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ZDFneo So. 20.04.
Doku
Für Sumpfkrokodile bringt die Trockenzeit in Sri Lanka echte Herausforderungen mit sich. In den schrumpfenden Wasserlöchern bietet das Wasser keine Tarnung mehr. Oft werden kleinere Exemplare aus den Tümpeln verbleibendenden und müssen weite Strecken über das ausgetrocknete Land zurücklegen bis sie ZDF/BBC Studios / Elliot Jon
Der Indusdelfin ist stark bedroht. Sein Lebensraum wird immer stärker durch Kanäle für die Landwirtschaft zergliedert. Nicht selten verirren sich die Tiere im Gewirr der Bewässerungssysteme und stranden sobald der Wasserstand sinkt. ZDF/BBC Studios / WWF-Pakist
Für Sumpfkrokodile bringt die Trockenzeit in Sri Lanka echte Herausforderungen mit sich. In den schrumpfenden Tümpeln und Wasserlöchern bietet das Wasser keine Tarnung mehr. Die findigsten unter ihnen graben sich im Schlamm ein und verkleiden sich mit Pflanzenmaterial - eine Tarnung, die sie zu wahr ZDF/BBC Studios / Elliot Jon
Ein Meister der Täuschung: Nimborchromis Livinstonii, von Aquaristen liebevoll "Schläfer" genannt, inszeniert sich selbst als Leiche. Mit seiner Färbung imitiert er einen verrottenden Fischkadaver, um aasfressende Fische anzulocken. Wenn diese sich dem vermeintlichen Festmahl nähern, erwacht er wie ZDF/© BBC STUDIOS
Ein Meister der Täuschung: Nimborchromis Livinstonii, von Aquaristen liebevoll "Schläfer" genannt, inszeniert sich selbst als Leiche. Mit seiner Färbung imitiert er einen verrottenden Fischkadaver, um aasfressende Fische anzulocken. Wenn diese sich dem vermeintlichen Festmahl nähern, erwacht er wie ZDF/BBC STUDIOS
Kaskaden von Seerosen bilden die Grundlage einer einzigartigen Süßwasserwelt. ZDF/BBC STUDIOS
Wenn der Okavango anschwillt und weite Teile der Ebene überschwemmt, gehen die Küken der Jacanas auf Entdeckungstour. ZDF/BBC Studios / Lou Coetze
Dieses Jacana-Männchen ist alleinerziehender Vater von vier frischgeschlüpften Küken. ZDF/BBC Studios / Charl Stol
Afrikanische Wildhunde haben in der Regenzeit im Okavangodelta oft das Nachsehen. Für eine erfolgreiche Jagd bevorzugen sie festen Boden unter den Füßen. ZDF/BBC STUDIOS
Große Füße sind das Geheimnis der Blatthühnchen. Mit ihrer Hilfe können sich die Vögel auf der dünnsten Vegetation fortbewegen ohne unterzugehen. Bei frischgeschlüpften Küken sind die Füße fast doppelt so lang wie das ganze Küken hoch ist. ZDF/BBC STUDIOS

