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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Woran wir glauben - was wir denken, D 2017
Europa, das christliche Abendland - so eine gängige These. Welche Rolle spielt der christliche Glaube für die Identität Europas? Gibt es neben dem christlichen auch ein islamisches Abendland? Christopher Clark geht in dieser Folge der Frage nach, woran die Europäer glauben: Das Christentum war die erste offene Volksreligion, Gemeinden und Klöster wurden zur Keimzelle gemeinsamer Konfession, Pilgerwege zu einem verbindenden europäischen Netzwerk. Doch bald schon gingen die Christen im Osten und Westen Europas getrennte Wege. Was sie für kurze Zeit wieder zusammenbrachte, war eine neue, gemeinsam empfundene Bedrohung: der Islam, der auch in Europa auf dem Vormarsch war. Doch bedeutete dies für den Kontinent mehr als nur ein Feindbild: Auf der spanischen Halbinsel, in "al-Andalus", prägten Muslime über ein halbes Jahrtausend die Kultur im westlichen Europa mit, die Herrschaft der Osmanen hinterließ im Südosten Spuren. Die Juden Europas trugen in ihrer Rolle als religiöse Minderheit ebenfalls zur kulturellen Vielfalt bei, brachten die Wirtschaft in Gang und waren doch immer wieder Opfer grausamer Verfolgung. Die Kreuzzüge und Türkenkriege verstärkten den Antagonismus der Religionen. Wenn nicht Gegner von außen für den Zusammenhalt sorgten, brachen unter den Christen immer wieder Konflikte aus. Zur entscheidenden Spaltung führte die Reformation im frühen 16. Jahrhundert. Martin Luther prangerte nicht nur die Missstände in der Kirche an, er stellte auch die klerikal geprägte Herrschaftsordnung infrage. So spalteten sich in Europa Macht und Glaube. 100 Jahre nach der Reformation verwüsteten verheerende Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten den Kontinent. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs der Wille, das Verhältnis der Völker künftig auf Prinzipien der Vernunft zu begründen. Es galt, Religion und Politik in den Beziehungen der Mächte zu trennen. Die europäische Staatengemeinschaft schuf mit dem Westfälischen Frieden eine verbindliche Ordnung, die den Ausgangspunkt für das moderne Völkerrecht bildete.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was uns antreibt - was wir uns nehmen, D 2017
Diese Folge erzählt die Geschichte der europäischen Expansion von den Wikingern bis zum Britischen Empire: Warum zog es die Europäer in die Weite, wie bekamen sie Macht über Teile der Welt? Europa und die Welt, eine Historie von Entdeckergeist und Unternehmertum, aber auch von Imperialismus, Unterdrückung und Ausbeutung. Historiker Christopher Clark führt die Zuschauer an Ausgangspunkte des Aufbruchs wie Lissabon, Amsterdam und London. Und er begibt sich an Bord der "Endeavour", jenes Schiffes, mit dem James Cook die Südsee erforschte und Australien für Großbritannien in Besitz nahm. Warum zog es die Europäer immer wieder in die Weite? "Weil wir ein Kontinent der engen Räume, aber auch der Küsten sind", erklärt Professor Clark. Die Griechen, Römer und Wikinger machten es vor, nahmen Europas Küstenregionen in Besitz. Über die Seewege der Hanse kam Wohlstand in Hunderte nord- und mitteleuropäische Städte. Heute wird dieser Handelsbund gern als Vorläufer der Europäischen Union gepriesen. Im Süden geschah der globale Aufbruch vom Mittelmeer aus: Venedig begründete die Handelswege nach Asien, von Spanien aus erfolgte schließlich der Schritt in die Neue Welt. Nord- und Südamerika gaben Millionen von Europäern Hoffnung - aber die Bevölkerung der eroberten Länder fiel dem zum Opfer, wurde versklavt, ihre Kulturen zerstört. Noch vor 100 Jahren konnte man von einem europäischen Weltreich sprechen. Christopher Clark schildert auch, wie der Machtkampf der Rivalen in den Ersten Weltkrieg führte, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was wir erschaffen - was wir uns leisten, D 2017
Diese Folge der "Europa-Saga" erzählt von Europas Beitrag zur Weltkultur. In Kunst, Unterhaltung, Philosophie und Wissenschaft wurde Unvergängliches geschaffen - oft ohne Rücksicht. Christopher Clark reist in die Metropolen und erlebt Europas Meisterwerke. Ob das Kolosseum oder der Eiffelturm, die Mona Lisa, Beethovens Neunte oder die Songs der Beatles, Platons "Staat" oder Shakespeares "Sturm". Immer wieder gelang es den Europäern, mit klassischen Werken zeitlose Geltung zu erschaffen. Romanik, Gotik, Barock, Jugendstil, Klassizismus und Bauhaus sind Begriffe aus dem Vokabular europäischer Architekturgeschichte. Euripides' "Medea", Shakespeares "Hamlet", Bizets "Carmen" und Puccinis "La Bohème" sind von den Weltbühnen nicht wegzudenken. Hinzu kommt eine große Zahl bahnbrechender Entdeckungen und technischer Erfindungen, ob die Dampfmaschine, die Batterie, das Automobil oder Flugzeug, das Penicillin oder die Kernspaltung. Auch bei der Entwicklung der Kommunikationstechnik, bei Telefon, Radio, Fernsehen und Computer, standen Köpfe aus Europa Pate. Physiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler waren stets führend in der Riege der Nobelpreisträger. Fast immer, wenn man von klassischen Epochen spricht, von Errungenschaften mit zeitloser universeller Geltung und Ausstrahlung, führen die Wege nach Europa. In der vierten Folge der "Europa-Saga" geht es um herausragende Namen, bedeutende Werke und ihre Wirkung, um Europäisches, das zum Weltmaßstab wurde. Es geht aber auch um Anmaßung und darum, dass Europa vor allem seine technische Überlegenheit gegenüber anderen ausspielte, ohne Rücksicht und Toleranz. Nicht ohne Grund ist die Kritik am Fortschritt so alt wie viele Errungenschaften selbst. Kaum ein Kontinent hat die Erde so nachhaltig geprägt wie Europa - im Guten wie im Schlechten. Und so steht seine glanzvolle Geschichte und Kreativität auch für rücksichtslose Plünderung von Ressourcen und Ausbeutung der Welt.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was uns eint - was uns teilt, D 2017
Im Lauf der Jahrhunderte reift die Idee der europäischen Einigung. Dieser Teil der "Europa-Saga" zeigt Versuche, Europa zur Einheit zu formen: mal mit Gewalt, mal mit Vernunft. Sir Christopher Clark besucht Schauplätze großer Konflikte und Einigungsbemühungen. Erst spät setzt sich in Europa die Überzeugung durch, dass ein Miteinander den Völkern mehr dient als ein Gegeneinander. Es folgte der Aufbruch in die Europäische Union. Der Gedanke an ein Europa freier Völker entstand im Zeitalter der Aufklärung. Zum Schlüsselereignis aber wurde die Französische Revolution 1789. Viele Menschen in Europa ließen sich von den Verheißungen der revolutionären Dreifaltigkeit begeistern: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Es war die Botschaft an das kommende Jahrhundert. Es ging um freiheitliche Verfassungen und politische Mitbestimmung, auch um die Vision eines einigen Europas der freien Völker. Ideen, die auch bei weiteren Revolten gegen die Monarchien oder internationalen Kundgebungen wie auf dem Hambacher Fest 1832 eine Rolle spielten. Doch erst nachdem Nationalismus, Imperialismus, Diktaturen und Weltkriege den Kontinent in den Abgrund gestürzt hatten, mehrten sich die Stimmen für ein freiheitliches und geeintes Europa. Mit der Gründung des Europarates und der ersten Europäischen Gemeinschaften in den 50er-Jahren wurde der Grundstein gelegt, nahm der Zusammenschluss demokratischer Staaten Gestalt an - zunächst im Westen, nach dem Fall der Mauer auch in Osteuropa.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Wo wir stehen - was uns bleibt, D 2017
Brexit, Finanzkrisen und Flüchtlingswellen haben in Europa Skepsis an die Stelle früherer Aufbruchsstimmung rücken lassen. Doch es gibt auch Optimismus. Quo vadis, Europa? Professor Christopher Clark zeigt auf seiner Reise durch die europäischen Metropolen, wie wir Gemeinsames erzielt haben, von dem die Gründer nur zu träumen wagten: das Ende des Kalten Krieges, die Öffnung nach Osten, die große Zahl der Mitglieder, eine Währung. Der Fortschritt der Einigung zeigt in Zeiten der Krise auch seine Schattenseiten: mangelnde Übereinstimmung unter den vielen Partnern, Zweifel an gemeinsamen Werten, nationale Rückbesinnung, weil europäische Lösungen ausbleiben oder auf sich warten lassen. Es sind gleich mehrere Konfliktherde, die das Gemeinschaftswerk auf die Probe stellen. Was können die Leitlinien sein für die Zukunft Europas? Am derzeitigen "Staatenverbund" festhalten oder die Bahn frei machen für eine Bundesrepublik Europa? Mehr Kompetenzen in zentralen Politikbereichen zulassen oder doch eher etwas zurückrudern? Es bleibt wohl auf absehbare Zeit erst einmal beim Krisenmanagement, beim Navigieren auf Sicht. Dennoch: Die Freude, der "schöne Götterfunke", von dem Schillers Ode "An die Freude" und das Motiv aus Beethovens "Neunter" als Europahymne künden, ist nicht erloschen. Denn jeden Tag machen Menschen in Europa eine großartige Erfahrung: Es gibt das Europa der gemeinsamen Kultur, des selbstverständlichen Austauschs, der alltäglichen Begegnung, der Freizügigkeit, der Musik und des Sports - vom Eurovision Song Contest bis zur Champions League. Was sagen die Umfragen? Wie denken die Bürger über die Union, wie über ihre Nachbarn, was erwarten sie von der gemeinsamen Zukunft? Quo vadis, Europa? Darauf sucht Christopher Clark in der letzten Folge der "Europa-Saga" Antworten.
