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Fr 15.05.
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aspekte
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Kampf der Frauen - Wann wechselt die Scham die Seite?
- D 2026
- 44'
Magazin
In dem Kulturmagazin werden vor allem Themen aus den Bereichen Kunst und Politik aufgegriffen. Zusätzlich zu den gezeigten Einspielern sind auch Gespräche mit Personen aus der Kulturszene fester Bestandteil des Programms.
Inhalt
Hass schlägt nicht etwa den männlichen Tätern, sondern den Frauen entgegen, die über sexualisierte Gewalt sprechen. "aspekte" fragt: Wann wechselt die Scham die Seite?
Schauspielerin Collien Fernandes, Sängerin Mariybu, sowie Aktivistin Theresia Crone und viele andere kämpfen gegen sexualisierte Gewalt, Hass und Stigmatisierung. "aspekte" zeigt, welchen Preis die Frauen zahlen und was sich ändern muss.
Wer über sexualisierte Gewalt spricht, braucht Mut. Wer an die Öffentlichkeit geht, riskiert Anfeindungen, Hass und Bedrohungen. Moderatorin Salwa Houmsi geht in dieser "aspekte"-Ausgabe der Frage nach, warum die Scham noch immer bei den Betroffenen liegt und nicht bei den Tätern. Und was sich in Deutschland diesbezüglich ändern muss.
Auslöser ist der Fall Collien Fernandes. Nachdem sie Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht hat, schlägt ihr neben einer großen Solidarität auch Feindseligkeit entgegen. Drohungen, juristischer Druck, öffentlicher Zweifel. Im Gespräch mit "aspekte" schildert Fernandes, wie sehr nicht nur die Tat selbst, sondern auch die gesellschaftliche Reaktion verletzt - und warum das Schweigen für viele Frauen immer noch der vermeintlich leichtere Weg ist.
Doch Fernandes Schilderungen ermutigen auch viele: Tausende Frauen demonstrieren gegen sexualisierte Gewalt, brechen ihr Schweigen, solidarisieren sich. Musikerinnen wie Mariybu geben der Bewegung eine Stimme: Ihr Song "Nicht alle Männer" wird zur Hymne der Proteste und zum Ausdruck einer bitteren Realität, die viele Frauen teilen: "... aber immer ein Mann".
Mit der Jurastudentin und Aktivistin Theresia Crone blickt "aspekte" auf eine neue Dimension der Gewalt: sexualisierte Deepfakes und KI-Pornografie. Crone gehört zu ganz wenigen Betroffenen, deren Täter verurteilt wurden. Doch die Gesetzeslage hinkt der technischen Entwicklung hinterher, mit fatalen Folgen für Opfer, deren Bilder millionenfach verbreitet werden.
Die Regisseurin Yana Eva Thönnes zeigt, dass sexualisierte Gewalt kein Randphänomen ist. In ihrem Stück "Call me Paris", das an der Berliner Schaubühne gezeigt wird, verbindet sie die Geschichte von Paris Hilton und dem berühmten Sextape "1 Night in Paris" mit der eines Mädchens aus Bergisch Gladbach. Thönnes macht deutlich, inwiefern sich die Debatte seit den 2000ern verändert hat. Und doch: Die Scham ist oft geblieben.
Warum werden Frauen in der Öffentlichkeit so massiv angefeindet? Die Autorin Ingrid Brodnig analysiert das Feindbild Frau und erklärt, warum gerade Frauen, die sich wehren, zur Zielscheibe werden. Und warum Hass im Netz reale Gewalt befördert.
Mit der Filmemacherin Daniela Magnani Hüller, die als Jugendliche einen Femizid überlebt hat, geht "aspekte" der Frage nach, wie Selbstermächtigung, Erzählen und Öffentlichkeit helfen können, Kontrolle zurückzugewinnen. In ihrem Dokumentarfilm "Was an Empfindsamkeit bleibt", der auch auf der Berlinale gezeigt wurde, interviewt sie Menschen aus ihrem damaligen Umfeld. Wer trägt welche Verantwortung für die Tat? Und wie schafft es die Filmemacherin, nicht die Hoffnung zu verlieren?
Sendungsinfos
Moderator: Salwa Houmsi
VPS: 15.05.2026 23:30, Untertitel, Stereo