ARTE
ARTE So 31.05.
Doku
. ARTE
Das Fahrverbot nutzten viele Menschen für ein ganz besonderes Erlebnis: wandern auf der Autobahn. ZDF
Andreas Nemitz in seiner Kutsche: Wegen der autofreien Sonntage kaufte er sich ein Pferd und fand so großen Gefallen daran, dass er daraufhin ein Kutschenunternehmen gründete. ZDF
Rollschuhlaufen auf der Autobahn: Für viele Kinder waren die autofreien Sonntage ein großes Vergnügen. ZDF
1979 protestieren rund 50.000 Atomkraftgegner gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben. ZDF
Die Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt führte die autofreien Sonntage ein, um Benzin zu sparen. ZDF

Der Ölschock von 1973 - Autofreie Sonntage

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2023
  • 43'
Dokumentation 25. November 1973: Es ist der erste von vier autofreien Sonntagen. In Deutschland feiern die Menschen diesen Tag als ganz besonderes Ereignis - inmitten einer wirtschaftlichen Krise. Die Autobahnen der Bundesrepublik sind verwaist, aber in den Städten herrscht Volksfeststimmung. Auf dem Kurfürstendamm in Berlin tanzen und singen die Menschen ausgelassen. Fahrräder, Kutschen und Autos, die von Pferden gezogen werden, prägen das Straßenbild in der ganzen Bundesrepublik. Die Fahrverbote sollen Benzin einsparen, denn die westlichen Industriestaaten befürchten damals, dass das Öl knapp wird.

Inhalt

Mit der Kutsche, dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Autobahn unterwegs? Für viele Deutsche rufen diese Bilder nostalgische Erinnerungen an eine Reihe von vier autofreien Sonntagen im November 1973 hervor. Nach der ersten Ölkrise, die die westliche Welt erschüttert, ordnet die Bundesrepublik ein Sonntagsfahrverbot an. Ausgelassen feiern die Bürgerinnen und Bürger diese Tage inmitten einer wirtschaftlichen Krise. Im Herbst 1973 überfallen ägyptische und syrische Truppen Israel. Besonders die Vereinigten Staaten stehen ihrem Verbündeten im sogenannten Jom-Kippur-Krieg zur Seite. Als Reaktion auf die Unterstützung der USA verhängen die arabischen erdölexportierenden Staaten ein Ölembargo gegen Washington und verkünden zudem, dass sie die Fördermenge reduzieren werden. Das führt zu einem Ölschock und zwingt die Regierungen des Westens zum Energiesparen. Für manche beginnt mit der Ölkrise auch ein neuer Lebensabschnitt: Andreas Nemitz wohnt auf dem Land - kilometerweit von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Kurzerhand kauft er ein Pferd. Als das Fahrverbot endet, behält er die Stute samt Kutsche und macht ein Geschäft daraus. Die Ölkrise von 1973 entpuppt sich als Zäsur. Der wirtschaftliche Nachkriegsboom findet ein jähes Ende. Die Umweltbewegung erhält immer mehr Zulauf, und es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für Ressourcenverbrauch, Konsum und daraus resultierende Umweltschäden.

Sendungsinfos

Regie: Elias von Salomon Untertitel, Stereo
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