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Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
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Angriff auf die Demokratie - Wurde der Brexit gekauft? GESELLSCHAFT UND POLITIK
Die britische Wahlkommission ist überzeugt: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass große Teile der Gelder für eine Kampagne vor dem Brexit-Referendum aus dubiosen Quellen stammen. Im Fokus steht der britische Geschäftsmann Arron Banks, Strippenzieher und enger Freund des ehemaligen Ukip-Anführers Nigel Farage. Über seine Offshore-Konten sollen fast neun Millionen Pfund Spenden geflossen sein. Die Dokumentation geht der Frage nach: "War das Brexit-Referendum ein Komplott mit dem Ziel, auch die Grenzen der Demokratie auszutesten?" Die Recherchen legen nahe, dass Wähler verdeckt und so effektiv wie möglich beeinflusst werden sollten. Autor Dirk Laabs verfolgt nicht nur die Geldströme, sondern redet mit Insidern aus der Kampagne und konfrontiert ihren Kopf, den ehemaligen Chef der Ukip, Nigel Farage. Farage redet im Interview mit dem ZDF auch darüber, welchen Einfluss US-amerikanische Berater für die Kampagne hatten. Steve Bannon, früherer Berater von US-Präsident Trump, war einer der wichtigen Berater in diesem Spiel. Konkret geht es um millionenschwere Kredite, die die Pro-Brexit-Kampagne von Banks erhalten haben soll. Demnach stammte das Geld möglicherweise nicht von ihm selbst, sondern von Firmen mit Sitz auf der Isle of Man und in Gibraltar, die sich damit in den Wahlkampf eingemischt hätten. Mittlerweile ermittelt die National Crime Agency. Sie soll die bislang verschleierte Kampagnen-Finanzierung offenlegen. Nigel Farage spricht im Interview mit Autor Dirk Laabs ganz offen darüber, wie eng die Lager zusammengearbeitet haben und wie wichtig auch der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon für die Kampagne in Großbritannien war: "Zuvor hatte ich keinerlei Verbündete in den Medien, keine Stimme. Dann half uns Steve. Wenn du plötzlich mehrere Stimmen auf deiner Seite hast, ändert das alles." Farage berichtet, er und Steve Bannon hätten verstanden, dass "die Menschen sich manchmal 'eine Abrissbirne' wünschen, die das alte System der 'pompösen Politiker' zerstört". Ein Whistleblower, der für die Leave-Kampagne gearbeitet hat, ist überzeugt: "Die verschiedenen Brexit-Kampagnen brachen die Gesetze, griffen dabei auf ein ganzes Netzwerk von Firmen zurück, um mehr Geld ausgeben zu können. Ohne diese Betrügereien wäre das EU-Referendum anders ausgegangen." Autor Dirk Laabs geht in der Dokumentation den Fragen nach: Mit welchen fragwürdigen Methoden wurde die Mehrheit der Briten vom Brexit überzeugt? Welche Interessen und Profiteure stecken dahinter? Und Laabs fragt bei Akteuren in Brüssel nach, welche Maßnahmen mit Blick auf die Europawahl ergriffen werden sollten und überhaupt könnten, um den Digital-Wahlkampf der Zukunft zu regulieren oder kontrollierbarer zu machen.
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Betrügen leicht gemacht GESELLSCHAFT UND POLITIK Wie EU-Gelder in Osteuropa versickern, D 2019
In Südosteuropa ist die EU sehr sichtbar: kaum eine Brücke, Straße, Schule ohne blaue Flagge mit gelben Sternen. Mit Milliardenbeträgen fördert die EU hier, Geldsegen mit Schattenseiten. Das meiste Geld fließt in die Landwirtschaft, in Strukturaufbau, Sozial- und Bildungsprojekte. Doch Regierende wie Andrej Babis, Viktor Orbán und Liviu Dragnea nutzen die EU-Fördermittel auch, um ihre Macht auszubauen. Die EU fördert indirekt Europas Autokraten. Auf einer Reise durch die drei Länder recherchieren die "ZDFzoom"-Autorinnen Britta Hilpert und Eva Schiller, wie regierende Politiker EU-Gelder für sich nutzen, am Rande oder jenseits der Legalität. Wie zum Beispiel in Ungarn der rechtspopulistische Viktor Orbán Ausschreibungen zum Vorteil seiner Günstlinge so gestalten lässt, dass sie stets gewinnen und damit ein Medienimperium finanzieren, das seinen politischen Zielen dient. Wie in Tschechien der liberale Premierminister Andrej Babis, einer der reichsten Männer seines Landes, die Fördermittel zu seinen persönlichen Gunsten ausreizt und ausweitet. Wie in Rumänien der allmächtige sozialdemokratische Parteichef Liviu Dragnea EU-Fördermittel von den Ärmsten der Armen in seine Parteibasis umlenkt, um eine breite Basis für seine sogenannten Justizreformen zu schaffen - die ihn persönlich vor dem Gefängnis bewahren sollen. Die EU scheint dabei relativ machtlos. Die Mitgliedsländer sollen vor allem selbst die Verteilung der Mittel organisieren und kontrollieren - doch wenn die Regierung eines Landes an straffer Kontrolle selbst kein Interesse hat, dann wird es schwer. "Wir können da wenig machen", sagt die langjährige Haushaltskontrolleurin des Europaparlaments, Ingeborg Gräßle. "Die EU fördert so auch den Rückbau der Demokratie in den Ländern", so Gräßle. Dringend benötigt werde deshalb ein europäischer Staatsanwalt. Der zuständige EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger fordert, die Rechtsstaatlichkeit müsse als Bedingung für EU-Förderungen gewährleistet sein. Einschnitte in den Rechtsstaat müssten finanzielle Einbußen zur Folge haben. Für eine solche Entscheidung aber wäre Einstimmigkeit nötig: Am großen Tisch der EU-Entscheider müssten auch Tschechien, Ungarn und Rumänien dafür stimmen. Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Der große Betrug DOKUMENTATION Wie Kriminelle und Terroristen Europa plündern, D 2019
