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BR Fr. 27.02.
Film
Lokalreporter Joseph Frady (Warren Beatty, rechts) mit seinem Chef Bill Rintels (Hume Cronyn). Bayerischer Rundfunk
Lokalreporter Joe Frady (Warren Beatty) ist einer Verschwörung auf der Spur. Bayerischer Rundfunk
Joseph Frady (Warren Beatty) ist es gelungen den untergetauchten Austin Tucker aufzuspüren. Auf einem Bootsausflug auf dessen Segelyacht will sich Tucker mit Frady unterhalten. Bayerischer Rundfunk
Joe Frady (Warren Beatty, rechts) mit Sheriff L. D. Wicker (Kelly Thordsen, 2. von rechts), den er verdächtigt mit ungeklärten Mordfällen zu tun zu haben. Bayerischer Rundfunk
Joseph Frady (Warren Beatty) ist es gelungen den untergetauchten Austin Tucker aufzuspüren. Auf einem Bootsausflug auf dessen Segelyacht will sich Tucker mit Frady unterhalten. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de. BR/WDR/Telepool

Zeuge einer Verschwörung

  • USA 1974
  • 96'
Politfilm Der Journalist Joe Frady (Warren Beatty) geht einem politischen Attentat nach und stößt dabei auf eine undurchsichtige Organisation, die scheinbar gezielt Attentäter rekrutiert. Je näher Frady der Wahrheit kommt, desto klarer wird: In dieser Welt ist Wissen gefährlich - und Kontrolle unsichtbar.
Mit Warren Beatty, Paula Prentiss, William Daniels, Hume Cronyn, Kenneth Mars, Kelly Thordsen, Jim Davis

Inhalt

Nach der Ermordung eines US-Senators von der Spitze der Space Needle in Seattle sterben mehrere Augenzeugen unter mysteriösen Umständen. Der unbequeme Journalist Joe Frady beginnt, die Todesfälle zu untersuchen. Seine Recherchen führen ihn zu der geheimnisvollen Parallax Corporation, einer Organisation, die behauptet, Persönlichkeitsprofile für staatliche Zwecke zu erstellen. Frady schleust sich undercover in das System ein und durchläuft ein verstörendes psychologisches Screening - eine audiovisuelle Testsequenz, die Loyalität, Gewaltbereitschaft und Manipulierbarkeit prüft. Schritt für Schritt erkennt er, dass Parallax nicht nur analysiert, sondern Menschen formt: zu perfekten Werkzeugen politischer Gewalt. Während Frady versucht, die Verschwörung öffentlich zu machen, wird er selbst Teil eines tödlichen Plans. Am Ende steht kein Triumph der Aufklärung, sondern ein bitteres Fazit: Die Wahrheit existiert - aber sie setzt sich nicht durch.

Hintergrund

Der Film entstand in einer Zeit tiefen politischen Misstrauens in den USA. Nach Vietnamkrieg, Watergate und der Offenlegung geheimdienstlicher Machenschaften wurde der Glaube an transparente staatliche Strukturen nachhaltig erschüttert. Regisseur Alan J. Pakula übersetzte dieses gesellschaftliche Klima in einen Politthriller, der weniger auf Handlung als auf Atmosphäre und Struktur setzt. Im Zentrum steht nicht eine einzelne Verschwörung, sondern ein anonymes System, das Macht organisiert, Verantwortung verschleiert und Individuen austauschbar macht. Besonders verstörend wirkt dabei die Vorstellung, politische Gewalt sei nicht ideologisch motiviert, sondern das Ergebnis gezielter psychologischer Formung. Pakulas distanzierte Inszenierung, die kühle Bildsprache und die konsequente Verweigerung eines befriedigenden Endes machen "Zeuge einer Verschwörung" zu einem Schlüsselwerk des amerikanischen Paranoia-Kinos. Der Film entwirft ein Weltbild, in dem Wahrheit existiert, sich jedoch nicht durchsetzt - eine Perspektive, die auch Jahrzehnte später nichts von ihrer Aktualität verloren hat.

Sendungsinfos

Darsteller: Warren Beatty, Paula Prentiss, William Daniels, Hume Cronyn, Kenneth Mars, Kelly Thordsen, Jim Davis Regie: Alan J. Pakula VPS: 27.02.2026 22:50, Zweikanalton
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