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Wo lebt es sich am besten? DOKUMENTATION Die große Deutschland-Studie, D 2018
Das längste Leben, die beste Luft, die niedrigsten Mieten oder das höchste Einkommen - welche Orte in Deutschland sind top und welche flop? Eine neue Studie liefert überraschende Antworten. So sind die Unterschiede zwischen Nord und Süd inzwischen größer als zwischen Ost und West. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler, die für das ZDF Daten aus allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten ausgewertet haben. Einen klaren Gewinner-Ort gibt es auch. Die Deutschland-Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag von "ZDFzeit" vergleicht die Lebensverhältnisse in der Republik. 14 Mal erreichen Städte und Kreise aus Baden-Württemberg die vorderen Ränge. Vier Top-Plätze gehen nach Ostdeutschland. Probleme gibt es dagegen insbesondere im Ruhrgebiet. Doch trotz großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten leben auch hier die Menschen gern. Die Abwanderung aus der Metropole Ruhr ist nicht mehr so hoch wie vor einigen Jahren. Mit versteckter Kamera testet "ZDFzeit", wie die Menschen im Ruhrgebiet reagieren, wenn man sie dennoch auffordert, ins erfolgreiche Bayern umzuziehen. "ZDFzeit" zeigt, wo es gut läuft - und wo nicht. In dem kleinen Dorf Ellweiler im Hunsrück drückt die Schuldenlast. Fast 400 000 Euro sind es inzwischen, doch Einnahmen gibt es so gut wie keine. Ohne Infrastruktur hat es Bürgermeister Gerhard Göttge schwer, Unternehmen nach Ellweiler zu holen. "Wir haben inzwischen gutes Internet, aber Handyempfang hängt vom Standort ab." Eine Busverbindung gibt es nicht, und die Dorfkneipe hat inzwischen auch geschlossen. Doch der 63-Jährige will nicht aufgeben. Er und die anderen 330 Einwohner packen selbst mit an. Egal, ob die Parkbank neu gemacht werden muss oder das Dach vom Gemeindehaus - ohne Eigeninitiative würde es gar nicht gehen. "Wir sind vergessen und abgehängt vom Rest der Welt", sagt Göttge. Strukturschwache Regionen gibt es überall in Deutschland. Unter den schlechtesten 50 Platzierungen befinden sich 24 Kommunen in NRW, 11 in Niedersachsen, 10 in ostdeutschen Bundesländern. "Unsere Ergebnisse belegen, dass wir inzwischen eher Unterschiede zwischen Land und Stadt sowie Nord und Süd haben als zwischen Ost und West", resümiert Prognos-Chef Christian Böllhoff. In Göritz im Spreewald gibt es weder gute Einkaufsmöglichkeiten noch schnelles Internet. Die "Tuningfreunde Spreewald" haben als Hobby ihr Auto. Die jungen Erwachsenen wollen trotz aller Widrigkeiten ihrem Dorf treu bleiben. Steffi Blaschke, 24, kann sich kein anderes Leben vorstellen: "Hier kennt jeder jeden. Der Trubel und die Anonymität in der Stadt sind nichts für mich." Noch immer gibt es in Deutschland eine tiefe Sehnsucht nach dem "Leben auf dem Land". Das zeigt eine repräsentative Umfrage für "ZDFzeit". Befragt nach ihrem Wunsch-Wohnort sagen 44 Prozent der Deutschen, dass sie von einem Leben in einem kleinen Dorf auf dem Land träumen, 39 Prozent würden am liebsten in einer kleineren Stadt wohnen, und nur 16 Prozent bevorzugen die Großstadt. Winzerin Hildegard Stigler führt so ein Leben, das sich wohl viele vorstellen. Sie steht regelmäßig in ihren Weinbergen, schneidet die Reben und genießt die Landschaft. Danach sitzt sie mit der gesamten Familie bei der "Vesper", dem Abendessen. Natürlich mit einem Glas Wein aus dem eigenen Anbau. "Es ist ein gemütliches Leben hier", sagt sie, "das lässt uns alt werden. Wir haben keinen Stress." Tatsächlich haben Frauen in der Region Breisgau-Hochschwarzwald die höchste Lebenserwartung in Deutschland. Insgesamt sind 24 000 Datensätze in die Studie eingeflossen, unterschiedlich gewichtet nach wissenschaftlichen Vorgaben. Zehn Forscher von Prognos haben ein Jahr lang daran gearbeitet, darunter Soziologen, Politologen und Volkswirte.
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Amerikas neue Sklaven - Menschenhandel in den USA GESELLSCHAFT UND SOZIALES, USA 2018
Zwischen Hühnerkot und dem Leben zu acht im Wohnwagen: Jugendliche aus Lateinamerika schuften auf Hühnerfarmen in den USA, unter falschen Versprechungen von Schleusern ins Land gelockt. Die Dokumentation zeigt, wie eine Gruppe von Teenagern aus Guatemala gezwungen wurde, gegen ihren Willen auf einer Hühnerfarm in Ohio zu arbeiten. Die Investigativ-Reporterin Daffodil Altan enthüllt ein kriminelles Netzwerk, das unbegleitete Minderjährige ausbeutet. Sie deckt dabei auch die unrühmliche Rolle der US-Regierung auf, die die Jugendlichen an ihre Menschenhändler regelrecht ausliefert - indem sie trotz scharfer Grenzkontrollen bei angeblichen Angehörigen der unbegleiteten Flüchtlinge, die jedoch häufig ihre Schleuser sind, nicht so genau hinschaut. Brancheninsider, Opfer und beschuldigte Menschenhändler schildern dabei ihre jeweilige Sicht. "Das gehört zu den Dingen, die man lieber nicht wissen will. Ahnt man, dass da was nicht stimmt? Wahrscheinlich. Aber nachbohren tut man lieber nicht", bringt ein ehemaliger Geschäftsführer einer Hühnerfarm die Kultur des Wegschauens im Umgang mit illegalen Arbeitsmigranten auf den Punkt. Der Fall beleuchtet das Problem des Menschenhandels in den USA mehr als 150 Jahre nach der offiziellen Abschaffung der Sklaverei.