50 Milliarden Euro Steuergeld pro Jahr, erbeutet aus der Kasse europäischer Staaten. Mit Scheinfirmen, die Umsatzsteuer hinterziehen. Wer stoppt den Milliardenraub? Bier, Spielekonsolen, Hühnerbrüste, Handys oder Gas - nahezu jede Ware eignet sich für den Betrug. Sie werden von Scheinfirmen von einem EU-Land ins andere geliefert und dann im Kreis gehandelt. Diese grenzüberschreitenden "Betrugskarusselle" sind für die Behörden schwer zu durchschauen. Das nutzen die Täter aus. In wenigen Monaten kassieren sie eine Umsatzsteuer in Millionenhöhe und verschwinden mit dem Geld, bevor die Behörden zuschlagen. Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt: Es ist das vorläufige Mehrwertsteuersystem in der EU, das bei innergemeinschaftlichen Lieferungen eine Ausnahme vorsieht: keine Umsatzsteuer. Das ist das Einfallstor für Kriminelle und ihr kompliziertes Betrugssystem. Die EU-Mitgliedsstaaten könnten sich auf ein betrugssicheres System einigen und ein EU-weites, einheitliches Mehrwertsteuersystem beschließen. Doch die Mitgliedsstaaten werden sich nicht einig, wie genau sie die offene Tür zum Steuertresor verschließen sollen. Und ohne Einigkeit gibt es keine Entscheidung in der EU in Steuerfragen. Der berühmteste Fall von Betrugskarussellen begann vor einem Jahrzehnt mit CO2-Zertifikaten. Der Steuerschaden betrug damals nach Schätzungen von Europol rund fünf Milliarden Euro. In den Handel waren Angestellte der Deutschen Bank verwickelt, mehrere Täter wurden nach langjährigen Ermittlungen angeklagt und verurteilt. Doch die Drahtzieher des Betrugsmodells bleiben allzu oft im Dunkeln, drehen jedes Jahr neue Karusselle und erbeuten Milliardenbeträge.
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Geheimakte Finanzkrise WIRTSCHAFT UND KONSUM Droht der nächste Jahrhundert-Crash?, D 2018
Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. "ZDFzoom" enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte. Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen. Diese Strategie hat die einst größte Bank der Welt eingeholt. Seit Jahren hat sie mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt über den einstigen Branchenprimus im Interview mit "ZDFzoom": "Wenn Sie sich die aktuelle Situation der Deutschen Bank anschauen, ganz übern Berg, um es höflich zu sagen, sind sie immer noch nicht. Deswegen hätten sie früher mit ein bisschen mehr Demut vielleicht ein bisschen von den großen Schäden, die eingetreten sind, vermeiden können." So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt - auch in Deutschland - obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren. Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die Deutsche IKB - bis die insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW - Anteilseignern der IKB -, spricht in "ZDFzoom" erstmals offen über diese Zeit und den damaligen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann: "Er hat diese Krise erst selber ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als KfW-Vorstand, insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter, der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das Problem vom Hals gehalten." Auch aus der Bank selbst kommt scharfe Kritik. Erstmals gibt der aktuelle Chefökonom David Folkerts-Landau ein ausführliches Fernsehinterview. Die Strategie Ackermanns, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu fordern, sei "töricht" gewesen: "So vorauszustürmen war also ein großes Risiko." Geheime Unterlagen der Bank belegen, wie viel Risiko die Bank auf sich geladen hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals: "Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler brauchen." Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber "ZDFzoom": "Ich war bei dieser Telefonkonferenz dabei, als Joe diesen Satz sagte. Es war eine der egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden Banker gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen." Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig aufgeräumt habe: "Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese Entscheidung treffen konnte." Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten Finanzspritzen. Experten sind sich einig: Längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutschen Bank, Folkerts-Landau, teilt diese Sorge: "Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten." Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Macht und Machenschaften WIRTSCHAFT UND KONSUM Milliardengeschäft Steuerhinterziehung, D 2018
Die Dokumentation begibt sich in den Sumpf der Steuerhinterziehung: von Schweizer Nummernkonten über geleakte Steuer-CDs bis hin zu gewieften Offshore-Konstruktionen. Im Fokus: die Besserverdiener, die Reichen, die Mächtigen - Hoeneß, Ronaldo und Co. Ist "bei denen da oben" Steuerhinterziehung eine Selbstverständlichkeit, gar ein Kavaliersdelikt? Was ist dran am Mythos "Volkssport Steuerhinterziehung"? Der Film "Macht und Machenschaften" begibt sich in den Sumpf der Steuerhinterziehung und erzählt die Geschichte vom Aufstieg der Schweizer Schwarzgeld-Konten bis zu den gewieften Offshore-Konstruktionen heute. Denn Steuerhinterziehung ist vor allem eins: ein Riesengeschäft. Und die Tricks zur Steuervermeidung, zum Ausnutzen von Steuerschlupflöchern und auch zur strafbaren Hinterziehung werden immer ausgeklügelter, die Zirkel, die sich das leisten können, kleiner und elitärer. Im Fokus: die Steuerhinterziehung der Besserverdiener, der Mächtigen. Fälle, an die sich noch die ganze Republik erinnert: die Tennis-Legende Boris Becker, die "EMMA"-Chefin Alice Schwarzer, der FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß - die Liste ist lang. Zu Wort kommen unter anderen eine Gerichtsreporterin, die den Hoeneß-Prozess hautnah verfolgte, ein ehemaliger Finanzminister, ein deutscher Steuerberater in der Schweiz und auch ein Insider für Steueroasen. Im Zentrum des Films stehen die um die Jahrtausendwende aufgetauchten Steuer-CDs: Ein Whistleblower, der dem Staat Daten von deutschen Steuerflüchtigen in der Schweiz verkauft hat, berichtet. Diese Steuer-CDs waren nur der Anfang der Enthüllungen, es folgten die "Panama Papers" und die "Paradise Papers". Auch auf politischer Ebene nehmen internationale Abkommen die Steuersünder ins Visier. Es wird zwar immer enger für die, die den deutschen Fiskus austricksen wollen. Doch reicht das aus?
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Die großen Irrtümer der Globalisierung Handel, Kriege, Flüchtlinge DOKUMENTATION, D 2019
Wie verändert die Globalisierung die Welt? Die einen verbinden mit ihr Wohlstand und ungeahnte Möglichkeiten, andere fürchten ökologischen Raubbau und die Spaltung in Arm und Reich. Anhand von Beispielen aus aller Welt wird gezeigt, welche Folgen der freie Verkehr von Information, Waren, Menschen und Geld auf den Alltag vieler Menschen hat und wer die Gewinner und die Verlierer dieser Entwicklung sind.
