug des Mannes scheint zu gelingen. Doch aus dem Spiel der jungen Frau wird Ernst. Sie verliebt sich in den vitalen Mann, der ihr ihre sexuelle Frustration und die versagten Mutterfreuden erst bewusst macht. Als ihr Mann die wahren Verhältnisse durchschaut und die junge Frau erkennen muss, dass ihr Liebhaber sie ebenfalls als Informantin missbraucht hat, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten.
Mit Günther Maria Halmer, Fritz Karl, Julia Thurnau, Friedrich von Thun, Josef Wierer
Als sie in einem Fernsehbericht ihre große Liebe, den Schiffer Ernst wieder erkennt, macht sich die wohlbegüterte Botschaftsratswitwe Lotti Portuné spontan auf den Weg an die Elbe. Sehr zum Missfallen ihrer Tochter Charlotte, die wirklich andere Sorgen hat, als sich mit den Eskapaden ihrer Mutter auseinanderzusetzen - immerhin will sie in Kürze heiraten. Aber schließlich wird der Ausflug in die Welt der Elbe-Schiffer für die beiden Frauen zu einem Abenteuer, das ihre Zukunft einschneidend verändert.
Mit Heidelinde Weis, Charles Brauer, Elisabeth Lanz, Daniel Morgenroth, Paul Matic, Marie Gruber, Wolfgang Winkler, Annika Blendl, Paul Weismann, Susa Juhasz, Klaus Hänscheid
Gemeinsam mit dem elfjährigen Waisenbuben Stefan kommt Freddy nach Kanada. Am Rande der Rocky Mountains hat ihm sein verstorbener Onkel eine Ranch vererbt. Doch auch der reiche Nachbar Henry O`Brian, der mit seiner bezaubernden Tochter Manuela ein großes Anwesen bewohnt, zeigt Interesse an dem scheinbar wertlosen Stückchen Land. Mit allen Mitteln setzt er Freddy unter Druck, um ihn wieder aus Kanada zu vertreiben.
Mit Freddy Quinn, Vera Tschechowa, Gustav Knuth, Christian Machalet, Dieter Eppler
Der Angestellte und Hobbysänger Fritz Meyer fährt nach Ischia, wo er dem amerikanischen Millionär Mr. Stone aus einer Verlegenheit hilft. Als Fritz zum Dank dafür in dessen Villa eingeladen wird, merkt er schon bald, dass Mr. Stone von seinen Gästen eher ausgenommen als bewundert wird.
Mit Freddy Quinn, Grit Boettcher, Heinz Erhardt, Grethe Weiser, Peter Vogel
Zwei Schlüsselwerke der Romantik aus dem Wiener Konzerthaus: Johannes Brahms' 1. Klavierkonzert und Franz Schuberts "Große" Sinfonie in C-Dur. Es spielen die Wiener Symphoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Petr Popelka.
Beide Werke vereinen große Formen, innere Würde und musikalische Ausdruckskraft. Der Wahl-Wiener Johannes Brahms hat sich auch stark mit der musikalischen Hinterlassenschaft von Franz Schubert auseinandergesetzt. Die letzten 25 Jahre seines Lebens verbrachte Brahms in Wien und wohnte in der Karlsgasse, nicht weit vom Wiener Konzerthaus entfernt. In diesem brilliert Yulianna Avdeeva, die Preisträgerin des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2010, nun mit Brahms erstem Klavierkonzert in d-Moll.
Unter der Verwendung qualtingerscher Originaltexte entwickeln die beiden Autoren ein Pandämonium 'Wiener Herzlichkeit'. In einem Gemeindebau, im Prater und den darumliegenden Gassen, Würstelständen etc. spielend, ergeben Figuren und zielsichere Pointen einen vergnüglichen Wiener Film, geschrieben für die Riege ansässiger Kabarettisten.
Mit Alfred Dorfer, Karl Markovics, Roland Düringer, Lukas Resetarits, Kurt Sobotka, Marianne Mendt, Bibiana Zeller, Fritz Muliar, Nikolaus Paryla, Fritz Karl, Wolfgang Hübsch, Vera Borek, Reinhard Nowak
Am 1. Oktober 1946 ging der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes zu Ende. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs (USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich) klagten in dem Hauptkriegsverbrecherprozess 24 Personen und sechs Organisationen vor dem "International Military Tribunal" an. Der Prozess dauerte ein knappes Jahr und begann im November 1945.
Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei , ist nach Kriegsende zu mehr als 90 Prozent zerstört. Und doch beginnt inmitten dieser trostlosen Kulisse "der Prozess des Jahrhunderts". Erstmals werden führende Vertreter des NS-Regimes für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Journalisten aus aller Welt berichten: Über 300 Reporter, Schriftsteller und Fotografen kommen nach Nürnberg. Die US-Armee bringt sie am Stadtrand im Schloss Faber-Castell unter. Mit dabei: die US-Journalistin Martha Gellhorn, aber auch Zeitzeugen wie Elsa Triolet, John dos Passos, Erika Mann, Ilya Ehrenburg und Joseph Kessel.Ihre Berichte geben sensible Einblicke in einen der bedeutendsten Gerichtsprozesse und stellen die Weichen für eine neue Weltordnung. Die Dokumentation greift auf reiches Archivmaterial zurück. Die Schilderungen aus so unterschiedlichen Blickwinkeln stellen ein eindrucksvolles Dokument dieses "Jahrhundertprozesses" dar. Erstmals wurden Politiker und Militärs persönlich zur Verantwortung gezogen und mit ihrer individuellen Schuld konfrontiert. Die Verhandlung vor dem Internationalen Militärgerichtshof war Wegbereiter für den heutigen Internationalen Strafgerichtshof im niederländischen Den Haag.
Die ersten Nürnberger Prozesse gestalten sich langwierig und ziehen sich bis ins Frühjahr 1946. Die Beweisaufnahme im Verfahren gegen die verantwortlichen Militärs und Politiker des NS-Regimes bringt die monströsen Gräueltaten der Nationalsozialisten ans Licht. Die im Schloss Faber-Castell untergebrachten Journalisten werden langsam ungeduldig: Wie lange soll es noch dauern, bis endlich Recht gesprochen wird? Zur gleichen Zeit wächst die Rivalität zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Die Kriegsverbrecher müssen verurteilt werden, doch die Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten sind erste Anzeichen des Kalten Krieges und machen die Verhandlung zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Die Berichte und Analysen der Journalistinnen und Journalisten sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller dokumentieren einen Wendepunkt der Weltgeschichte. Neben diesem Prozess gegen die "Hauptkriegsverbrecher" in Nürnberg gab es zwölf weitere Prozesse, die sogenannten "Nachfolgeprozesse". Im Hauptkriegsverbrecherprozess klagten die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs (USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich) 24 Personen und sechs Organisationen vor dem "International Military Tribunal" in Nürnberg an.
Er dauerte vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 und endete mit zahlreichen Todesurteilen. Kriegsverbrecher wie Adolf Hitler, Joseph Goebbels, Hermann Göring oder Heinrich Himmler hatten sich ihrer Bestrafung jedoch zuvor durch Selbstmord entzogen, andere konnten untertauchen und flüchten.
Die Produktion von ORF III porträtiert mit Ernst Kaltenbrunner einen, lange Zeit übersehenen und bisher wenig bekannten, österreichischen Nationalsozialisten der ersten Reihe. Ernst Kaltenbrunner ist einer von zwei Österreichern, die sich ab Ende 1945 auf der Anklagebank des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses verantworten mussten. Als Chef des Reichssicherheitshauptamtes war er für jene Einsatzgruppen verantwortlich, die im Rücken der Ostfront rund eine Million Menschen ermordeten. Ernst Kaltenbrunner war ein zentraler Akteur der sogenannten "Endlösung der Judenfrage".
Die Dokumentation geht der Frage nach, wie aus dem oberösterreichischen Juristen eine der relevantesten Figuren der nationalsozialistischen Gewalt- und Terrorherrschaft werden konnte. Sie skizziert Ernst Kaltenbrunner als einen skrupellosen Antreiber und Organisator des millionenfachen Mordes während des Zweiten Weltkrieges. Der Film ist gleichzeitig ein Psychogramm eines ideologisch gefestigten Mannes, der Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus bis zum Schluss treu ergeben blieb. Und der in Nürnberg von sich behauptete, "lediglich seine Pflicht getan zu haben".
Adolf Eichmann gilt als einer der Hauptorganisatoren des Holocaust. Als SS-Obersturmbannführer koordinierte er die Deportation von Millionen Jüdinnen und Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager und trug maßgeblich zur Ermordung von rund sechs Millionen Menschen bei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelingt ihm die Flucht nach Argentinien, wo er unter falscher Identität ein unauffälliges Leben führt und sich jahrelang dem Zugriff der Justiz entzieht.
Doch Hinweise von Überlebenden und aufmerksamen Zeuginnen und Zeugen bringen den israelischen Geheimdienst Mossad auf seine Spur. Es beginnt eine der spektakulärsten Geheimdienstoperationen des 20. Jahrhunderts: Unter höchster Geheimhaltung observieren Agenten Eichmann über Wochen, bestätigen seine Identität und entführen ihn schließlich nach Israel - ein Einsatz voller Risiken, der internationales Aufsehen erregt. Die Dokumentation rekonstruiert die Jagd auf einen der meistgesuchten NS-Verbrecher der Nachkriegszeit.
