Zero Dark Thirty
Das Puls 4 TV-Programm von heute, dem österreichischer Privatfernsehsender im Besitz der ProSiebenSat.1 Media SE. Die „4“ im Namen steht für das vierte österreichweite Vollprogramm mit eigenen Nachrichten.
.
- USA 2012
- 144'
Von Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow ("Hurt Locker") inszeniertes Actiondrama über die jahrelange Jagd auf den meistgesuchten Terroristen der Welt: "Zero Dark Thirty" erzählt die Geschichte jener CIA-Einheit, die Osama Bin Laden getötet hat. Mit dabei: US-Star Jessica Chastain ("Interstellar").
Inhalt
Die Jagd nach Osama bin Laden beschäftigte die Welt und die amerikanische Politik mehr als eine Dekade lang – bis letztendlich eine kleine CIA-Spezialeinheit den Kopf der Al Kaida aufspürte. Die gesamte Mission dieses Teams unterlag strengster Geheimhaltung – auch wenn inzwischen einige Details der Operation publik gemacht wurden.
Erst jetzt jedoch werden einige der wichtigsten Aspekte - unter anderem, was die zentrale Rolle der Spezialeinheit betrifft - enthüllt: Was damals wirklich geschah, schildert nun "Zero Dark Thirty" – erzählt aus der Perspektive von Maya, einer jungen CIA-Agentin, die spezialisiert auf das Auffinden und Eliminieren von Terroristen ist.
Kritik
Ungeschönt, wertfrei und überzeugend
Eigentlich hätte "Zero Dark Thirty" eine Chronologie des Scheiterns werden sollen – stand die Produktion über die erfolglose Suche nach al-Qaida-Führer Osama Bin Laden doch bereits kurz vor Drehbeginn, als der meistgesuchte Terrorist der Welt im Mai 2011 doch noch aufgespürt und getötet wurde. Als Reaktion auf dieses unerwartete "Happy End" entschieden sich Regisseurin Kathryn Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal, die bereits bei "The Hurt Locker" zusammengearbeitet hatten, das Skript umzuschreiben – wer deswegen aber befürchtet, "Zero Dark Thirty" könnte zum patriotischen Heldenstück über mutige US-Soldaten verkommen sein, irrt glücklicherweise: Schließlich sind die beiden Oscar-Preisträger Bigelow und Boal bekannt dafür, sich abseits ausgetretener Hollywood-Pfade und fragwürdiger Glorifizierungshymnen zu bewegen.
Stattdessen legt das Gespann einen dokumentarisch anmutenden Thriller vor, der die zehnjährige Jagd nach Bin Laden auf weitgehend wertfreie und nüchterne Weise schildert. Auch wenn natürlich immer die Frage bleibt, wie weit die im Rahmen eines Spielfilms gezeigten Ereignisse tatsächlich der Wahrheit entsprechen, mutet der wenig heroische Alltag der im Zentrum von "Zero Dark Thirty" stehenden CIA-Agenten sehr naturalistisch und realitätsnah an – was der Inszenierung allerdings immer wieder auch Längen verleiht, besteht ein Großteil der knapp zweieinhalb Filmstunden doch aus dem wiederkehrenden Wechsel zwischen Vernehmungen, Besprechungen, Ermittlungsfortschritten und -Rückschlägen sowie mühsamen bürokratischen Prozessen.
Dass man als Zuschauer dennoch bei der Stange bleibt, ist zum einen der souveränen Inszenierung zu verdanken, die Bigelows Gespür für eine atmosphärisch stimmige, präzise Erzählweise einmal mehr unter Beweis stellt, zum anderen punktet Hauptdarstellerin Jessica Chastain mit einer starken Performance: Obwohl die von ihr verkörperte Maya stets auf Distanz zum Zuschauer bleibt, vermag einen deren verbissener Ehrgeiz doch stets zu packen und ins Geschehen hineinzuziehen. Gerade angesichts der kontroversen Folterszenen und des betont nüchternen Finales, dem so gar nichts von einem triumphalen Sieg anhaftet, zeichnet sich "Zero Dark Thirty" zudem durch seine Ambivalenz aus, die sich einer eindeutigen Positionierung verweigert und dem Zuschauer die moralische Beurteilung des Gezeigten überlässt. Unterm Strich ist Bigelows schonungsloser Thriller damit ein trotz Längen spannender und sowohl handwerklich, wie auch inhaltlich überzeugender Film geworden, der die Ereignisse rund um Bin Ladens Ergreifung auf erfreulich neutrale und ungeschönte Weise zeigt.