ARTE
ARTE Di 07.07.
Doku
Ein Einblick in das Leben von Migranten, ihre Träume, Hoffnungen und ihr Elend ARTE
Hunderttausende von Migranten aus ganz Afrika sind in Libyen gestrandet. ARTE
Das Elend des Gargaresh-Slums in Tripolis ARTE
In den Gefangenenlagern in Libyen warten Tausende von Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen darauf, dass Milizen, die EU und die UNO über ihr Schicksal entscheiden. ARTE
Sarah Creta hat Videos sichergestellt, die von Migranten mit ihren Mobiltelefonen aufgenommen wurden. Es sind wertvolle Zeugnisse, die ihren Alltag in den Zentren, aber auch die Spirale extremer Misshandlungen zeigen, in der sie gefangen sind. ARTE

Lager der Schande - Europas Libyen-Deal

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2021
  • 61'
Dokumentation Wer kontrolliert die Haftlager für Migrantinnen und Migranten in Libyen? Der vollständig vor Ort gedrehte Dokumentarfilm zeigt die Gefangenenlager und beleuchtet die Verbindungen zwischen Milizen, Menschenschmugglern und Behörden: Ein eingespieltes System, das aus der europäischen Politik Kapital schlägt und sich die Fahrlässigkeit von Ländern wie Italien zunutze macht - bis hin zur Einbeziehung der Vereinten Nationen. Dokumentarfilmerin Sara Creta lässt vor allem die Migrantinnen und Migranten selbst zu Wort kommen. Ein erschütternder Dokumentarfilm über Menschenrechtsverletzungen jenseits des Mittelmeers und über Europas indirekte Unterstützung eines pervertierten Systems.

Inhalt

In den Gefangenenlagern in Libyen warten Tausende Migrantinnen und Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen darauf, dass Milizen, die EU und die Vereinten Nationen über ihr Schicksal entscheiden. Diese Camps werden zwar offiziell von der libyschen Regierung verwaltet, doch das Sagen haben hier die Milizen, die das Land kontrollieren - und die Geflüchteten als Geldquelle ansehen: Migrantinnen und Migranten werden entführt und gefoltert; anschließend verlangen die Milizionäre Lösegeld von den daheim gebliebenen oder im Ausland lebenden Familien. Der Dokumentarfilm zeigt, welchen Menschenrechtsverletzungen Migrantinnen und Migranten sowie politische Geflüchtete in Libyen ausgesetzt sind. Die Journalistin und Dokumentarfilmerin Sara Creta zeigt Videos, die Betroffene selbst mit ihren Handys aufgenommen haben: wertvolle Zeugnisse über ihren Alltag in den Lagern, aber auch über die extreme Spirale der Gewalt, der sie schutzlos ausgeliefert sind. Während des Bürgerkriegs waren die meisten von ihnen gezwungen, an der Seite der Milizen zu kämpfen. Einige steckten sogar an Orten fest, die aus der Luft bombardiert wurden. Die internationale Justiz untersucht diese Verbrechen noch immer. Unterdessen richtet sich die europäische Politik immer mehr darauf aus, die Außengrenzen gegenüber diesen Geflüchteten abzuschotten. Die EU unterstützt libysche Behörden mit Millionen, bildet die Küstenwache aus und stellt ihr Boote zur Verfügung, um die Menschenströme einzudämmen - und unterstützt somit auch indirekt ein menschenunwürdiges System zugunsten von Korruption und Selbstbereicherung der Milizen.

Sendungsinfos

Regie: Sara Creta Stereo
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