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Ausgebeutet und misshandelt - Großbritanniens neue Sklaven GESELLSCHAFT UND SOZIALES
Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen fristen rund 13 000 Menschen in Großbritannien ein Leben als gedemütigte Sklaven skrupelloser Unternehmer. Untergebracht in ausrangierten Wohnmobilen werden sie gezwungen, täglich bis zu 14 Stunden für einen Hungerlohn schwarz zu arbeiten. Neben Einheimischen geraten auch Bürger aus Osteuropa und Flüchtlinge aus Asien leicht in die Fänge organisierter Banden. Ihnen verbaut die Sprachbarriere, aber auch ein tiefes Misstrauen gegenüber Behörden wie der Polizei, häufig eine Flucht aus dem von Gewalt geprägten Milieu. Wie kann man durch alle sozialen und staatlichen Raster fallen, um sich schließlich solchen Bedingungen zu unterwerfen? Und wer macht sich die Not dieser meist durch Flucht, Schicksalsschläge, Alkohol und Drogen im Elend Gestrandeten zunutze? Die Reportage begleitet Polizeieinheiten bei ihrem Kampf gegen die Sklaverei von heute, zeigt die Ausbeuter in ihrem luxuriösen Lebensstil auf Kosten anderer und interviewt Betroffene, die sich teils nach jahrelanger Abhängigkeit zurück in ein ziviles Leben kämpfen.
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Der Milliardenbetrug des Bernie Madoff DOKUMENTATION
Es ist der größte Finanz-Betrug aller Zeiten. Am 12. Dezember 2008 wurde Bernard Madoff vom FBI verhaftet. Der Börsenmakler hatte über Jahrzehnte insgesamt 65 Milliarden Dollar veruntreut. Madoff betrieb über 20 Jahre lang einen Investmentfonds nach einer Art Schneeballsystem. Als während der Finanzkrise neue Anleger ausblieben, brach das System zusammen. Tausende von Anlegern waren betroffen. Viele kannten Madoff persönlich und hatten ihm vertraut. Die Dokumentation beschreibt Madoff als erbarmungslos und manipulativ. Exklusive Interviews mit engen Vertrauten und Experten von den Universitäten in Harvard und New York geben Aufschluss über diesen rätselhaften Mann, der die Wall Street an der Nase herumführte. Der Film liefert viele unbekannte, aber entscheidende Details, die den Zuschauer in die Gedankenwelt des größten Finanzbetrügers aller Zeiten führen.
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Geheimakte Finanzkrise WIRTSCHAFT UND KONSUM Droht der nächste Jahrhundert-Crash?, D 2018
Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. "ZDFzoom" enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte. Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen. Diese Strategie hat die einst größte Bank der Welt eingeholt. Seit Jahren hat sie mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt über den einstigen Branchenprimus im Interview mit "ZDFzoom": "Wenn Sie sich die aktuelle Situation der Deutschen Bank anschauen, ganz übern Berg, um es höflich zu sagen, sind sie immer noch nicht. Deswegen hätten sie früher mit ein bisschen mehr Demut vielleicht ein bisschen von den großen Schäden, die eingetreten sind, vermeiden können." So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt - auch in Deutschland - obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren. Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die Deutsche IKB - bis die insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW - Anteilseignern der IKB -, spricht in "ZDFzoom" erstmals offen über diese Zeit und den damaligen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann: "Er hat diese Krise erst selber ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als KfW-Vorstand, insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter, der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das Problem vom Hals gehalten." Auch aus der Bank selbst kommt scharfe Kritik. Erstmals gibt der aktuelle Chefökonom David Folkerts-Landau ein ausführliches Fernsehinterview. Die Strategie Ackermanns, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu fordern, sei "töricht" gewesen: "So vorauszustürmen war also ein großes Risiko." Geheime Unterlagen der Bank belegen, wie viel Risiko die Bank auf sich geladen hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals: "Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler brauchen." Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber "ZDFzoom": "Ich war bei dieser Telefonkonferenz dabei, als Joe diesen Satz sagte. Es war eine der egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden Banker gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen." Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig aufgeräumt habe: "Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese Entscheidung treffen konnte." Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten Finanzspritzen. Experten sind sich einig: Längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutschen Bank, Folkerts-Landau, teilt diese Sorge: "Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten." Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Das Rentendebakel GESELLSCHAFT UND SOZIALES, D 2016
