ARTE
ARTE Mo. 16.03.
Doku
Die zu Sowjetzeiten gebaute Enguri-Bogenstaumauer im Nordwesten Georgiens, nahe der abtrünnigen Region Abchasien: 750 Meter breit, 271,5 Meter hoch ? eine der höchsten Bogenstaumauern der Welt und das größte Bauwerk im Kaukasus. MDR
Potskhoetseri ist das erste Dorf unterhalb des Staudamms. MDR
Der bis zu dreißig Kilometer lange Stausee am Enguri-Damm liegt in einer tektonisch aktiven Zone. Ein dauerhaft niedriger Wasserstand, so haben die deutschen Wissenschaftler herausgefunden, kann kleine Erdbeben auslösen. MDR

Re:

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Rettung für Georgiens Riesenstaudamm

  • D 2026
  • 35'
Reportagereihe Der zu Sowjetzeiten gebaute Enguri-Staudamm ist das größte Bauwerk im Kaukasus - errichtet inmitten einer seismisch aktiven Zone. Eine ingenieurtechnische Meisterleistung, von der Georgiens Energiesicherheit abhängt. Doch der Damm hat ein kritisches Alter erreicht. Die Geophysikerin Birgit Müller und ihr Team haben Überwachungsmethoden entwickelt, um Gefahren früh zu erkennen.

Inhalt

Mitten in der Nacht, im Kaukasus: Die deutsche Geophysikerin Birgit Müller steigt aus dem Auto. Die Luft ist feucht, der Regen hat die Straßen aufgeweicht. Ankunft in Georgien für den vorerst letzten Forschungsaufenthalt. Vor ihr erhebt sich die "Lady Enguri" - eine gigantische Staumauer, eine der größten der Welt. Seit fast fünfzig Jahren hält sie Millionen Tonnen Wasser zurück. Doch die Zeit arbeitet gegen sie. Materialermüdung, Erosion, Sedimente - die Risiken wachsen. Ein Bruch wäre eine Katastrophe für die Dörfer unterhalb der Staumauer. Und für die Energieversorgung, denn fast die Hälfte des Stroms für Georgien wird hier produziert. Birgit Müller und ihr Team haben im Forschungsprojekt DAMAST Methoden entwickelt, um frühzeitig Gefahren für den Damm zu erkennen. Eine wichtige Arbeit. Nicht nur hier, sondern weltweit stellen alternde Staudämme ein wachsendes Risiko dar. Hinzu kommt die politische Lage: Seit der Abspaltung Abchasiens in den 1990er Jahren steht der Damm auf georgischer Seite, das Kraftwerk jedoch in der von Russland kontrollierten selbst ernannten Republik Abchasien. Levan Mebonia, Direktor der staatlichen Betreiberfirma, muss in diesem Spannungsfeld für die Zusammenarbeit beider Seiten sorgen. Für die Forschenden um Birgit Müller ist es vielleicht die letzte Gelegenheit, gemeinsam mit Georgien am Damm zu arbeiten. Aufgrund der Spannungen zwischen der EU und dem Kaukasusstaat hat Deutschland Kooperationen mit dem Land ausgesetzt. Das Wissen soll jedoch weitergegeben werden. In einer Summer School sollen Erkenntnisse geteilt werden.
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