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ZDF-History EUROPA Beherrscht, geteilt, geeint - Drei Wege durch die Geschichte Europas, D 2017
Hegemonie - Rivalität - und Gemeinschaft. In der Geschichte gab es verschiedene Prägungen Europas, zwischen Gewalt und Vernunft. Was lehrt die Vergangenheit? Manche Mächte wollten den Kontinent dominieren. Dann gab es immer wieder Anläufe, eine Balance unter den Rivalen herzustellen. Erst spät reifte die Erkenntnis, dass das Miteinander den Völkern mehr dient als ein Gegeneinander: die Idee der europäischen Integration. Europäische Einigung wollten auch jene, die nach Hegemonie strebten über den Kontinent - teils mit verheerenden Folgen. Die Versuche, ein System des Ausgleichs zu erreichen im sogenannten "Konzert der Mächte", schufen nur eine Stabilität auf Zeit. Nach zwei Weltkriegen, Diktatur und Völkermord, im Angesicht des sich zuspitzenden Kalten Krieges vollzogen einige Staaten Westeuropas in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts schließlich einen historischen Schritt: vom Schlachtfeld zur Union, zur Gemeinschaft. Sie zogen die Konsequenz aus der selbstzerstörerischen Entwicklung, die Europa an den Abgrund geführt hatte. Sechs Länder, Westdeutschland, Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten, rückten näher zusammen, wollten Frieden und Wohlstand künftig gemeinsam erreichen, waren bereit, dafür auf Hoheitsrechte zu verzichten, schlossen historische Verträge dort, wo so vieles anfing, in Rom, 1957. Dass es nicht nur um eine wirtschaftliche, sondern auch um eine politische Wertegemeinschaft ging, ist das Besondere: Freiheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit als Vision, der nach und nach 22 weitere Staaten folgten, nachdem auch die bipolare Teilung des Kontinents überwunden war. Der Film von Stefan Brauburger und Stefan Mausbach führt vor Augen, welche Wege Europa beschritt, bis es schließlich zur Einigung fand, zu einer Union, die heute durch neuen Nationalismus, Abspaltung, Finanzkrisen, humanitäre Katastrophen, Terror und Kriege herausgefordert wird wie nie zuvor.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Woher wir kommen - wer wir sind, D 2017
Was ist Europa, wie entstand der Kontinent? Diese Folge der "Europa-Saga" schildert, wie sich auf unserem vielgestaltigen kleinen Erdteil erstmals ein europäischer Kulturraum entwickelte. In großen Bögen erzählt der Historiker Christopher Clark die Geschichte Europas: Die ersten Menschen wanderten aus Afrika ein. Später entstanden Volksgruppen wie die Kelten, Staatengebilde wie Griechenland, das Imperium der Römer, das weite Teile Europas umfasste. Ein einheitliches Recht, gemeinsame Währung, Wirtschaft und Kultur schufen den verbindenden Rahmen dieses ersten Reichs in Europa. Die Verbindung mit dem Christentum, das über die Jahrhunderte Staatsreligion in weiten Teilen wurde, verlieh dem Kontinent ein Fundament, das Macht und Glauben miteinander vereinte. Schon lange vorher war der viel zitierte Entstehungsmythos Europas entstanden: Dabei ging es um die Liebe des Göttervaters Zeus zu einer Prinzessin namens Europa. Der liebestolle Griechengott entführte sie aus Sidon in Phönizien auf jenen Erdteil, der später nach ihr benannt wurde: nach Europa. Dieser Mythos ist wohl auch Sinnbild für den Einfluss und die Impulse, die der Okzident aus dem Orient erhielt. Es ist ein Geben und Nehmen. Künftige Kulturen in Europa lösten einander nicht nur ab, sie nahmen die Errungenschaften der Vorgänger jeweils auf, bis die Karten durch die Völkerwanderung neu gemischt wurden. Am Ende sind Griechisches, Römisches, Keltisches, Germanisches, Heidnisches und Christliches miteinander verschmolzen. Das ändert nichts daran, dass Europa bis heute ein Schauplatz vielfältiger Migration geblieben ist. In der sechsteiligen "Europa-Saga" wirft Christopher Clark einen neugierig-unterhaltsamen Blick auf unseren Kontinent, besucht die schönsten und schicksalhaftesten Orte Europas und bringt etwas Ordnung in unsere so verwirrend vielfältige Geschichte.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Woran wir glauben - was wir denken, D 2017
Europa, das christliche Abendland - so eine gängige These. Welche Rolle spielt der christliche Glaube für die Identität Europas? Gibt es neben dem christlichen auch ein islamisches Abendland? Christopher Clark geht in dieser Folge der Frage nach, woran die Europäer glauben: Das Christentum war die erste offene Volksreligion, Gemeinden und Klöster wurden zur Keimzelle gemeinsamer Konfession, Pilgerwege zu einem verbindenden europäischen Netzwerk. Doch bald schon gingen die Christen im Osten und Westen Europas getrennte Wege. Was sie für kurze Zeit wieder zusammenbrachte, war eine neue, gemeinsam empfundene Bedrohung: der Islam, der auch in Europa auf dem Vormarsch war. Doch bedeutete dies für den Kontinent mehr als nur ein Feindbild: Auf der spanischen Halbinsel, in "al-Andalus", prägten Muslime über ein halbes Jahrtausend die Kultur im westlichen Europa mit, die Herrschaft der Osmanen hinterließ im Südosten Spuren. Die Juden Europas trugen in ihrer Rolle als religiöse Minderheit ebenfalls zur kulturellen Vielfalt bei, brachten die Wirtschaft in Gang und waren doch immer wieder Opfer grausamer Verfolgung. Die Kreuzzüge und Türkenkriege verstärkten den Antagonismus der Religionen. Wenn nicht Gegner von außen für den Zusammenhalt sorgten, brachen unter den Christen immer wieder Konflikte aus. Zur entscheidenden Spaltung führte die Reformation im frühen 16. Jahrhundert. Martin Luther prangerte nicht nur die Missstände in der Kirche an, er stellte auch die klerikal geprägte Herrschaftsordnung infrage. So spalteten sich in Europa Macht und Glaube. 100 Jahre nach der Reformation verwüsteten verheerende Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten den Kontinent. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs der Wille, das Verhältnis der Völker künftig auf Prinzipien der Vernunft zu begründen. Es galt, Religion und Politik in den Beziehungen der Mächte zu trennen. Die europäische Staatengemeinschaft schuf mit dem Westfälischen Frieden eine verbindliche Ordnung, die den Ausgangspunkt für das moderne Völkerrecht bildete.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was uns antreibt - was wir uns nehmen, D 2017
