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ARTE So. 18.01.
Info
Wenn der Artgenosse eine Süßigkeit bekommt und man selbst aber nicht, sorgt das auch unter Affen für Aufruhr und Eifersucht. Das Gerechtigkeitsempfinden der Primaten ist dem des Menschen ziemlich ähnlich, sagt die Neurowissenschaftlerin Marieke Schölvinck. BR
Schon Fische bestehen den sogenannten Spiegeltest - sind sie sich ihrer selbst bewusst? BR
Im Kambrium gab es Lebewesen mit Nervensystemen, die bereits über drei Areale verfügten, die auch wir heute noch haben: den visuellen, olfaktorischen und motorischen Teil. BR
Mit einem komplizierten Experiment will der Neurowissenschaftler Björn Brembs herausfinden, wie Fliegen lernen und Entscheidungen treffen. BR
Die ersten Lebewesen mit Bewusstsein entstanden wahrscheinlich im Zeitalter des Kambriums, eine Zeit, in der unzählige neue Spezies entstanden - Forscher wie Eva Jablonka sprechen vom "Big Bang of Animal Life". BR

42 - Die Antwort auf fast alles

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Haben Tiere ein Ich?

  • D 2022
  • 28'
Infomagazin Was Tiere nicht alles können: Einige sind pfeilschnelle Jäger, andere haben ein verblüffendes Orientierungsvermögen. Aber in einem sind wir Menschen ihnen doch meilenweit überlegen: dem Bewusstsein. Tiere verfassen schließlich keine Gedichte oder denken sich komplizierte physikalische Theorien aus. Aber heißt das, dass sie überhaupt kein Bewusstsein von sich und der Welt haben?

Inhalt

Lange war sich die Menschheit relativ einig: Tiere sind nicht viel mehr als biologische Maschinen. Doch insbesondere mit den wegweisenden Arbeiten des Naturforscher Charles Darwin änderte sich diese Sichtweise allmählich: Darwin glaubte, dass Bewusstsein eine fundamentale Eigenschaft des Lebens überhaupt ist. Selbst einfache Lebewesen verfügten seiner Meinung über ein rudimentäres Innenleben aus Gefühlen und Eindrücken, das dem des Menschen gar nicht so unähnlich ist. Doch wie herausfinden, was Tiere wirklich denken und fühlen? Man kann sie ja nicht fragen, und in ihren Kopf schauen kann man auch nicht. Lange versuchten Forscher, das Problem mit dem sogenannte Spiegel-Test zu lösen: Erkennt ein Lebewesen sich selbst im Spiegel, muss es Selbstbewusstsein haben. Schimpansen und Delphine bestehen den Spiegeltest, Hunde dagegen nicht. Heißt das, dass Hunde kein Bewusstsein haben? Heute halten viele Forscher den Spiegeltest nur für bedingt aussagekräftig, denn im Leben vieler Tiere spielt der Sehsinn keine zentrale Rolle. Um tierisches Bewusstsein besser zu verstehen, geht die Wissenschaft heute deshalb neue Wege: Wie sind Gehirne entstanden, und wo entsteht im komplizierten Geflecht der Neuronen das Bewusstsein? Verhaltensforscher testen, wie Tiere ihre Umwelt entdecken, wie sie lernen, Probleme lösen, Herausforderungen überwinden. Schon jetzt führen diese Untersuchungen zu erstaunlichen Erkenntnissen: Bereits Fliegen könnten über ein rudimentäres Selbstbewusstsein verfügen. Das Gefühlsleben der Mäuse unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem des Menschen. Kugelfische haben einen Sinn für Schönheit, Raben handeln zielgerichtet. Die Indizien für Bewusstsein sind vielfältig und über die gesamte Tierwelt verbreitet. Mehr und mehr zeigt sich: Denken und Sprechen sind keine Merkmale, die nur für den Menschen gelten. Der Mensch ist eben ein Tier - das gilt auch für das Bewusstsein.

Sendungsinfos

Regie: Max Lebsanft Stereo
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