Die drei Säulen der Altersvorsorge haben tiefe Risse: Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr, das Riester-Modell gilt als gescheitert, und die Vorsorge über eine Betriebsrente bröckelt. Nur 47 Prozent der Geringverdiener haben überhaupt eine Betriebsrente. Die Regierung will dies ändern und neue Anreize für Unternehmen schaffen, eine Betriebsrente einzurichten. Dazu soll es unter anderem staatliche Zuschüsse geben. Gerade Minijobber oder Geringverdiener haben ein Problem, sich zusätzlich noch fürs Alter abzusichern. Es droht die Altersarmut. Um die Versorgungslücke zu schließen, sollen künftig mehr Menschen in eine Betriebsrente einzahlen. Eine Befreiung von Steuern und Sozialabgaben ist im Gespräch. Auch sollen die Unternehmen in Zukunft nicht mehr garantieren müssen, wie hoch die Betriebsrente sein wird. Mit einem Zuschuss von 144 Euro pro Jahr will man einen zusätzlichen Anreiz schaffen. "ZDFzoom" nimmt die Pläne der Bundesregierung unter die Lupe und geht der Frage nach: Kann die geplante Rentenreform die Versorgungslücke schließen, oder ist sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Der Autor der Dokumentation, Detlef Schwarzer, trifft Menschen, die von Altersarmut und einer zu niedrigen Rente betroffen sind, sowie Unternehmer, die durch die hohen Betriebsrentenzahlungen Insolvenz anmelden mussten. Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Leschs Kosmos WISSENSCHAFT Mythos Gold - die Angst vor dem Crash, D 2017
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
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Kriminelle Karrieren RECHT UND KRIMINALITÄT Hunter Moore - Der König des Rachepornos, F 2016
Hunter Moore - hinter der Maske des ausgeflippten Teenagers versteckt sich der Mann, den man den König des Rachepornos nennt. Privatsphäre gibt es nicht mehr. Auf seiner Webseite IsAnyoneUp.com, die 2010 online geht, wird diese neue Art von Pornografie gefeiert. Private und intime Fotos werden ohne die Zustimmung der Abgelichteten online gestellt. Im Dezember 2015 wird der 28-jährige Hunter Moore zu zweieinhalb Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 500 000 Dollar verurteilt. Zeugen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten haben sich bereit erklärt, diese Geschichte neu zu erzählen. Die Geschichte eines Trash-Gurus, der enorm verführerisch rüberkommt und sich ein immenses, virtuelles Publikum schafft.
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Kriminelle Karrieren RECHT UND KRIMINALITÄT Mark Karpelès - Der Bitcoin-Fälscher, F 2016
Der französische Computerfreak Mark Karpelès hatte immer schon mehr für Codes übrig als für die reale Welt, liebt Mangas, arbeitete als begnadeter Programmierer für französische Firmen. Wegen Datendiebstahls bei seinem Arbeitgeber wird er verurteilt, entzieht sich aber dem Zugriff der Polizei und geht nach Japan. Im Land der Geeks übernimmt er die Bitcoin-Tauschbörse. Nach anfänglichem Erfolg mit dem Einsatz des Kryptogeldes im Glücksspielmilieu und nach enormer Wertsteigerung des Bitcoins wird seine Plattform von Hackern heimgesucht. Der frühere Bitcoin-Guru verliert mit seinen Kunden fast eine halbe Milliarde Dollar und geht in Konkurs. Die USA legen ihm zudem Börsenmanipulation und Unterschlagung zur Last. 2015 wird er festgenommen und in ein japanisches Hochsicherheitsgefängnis gesteckt. Der Prozess dauert immer noch an.
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Katastrophen, die Geschichte machten GESCHICHTE Das Erdbeben von Lissabon, CDN 2013
1755 erschüttert ein schweres Erdbeben Lissabon. Der nachfolgende Tsunami und eine verheerende Feuersbrunst zerstören die Stadt fast vollständig. Doch es ist der Beginn der Erdbebenforschung. Menschen machen die Geschichte, so heißt es. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Super-Stürme haben die Geschicke der Menschheit oft mehr beeinflusst als Feldherren und Visionäre.
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Katastrophen, die Geschichte machten GESCHICHTE Das große Erdbeben von Kanto, CDN 2013
Am 1. September 1923 zerstörte ein Erdbeben der Stärke 7,9 die japanische Hafenstadt Yokohama und große Teile von Tokio. Das große Kanto-Erdbeben kostete über 100 000 Menschen ihr Leben. Menschen machen die Geschichte, so sagt man. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Vulkanausbrüche, Erdbeben und Super-Stürme haben die Geschicke der Menschheit oft mehr beeinflusst als Feldherren und Visionäre.
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Katastrophen, die Geschichte machten GESCHICHTE Der Hurrikan von Galveston, CDN 2013
Die Insel-Stadt Galveston wird am 8. September 1900 durch einen Hurrikan ausgelöscht. Nachdem die einzige Brücke zum Festland zerstört war, saßen 37 000 Bewohner in einer tödlichen Falle. Mit 8000 bis 10 000 Toten blieb dies die tödlichste Naturkatastrophe der USA. Menschen machen die Geschichte, so heißt es. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Super-Stürme haben die Geschicke der Menschheit oft mehr beeinflusst.
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Katastrophen, die Geschichte machten GESCHICHTE Der unbekannte Vulkanausbruch, CDN 2013
Im Jahr 535 verdunkelt sich der Himmel, es wird kälter. Missernten, Hungersnöte und die erste Pest-Epidemie der Geschichte sind die Folgen. Was hat den dramatischen Klimawandel ausgelöst? Menschen machen die Geschichte, so heißt es. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Super-Stürme haben die Geschicke der Menschheit oft mehr beeinflusst als Feldherren und Visionäre.
