ARTE
Mo. 30.03.
Doku
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TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.
Rausschmeißer gegen Hausbesetzer in Spanien
- D 2026
- 35'
Reportagereihe
In Spanien fehlt in vielen Regionen bezahlbarer Wohnraum, und immer wieder besetzen Menschen Häuser und Wohnungen. Die Rechtslage ist komplex, Gerichtsverfahren langwierig. Deshalb engagieren viele geschädigte Eigentümer private Räumungsfirmen, deren manchmal rabiate Methoden zunehmend Kritik hervorrufen.
Inhalt
Granada steht exemplarisch für die Wohnungskrise in Spanien: Die Immobilienpreise sind drastisch gestiegen, Ferienwohnungen in der beliebten Altstadt verknappen den Wohnraum. Noch leerstehende Wohnungen und Häuser sind ein attraktives Ziel für Besetzer - und sind die "okupas" einmal drin, ist es für Eigentümer schwer, sie wieder rauszubekommen. Gerichtsverfahren können Jahre dauern.
Für Wohnraum-Aktivistin Clara Martínez, eine Ikone der Besetzer-Bewegung, ist Spekulation der Hauptgrund für den Leerstand. Auch deshalb hält sie Häuserbesetzungen für legitim: "Es ist doch würdiger, wenn Menschen Häuser besetzen, als wenn sie mit ihren Kindern auf der Straße leben."
Ángela Mendoza sieht das anders. Sie leitet seit rund fünf Jahren eine private Räumungsfirma und verdient ihr Geld damit, Hausbesetzer vor die Tür zu setzen. Für Ángela ist das Recht auf Privateigentum in Spanien nur unzureichend geschützt: "Eigentümer sollten das Recht haben, auf ihre Wohnungen zugreifen zu können, wann immer sie das wollen."
Die Rechtslage ist in Spanien komplex, und die Justiz braucht teilweise Jahre, um die Klagen von Eigentümern oder Besetzern zu bearbeiten. Ángela setzt auf überraschende und auch wiederholte Hausbesuche mit ihren "chicos", durchtrainierte, schwarzgekleidete und respekteinflößende Männer.
Die privaten Räumungsfirmen sind umstritten. Einigen werden Einbruch, Nötigung und Körperverletzung vorgeworfen. Doch solange die Gerichte nur schleppend arbeiten, hat die Nachfrage nach privaten Rausschmeißern in Spanien weiter Konjunktur.