ARTE
ARTE So. 19.04.
Doku
Die weltberühmten Einhorn-Wandteppiche (um 1500) im Pariser Musée de Cluny repräsentieren die fünf menschlichen Sinne und einen mysteriösen sechsten Sinn. Die Ursprünge des Einhorn-Mythos reichen bis ins 2. Jahrtausend vor Christus zurück. ZDF
Das Einhorn gilt seit langem als Ikone der LGBTQ+-Bewegung und ist eine beliebte Symbolfigur auf CSD-Veranstaltungen. Doch warum bietet das Fabelwesen seit jeher eine so große Projektionsfläche für unsere Sehnsüchte? ZDF
Das Bild "White Unicorn" (circa 2015) der niederländischen Fotografin Marie Cécile Thijs entstand im Rahmen einer Fotoserie über Pferde. Es reflektiert die lange bestehende Vorstellung vom Einhorn als real existierendes Wesen. ZDF
Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat seit 750 Jahren das Einhorn als Wappentier und man kann es dort sogar auf Ampeln entdecken. ZDF

Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2026
  • 52'
Dokumentation Seit Jahrhunderten durchstreift eines der berühmtesten Fabelwesen unsere Kulturgeschichte. Im Laufe der Zeit hat das Einhorn zahlreiche Bedeutungen in sich vereint - Heilung, Zerstörung, Unschuld, Queerness. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche: Was steckt hinter dem allgegenwärtigen Einhorn-Mythos?

Inhalt

Das Einhorn, so erzählt man sich seit Urzeiten, lebt im Verborgenen - und zeigt sich, wenn überhaupt, nur für einen Moment und aus der Ferne. Seit Jahrhunderten durchstreift eines der berühmtesten Fabelwesen unsere Kulturgeschichte. Es begegnet uns in Kunstwerken, auf Wappen und Altären, an Brunnen, Gebäuden und Alltagsgegenständen. Es bevölkert Fantasyfilme, wurde zum Symbol queerer Identität und zur Ikone der Popkultur. Die Ursprünge des Einhorn-Mythos reichen bis ins 2. Jahrtausend vor Christus zurück. Erst relativ spät setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich dabei um ein Wesen der Fantasie handelt - und doch hat es bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Im Laufe der Zeit hat es zahlreiche Bedeutungen in sich vereint: Es galt als heilend und zerstörerisch, wild und unbezähmbar, zugleich jedoch als Sinnbild der Reinheit und Unschuld. Und stets war es mit einer tiefen Sehnsucht verbunden - denn wer es einmal erblickte, den ließ es nicht mehr los. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche und besucht unter anderem die Einhorn-Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam. Dessen Chefkurator Michael Philipp, auch wissenschaftlicher Berater für die Doku, hilft dabei, die großen Fragen zu beantworten: Warum bietet das Einhorn seit jeher eine so große Projektionsfläche? Und wie kommt es, dass ein Tier, das nie existierte, über Jahrtausende eine so reale Sehnsucht in uns Menschen geweckt hat?

Sendungsinfos

Regie: Mathias Frick Untertitel, Stereo
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