Diese Folge erzählt die Geschichte der europäischen Expansion von den Wikingern bis zum Britischen Empire: Warum zog es die Europäer in die Weite, wie bekamen sie Macht über Teile der Welt? Europa und die Welt, eine Historie von Entdeckergeist und Unternehmertum, aber auch von Imperialismus, Unterdrückung und Ausbeutung. Historiker Christopher Clark führt die Zuschauer an Ausgangspunkte des Aufbruchs wie Lissabon, Amsterdam und London. Und er begibt sich an Bord der "Endeavour", jenes Schiffes, mit dem James Cook die Südsee erforschte und Australien für Großbritannien in Besitz nahm. Warum zog es die Europäer immer wieder in die Weite? "Weil wir ein Kontinent der engen Räume, aber auch der Küsten sind", erklärt Professor Clark. Die Griechen, Römer und Wikinger machten es vor, nahmen Europas Küstenregionen in Besitz. Über die Seewege der Hanse kam Wohlstand in Hunderte nord- und mitteleuropäische Städte. Heute wird dieser Handelsbund gern als Vorläufer der Europäischen Union gepriesen. Im Süden geschah der globale Aufbruch vom Mittelmeer aus: Venedig begründete die Handelswege nach Asien, von Spanien aus erfolgte schließlich der Schritt in die Neue Welt. Nord- und Südamerika gaben Millionen von Europäern Hoffnung - aber die Bevölkerung der eroberten Länder fiel dem zum Opfer, wurde versklavt, ihre Kulturen zerstört. Noch vor 100 Jahren konnte man von einem europäischen Weltreich sprechen. Christopher Clark schildert auch, wie der Machtkampf der Rivalen in den Ersten Weltkrieg führte, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was wir erschaffen - was wir uns leisten, D 2017
Diese Folge der "Europa-Saga" erzählt von Europas Beitrag zur Weltkultur. In Kunst, Unterhaltung, Philosophie und Wissenschaft wurde Unvergängliches geschaffen - oft ohne Rücksicht. Christopher Clark reist in die Metropolen und erlebt Europas Meisterwerke. Ob das Kolosseum oder der Eiffelturm, die Mona Lisa, Beethovens Neunte oder die Songs der Beatles, Platons "Staat" oder Shakespeares "Sturm". Immer wieder gelang es den Europäern, mit klassischen Werken zeitlose Geltung zu erschaffen. Romanik, Gotik, Barock, Jugendstil, Klassizismus und Bauhaus sind Begriffe aus dem Vokabular europäischer Architekturgeschichte. Euripides' "Medea", Shakespeares "Hamlet", Bizets "Carmen" und Puccinis "La Bohème" sind von den Weltbühnen nicht wegzudenken. Hinzu kommt eine große Zahl bahnbrechender Entdeckungen und technischer Erfindungen, ob die Dampfmaschine, die Batterie, das Automobil oder Flugzeug, das Penicillin oder die Kernspaltung. Auch bei der Entwicklung der Kommunikationstechnik, bei Telefon, Radio, Fernsehen und Computer, standen Köpfe aus Europa Pate. Physiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler waren stets führend in der Riege der Nobelpreisträger. Fast immer, wenn man von klassischen Epochen spricht, von Errungenschaften mit zeitloser universeller Geltung und Ausstrahlung, führen die Wege nach Europa. In der vierten Folge der "Europa-Saga" geht es um herausragende Namen, bedeutende Werke und ihre Wirkung, um Europäisches, das zum Weltmaßstab wurde. Es geht aber auch um Anmaßung und darum, dass Europa vor allem seine technische Überlegenheit gegenüber anderen ausspielte, ohne Rücksicht und Toleranz. Nicht ohne Grund ist die Kritik am Fortschritt so alt wie viele Errungenschaften selbst. Kaum ein Kontinent hat die Erde so nachhaltig geprägt wie Europa - im Guten wie im Schlechten. Und so steht seine glanzvolle Geschichte und Kreativität auch für rücksichtslose Plünderung von Ressourcen und Ausbeutung der Welt.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Was uns eint - was uns teilt, D 2017
Im Lauf der Jahrhunderte reift die Idee der europäischen Einigung. Dieser Teil der "Europa-Saga" zeigt Versuche, Europa zur Einheit zu formen: mal mit Gewalt, mal mit Vernunft. Sir Christopher Clark besucht Schauplätze großer Konflikte und Einigungsbemühungen. Erst spät setzt sich in Europa die Überzeugung durch, dass ein Miteinander den Völkern mehr dient als ein Gegeneinander. Es folgte der Aufbruch in die Europäische Union. Der Gedanke an ein Europa freier Völker entstand im Zeitalter der Aufklärung. Zum Schlüsselereignis aber wurde die Französische Revolution 1789. Viele Menschen in Europa ließen sich von den Verheißungen der revolutionären Dreifaltigkeit begeistern: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Es war die Botschaft an das kommende Jahrhundert. Es ging um freiheitliche Verfassungen und politische Mitbestimmung, auch um die Vision eines einigen Europas der freien Völker. Ideen, die auch bei weiteren Revolten gegen die Monarchien oder internationalen Kundgebungen wie auf dem Hambacher Fest 1832 eine Rolle spielten. Doch erst nachdem Nationalismus, Imperialismus, Diktaturen und Weltkriege den Kontinent in den Abgrund gestürzt hatten, mehrten sich die Stimmen für ein freiheitliches und geeintes Europa. Mit der Gründung des Europarates und der ersten Europäischen Gemeinschaften in den 50er-Jahren wurde der Grundstein gelegt, nahm der Zusammenschluss demokratischer Staaten Gestalt an - zunächst im Westen, nach dem Fall der Mauer auch in Osteuropa.
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Die Europa-Saga DOKUMENTATION Wo wir stehen - was uns bleibt, D 2017
Brexit, Finanzkrisen und Flüchtlingswellen haben in Europa Skepsis an die Stelle früherer Aufbruchsstimmung rücken lassen. Doch es gibt auch Optimismus. Quo vadis, Europa? Professor Christopher Clark zeigt auf seiner Reise durch die europäischen Metropolen, wie wir Gemeinsames erzielt haben, von dem die Gründer nur zu träumen wagten: das Ende des Kalten Krieges, die Öffnung nach Osten, die große Zahl der Mitglieder, eine Währung. Der Fortschritt der Einigung zeigt in Zeiten der Krise auch seine Schattenseiten: mangelnde Übereinstimmung unter den vielen Partnern, Zweifel an gemeinsamen Werten, nationale Rückbesinnung, weil europäische Lösungen ausbleiben oder auf sich warten lassen. Es sind gleich mehrere Konfliktherde, die das Gemeinschaftswerk auf die Probe stellen. Was können die Leitlinien sein für die Zukunft Europas? Am derzeitigen "Staatenverbund" festhalten oder die Bahn frei machen für eine Bundesrepublik Europa? Mehr Kompetenzen in zentralen Politikbereichen zulassen oder doch eher etwas zurückrudern? Es bleibt wohl auf absehbare Zeit erst einmal beim Krisenmanagement, beim Navigieren auf Sicht. Dennoch: Die Freude, der "schöne Götterfunke", von dem Schillers Ode "An die Freude" und das Motiv aus Beethovens "Neunter" als Europahymne künden, ist nicht erloschen. Denn jeden Tag machen Menschen in Europa eine großartige Erfahrung: Es gibt das Europa der gemeinsamen Kultur, des selbstverständlichen Austauschs, der alltäglichen Begegnung, der Freizügigkeit, der Musik und des Sports - vom Eurovision Song Contest bis zur Champions League. Was sagen die Umfragen? Wie denken die Bürger über die Union, wie über ihre Nachbarn, was erwarten sie von der gemeinsamen Zukunft? Quo vadis, Europa? Darauf sucht Christopher Clark in der letzten Folge der "Europa-Saga" Antworten.
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Hier werden die Nachrichten mit viel bissigem Witz beleuchtet. Aufs Korn genommen wird dabei das aktuelle Tagesgeschehen aus Nachrichtensendungen und Politik.