Unsere Erde III

Von Sumpfmonstern und Zombiefischen

  • D 2024
  • 40'
Natur und Umwelt

Inhalt

Süßwasser ist das Lebenselixier unseres Planeten. Viele Tierarten haben äußerst kreative Verhaltensweisen entwickelt, wie sie jeden Tropfen des kostbaren Nasses nutzen können. Lebensraum existiert in der kleinsten Pfütze genauso wie im gewaltigsten Strom - manche ziehen ihren Vorteil gerade aus dem Kommen und Gehen des Wassers. Regen und Flut prägen nicht nur das Aussehen von Landschaften, sie formen auch die Tiere und ihr Verhalten. In Sri Lanka beispielsweise müssen Sumpfkrokodile während der Trockenzeit zu alternativen Jagdstrategien greifen. Solange es irgendwie geht, halten die Reptilien an ihrem gewohnten Verhalten fest: Sie lauern in den Wasserlöchern auf ihre Beute. Ein Axishirsch kann einen der Jäger für bis zu vier Monate satt machen. Doch sobald kein Regen mehr fällt, schrumpfen die Wasserlöcher. Das führt zu Problemen: Denn entweder kann die Beute das Krokodil viel zu früh erkennen, oder zu viele Krokodile drängen sich auf engstem Raum zusammen. Der erstaunliche Trick: Statt sich im Wasser zu verbergen, graben sich die riesigen Echsen im Schlamm an den Rändern der Wasserlöcher ein und werden so zu wahren Sumpfmonstern. Solche Anpassungen können sich entwickeln, wenn Regen und Trockenheit sich regelmäßig abwechseln. Der zeitlich begrenzte Wassermangel schafft eine Herausforderung, die die Krokodile bewältigen können. Man könnte annehmen, dass Tiere in einem unveränderten Lebensraum keine Veranlassung haben, sich zu entwickeln. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Malawisee beispielsweise ist seit einer Million Jahren eine stabile Süßwasserwelt. Dort herrschen perfekte Bedingungen für die Seebewohner. Trotzdem gibt es gerade dort mehr einzigartige Fischarten als in irgendeinem anderen See auf der Erde. Allein 800 verschiedene Buntbarsche haben sich dort entwickelt. Grund dafür ist die Nahrungsverteilung. Damit alle satt werden, müssen sie sich unterschiedliche Nahrungsquellen suchen, und eine Art der großen Buntbarschfamilie gibt sich allergrößte Mühe, ihr Auskommen als Untote zu finden. "Schläfer" nennen Aquaristikfreunde diesen Barsch, weil er den Tag damit verbringt, auf dem Grund eines Gewässers zu liegen. Aber der Schläfer hält keineswegs ein Nickerchen, vielmehr versucht er so überzeugend wie möglich, seinen Tod zu inszenieren. Dabei bleibt er nicht nur völlig regungslos auf der Seite liegen, sondern wird auch noch von seiner Färbung unterstützt, die im Laufe seiner Evolution immer mehr das Aussehen eines verrottenden Kadavers angenommen hat. Nähern sich dann kleinere Aasfresser dem vermeintlichen Festmahl, erwacht der Zombiefisch zu neuem Leben und verschluckt den überraschten Angreifer mit Haut und Schuppe. Tiere haben viele Möglichkeiten, sich an die Wege des Wassers oder auch sein temporäres Fehlen anzupassen. Heute greift die Menschheit allerdings massiv in die Wege des Wassers ein. Flüsse werden gestaut, umgeleitet oder kanalisiert, aus Seen werden große Mengen von Wasser für die Landwirtschaft entnommen, und Regenfälle können manipuliert werden. Viele Tiere haben keine Chance, mit diesen Veränderungen mitzuhalten. Ein Beispiel ist der Indusdelfin. Schätzungen zufolge gibt es nur noch etwa 1500 dieser seltenen Art. Problematisch für Delfine sind die zahllosen Kanäle, die Flusswasser für die Landwirtschaft bereitstellen. Gelangt ein Delfin in einen solchen Kanal, schafft er es nicht, wieder in den Fluss zurückzukehren. Das wäre sein Todesurteil, wenn nicht Naturschützer begonnen hätten, regelmäßig die Kanäle zu überprüfen und gestrandete Tiere in den Indus zurückzubringen. Allein 2023 konnten 30 Delfine auf diese Weise gerettet werden. Ob solche Aktionen letztlich das Aussterben der bedrohten Süßwasserbewohner verhindern können, wird die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall zeigt das Beispiel, dass Süßwasser weit mehr ist als eine Ressource für die Menschheit.

Sendungsinfos

Von: Nick Easton, Charlotte Bostock Untertitel, Stereo, Dolby
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