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Die Erde - Unruhiger Planet NATUR UND UMWELT Tsunamis, Vulkane und Wetterextreme
Sie entstand vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren aus Sternenstaub - unsere Erde. Die Dokumentation zeigt die Geschichte unseres Planeten von seiner Entstehung bis heute. Wissenschaftler erforschen an geologischen Hotspots, wie sich die Erde verändert und entwickelt. Solche Hotspots können unter Kontinenten, aber auch unter dem Meeresboden liegen. In dieser Dokumentation berichten führende Geologen über den aktuellen Stand ihrer Forschungen - von der frühesten Erdgeschichte bis zu aktuellen Bedrohungen. Ein Vergleich mit anderen Planeten unseres Sonnensystems zeigt, wie einzigartig unsere Erde ist - was die dramatischen Originalaufnahmen von Vulkanausbrüchen und Erdbeben belegen.
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Leschs Kosmos WISSENSCHAFT Wettlauf gegen die Flut, D 2017
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
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Risiko Felsstürze - Wenn Berge bröckeln DOKUMENTATION, D 2018
Felsstürze mit teils enormen Ausmaßen verunsichern derzeit nicht nur Alpinisten und Urlauber, sondern auch Bergbewohner und die Tourismusindustrie. Die Alpen sind in Bewegung. Kälte, Hitze und Sturm rütteln an den Bergen - Erosion und Felsstürze sind die Folge. Die Katastrophen häufen sich. 2017 bricht eine Flanke des Piz Cengalo in der Schweiz ab. Es gibt Tote und Verletzte. 2018 dann der Bergsturz im Dorf Vals in Österreich. Gerade in den letzten Jahren wird im Mont-Blanc-Gebiet und in anderen Gebieten, die überwacht werden, eine deutliche Zunahme von Felsstürzen in gewissen Höhen beobachtet. Felsblöcke auf der Autobahn, zerstörte Wohnhäuser - die Lage wird bedrohlicher. Müssen wir die Lebensräume in den Alpen neu ausrichten? In den Bergen tun sich immer größere Felsspalten auf. Die Experten sind in großer Sorge. Denn das Klima verändert sich. Warum verändern sich die Berge immer schneller? Wie kann man die Steinschläge stoppen? Müssen wir uns womöglich bald aus Siedlungsräumen zurückziehen? Mithilfe von Steinschlag-Simulationen wollen die Geologen erfahren: Warum brechen Felsmassen auch in niedrigen Bergregionen ab? Weicht womöglich vermehrter Niederschlag die Felsgebiete auf und bringt sie zum Absturz? Kann man künftig mit genauen Computer-Modellen die Steinschlaggefahr in den Alpen präzise voraussagen?
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Nacktmulle - Superhelden der Forschung TIERE, D 2018
Die fingergroßen Vierbeiner sind wahrlich keine Schönheiten - aber in der Wissenschaft Gold wert. Mit ihrer Hilfe könnte ein Menschheitstraum wahr werden. Die Nager aus Ostafrika gehören zu den interessantesten Säugetieren: Wie in einem Insektenstaat, der von einer einzigen Königin beherrscht wird, leben sie in einem streng hierarchisch organisierten Volk zusammen. Nur die Königin allein sorgt für Nachkommen. In dem selbst gegrabenen, kilometerlangen Tunnelsystem leben bis zu 300 Untertanen einer einzigen Kolonie in verschiedenen Kammern. Dort gelangen sie - vor Feinden weitgehend geschützt - unterirdisch an Pflanzenknollen und Wurzeln. Als Anpassung an ihre extremen Lebensbedingungen unter der Erde haben sie viele Besonderheiten entwickelt. Sie kommen mit wenig Sauerstoff aus, können ihre Körpertemperatur nicht regulieren und lassen selbst im Alter noch ihre Knochen wachsen. Sie werden mindestens zehnmal älter als vergleichbar kleine Nagetiere wie Mäuse und bekommen praktisch nie Krebs. Krebsforscher, Unfallchirurgen, Schmerz- und Altersforscher sind fasziniert von den Eigenschaften der Nacktmulle. Gelingt es ihnen, die Geheimnisse der kleinen Tiere zu enträtseln, ließen sich neuartige Medikamente gegen Schmerz, Krebs und Alterung entwickeln. In medizinischen Laboren ahmen Wissenschaftler dafür die Lebensbedingungen der Tiere nach. In eigens konstruierten Plastikröhren und -behältern vermehren sich die Nacktmulle bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte ähnlich wie in der Natur. Die Nachzucht ermöglicht Wissenschaftlern, mit Ultraschallgeräten und Computertomografie die Rätsel der Nacktmulle zu lösen. In Zellproben und Gewebekulturen suchen Forscher nach dem Methusalem-Gen der kleinen Tiere, und mit Sendern und Volkszählungen versuchen Biologen, die Sozialstruktur der Nagerkolonien zu verstehen.
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Neuseeland - Rivalen der Urzeit TIERE Insel der Giganten, D 2018
In Neuseeland hat die Evolution zahlreiche gigantische Tierarten hervorgebracht. Manche, wie der Haastadler und der Riesen-Moa, sind ausgestorben, andere sind immer noch zu finden. Kräfte aus dem Erdinneren haben vor Urzeiten den Inselstaat Neuseeland im Pazifik isoliert und verändern sein Äußeres bis heute. Vulkanausbrüche und Erdbeben lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Tiefe Fjorde, gletscherbedeckte Berge und uralte Wälder bieten dort Kreaturen Lebensraum, die nirgendwo sonst zu finden sind. Einige haben sich seit der Urzeit kaum verändert, andere haben sich auf ungewöhnliche Weise ihrer Umgebung angepasst.