ZDFinfo Doku
Mit 500 PS durch Europa DOKUMENTATION Mit dem WISO-Truck auf dem Balkan
Fernfahrer unterwegs: Sie bekommen täglich hautnah mit, wie es um Europa bestellt ist. Vier von ihnen begleitet die Dokumentation im Rahmen der Aktion "WISO-Truck". Während die EU die wohl unruhigsten Zeiten seit ihrer Gründung erlebt, begibt sich der Film auf Spurensuche: Ist noch irgendetwas so wie früher? Und wie sehr tickt die Uhr im internationalen On-time-Geschäft? "Es sind 100 Lkw auf einem Parkplatz. Fünf davon sind Deutsche. 30 Rumänen. 40 Polen", sagt Tiberiu Croitoru und bringt auf den Punkt, wie sich die Branche verändert hat. Auch bei deutschen Speditionen sitzen überwiegend osteuropäische Fernfahrer am Steuer. Tiberiu, den alle nur "Dodo" nennen, ist einer von ihnen. Vor ihm liegen jetzt gut 1400 Kilometer. Mit Dodo fahren die Filmemacher von Ingolstadt an die äußersten Ränder der erweiterten EU, in seine Heimat nach Rumänien. Freier Warenverkehr. Freier Personenverkehr. Das sind zwei zentrale Grundpfeiler des europäischen Binnenmarkts. Seit zwölf Jahren profitiert davon auch Rumänien, seit 2007 EU-Mitglied. Das bietet riesige Potenziale, nicht nur für die Neumitglieder, sondern auch für westeuropäische Firmen und Betriebe. Doch es sorgt auch für gewaltige Probleme. Ist die EU hier trotzdem eine Erfolgsgeschichte? Oder bloß ein guter Deal für Wirtschaft und Politik? Auf dem Weg nach Rumänien passiert der Truck Györ in Ungarn, eine Hochburg der europäischen Automobilindustrie, wo unter anderem Audi für den Weltmarkt produzieren lässt. Die ungarischen Arbeiter verdienen einen Bruchteil ihrer deutschen Kollegen - auch das ist Realität in einem gemeinsamen Europa. "Die Politik ist hier die gleiche wie bei uns in Rumänien", findet Tiberiu. "Viel Korruption. Die Leute aus den Regierungen besitzen Flugzeuge statt Autos. Und der einfache Bürger steht da und verhungert." Daher treiben die besseren Verdienstmöglichkeiten eine Menge Osteuropäer westwärts, und meist müssen sie das Wertvollste zurücklassen: Im rumänischen Oituz besucht das Filmteam eine Kindertagesstätte für sogenannte EU-Waisen: Jungs und Mädchen, deren Eltern als Arbeitsmigranten im Westen schuften. "Ich finde, dass Europa vereinter sein müsste", sagt Dodo. Was das bedeutet? "Dass einer dem anderen hilft, jeder für den gleichen Job auch das gleiche Gehalt bekommt. Es müsste einen europäischen Mindestlohn geben." Viele Länder auf dem Balkan kämpfen mit den von der EU geforderten und geförderten Standards, es hapert beim Rechtsstaat, bei der Bekämpfung der Korruption und bei der Bewältigung ethnischer Konflikte. Im osteuropäischen Hinterhof wächst nicht nur die Frustration. Auch alte Konflikte sind nach wie vor allgegenwärtig, etwa zwischen den EU-Mitgliedern Kroatien und Slowenien um die Bucht von Piran. Die 45-minütige Dokumentation erzählt vom Leben an der EU-Außengrenze, von Logistik und den immer weiter wachsenden Warenströmen gen Osten. Der Fahrer Tiberiu Croitoru muss aufladen, sich zurechtfinden auf rumänischen Buckelpisten, er muss einen Schlafplatz finden, doch vor allem muss er eins: pünktlich sein.
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Die sieben größten Gefahren für die EU POLITIK, D 2019
Die Briten sagen "Goodbye", nationale Kräfte sehen sich im Aufwind, und die Fronten in der Flüchtlingspolitik sind verhärtet: Steht die EU kurz vor dem Aus, wie Populisten düster prophezeien? Ein Europa ohne EU klingt unvorstellbar. Doch die Bedrohung scheint real. Im Weißen Haus sitzt ein Mann, für den die EU ein Gegner ist und den es mit Sanktionen in die Schranken zu weisen gilt. Europas Feinde, sie beziehen auch im Inneren Stellung, hoffen auf mehr Macht im Europaparlament oder könnten mit Alleingängen, wie in Italien, die nächste Eurokrise heraufbeschwören. Politiker appellieren an die Einheit, doch Lösungen sind nicht in Sicht. Stattdessen brodeln weitere Krisenherde vor sich hin - und über allem schwebt die Frage: Ist die EU noch zu retten? Die Dokumentation "Die sieben größten Gefahren für die EU" fasst zusammen, woran die Europäische Union zu zerbrechen droht, und nimmt diese Gefahren genauer unter die Lupe. Heute diene die EU vielen vor allem als Sündenbock, wenn es mal nicht gut läuft, meint Martin Schulz, langjähriger Präsident des Europaparlaments und nun SPD-Bundestagsabgeordneter. Neben Martin Schulz sind in der Dokumentation Entscheidungsträger wie Martin Selmayr zu sehen - als Generalsekretär einer der mächtigsten Männer in der Europäischen Kommission. Der Film lässt aber auch die Menschen zu Wort kommen, die mit ihrer Arbeit den ganz normalen EU-Betrieb am Laufen halten. Abseits der großen politischen Bühne begegnen sie täglich den Mächtigen Europas. Nicht nur das Brüsseler Machtgefüge liegt im Fokus: "Wie zufrieden sind die Menschen, auf deren Leben die Entscheidungen aus ebenjenen Institutionen Auswirkungen haben?" Dieser Frage geht der Film unter anderem auf einem der größten Protestmärsche Londons seit 15 Jahren nach. Die 24-jährige Britin Madeleina Kay sieht sich durch den Brexit um ihre Zukunft betrogen - fühlt sich aber auch von den Entscheidungsträgern aus Brüssel im Stich gelassen. Auf Lesbos sei die EU gescheitert, sagt der Schweizer Basil. Mit anderen Freiwilligen dokumentiert er die Rettung von Flüchtlingen im Ägäischen Meer. Der EU-Türkei-Deal hat seiner Meinung nach nichts verbessert.
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Wut auf Brüssel - Polen, Ungarn und die EU GESELLSCHAFT UND POLITIK, D 2019
Die national-konservativen Regierungen in Ungarn und Polen provozieren mit anti-europäischen Parolen und fordern eine neue Machtverteilung in der EU. Der Druck wächst auf beiden Seiten. Die Dokumentation blickt auf die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Polen und Ungarn und hinterfragt die Gründe für den schwelenden Konflikt mit der EU. Ungarn und Polen stellen mit ihrer autoritären Medien- und Justizpolitik und der Unterdrückung oppositioneller Bewegungen eine Gefahr für den europäischen Zusammenhalt dar. Umgekehrt reagiert die EU-Kommission mit einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn und zum ersten Mal in der Geschichte der EU mit einem Sanktionsverfahren gegen einen Staat, Polen. Mehr noch: Künftig will die Europäische Union die Fördergelder an die Rechtsstaatlichkeit knüpfen. Ein klares Signal an die "zwei Brüderlein" in Osteuropa. Aber mit welchen Folgen für die EU?
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Schafft Europa sich ab? EU-Gegner auf dem Vormarsch GESELLSCHAFT UND POLITIK, D 2019
Die aktuellen Umfragen sind sich darin einig, dass die rechtspopulistischen Parteien bei der Wahl des EU-Parlaments zulegen werden. Sie alle setzen auf lautstarke Stimmungsmache gegen die EU. Die Folgen für Europa könnten dramatisch sein. Was bedeutet es, wenn ausgemachte EU-Gegner im Europäischen Parlament mehr Gewicht bekommen als bisher? Werden sie einheitliche Positionen beziehen und womöglich durchsetzen können? Und wie können die Befürworter einer starken EU darauf reagieren? Eine Schlüsselrolle nimmt dabei Österreich ein - seit die rechtspopulistische FPÖ mit in der Regierung sitzt. So bedient FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky diffuse Feindbilder und setzt auf Zustimmung nationaler Kräfte: "Man kann nur sagen, den Multikulturalisten, den Internationalisten, den EU-Zentralisten, es reicht uns." Die kommende Europawahl stilisiert die FPÖ zur Zeitenwende, bei der es gegen die Vision eines vereinten und multikulturellen Europas gehe. Vilimsky in Österreich, Orban in Ungarn und die Pis-Partei in Polen als ideologische Verbündete: Ihr erklärtes Ziel ist die Abwahl von "Juncker, Macron und Merkel". Die Dokumentation nimmt darüber hinaus auch rechtspopulistische Bewegungen in Frankreich, Dänemark und Deutschland unter die Lupe. Was macht sie so erfolgreich? Können sie ihre Versprechen halten? Worin besteht ihr gemeinsamer Nenner? Wo liegen die Unterschiede? Und was bedeutet ihr Aufstieg für die Zukunft Europas?
