ARTE
ARTE So 10.05.
Film
Als bekannt wird, dass er als Säugling heimlich von einem christlichen Dienstmädchen getauft wurde, entführen kirchliche Behörden den siebenjährige Edgardo Mortara (Enea Sala, 4.v.r.) aus seiner jüdischen Familie. BR
Für die Eltern Momolo (Fausto Russo Alesi) und Marianna Mortara beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. BR
Für die Eltern Momolo und Marianna Mortara (Barbara Ronchi) beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. BR
Der junge Edgardo (Enea Sala, li.) wird in ein Katechumenenhaus in Rom gebracht, wo er eine katholische Erziehung erhält. BR
Zwischen familiärer Herkunft, religiöser Erziehung und den Machtinteressen der Kirche entwickelt sich ein dramatischer Konflikt um den jungen Edgardo Mortara (Enea Sala). BR

Die Bologna-Entführung

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Geraubt im Namen des Papstes

  • D, F, I 2023
  • 128'
Historienfilm Bologna, 1858: Der jüdische Junge Edgardo Mortara wird von kirchlichen Behörden aus seiner Familie geholt, als bekanntwird, dass er heimlich getauft wurde. In Rom soll er katholisch erzogen werden, während die Eltern verzweifelt um seine Rückkehr kämpfen. Historisches Drama von Marco Bellocchio (2023) nach der wahren Geschichte des Falls Mortara.
Mit Paolo Pierobon, Fausto Russo Alesi, Barbara Ronchi, Enea Sala, Leonardo Maltese, Filippo Timi, Fabrizio Gifuni

Inhalt

Bologna, im Jahr 1858: Der siebenjährige Edgardo Mortara wächst in einer jüdischen Familie auf, bis er eines Nachts von kirchlichen Behörden nach Rom entführt wird. Der Grund: Als Säugling soll Edgardo von einem christlichen Dienstmädchen heimlich getauft worden sein. Nach den Gesetzen des Vatikans darf ein getauftes Kind nicht von jüdischen Eltern erzogen werden. Edgardo wird in ein Katechumenenhaus gebracht, wo er eine katholische Erziehung erhält und sich auf unerklärliche Weise sofort zum Katholizismus bekennt. Für seine Eltern Momolo und Marianna beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. Der Fall erregt weit über Italien hinaus Aufmerksamkeit und wird zum Symbol für den Konflikt zwischen kirchlicher Macht und den liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts. Während die Familie nicht aufgibt, wächst Edgardo in der Obhut der katholischen Kirche heran. Papst Pius IX. nimmt persönlich Anteil an seinem Schicksal und betrachtet den Jungen zunehmend als religiöses Symbol in einer Zeit politischer Umbrüche. Zwischen familiärer Herkunft, religiöser Erziehung und den Machtinteressen der Kirche entwickelt sich ein dramatischer Konflikt, der das Leben aller Beteiligten prägt.

Hintergrund

"Die Bologna-Entführung" basiert auf dem historisch belegten Fall Edgardo Mortara, der im 19. Jahrhundert international für Empörung sorgte und zu einem politischen Symbol im Konflikt zwischen kirchlicher Autorität und liberalen Reformbewegungen wurde. Der Film lief 2023 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und war 2024 für den César als bester ausländischer Film nominiert. Marco Bellocchio zählt zu den bedeutendsten italienischen Regisseuren des Gegenwartskinos und ist bekannt für seine präzise Beobachtung politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen.

Sendungsinfos

Darsteller: Paolo Pierobon, Fausto Russo Alesi, Barbara Ronchi, Enea Sala, Leonardo Maltese, Filippo Timi, Fabrizio Gifuni Regie: Marco Bellocchio Drehbuch: Marco Bellocchio, Susanna Nicchiarelli Musik: Fabio Massimo Capogrosso Kamera: Francesco Di Giacomo Produzent: Beppe Caschetto, Simone Gattoni Hörfilm, Stereo
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