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Neuseeland - Rivalen der Urzeit TIERE Evolution Extrem, D 2018
Brodelnde Vulkane, eisbedeckte Gipfel und tiefe Höhlen - in Neuseeland gibt es viele Lebensräume der Extreme. Doch Tiere und Pflanzen passen sich auch diesen Bedingungen an. Kräfte aus dem Erdinneren haben vor Urzeiten den Inselstaat Neuseeland im Pazifik isoliert und verändern sein Äußeres bis heute. Vulkanausbrüche und Erdbeben lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Tiefe Fjorde, gletscherbedeckte Berge und uralte Wälder bieten dort Kreaturen Lebensraum, die nirgendwo sonst zu finden sind. Einige haben sich seit der Urzeit kaum verändert, andere haben sich auf ungewöhnliche Weise ihrer Umgebung angepasst.
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Neuseeland - Rivalen der Urzeit TIERE Lebende Fossilien, D 2018
In der Abgeschiedenheit Neuseelands können sich Tiere behaupten, die anderswo schon längst ausgestorben sind. Etwa die bedrohte Brückenechse, die schon zu Zeiten der Dinosaurier lebte. Kräfte aus dem Erdinneren haben vor Urzeiten den Inselstaat Neuseeland im Pazifik isoliert und verändern sein Äußeres bis heute. Vulkanausbrüche und Erdbeben lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Tiefe Fjorde, gletscherbedeckte Berge und uralte Wälder bieten dort Kreaturen Lebensraum, die nirgendwo sonst zu finden sind. Einige haben sich seit der Urzeit kaum verändert, andere haben sich auf ungewöhnliche Weise ihrer Umgebung angepasst.
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Sternstunden der Evolution WISSENSCHAFT Der Anfang von allem, GB 2017
Ob Mensch oder Maus - alles Leben geht auf einen Ursprung zurück. Mit einer einzigen Zelle hat es angefangen, in fast vier Milliarden Jahren ist daraus unsere Artenvielfalt entstanden. Niemand weiß, wie viele Arten auf der Erde leben. Die Schätzungen schwanken zwischen zehn und 100 Millionen. Doch egal, wie viele es auch sind, alles Leben hat einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Charles Darwin war der Erste, der das erkannte. Schritt für Schritt rekonstruieren Forscher den Stammbaum des Lebens. Jane Goodall brach einen weiteren Stein aus der Mauer, die Mensch und Menschenaffe voneinander trennt. Sie entdeckte, dass Schimpansen Werkzeuge gebrauchen und herstellen. Bislang galt das als typisch menschlich. Doch warum sind die einen vom Aussterben bedroht, während sich die anderen immer weiter ausbreiten?
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Sternstunden der Evolution WISSENSCHAFT Untergang und Neubeginn, GB 2017
Fünfmal stand das Leben auf der Erde vor dem Aus. Vor rund 250 Millionen Jahren wurden fast alle Arten ausgelöscht. Einige jedoch haben das Massensterben überstanden. Die Evolution tat ihre Arbeit, und das Leben kehrte zurück: mit neuen Ideen und neuen Arten. Egal, ob Dinosaurier oder Mammut - die meisten Arten sind irgendwann wieder ausgestorben. Wird dieses Schicksal auch uns Menschen treffen? Zwei entscheidende Erfindungen der Evolution haben bisher jede Katastrophe überstanden: das Ei und der Sex - was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Der Sex ist sozusagen eine Super-Sternstunde. Fast 99 Prozent aller Arten tun es. Doch warum nur? "Klonen wäre wesentlich effektiver und weniger aufwendig", sagt der Evolutionsbiologe Richard Dawkins. Forscher rekonstruieren die Geschichte des Lebens. Doch wie sieht die Zukunft der Evolution aus?
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Die Gen-Revolution WISSENSCHAFT Designer-Leben aus dem Labor, D 2018
Synthetische Biologen und Bio-Ingenieure betrachten lebende Zellen wie Maschinen und versuchen, diese nach ihren Vorstellungen genetisch zu manipulieren und zu "designen". Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Zellen unterschiedliche Funktionen haben und kollektiv zusammenarbeiten. Um diese zu manipulieren, arbeiten die Experten mit Computersoftware und gehen vor, als würden sie einen Computerchip programmieren. Mittels neuer Computersoftware gestalten Bio-Ingenieure DNA-Sequenzen, die sie bei sogenannten Gen-Druckereien im Internet bestellen. Diese Firmen stellen die DNA-Sequenzen aus Chemikalien her. Damit wollen die Wissenschaftler beispielsweise Bakterien in Biofilmen bekämpfen, Anti-Malaria-Moleküle herstellen oder Biosensoren, die den menschlichen Stoffwechsel überwachen und regulieren. Die dreiteilige Dokumentarfilm-Reihe zeigt, wie Bio-Ingenieure dabei sind, unsere Welt zu verändern, indem sie Genabschnitte von Bakterien, Pflanzen und Tieren wie Lego-Bausteine neu zusammensetzen und schauen, ob etwas Nützliches dabei herauskommt. Dabei wissen sie, dass sie den Prozess nicht beherrschen. Sie versprechen Lösungen für die Energie-, Umwelt-, Gesundheits- und Ernährungsprobleme der Menschheit. Aber führt dies wirklich zu einer nützlichen Revolution, oder birgt dieser nie da gewesene Eingriff in die Natur, der weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen wird, unabsehbare Risiken?
