ARTE
ARTE Di. 03.02.
Doku
Kapuzinerbruder Jeremias ist gelernter Krankenpfleger. Er macht auch Hausbesuche in den albanischen Bergen. Hier misst er bei Familienvater Gjelosh Sadrija den Blutdruck. ZDF
Kapuzinerbruder Jeremias Borgards aus Deutschland kümmert sich um Alte und Kranke in den Bergen Albaniens. Für viele ist er der einzige Ansprechpartner in den Dörfern, die durch Abwanderung verwaisen. ZDF

Re:

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Vergessene Dörfer in Albaniens Bergen

  • D 2026
  • 35'
Reportagereihe In den Bergen im Norden Albaniens kümmern sich deutsche Kapuziner-Brüder um die wenigen verbliebenen Christen. Bruder Jeremias Borgards pflegt Kranke und Alte, die alleine leben und sonst keinen mehr haben. Für seine Hausbesuche muss er stundenlang durchs Gebirge fahren. Mit dabei ist der 18-jährige Angelos Delija.

Inhalt

Bruder Jeremias Borgards lebt seit drei Jahren als Priester des Kapuzinerordens im Norden Albaniens. Eigentlich ist er aus Oberhausen, war aber schon in vielen Gegenden der Welt im Einsatz, zuletzt in der Ukraine. Der gelernte Krankenpfleger macht regelmäßig Hausbesuche bei Kranken und Alten in den albanischen Bergen. Viele Dörfer sterben wegen der anhaltenden Auswanderung junger Menschen regelrecht aus, die Bevölkerung hier in den Bergen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten halbiert. Zurück bleiben oft nur noch Alte und Kranke, die vereinzelt in Dörfern in den Bergen leben. Für sie sind die Kapuziner-Brüder Krankendienst und Seelsorge zugleich, sie verteilen Lebensmittel, Medikamente - und sogar Baumaterialien, wenn sich jemand ein Haus bauen möchte. Die Kapuziner freuen sich dabei über Nachwuchskräfte, damit ihr Hilfsprojekt eine Zukunft hat. Seit kurzem wird Bruder Jeremias bei seinen Hausbesuchen von Angelos Delija begleitet. Der 18-Jährige hat gerade Abitur gemacht und möchte eine Ausbildung bei den Brüdern machen: "Ich will in meinem Land bleiben. Ich will da arbeiten, wo ich auch aufgewachsen bin", erzählt der junge Albaner. Die meisten seiner Klassenkameraden zieht es in die Metropolen oder gleich ins europäische Ausland. Der Job ist hart, die Schicksale der Menschen in den Bergen noch härter. Doch aufhören und auswandern, wie so viele seiner Altersgenossen, kommt für Angelos nicht in Frage.
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