Aschenmann, Gasanzünder … über viele alte Berufsbilder ist die Zeit hinweggerollt. Manche Berufsbezeichnungen muten uns heute skurril an, wie etwa die sogenannte Abtrittanbieterin, die bei Notdurft im öffentlichen Raum ihren Mantel breit machte, sodass man sich ungesehen erleichtern konnte. Gestalterin Sandra Rak hat sich für diese ORFIII Erbe Österreich Neuproduktion in die alte Zeit zurückversetzt, als das Licht auf der Straße noch von Hand entzündet und gelöscht werden musste, und als der Monatsmüll eines Haushaltes in eine Aschenlade passte, aus deren Inhalt später Seife hergestellt wurde. Auch von vielen anderen ausgestorbenen Berufsbildern erzählt der Film, von Lavendelfrauen, Planeten(Los-)Verkäufern, Kopierern und Barbièren.
Schönbrunn gilt als Inbegriff klassizistischer Pracht - und doch scheint man sich nie zu fragen, wie dieses Schloss funktioniert hat. Denn um die Räume warm zu halten, das Essen rechtzeitig zu servieren, die Pferde und Kutschen zu warten, den Garten zu pflegen, bedurfte es zu Maria Theresias Zeiten und auch noch bis zum Ende der Monarchie einer Heerschar von Bediensteten. Schon der Regelbetrieb war mit den damaligen technischen Mitteln personalaufwändig. Erst recht mussten sich alle in die Riemen legen, wenn Gäste da waren oder Feste mit Feuerwerken gefeiert oder Jagden abgehalten wurden. Erbe Österreich geht der Sozialstruktur hinter Schönbrunn auf den Grund und lenkt das Licht auf die vielen Namenlosen, die hier ihr tägliches Werk zur höheren Ehre der Monarchinnen und Monarchen verrichtet haben. Der Reichtum dieses Ortes scheint demnach nicht zuletzt auf der Billigkeit der damaligen menschlichen Arbeitskraft zu beruhen. Buch: Andreas und Carola Augustin
Diese "Land der Berge"-Neuproduktion begleitet die Menschen in der Südoststeiermark durch den Wandel der Jahreszeiten und verwebt Mundart, Handwerk und gelebtes Brauchtum. Im Frühling erwacht die Region bei der "Steirischen Roas": In Gnas pflegt die Familie Hütter in ihrer Fassbinderei eine seltene Handwerkskunst, während beim Maibaumaufstellen oder im Khünegger Bauerntheater von Fred Strohmeier die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Regionale Originale wie der Drehorgelspieler Franz Gomboz, Dichter Karl Pivec oder Museumsleiterin Beatrix Vreca bewahren dabei das sprachliche und kulturelle Erbe der Grenzregion.
Mit dem Herbst bricht die intensivste Zeit an: Bei der Weinlese packen Winzer wie Daniel Tegel, Familie Frühwirth oder die Geschwister des Weinguts Primus an, während beim Klöcher Pressfest gekeltert wird wie anno dazumal. Handwerker wie Karl Lenz beim Sensendengeln oder Ewald und Gerlinde Tappler an der Schiffsmühle halten alte Traditionen lebendig. Wenn im Winter Schnee fällt, duftet es in Straden nach dem frischen Bauernbrot von Maria Zafosnik, ehe die Neujahrsgeher in Bad Gleichenberg das Jahr stimmungsvoll ausklingen lassen.
In dieser "Land der Berge"-Produktion wird das Leben der Menschen in den Gemeinden Kreuth in Bayern und Mauthen in Kärnten beleuchtet. Beide Dörfer sind Teil der Bergsteigerdörfer-Initiative des Alpenvereins und haben sich dazu verpflichtet, deren strenge Kriterien einzuhalten. Die Entscheidung der Dorfbewohner für sanften Tourismus und schonenden Umgang mit der Natur, legt das Leben für Generationen fest. Es ist eine Abkehr von großen Hotelanlagen zugunsten einheimischer Unterkünfte. Die Bewohner von Kreuth und Mauthen setzen alles daran, ihre einzigartige Landschaft und Natur zu bewahren. Almpächter Alexander Mehringer aus Kreuth bringt es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: "Der Sommer ist - neben Herbst, Winter und Frühling - definitiv die schönste Jahreszeit!" Und fügt hinzu: "Es ist bei uns einfach immer schön." Die Lage der Orte inmitten der alpinen Landschaft zieht das ganze Jahr über Urlauber an und stärkt die lokale Wirtschaft nachhaltig. "Für Mauthen ist es immens wichtig, ein Bergsteigerdorf zu sein. Es gibt sehr viele schöne Flecken auf der Welt, noch mehr schöne Flecken in Österreich, aber Mauthen ist schon ein besonderes Plätzchen," stellt Barbara Holzapfel stolz fest. "Weniger, aber dafür besser!" - spiegelt die Überzeugungen und Werte der Menschen in Mauthen und Kreuth wider.