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Die Gen-Revolution WISSENSCHAFT Der Mensch als Schöpfer, D 2018
Wie in dem Film "Jurassic Park" versuchen Wissenschaftler, längst ausgestorbene Tiere "wiederzubeleben". Der Mensch nutzt seit jeher Pflanzen oder Tiere für seine Zwecke. Wird er mittels Gentechnologie zum "Schöpfer"? Wissenschaftler können heute mit rasanter Geschwindigkeit Mikroorganismen mit neuen Eigenschaften erzeugen und diese nach ihrem Interesse aussuchen. Sie arbeiten bei ihren Schöpfungen ähnlich wie "Ingenieure". Wissenschaftler entwickeln biologische Bausteine, mit denen sie durch Versuch und Irrtum Modifikationen an Lebewesen vornehmen. Dabei schauen sie, ob dabei etwas Nützliches herauskommt. Sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst? Die Mentalität der vorwiegend amerikanischen Forscher lautet: Um Probleme kümmern wir uns, wenn sie auftreten. Die dreiteilige Dokumentarfilm-Reihe zeigt, wie Bio-Ingenieure dabei sind, unsere Welt zu verändern, indem sie Genabschnitte von Bakterien, Pflanzen und Tieren wie Lego-Bausteine neu zusammensetzen und schauen, ob etwas Nützliches dabei herauskommt. Dabei wissen sie, dass sie den Prozess nicht beherrschen. Sie versprechen Lösungen für die Energie-, Umwelt-, Gesundheits- und Ernährungsprobleme der Menschheit. Aber führt dies wirklich zu einer nützlichen Revolution, oder birgt dieser nie da gewesene Eingriff in die Natur, der weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen wird, unabsehbare Risiken?
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Die Gen-Revolution WISSENSCHAFT Bio-Roboter und lebende Fabriken, D 2018
Bio-Ingenieure haben mittlerweile kleine Fabriken mit genetisch veränderten, lebenden Organismen entwickelt, die gewünschte Chemikalien und Arzneimittel synthetisch erzeugen. Dabei werden die genetisch veränderten Mikroben patentiert. Aber was hat diese Art der Produktion für Konsequenzen? Die Auswirkungen dieser neuen Produktionsweise könnten für unsere Welt dramatisch sein. Nicht nur große Forschungseinrichtungen, sondern auch kleine Garagen-Labore arbeiten an der biologischen Produktion. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar: Herkömmliche Produzenten und Kleinbauern in sogenannten Entwicklungsländern könnten ihre Lebensgrundlage verlieren, der Rohstoff Zucker, den diese Fabriken brauchen, könnte gigantische Landstriche in Monokulturen verwandeln, mit allen negativen Auswirkungen, die wir kennen. Die dreiteilige Dokumentarfilm-Reihe zeigt, wie Bio-Ingenieure dabei sind, unsere Welt zu verändern, indem sie Genabschnitte von Bakterien, Pflanzen und Tieren wie Lego-Bausteine neu zusammensetzen und schauen, ob etwas Nützliches dabei herauskommt. Dabei wissen sie, dass sie den Prozess nicht beherrschen. Sie versprechen Lösungen für die Energie-, Umwelt-, Gesundheits- und Ernährungsprobleme der Menschheit. Aber führt dies wirklich zu einer nützlichen Revolution oder birgt dieser nie da gewesene Eingriff in die Natur, der weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen wird, unabsehbare Risiken?
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heute journal NACHRICHTEN
Das Magazin geht über einen reinen Nachrichtenüberblick hinaus und bereitet das aktuelle Tagesgeschehen mit Hintergrundinformationen, redaktionellen Beiträgen und Interviews auf.
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Exodus? - Eine Geschichte der Juden in Europa GESCHICHTE, D 2018
Der Historiker Christopher Clark begibt sich auf der Suche nach den Spuren jüdischer Geschichte auf eine Reise von Jerusalem zu den Zentren jüdischen Lebens in Europa. Nach der Zerstörung des jüdischen Tempels durch die Römer und dem Verlust der Heimat wird die Tora, die Heilige Schrift, zum Zentrum jüdischer Identität auf der Wanderschaft. Sie wird "zum portativen Vaterland", wie Heinrich Heine sagte, eine Heimat zum Mitnehmen. Mit Christopher Clark unternimmt der Film eine Reise zu den Zentren jüdischen Lebens in Europa. Als das Römische Reich im 4. Jahrhundert christlich wird, siedeln Juden schon überall auf dem Kontinent. Vor allem in Sepharad, der Iberischen Halbinsel, und in Aschkenas - hebräisch für die deutschsprachigen Länder. Viele Herrscher, auch Karl der Große, stellen jüdische Bewohner als gleichwertige Bürger unter ihren Schutz. Zwei Dinge tragen dazu bei, dass diese Haltung im Verlauf des Mittelalters in offene Feindseligkeit umschlägt. Zum einen das Entstehen von christlichen Handwerkszünften, zu denen Juden nicht zugelassen sind. Zum anderen das Zinsverbot für Christen, das es untersagt, anderen Christen gegen Zinsen Geld zu verleihen. Aus den meisten Berufen per Gesetz verdrängt, nutzen Juden häufig diese Nische und werden Geldverleiher. So kommt das Feindbild vom "geldgierigen Juden" in die Welt. Zur großen Zäsur für die Juden Europas werden die Kreuzzüge. Beim Durchzug der Kreuzfahrerheere kommt es zu schweren Judenverfolgungen in Frankreich und Deutschland. Es sind die ersten organisierten Pogrome des Abendlandes. Trotz aller Schutzbemühungen der Kaiser verschlimmert sich die Lage der Juden in Zentraleuropa. Gründe, die Juden zu verfolgen, gibt es aus christlicher Perspektive genug: Die Juden gelten als Christus-Mörder. Sie assimilieren sich nicht und halten stattdessen an ihrer Religion fest. Immer häufiger müssen sie als Blitzableiter für Krisensituationen herhalten. Vor allem, als 1347 die Pest ausbricht, die innerhalb von knapp zehn Jahren ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinrafft. Angeblich haben Juden die Brunnen vergiftet. Ein tödliches Gerücht. Es hat die größte Verfolgungs- und Vernichtungsaktion in der Geschichte der Juden vor der Schoah zur Folge. 