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Angriff auf die Demokratie - Wurde der Brexit gekauft? GESELLSCHAFT UND POLITIK
Die britische Wahlkommission ist überzeugt: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass große Teile der Gelder für eine Kampagne vor dem Brexit-Referendum aus dubiosen Quellen stammen. Im Fokus steht der britische Geschäftsmann Arron Banks, Strippenzieher und enger Freund des ehemaligen Ukip-Anführers Nigel Farage. Über seine Offshore-Konten sollen fast neun Millionen Pfund Spenden geflossen sein. Die Dokumentation geht der Frage nach: "War das Brexit-Referendum ein Komplott mit dem Ziel, auch die Grenzen der Demokratie auszutesten?" Die Recherchen legen nahe, dass Wähler verdeckt und so effektiv wie möglich beeinflusst werden sollten. Autor Dirk Laabs verfolgt nicht nur die Geldströme, sondern redet mit Insidern aus der Kampagne und konfrontiert ihren Kopf, den ehemaligen Chef der Ukip, Nigel Farage. Farage redet im Interview mit dem ZDF auch darüber, welchen Einfluss US-amerikanische Berater für die Kampagne hatten. Steve Bannon, früherer Berater von US-Präsident Trump, war einer der wichtigen Berater in diesem Spiel. Konkret geht es um millionenschwere Kredite, die die Pro-Brexit-Kampagne von Banks erhalten haben soll. Demnach stammte das Geld möglicherweise nicht von ihm selbst, sondern von Firmen mit Sitz auf der Isle of Man und in Gibraltar, die sich damit in den Wahlkampf eingemischt hätten. Mittlerweile ermittelt die National Crime Agency. Sie soll die bislang verschleierte Kampagnen-Finanzierung offenlegen. Nigel Farage spricht im Interview mit Autor Dirk Laabs ganz offen darüber, wie eng die Lager zusammengearbeitet haben und wie wichtig auch der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon für die Kampagne in Großbritannien war: "Zuvor hatte ich keinerlei Verbündete in den Medien, keine Stimme. Dann half uns Steve. Wenn du plötzlich mehrere Stimmen auf deiner Seite hast, ändert das alles." Farage berichtet, er und Steve Bannon hätten verstanden, dass "die Menschen sich manchmal 'eine Abrissbirne' wünschen, die das alte System der 'pompösen Politiker' zerstört". Ein Whistleblower, der für die Leave-Kampagne gearbeitet hat, ist überzeugt: "Die verschiedenen Brexit-Kampagnen brachen die Gesetze, griffen dabei auf ein ganzes Netzwerk von Firmen zurück, um mehr Geld ausgeben zu können. Ohne diese Betrügereien wäre das EU-Referendum anders ausgegangen." Autor Dirk Laabs geht in der Dokumentation den Fragen nach: Mit welchen fragwürdigen Methoden wurde die Mehrheit der Briten vom Brexit überzeugt? Welche Interessen und Profiteure stecken dahinter? Und Laabs fragt bei Akteuren in Brüssel nach, welche Maßnahmen mit Blick auf die Europawahl ergriffen werden sollten und überhaupt könnten, um den Digital-Wahlkampf der Zukunft zu regulieren oder kontrollierbarer zu machen.
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Die großen Irrtümer der Globalisierung Handel, Kriege, Flüchtlinge DOKUMENTATION, D 2019
Wie verändert die Globalisierung die Welt? Die einen verbinden mit ihr Wohlstand und ungeahnte Möglichkeiten, andere fürchten ökologischen Raubbau und die Spaltung in Arm und Reich. Anhand von Beispielen aus aller Welt wird gezeigt, welche Folgen der freie Verkehr von Information, Waren, Menschen und Geld auf den Alltag vieler Menschen hat und wer die Gewinner und die Verlierer dieser Entwicklung sind.
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Die sieben größten Fehler der EU ZEITGESCHEHEN, D 2017
Der aktuelle Zustand der EU ist besorgniserregend. Der Film geht der Frage nach, welche Weichen in der Vergangenheit falsch gestellt wurden, und macht sieben markante Wendepunkte aus. Der Antikommunismus als Gründungsmotivation, das Demokratiedefizit, die Regulierungswut, die Sonderwege einzelner Staaten, die Aufnahme Griechenlands, der Euro und die Osterweiterung 2004. Neben neuen Aufnahmen und Archivmaterial tragen O-Töne von Experten und Entscheidungsträgern sowie Grafiken zur Aufklärung bei.
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Der neue Kalte Krieg - Mehr Atomwaffen für Europa? DOKUMENTATION
Die Atomwaffen kehren zurück nach Europa. Sogar ein Atomkrieg wird wieder denkbar. Selbst die Entwicklung deutscher Atomwaffen wird diskutiert. Droht ein neuer, zweiter Kalter Krieg? Das befürchten angesehene Militärexperten aus Frankreich, Deutschland, Russland und den USA. Sie kommen in der ZDF/arte-Dokumentation "Der neue Kalte Krieg" zu Wort. Der Film zeigt außerdem Testbilder der neuen Waffengeneration. Gedreht wurde in lange streng geheimen ehemaligen Atomraketenstellungen und Bunkern in Frankreich, Deutschland und der DDR. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den INF-Vertrag über Mittelstreckenwaffen zu kündigen, ist nur ein Teil einer bislang unbeachteten nuklearen Aufrüstung: So sind neue U-Boot-gestützte US-Mittelstreckensysteme bereits in der Planung. Schon ab 2019 werden in den USA neue Atombomben für deutsche Tornadobomber getestet. Russland bereitet die Stationierung von Iskander-Nuklearraketen im Baltikum vor. Ferner gibt es Vorschläge, sich auf einen auf Europa begrenzten Nuklearkrieg einzurichten. Prominente Militärexperten kommen zu Wort: Brad Roberts, der frühere Atomwaffenberater von Ex-Präsident Barack Obama, Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz, der Atomwaffenkritiker Hans Kristensen von der Federation of American Scientists und Berater des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI, Benoît Pelopidas von der Pariser Sciences Po sowie Bruno Tertrais von der Paris Fondation pour la Recherche Stratégigue. Ebenso wurden die bekannte Friedensaktivistin Helen Caldicott, Mitbegründerin der Organisation "Ärzte gegen den Atomkrieg", und Jean-Marie Collin (Friedensnobelpreis 2017) von ICAN Frankreich befragt.
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Putin und die Mafia AUSLANDSREPORTAGE
Zum ersten Mal werden Verstrickungen des Staatspräsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, mit der russischen Mafia gründlich untersucht. Ehemalige Geschäftspartner, Geldwäscher und Menschen, die direkt mit bekannten Mafia-Mitgliedern in Verbindung stehen, sprechen über Putins Kontakte zur Mafia. Die persönlichen Zeugnisse und vorgelegten Dokumente zeigen das Doppelleben des russischen Staatsoberhauptes auf - die offizielle Seite der öffentlichen Person und die geheime Seite des Umgangs mit der Korruption. Viele der Zeugen, die bereit sind zu sprechen, wissen, dass sie wenig zu verlieren haben, da sie schon ihres Wohlstandes beraubt sind, im Exil leben, aber auch konkret bedroht sind. Andere Zeugen sind bereit, ihr Wissen preiszugeben, um ein korruptes System aufzuzeigen. So gelingt es darzustellen, wie die Verstrickungen entstanden sind, wie sie sich innerhalb des Systems stabilisieren und wie sie expandieren konnten - und wie sich dieses System auf die Regierungsmacht auswirkt.
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Putins Männer fürs Grobe - Spezialeinheiten in Russland REPORTAGE
Mit der Verfügung, eine "Russische Nationalgarde" aufzustellen, hat Präsident Wladimir Putin im Jahr 2016 ausländische wie russische Beobachter gleichermaßen überrascht. Zusätzlich mit den bereits bestehenden Truppen des Innenministeriums und Sondereinheiten der Polizei sind seitdem über 400 000 Mann direkt dem Präsidenten unterstellt und werden landesweit vor allem im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus eingesetzt. Die Sonderpolizei OMON ist eine der wichtigsten und militärisch am besten ausgestatteten Spezialeinheiten innerhalb von Putins "Privatarmee" und umfasst etwa 20 000 Elitekämpfer. Die Reportage zeigt die Einheit und begleitet Einsätze und die Ausbildung der Polizisten. Eine exklusive Innenansicht aus Putins Spezialkommando.