1492 werden die sephardischen Juden aus Spanien vertrieben. Sie ziehen unter anderem in den Maghreb und das Osmanische Reich. Die meisten Aschkenasim suchen in Polen Schutz, wo bald mehr als zwei Drittel aller europäischen Juden leben. In Krakau, Lublin, Lemberg, Vilnius gründen sie ihre Schtetl, in denen sich die typisch osteuropäisch-jüdische Kultur herausbildet. Aber die Mehrheit der Juden ist im 18. Jahrhundert arm. Die Ghettos sind überfüllt. Hoffnung auf Besserung für die Lage der jüdischen Mehrheit bringt die Französische Revolution mit ihren Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die alte Feudalgesellschaft und ihre Zunftzwänge lösen sich auf. Der große Dichter der Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing, wagt es 1783 zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Theaters, die Figur eines "edlen Juden" auf die Bühne zu stellen: Nathan der Weise. Auch das Judentum selbst wird von den Idealen der Aufklärung erfasst, wie das Beispiel des Philosophen Moses Mendelssohn zeigt. Den einen gilt er als Vorreiter einer jüdischen Emanzipation, den anderen als Verräter an der Religion und traditionellen Lebensweise. Damals kommt es zu einer Aufspaltung des Judentums. In Abgrenzung zu den "Reformjuden" leben Orthodoxe weiter ein Leben, in dessen Zentrum die Tora steht. Bis heute leben in der ganzen Welt Nachkommen dieser auf Tradition und die Ursprünge hin orientierten orthodoxen Juden. Die Emanzipation der Juden, das heißt, die Abschaffung antijüdischer Gesetze, die sich nach den Napoleonischen Kriegen auch in Deutschland langsam durchsetzt, erzeugt neue Konflikte. Viele Bürger fürchten die Konkurrenz durch die Juden, die jetzt erstmals Zugang zu allen Berufen und Ämtern haben. Zudem fördert der aufkeimende Nationalismus antisemitische Tendenzen. Die Zugehörigkeit zur Nation wird weniger kulturell als völkisch interpretiert, als eine Sache des "Blutes". Dadurch werden Juden aufs Neue ausgegrenzt. Das muss auch der junge Theodor Herzl, Sohn einer säkularisierten jüdischen Familie aus Ungarn, erfahren. Von 1894 bis 1895 berichtet er als Korrespondent einer Wiener Zeitung über den Prozess gegen den jüdischen Hauptmann Dreyfus, der unschuldig wegen Landesverrats zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Die antisemitische Hetze und Ausschreitungen gegen Juden, die den Prozess begleiten, lassen Herzl zu dem Schluss kommen, dass Vernunft und Ass
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Exodus? DOKUMENTATION Antisemitismus in Europa, D 2018
In diesem Teil der Doku-Reihe "Exodus?" spürt Christopher Clark den Ursachen für den zunehmenden Antisemitismus in Europa nach, spricht mit Betroffenen und besucht Brennpunkte. Auf seiner Spurensuche spannt der Historiker den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart. Die Geschichte der Juden ist nicht nur eine der Verfolgung. Die Doku zeigt, welche Werte und Errungenschaften das Judentum in Wissenschaft und Kultur Europas hinterlassen hat. Dabei stößt Christopher Clark zunächst auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte: Nach Jahrhunderten der Ächtung und Ausgrenzung schienen Juden, gerade im deutschen Kaiserreich, erstmals in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der wirtschaftliche Aufschwung der Gründerjahre Ende des 19. Jahrhunderts brachte auch für jüdische Kaufleute, Verleger oder Industrielle Anerkennung und Aufstieg mit sich. Jüdische Soldaten kämpften im Ersten Weltkrieg für ihre Vaterländer und auch für die ihnen stets verwehrte Gleichberechtigung. Fünf von neun Nobelpreisen für Deutschland gingen an jüdische Forscher. Das nationalsozialistische Gewaltregime vernichtete jeden Ansatz zum gedeihlichen Zusammenleben auf unabsehbare Zeit und endete im perfidesten Massenmord der Menschheitsgeschichte. Für Überlebende des Völkermords wurde Israel zum einzigen Zufluchtsort, an dem sie effektiv vor Verfolgung und Anfeindungen geschützt leben können. Christopher Clark beschreibt die Geschichte jüdischer Integration wie auch ihre fortwährende Bedrohung durch Hass und Hetze - bis heute, in Zeiten von Migration und Anonymität des Internets. In Gesprächen mit der Kognitionswissenschaftlerin Prof. Monika Schwarz-Friesel, die jüngst eine Studie über zunehmenden Antisemitismus im Internet veröffentlicht hat, mit Historiker Prof. Andreas Nachama oder der Pariser Rabbinerin Delphine Horvilleur geht er der Frage nach, welcher Gefahr der gesellschaftliche Frieden ausgesetzt ist und welche Wege es gibt, dem grassierenden Antisemitismus wirksam zu begegnen.
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Alles koscher? REPORTAGE Deutsche Juden verstehen ihr Land nicht mehr, D 2018
Gefilte Fisch, Blintzes und Latkes, Couscous und Lammfilet. Die Speisekarte im Restaurant Schalom in Chemnitz macht klar: Hier gibt es jüdische Küche mit internationalem Touch. Uwe Dziuballa führt das Restaurant zusammen mit Mutter und Bruder. Die jüdische Familie stammt aus Chemnitz, man könnte sie wohl als Lokalpatrioten bezeichnen. Doch die Dziuballas müssen mit Anfeindungen leben. Immer wieder Schmierereien, immer wieder eingeworfene Scheiben. Meistens zeigt die Familie sie nicht einmal mehr an: Es bringe ja doch nichts. Alon Meyer ist ehemaliger Fußballtrainer und Präsident des jüdischen Sportvereins Makkabi in Frankfurt. Seine Spieler tragen den Davidstern auf den Vereinsjacken. Regelmäßig kommt es zu antisemitischen Auseinandersetzungen mit den gegnerischen Mannschaften auf dem Spielfeld, immer wieder zu Beleidigungen, Bedrohungen oder handfesten Übergriffen. Die jüdische Schule seiner Kinder gleicht einem Hochsicherheitstrakt: Kontrollen am Eingang, in der Schule patrouillieren bewaffnete Sicherheitskräfte, und mehrmals im Jahr stehen Notfallübungen auf dem Stundenplan. Berlin: Der ehemalige Rabbiner-Student Armin Langer will etwas tun. Seine Initiative heißt "Salaam-Schalom". Immer zu zweit - ein Jude, ein Moslem - gehen Mitglieder zusammen an die Brennpunkte antisemitischer Erfahrungen, etwa in Schulen, und leisten dort Konfliktmanagement und Aufklärungsarbeit: "Wir müssen klarmachen, dass Muslime und Juden keine Feinde sind und dass wir den Konflikt aus dem Nahen Osten nicht hierher importieren wollen." Regelmäßig unternimmt er eine Fahrt mit muslimischen Jugendlichen ins ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. Die "ZDF.reportage: Alles koscher?" macht sich auf den Weg ins jüdische Leben in Deutschland. Wie erleben Juden eine Umwelt, die ihnen gegenüber zunehmend feindlich gesinnt scheint?
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Wie antisemitisch ist Deutschland? GESELLSCHAFT UND SOZIALES, D 2018
Es brennen wieder israelische Flaggen, Gedenksteine an den Holocaust werden geschändet, auf vielen Schulhöfen ist "Du Jude!" als Schimpfwort allgegenwärtig. Das Innenministerium verzeichnete für das Jahr 2017 1453 antisemitische Straftaten - Tendenz steigend. Wie antisemitisch ist Deutschland wirklich? Und wer sind die Täter? Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, sucht nach Antworten. Kosky trifft dabei auf Menschen, die unter antisemitischen Anfeindungen leiden, auf Menschen, die Antisemitismus bekämpfen, und jene, die ihn im Internet schüren. Dabei schreckt er auch nicht vor Konfrontationen zurück. Barrie Kosky ist Jude, stammt aus Australien und hat vor rund einem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Der gefeierte Opernregisseur betrachtet die aktuelle Situation deshalb mit den Augen eines Neubürgers. Wie drückt sich Antisemitismus im Alltag der jüdischen Bevölkerung in Deutschland aus? Sind radikale Muslime oder Rechtsextreme die größere Bedrohung? Wie tief ist Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt? Was kann man dagegen tun? Wie kann man sich dagegen wehren?
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Europa und der Holocaust GESCHICHTE Drancy - Warten auf den Tod, F 2012
Das Lager von Drancy - ein berüchtigter Ort der Erinnerung an den Holocaust in Frankreich - war ein zentraler Sammelplatz für die Deportation von 67 000 Juden in die Todeslager der Nazis. Dank neuen Archivmaterials und exklusiver Zeugenaussagen wirft dieser Film ein neues Licht auf das Schicksal der jüdischen Gemeinde Frankreichs zwischen 1941 und 1944 und die Verantwortlichkeit der französischen Behörden während der deutschen Besatzungszeit.
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Europa und der Holocaust GESCHICHTE Die Rettung der Kinder, F 2011
Das Kinderhilfswerk OSE - 1912 von Ärzten in St. Petersburg gegründet - hat während des Zweiten Weltkriegs über 5000 jüdische Kinder gerettet und vor dem Holocaust bewahrt. Der Film beschreibt den Einsatz des jüdischen Hilfswerks "Oeuvre de Secours aux Enfants", einer Nichtregierungsorganisation, während der tragischen Zeitspanne zwischen 1938 und 1945. Das OSE steht für eines der eindrucksvollsten Kapitel der jüdischen Résistance.
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Europa und der Holocaust GESCHICHTE Die Überlebenden, F 2009
Die Befreiung der Todeslager gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete nicht das Ende des Albtraums für die Deportierten aus Frankreich, die erst langsam wieder lernen mussten, zu leben. Nun hüllte eine Mischung aus Gleichgültigkeit und Unverständnis, gepaart mit dem Mythos eines französischen Widerstands, die Befreiten lange in ein schmerzhaftes Schweigen. Doch die Überlebenden müssen dieses schwere Erbe übermitteln, indem sie davon berichten.
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