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Der große Betrug DOKUMENTATION Wie Kriminelle und Terroristen Europa plündern, D 2019
50 Milliarden Euro Steuergeld pro Jahr, erbeutet aus der Kasse europäischer Staaten. Mit Scheinfirmen, die Umsatzsteuer hinterziehen. Wer stoppt den Milliardenraub? Bier, Spielekonsolen, Hühnerbrüste, Handys oder Gas - nahezu jede Ware eignet sich für den Betrug. Sie werden von Scheinfirmen von einem EU-Land ins andere geliefert und dann im Kreis gehandelt. Diese grenzüberschreitenden "Betrugskarusselle" sind für die Behörden schwer zu durchschauen. Das nutzen die Täter aus. In wenigen Monaten kassieren sie eine Umsatzsteuer in Millionenhöhe und verschwinden mit dem Geld, bevor die Behörden zuschlagen. Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt: Es ist das vorläufige Mehrwertsteuersystem in der EU, das bei innergemeinschaftlichen Lieferungen eine Ausnahme vorsieht: keine Umsatzsteuer. Das ist das Einfallstor für Kriminelle und ihr kompliziertes Betrugssystem. Die EU-Mitgliedsstaaten könnten sich auf ein betrugssicheres System einigen und ein EU-weites, einheitliches Mehrwertsteuersystem beschließen. Doch die Mitgliedsstaaten werden sich nicht einig, wie genau sie die offene Tür zum Steuertresor verschließen sollen. Und ohne Einigkeit gibt es keine Entscheidung in der EU in Steuerfragen. Der berühmteste Fall von Betrugskarussellen begann vor einem Jahrzehnt mit CO2-Zertifikaten. Der Steuerschaden betrug damals nach Schätzungen von Europol rund fünf Milliarden Euro. In den Handel waren Angestellte der Deutschen Bank verwickelt, mehrere Täter wurden nach langjährigen Ermittlungen angeklagt und verurteilt. Doch die Drahtzieher des Betrugsmodells bleiben allzu oft im Dunkeln, drehen jedes Jahr neue Karusselle und erbeuten Milliardenbeträge.
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Betrügen leicht gemacht GESELLSCHAFT UND POLITIK Wie EU-Gelder in Osteuropa versickern, D 2019
In Südosteuropa ist die EU sehr sichtbar: kaum eine Brücke, Straße, Schule ohne blaue Flagge mit gelben Sternen. Mit Milliardenbeträgen fördert die EU hier, Geldsegen mit Schattenseiten. Das meiste Geld fließt in die Landwirtschaft, in Strukturaufbau, Sozial- und Bildungsprojekte. Doch Regierende wie Andrej Babis, Viktor Orbán und Liviu Dragnea nutzen die EU-Fördermittel auch, um ihre Macht auszubauen. Die EU fördert indirekt Europas Autokraten. Auf einer Reise durch die drei Länder recherchieren die "ZDFzoom"-Autorinnen Britta Hilpert und Eva Schiller, wie regierende Politiker EU-Gelder für sich nutzen, am Rande oder jenseits der Legalität. Wie zum Beispiel in Ungarn der rechtspopulistische Viktor Orbán Ausschreibungen zum Vorteil seiner Günstlinge so gestalten lässt, dass sie stets gewinnen und damit ein Medienimperium finanzieren, das seinen politischen Zielen dient. Wie in Tschechien der liberale Premierminister Andrej Babis, einer der reichsten Männer seines Landes, die Fördermittel zu seinen persönlichen Gunsten ausreizt und ausweitet. Wie in Rumänien der allmächtige sozialdemokratische Parteichef Liviu Dragnea EU-Fördermittel von den Ärmsten der Armen in seine Parteibasis umlenkt, um eine breite Basis für seine sogenannten Justizreformen zu schaffen - die ihn persönlich vor dem Gefängnis bewahren sollen. Die EU scheint dabei relativ machtlos. Die Mitgliedsländer sollen vor allem selbst die Verteilung der Mittel organisieren und kontrollieren - doch wenn die Regierung eines Landes an straffer Kontrolle selbst kein Interesse hat, dann wird es schwer. "Wir können da wenig machen", sagt die langjährige Haushaltskontrolleurin des Europaparlaments, Ingeborg Gräßle. "Die EU fördert so auch den Rückbau der Demokratie in den Ländern", so Gräßle. Dringend benötigt werde deshalb ein europäischer Staatsanwalt. Der zuständige EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger fordert, die Rechtsstaatlichkeit müsse als Bedingung für EU-Förderungen gewährleistet sein. Einschnitte in den Rechtsstaat müssten finanzielle Einbußen zur Folge haben. Für eine solche Entscheidung aber wäre Einstimmigkeit nötig: Am großen Tisch der EU-Entscheider müssten auch Tschechien, Ungarn und Rumänien dafür stimmen. Mehr unter www.zoom.zdf.de
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Ohne geht's nicht EUROPA Europäische Arbeitnehmer in Deutschland, D 2019
Europa wählt am 26. Mai. Und unser Wohlstand hat viel mit Europa zu tun. Die deutsche Volkswirtschaft ist auf Arbeitnehmer aus der EU und anderen Ländern der Welt angewiesen. Das Schnitzel auf unserem Teller stammt von einem Schwein, das vermutlich ein "Ausländer" geschlachtet hat. Die Fleischverarbeitungsbranche hat, laut der Bundesagentur für Arbeit, mit etwa 40 Prozent den höchsten Ausländeranteil an Arbeitskräften in Deutschland. Daniela Reim kümmert sich in Niedersachsen um die Wanderarbeiter, die in der Fleischindustrie und in vielen anderen Branchen vorübergehend eingesetzt werden. Mit einem Transporter fährt sie übers flache norddeutsche Land und setzt sich für diese Menschen ein, erklärt ihnen ihre Rechte und hört ihre Probleme: "Ich kenne Fleischereien und Schlachthöfe, in denen 90 Prozent Ausländer, vor allem Osteuropäer, arbeiten." Meist für den Mindestlohn von 9,19 Euro die Stunde. Friedrich Heimerer hat im Kosovo eine private Fachhochschule gegründet, die Pflegepersonal für den deutschen Arbeitsmarkt ausbildet. "Uns laufen die Klinik- und Pflegeheimbetreiber aus Deutschland seit zwei Jahren die Tür ein", sagt Heimerer. Der Pflegenotstand in Deutschland hat in Ländern wie dem Kosovo zu einem Ausbildungsboom geführt. 1500 Kosovaren studieren an Heimerers Schule - wohl die Hälfte davon geht dann als Pflegekraft nach Deutschland. Thomas Süß hat eine Baufirma in Leipzig. Er ist gelernter Ofensetzer und Fliesenleger. Fachkräfte zu finden, sei eine Qual heutzutage. Er muss Subunternehmer aus Polen und Portugal beschäftigen, denn die Branche boomt. Eva Fenu ist Frühstückshostess im Fünf-Sterne-Plus-Grand-Hotel in Frankfurt am Main. Mit 18 Jahren kam sie nach Deutschland, inzwischen fühlt sich die 40-Jährige hier heimischer als in ihrem Geburtsland Tschechien. Ihr Boss heißt Spiridon Sarantopoulos. Der Sohn griechischer Gastarbeiter leitet den "Frankfurter Hof". "Unsere etwa 300 Mitarbeiter kommen aus 42 Nationen", sagt der geborene Münchner. Und: "Dienstleistung liegt den Deutschen nicht so sehr im Blut wie Ingenieurskunst." Da sei die Herzlichkeit der Südeuropäer gefragt. Vier Beispiele aus vier den am stärksten betroffenen Branchen, die zeigen: Ohne ausländische Arbeitnehmer geht's nicht!
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Leschs Kosmos WISSENSCHAFT Die unausgeschlafene Gesellschaft, D 2018
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
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